Anschläge in Paris

Anschläge in Paris

  • Bei dem stundenlangen Einsatz der französischen Anti-Terror-Einheit am Mittwoch im Pariser Vorort Saint-Denis ist der mutmaßliche Drahzieher der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, getötet worden. Das hat die Staatsanwaltschaft inzwischen bestätigt.
  • Bei der Frau, die sich während des Einsatzes in die Luft sprengte, soll es sich um Hasna Aitboulachen handeln - mutmaßlich Abaaouds Cousine. 
  • Die französische Nationalversammlung hat die Verlängerung des Ausnahmezustands im Land um drei Monate gebilligt.
  • Die belgische Polizei hat bei Razzien in der Region Brüssel am Donnerstag insgesamt neun Verdächtige festgenommen.

  • 11/16/2015 12:00:58 AM   Frederic Spohr

    Auch spät in der Nacht versammeln sich noch viele Menschen vor dem Restaurant Belle Equipe.


  • 11/16/2015 1:15:10 AM   Frederic Spohr
    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat davor gewarnt, Flüchtlinge nach der Anschlagsserie in Paris unter Generalverdacht zu stellen. "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, Flüchtlinge mit Terroristen gleichzusetzen", sagte von der Leyen der "Passauer Neuen Presse". "Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder haben ihre Heimat verlassen, um genau vor solchen Grausamkeiten zu fliehen, wie wir sie am Freitag in Paris erlebt haben." Die Verteidigungsministerin plädierte jedoch für stärkere Kontrollen an Europas Grenzen: "Was wir aber definitiv brauchen, ist mehr Ordnung an den Grenzen, das gilt insbesondere auch für die Außengrenzen der EU."
  • 11/16/2015 1:18:40 AM   Frederic Spohr
    Bei der Fahndung nach den Drahtziehern der verheerenden Terrorserie in Paris hat es am späten Sonntagabend eine Hausdurchsuchung im Hauptstadtvorort Bobigny gegeben. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen. Einem Augenzeugen zufolge seien zudem Anwohner von Polizisten befragt worden. 
  • 11/16/2015 1:35:40 AM   Frederic Spohr
    Die spanische Zeitung „El País“ berichtet, Frankreichs Ermittlungsbehörden hätten die zuständigen Stellen des südlichen Nachbarlandes davor gewarnt, dass sich ein zur internationalen Fahndung ausgeschriebener Verdächtiger nach Spanien abgesetzt haben könnte. Demnach sei Spanien ebenso wie Belgien über das Informationssystem des Schengen-Raums alarmiert worden, auf eine mögliche Einreise des 26-Jährigen Abdeslam Salah zu achten. 

    Anderen Medienberichten zufolge ist Abdeslam Salah bereits bei einer Kontrolle an der belgischen Grenze aufgehalten worden, durfte jedoch anschließend weiterreisen.
  • 11/16/2015 2:22:03 AM   Frederic Spohr
    Als Reaktion auf eine wachsende Bedrohung durch militante Islamisten baut Großbritannien die Geheimdienste aus. Das Personal werde um 15 Prozent aufgestockt, kündigte Premierminister David Cameron am Rande des G20-Gipfels im türkischen Belek an. Die Geheimdienste MI5 und MI6 und GCHQ erhielten deswegen 1900 zusätzliche StellenAnschläge wie zuletzt in Paris aber auch wie das Hotel-Attentat in Tunesien im Sommer hätten die Regierung dazu veranlasst.
  • 11/16/2015 3:03:53 AM   Frederic Spohr
    Angesichts der Anschläge von Paris hat der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz, die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufgefordert. Die Bedrohung rücke näher, die Sicherheitskräfte allein aber könnten nicht alles beobachten, sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Die Welt" . Die Bürger müssten der Polizei melden, wenn sich Menschen in ihrem Umfeld veränderten, radikalisierten oder paramilitärisch bewaffneten. "Wir sind auf den aufmerksamen Blick der Bevölkerung angewiesen. Das galt in Zeiten des RAF-Terrors, und das gilt jetzt umso mehr", betonte der rheinland-pfälzische Innenminister.
  • 11/16/2015 3:21:49 AM   Frederic Spohr
    Barack Obama hat angeordnet, an den Gebäuden der amerikanischen Regierung die Flaggen auf Halbmast zu setzen.


  • 11/16/2015 5:06:30 AM   Frederic Spohr
    Hier ist noch einmal eine kurze Übersicht über die Geschehnisse des vergangenen Abends und der Nacht.
  • 11/16/2015 5:24:35 AM   Fridtjof Küchemann
    Die spanische Zeitung "El País" berichtete auf ihrer Website, Frankreichs Ermittlungsbehörden hätten die zuständigen Stellen des südlichen Nachbarlandes davor gewarnt, dass sich der flüchtige Verdächtige nach Spanien abgesetzt haben könnte. Demnach sei Spanien ebenso wie Belgien über das Informationssystem des Schengen-Raums alarmiert worden, auf eine mögliche Einreise des 26 Jahre alten Franzosen Abdeslam Salah zu achten. Dessen Flucht nach Spanien sei aber "nur eine Möglichkeit", hieß es in dem Zeitungsbericht.
  • 11/16/2015 6:30:36 AM   Fridtjof Küchemann
    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt überstürzten militärischen Reaktionen. Gegen den IS helfe "nur planvolles Handeln der Staatengemeinschaft", sagte Steinmeier an diesem Montag "Spiegel Online". "Der Kampf gegen den IS wird allein militärisch nicht zu gewinnen sein", die Staatengemeinschaft müsse sich "noch kraftvoller" für eine politische Lösung einsetzen und Perspektiven für eine Befriedung Syriens aufzeigen.

    Der militärische Kampf gegen den IS sollte laut Steinmeier Teil des "planvollen Handelns" sein. Gegen die Dschihadisten helfe "kein Wort und kein Argument, und schon gar nicht der Rückzug ins Schneckenhaus." Neben Luftangriffen auf IS-Stellungen, "wie sie von anderen geflogen werden", verwies Steinmeier auf "unsere Unterstützung für diejenigen, die sich dem Vormarsch des IS widersetzen", wie die kurdischen Peschmerga im Nordirak. (AFP)
  • 11/16/2015 7:08:17 AM   Fridtjof Küchemann
    Frankreichs Premierminister Manuell Valls sieht auch andere europäische Länder im Visier des IS: "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet werden, nicht nur in Frankreich, sondern gegen andere europäische Länder", sagte Valls dem Radiosender RTL.

    Die Terroranschläge in Paris seien von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“ worden. „Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben“, sagte er dem Sender RTL. (AFP, dpa)
  • 11/16/2015 7:30:34 AM   Fridtjof Küchemann
    Die Finanzmärkte reagieren auf die Anschläge vom Freitag nicht sehr deutlich. Die Kursverluste sind moderat, so dass ihre Ursache nicht eindeutig zu identifizieren ist.
  • 11/16/2015 7:32:49 AM   Fridtjof Küchemann
    Bei Durchsuchungen in Lyon sind eine Panzerfaust und andere Waffen gefunden worden. Zudem seien fünf Verdächtige festgenommen worden, hieß es aus Ermittlerkreisen. (AFP)
  • 11/16/2015 8:29:01 AM   Leonie Feuerbach
    Auch der G-20-Gipfel war überschattet von den Anschlägen in Paris. Im Entwurf der Abschlusserklärung heißt es jetzt, die Zusammenarbeit zur Austrocknung der Finanzkanäle von Terroristen solle ausgebaut werden. Um den wachsenden Strom von Extremisten einzudämmen, die nach Ausbildung und Kampf in Bürgerkriegsländern in ihre Heimat zurückkehren und dort eine Terrorgefahr darstellen, sollen die Grenzen besser überwacht werden. Die Sicherheit im internationalen Flugverkehr solle verstärkt und gegen Terrorpropaganda im Internet stärker vorgegangen werden.(dpa)
  • 11/16/2015 8:35:11 AM   Leonie Feuerbach

    Die liberale bulgarische Zeitung "Sega" kommentiert die Anschläge in Paris am Montag mit drastischen Worten:

    Nach den Attentaten in Paris vom 13. November gibt es keinen Zweifel, dass Europa im Krieg ist. Dies bedeutet, dass die Welt im Krieg ist. Der dritte Weltkrieg ist im Gang und es ist eine Sache der Historiker zu sagen, ob er vergangene Woche oder am 11. September 2001 begonnen hat.

  • 11/16/2015 8:45:16 AM   Leonie Feuerbach

    Die Terroranschläge von Paris werden sich Banken-Ökonomen zufolge nicht nachhaltig auf die Wirtschaft in Frankreich und anderen westlichen Ländern auswirken. "Die Erfahrung zeigt, dass solche Terrorakte die konjunkturelle Entwicklung in den westlichen Volkswirtschaften nicht aus der Spur bringen", sagte Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, am Montag. Unmittelbar nach den Anschlägen in London 2005 sei der private Konsum im Sommer genauso kräftig gestiegen wie im Schnitt der vier Vorquartale. Ähnlich sei dies auch nach den Anschlag auf einen Bahnhof 2004 in der spanischen Hauptstadt Madrid. Kurzfristig dürfe die Verunsicherung in Frankreich groß sein und den Konsum belasten. Doch auch nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sei der Umsatz im Einzelhandel nur im September gesunken und habe sich schon im Oktober wieder erholt. (Reuters)

  • 11/16/2015 8:55:43 AM   Leonie Feuerbach
    Nach den Terrorangriffen von Paris will der britische Premierminister David Cameron die Geheimdienste deutlich aufstocken. Es sollten 1900 neue Stellen geschaffen werde, sagte Cameron am Montag beim G20-Gipfel in der Türkei. Zudem sollen die Ausgaben für die Sicherheit auf Flughäfen verdoppelt werden, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association weiter berichtete.

    Zugleich sagte Cameron nach BBC-Angaben, britische Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Monaten sechs Terroranschläge vereitelt. Cameron plädierte erneut dafür, dass die britischen Streitkräfte an Luftangriffen auf Stellungen der Terrormilizen IS auch in Syrien teilnehmen – bislang fliegen britische Piloten nur im Irak Angriffe auf IS-Stellungen. Großbritannien befinde sich in einem "Generationen Kampf" gegen den Terrorismus, wurde Cameron zitiert.  (dpa)

  • 11/16/2015 8:57:56 AM   Leonie Feuerbach
    In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen "gegen die Werte der Republik verstoßen" wird. Das kündigte Premierminister Manuel Valls am Montagmorgen im Sender RTL an. "Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit", sagte Valls nach den Attentaten von Paris und Saint-Denis, bei denen am Freitagabend 129 Menschen getötet wurden. (dpa)
  • 11/16/2015 9:00:19 AM   Leonie Feuerbach
    Der Drahtzieher der Anschläge von Paris könnte nach Medienberichten der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, berichtete die belgische Tageszeitung "De Standaard" am Montag unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste. Der Sender RTL meldete ohne Angabe von Quellen, Ermittler hätten Abaaoud als Drahtzieher identifiziert. Abaaoud gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Früher lebte er in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek. (dpa)
  • 11/16/2015 9:16:55 AM   Leonie Feuerbach
    Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag mit. (dpa)
  • 11/16/2015 9:25:08 AM   Leonie Feuerbach

    Einer der Attentäter von Paris ist aus Syrien über Griechenland nach Europa eingereist. Wie die dpa berichtet, stimmen die Fingerabdrücke eines der Selbstmordattentäters nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft vom Montag mit denen überein, die bei einem Mann registriert wurden, der im Oktober mit syrischem Pass nach Griechenland eingereist war. Identifiziert wurde zudem ein weiterer Selbstmordattentäter, gegen den 2012 in Frankreich ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet worden war.

  • 11/16/2015 9:46:48 AM   Leonie Feuerbach

    Merkel hält trotz Terrorattacke an Flüchtlingspolitik fest

    Angesichts der nach den Anschlägen in Paris erneut aufgeflammten Flüchtlingsdebatte in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine schnelle Aufklärung der Hintergründe der Tat gefordert. Dies sei man nicht nur den Opfern und deren Angehörigen schuldig, sondern auch „den vielen unschuldigen Flüchtlingen”, „die vor Krieg und Terrorismus fliehen”, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G20-Gipfels im türkischen Belek nahe Antalya. Damit wandte sich die Kanzlerin indirekt auch gegen Kritiker in ihren eigenen Reihen, die nach dem Terrorangriff abermals eine Wende in der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert hatten.

    Entsprechende Forderungen kommen bereits seit Wochen aus der Union. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hatte nach den Anschlägen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben: „#ParisAttacks ändert alles. Wir dürfen keine illegale und unkontrollierte Zuwanderung zulassen”. CSU-Chef Horst Seehofer distanzierte sich zwar wenig später von Söders Äußerung, forderte laut dpa aber beim Landesparteitag der sächsischen CDU erneut eine Begrenzung des Zuzugs von Flüchtlingen. „Ansonsten werden wir scheitern, gnadenlos scheitern”, sagte Seehofer. Dagegen betonte Merkel erneut die Notwendigkeit, die Fluchtursachen in Syrien selbst zu bekämpfen. Dazu traf sie sich am späten Sonntagabend mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem rund 40-minütigen Gespräch, um über eine friedliche Lösung des Konflikts zu beraten. (Bloomberg)

  • 11/16/2015 9:50:02 AM   Lorenz Hemicker

  • 11/16/2015 9:58:14 AM   Leonie Feuerbach
    Die Frankfurter Polizei hat am Freitag die Wohnung und die Arbeitsstätte eines mutmaßlichen Islamisten durchsucht. Gegen den 27 Jahre alten Mann werde wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt, berichtete die Polizei am Montag. Der Mann soll unter anderem seinen zwei Jahre jüngeren Bruder finanziell unterstützen, der nach Syrien ausgereist sein soll. Einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gibt es nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht. (lhe)
  • 11/16/2015 10:01:00 AM   Lorenz Hemicker
  • 11/16/2015 10:13:02 AM   Leonie Feuerbach

    Im Gedenken an die Terroropfer von Paris stehen am Montagmittag in Berlin auch Busse und Bahnen still. Die Verkehrsbetriebe wollen sich an der europaweiten Schweigeminute beteiligen, wie das Unternehmen mitteilte. Um 12 Uhr sollen Busse und Straßenbahnen an den Haltestellen stehen bleiben, U-Bahnen in den Bahnhöfen. Stopps mitten auf der Straße seien aber nicht vorgesehen.

    Am Wochenende hatten bereits tausende Menschen in Berlin ihre Anteilnahme gezeigt. Vor der französischen Botschaft am Pariser Platz zündeten sie Kerzen an, brachten Blumen. Bei strömendem Regen schlossen sich fast 500 Menschen einem Gedenkzug an. Am Abend erstrahlte das Brandenburger Tor wie schon nach den Anschlägen auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ in den französischen Farben Blau, Weiß und Rot. (bb)

  • 11/16/2015 10:15:00 AM   Lorenz Hemicker

  • 11/16/2015 10:36:08 AM   Leonie Feuerbach

    Nach und nach wird mehr über die Attentäter von Paris bekannt. Der zuvor mit internationalem Haftbefehl gesuchte Samy Amimour war in Syrien. Der 28 Jahre alte Mann habe sich vor etwa zwei Jahren nach einer Phase der Radikalisierung in Syrien aufgehalten, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf Familienmitglieder. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Amimour 2012 der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beschuldigt worden. Er solle geplant haben, in den Jemen zu reisen. Dieses Vorhaben wurde aber nicht realisiert.

    Abdelhamid  Abaaoud, der als Drahtzieher der Anschläge gilt, soll in Syrien für den IS gekämpft haben. Der 27 Jahre alte Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, ist in mehreren IS- Propaganda-Videos zu sehen. Im einem Video fährt er ein Auto, das vier verstümmelte Leichen hinter sich her zieht. In Belgien sorgten auch Fotos seines 13 Jahre alten Bruders für Aufsehen, auf denen der Junge mit Waffen posiert. Er soll seinem älteren Bruder nach Syrien gefolgt sein.

    Abaaoud hatte genauso wie der Selbstmordattentäter Brahim Abdeslam im Problemviertel Molenbeek gewohnt, das als eine Hochburg von gewaltbereiten Islamisten in Belgien gilt. Der Franzose Abdeslam hatte sich am Freitagabend am Boulevard Voltaire in Paris in die Luft gesprengt. Nach seinem Bruder Salah wird derzeit international mit Fahndungsfotos gesucht.

  • 11/16/2015 10:37:00 AM   Lorenz Hemicker
  • 11/16/2015 10:49:19 AM   Leonie Feuerbach
    Die Vereinigten Staaten erhöhen den Druck auf den IS. Laut einem Bericht der "New York Times" hat das amerikanische Militär Luftschläge gegen Hunderte Tanklaster ausgeführt, die der IS benutzt hat, um in Syrien produziertes Rohöl zu schmuggeln. 116 Lastwagen seien in einer vom IS kontrollierten Region im Osten Syriens zerstört worden. Die Pläne für den Luftangriff seien allerdings schon vor den Anschlägen in Paris erarbeitet worden. Wie die Zeitung schreibt, sei es den Amerikanern schon seit Längerem ein Dorn im Auge, dass der IS 40 Millionen Dollar im Monat damit verdient, Öl zu produzieren und zu exportieren.
  • 11/16/2015 11:04:33 AM   Leonie Feuerbach

    Türkei warnte Frankreich vorab vor Paris-Attentäter

    Türkische Sicherheitskräfte haben nach Angaben aus Regierungskreisen einen der mutmaßlichen Attentäter von Paris bereits im vergangenen Jahr als Terrorverdächtigen identifiziert. Die Türkei habe die französischen Behörden im vergangenen Dezember und abermals im Juni über den Verdächtigen Omar Ismaïl Mostefaï informiert, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter in Ankara am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben jedoch keine Rückmeldung von Frankreich in dieser Angelegenheit erhalten.Dies sei nicht die Zeit für Anschuldigungen, sagte der Beamte weiter. Der Fall zeige aber, wie wichtig effektive Kommunikation und der Austausch nachrichtendienstlicher Informationen beim Kampf gegen den Terrorismus seien.

    Auch der Irak hatte Frankreich nach Angaben des irakischen Außenministers Ibrahim al-Dschafari vor Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Den irakischen Geheimdiensten hätten Informationen über IS-Attentate in mehreren Ländern vorgelegen, sagte Al-Dschafari laut der irakischen Nachrichtenseite Al-Mada in Wien. Besonders gefährdet waren demnach neben Frankreich auch die Vereinigten Staaten und der Iran.

  • 11/16/2015 11:14:15 AM   Leonie Feuerbach

    Bei einem Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polizei eine Person festgenommen, bei der es sich entgegen erster Berichte nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam handelt. Spezialeinsatzkräfte sind in der Islamistenhochburg Molenbeek auf der Suche nach mutmaßlichen Dschihadisten.

    Wenige Stunden nach den Anschlägen war Abdeslam mit dem schwarzen Polo, der vor der Konzerthalle Bataclan gesehen worden war,  in eine Polizeikontrolle geraten – und durfte weiterfahren. (Reuters, dpa)

  • 11/16/2015 11:21:53 AM   Leonie Feuerbach
    Algerier im Sauerland festgenommen – Andeutung zu Paris

    Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei im sauerländischen Arnsberg einen 39 Jahre alten Algerier festgenommen. Der Mann soll mehrere Tage vor den Attacken in einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Es werde geprüft, ob der Mann sich nur wichtig tun wollte oder ob er wirklich von den geplanten Anschlägen gewusst habe. Der am Samstag festgenommene Mann sitze wegen "Nichtanzeigens einer Straftat" in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt sei informiert. (dpa)

  • 11/16/2015 11:28:05 AM   Leonie Feuerbach
    Die katholische Friedensorganisation Pax Christi warnt nach den Terroranschlägen von Paris vor Kriegsrhetorik. Die Anschläge seien nicht als Kriegserklärung, sondern als ein Verbrechen zu betrachten, das strafrechtlich verfolgt werden müsse, erklärte die Organisation am Montag in Berlin. Das Gebot der Stunde sei, Drahtzieher und Verdächtige vor Gericht zu bringen und gerecht zu bestrafen. (epd)
  • 11/16/2015 11:29:59 AM   Henner Flohr

    Der französische Präsident Francois Hollande nimmt in Paris um 12 Uhr mit anderen Regierungsmitgliedern an einer europaweiten Schweigeminute teil. (Foto AFP)

  • 11/16/2015 11:34:54 AM   Leonie Feuerbach

    Das Hacker-Netzwerk Anonymous hat dem IS nach der Terrorserie in Paris mit martialischen Worten den virtuellen Krieg erklärt. "Diese Attentate können nicht ungestraft bleiben", hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Video. Darin ist eine Person im schwarzen Kapuzenpulli und mit der typischen Guy-Fawkes-Maske zu sehen. Gesprochen wird die Botschaft von einer Computerstimme: "Wir werden euch finden und wir werden nicht nachlassen. Wir werden die wichtigste Operation gegen euch starten, die je gegen euch geführt wurde. Der Krieg hat begonnen." (dpa)

  • 11/16/2015 11:40:53 AM   Sebastian Reuter
    Vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend in Hannover gegen die Niederlande herrschten vor dem Quartier des DFB-Teams in Barsinghausen am Montag leicht verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. So wurde die Zufahrt schon 150 Meter vor dem Gebäude abgesperrt und Polizisten kontrollierten verstärkt ankommende Fahrzeuge.

    Derweil erklärte Justizminister Heiko Maas (SPD), das bei dem Spiel die Sicherheit von Spielern, Offiziellen und Zuschauern oberste Priorität habe. "Wir müssen alles tun, um die Sicherheit bei dem Spiel zu gewährleisten", sagte Maas, der in Hannover neben Kanzlerin Angela Merkel und weiteren Bundesministerin im Stadion sein wird. Er sei "der Mannschaft dankbar, dass sie bereit ist, morgen zu spielen."

    Unterdessen bereitet sich die Polizei in Hannover verstärkt auf die Partie  vor. Zu den Fragen, wie viele Beamte im Einsatz sein werden und welche Sicherheitsvorkehrungen geplant sind, will Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag Stellung nehmen.
  • 11/16/2015 11:48:15 AM   Leonie Feuerbach
    Das Nachrichtenportal "France 24" meldet, dass es seit den Terroranschlägen in Paris 23 Festnahmen und 31 Waffenfunde gab, 104 Menschen seien unter Hausarrest gestellt worden.
  • 11/16/2015 11:59:36 AM   Leonie Feuerbach

    Merkel lässt deutsche Militäroperationen gegen IS offen

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt ein mögliches verschärftes militärisches deutsches Vorgehen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" offen. Zur Beendigung des Syrien-Krieges setze sie auf den in Wien ausgehandelten Friedensprozess, sagte sie am Montag beim G20-Gipfel im türkischen Belek bei Antalya. Sie äußerte sich nicht konkret dazu, ob es zu einem UN-Mandat für einen internationalen Einsatz mit Beteiligung der Bundeswehr kommen könnte. "Möglicherweise spielt in diesem Prozess auch die UNO eine Rolle", sagte sie. "Weitergehende Dinge kann ich jetzt nicht sagen. Der Prozess hat gerade erst begonnen." Er bestehe im wesentlichen aus einer politischen Lösung mit der Hoffnung auf einen Waffenstillstand. (dpa)

  • 11/16/2015 12:04:25 PM   Leonie Feuerbach

    Der Terrorismusforscher Asiem El Difraoui  erklärt im Gespräch mit Lena Bopp auf FAZ.NET, dass es beim Terror nicht um Spiritualität geht. Frankreich stecke nicht genug in die Dschihadismus-Prävention und sei vor den Regionalwahlen politisch gelähmt. Außerdem fehle dem Land eine Vision:

    Man braucht politischen Mut. So wie Angela Merkel, die in einer großen Geste gesagt hat: Kommt alle! Der „Islamische Staat“ hat gleich vier  Propaganda-Videos ins Netz stellen müssen, um zu sagen: Nein, geht nicht nach Europa, denn auf der Überfahrt ertrinken eure Kinder, und ihr müsst unter den Ungläubigen leben, die euch sowieso misshandeln. Wo ist  in Frankreich diese große Vision?



  • 11/16/2015 12:37:12 PM   Fridtjof Küchemann
    Der IS droht in einem neuen Video mit Anschlägen in den Ländern, die sich an Luftangriffen gegen die Islamisten in Syrien beteiligen. Diese Länder würden dasselbe Schicksal erleiden wie Frankreich. Die amerikanische Hauptstadt Washington wird explizit als Anschlagsziel benannt. (Reuters)
  • 11/16/2015 12:53:04 PM   Tillmann Neuscheler

    Belgische Spezialkräfte im Brüsseler Stadtteil Molenbeek

  • 11/16/2015 1:13:33 PM   Leonie Feuerbach

    Wer 'wir sind Paris' sagt, muss auch sagen: Wir sind Bagdad, wir sind Ankara, wir sind Beirut.

    Mit diesen Worten wirbt der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, um Solidarität auch mit Terroropfern etwa in der Türkei und im Nahen Osten. (epd)

  • 11/16/2015 1:25:30 PM   Fridtjof Küchemann
    Die acht größten muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland haben in einer gemeinsamen Erklärung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen und sich zugleich gegen eine Diskriminierung von Flüchtlingen gewandt. In der Erklärung kündigen die muslimischen Verbände an, nun "im engen Austausch mit gesellschaftlichen Akteuren" über Aktivitäten zu beraten, "um die Reihen der Friedliebenden zu stärken". Zugleich verurteilen sie die Attentate in Paris als "niederträchtige und barbarische Anschläge".
  • 11/16/2015 1:31:34 PM   Leonie Feuerbach

    Bund lehnt Bayerns Angebot zum Grenzschutz ab

    Das Bundesinnenministerium hat das Angebot von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) abgelehnt, als Reaktion auf die Anschläge von Paris bayerische Landespolizisten im Grenzschutz einzusetzen. "Wir haben das dankend zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Montag in Berlin. Im Moment gehe das Innenministerium aber davon aus, "dass die Bundespolizei mit ihren Kräften in der Lage ist, die Aufgabe zu bewältigen" Seehofer hatte angeboten, bayerische Landespolizisten im Grenzschutz einzusetzen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ergänzte, es gebe eine ganze Reihe von Grenzübergängen zu Österreich, die derzeit von der Bundespolizei nicht kontrolliert würden. Bei der bestehenden "Terrorgefahr" könne dies aber nicht so bleiben. (AFP)

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