Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft 2016

Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft 2016

  • 11/3/2016 11:53:58 AM   Christoph Hein
    In Hongkong sind rund eintausend Manager, Politiker und Diplomaten zusammengekommen, um über das Vorankommen der deutschen Wirtschaft in Asien zu beraten. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wird die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft morgen früh eröffnen. Schon am Vorabend spricht Hubert Lienhard, der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), mit Journalisten. Im Vorfeld beschrieb Lienhard im Gespräch mit der F.A.Z. die Lage in Asien als wenig rosig: "Ganze Bereiche der deutschen Industrie leiden in China." Und er fügte an: „Wir alle sind für eine Wachstumsrate von 8 Prozent und mehr in China investiert.“, stellt Lienhard fest. Die derzeitige Wachstumsrate weist Peking aber nur mit gut 6 Prozent aus. „Wir könnten also alle 20 Prozent stärker wachsen, ohne einen Euro investieren zu müssen."
  • 11/3/2016 11:55:31 AM   Christoph Hein
    Die F.A.Z. wird die Konferenz von nun an bis zu ihrem Ende am Samstag abend auf diesem Blog begleiten. Mit Spannung wird die Rede Gabriels am Freitagmorgen erwartet. Einige der angereisten Manager sagten im Vorfeld hinter vorgehaltener Hand, der Wirtschaftsminister habe einen "desaströsen Eindruck" in China hinterlassen.
  • 11/3/2016 12:19:01 PM   Christoph Hein
    Gabriel selber begrüßte die Gäste gerade mit einer sehr kurzen Rede: "Prost", sprach der Minister auf dem von Daimler gesponserten Eröffnungsempfang. Und dass diese Konferenz der "Fun-Part", der spaßige Teil seiner Chinareise, werden könne.
  • 11/3/2016 12:27:55 PM   Christoph Hein
    Dabei hatte sich APA-Chef Lienhard im Gespräch mit der F.A.Z. im Vorfeld ganz anders angehört. Vom "Spaß", den der Minister im Sinn hat, war ihm ganz und gar nicht zumute: Neben seiner Sorge um China blickte Lienhard auch kritisch auf die anderen asiatischen Märkte. Zwar entwickele sich Indien in die richtige Richtung, große Reformen seien ja angekündigt. Dennoch erinnere das Land ihn weiter an Brasilien, wo über Jahrzehnte darauf gehofft wurde, dass es endlich sein Potenzial hebe – um dann doch wieder zu enttäuschen. „Auch wenn ich in Japan bin, sind die Themen noch dieselben, wie vor zehn Jahren. „Man spürt die Überalterung, die Schulden steigen, es gibt kein Wachstum – das Land dreht sich im Kreise. Wir sehen sogar immer weniger japanische Konkurrenten“, meinte der Asien-erfahrene Voith-Vormann.
    Auch der vierte asiatische Markt, Südostasien, steht nicht so strahlend da, wie noch vor Jahresfrist erwartet: in Thailand wachsen die Probleme mit dem Militärregime, auf den Philippinen sorgt der neue Präsident Rodrigo Duterte bei Investoren für Entsetzen. Allerdings seien Vietnam und die größte Volkswirtschaft der Region, Indonesien, gut unterwegs. Dort soll - was der APA-Vorsitzende noch nicht bestätigen mag - die nächste APK 2018 stattfinden.
  • 11/3/2016 3:08:21 PM   Christoph Hein
    Hubert Lienhard, als Chef des APA auch Mitausrichter der Konferenz, hat heute Abend mit Journalisten gesprochen - alles streng im Hintergrund. Gut, dass wir im Vorfeld mit ihm sprechen konnten. Da beklagte der Voith-Manager, dass die Deutschen und Europäer in Asien massiv an Boden verloren hätten. "Die Position der deutschen Wirtschaft hat sich verschlechtert. Wir haben die Fähigkeiten zur Projektentwicklung und Projektfinanzierung verloren - anders als Chinesen und Japaner." Damit gingen den deutschen riesige Aufträge, wie etwa der Bau des Wirtschaftskorridors zwischen Delhi und Bombay (Mumbai) verloren. Deutsche Unternehmen hätten heute nur noch die Chance, als Zulieferer für die asiatischen Konzerne mit an Bord genommen zu werden.
  • 11/3/2016 3:14:44 PM   Christoph Hein
    Lienhard sprach sich dann auch für starke deutsche Banken aus: Mit Blick auf die Probleme bei Deutscher Bank und Commerzbank erklärte der APA-Chef: "Wir brauchen starke deutsche Banken, die uns ins Ausland mitbegleiten." Ein Gleichstand mit den Staatsfinanzierungen durch die großen asiatischen Länder könne allerdings auch dadurch natürlich nicht erreicht werden. "Wir müssen uns an die neue Situation gewöhnen", sagte der Manager.
  • 11/3/2016 11:52:58 PM   Christoph Hein

    Guten Morgen aus Hongkong. Es wir spannend. Heute wird die APK eröffnet, danach spricht Minister Gabriel mit Journalisten.

  • 11/4/2016 12:05:36 AM   Christoph Hein
    Zunächst gibt Botschafter Martin Ney einen Einblick in die Lage Indiens. Es gebe einen "enormen Nachholbedarf" bei Infrastruktur. Die Regierung Modi sei reformorientiert. Aber die Bevölkerung wächst rapide, in neun Jahren wird das Land mehr Menschen als China beherbergen. "Jeden Monat muss die Regierung eine Million Stellen schaffen.". Eine "make or break" Situation für die Regierung.
  • 11/4/2016 12:08:25 AM   Christoph Hein
    "In normal mode india doesnt work well. But in mission modenit works", sagt Ney.
  • 11/4/2016 12:12:48 AM   Christoph Hein
    Es sei nicht leicht in den Markt zu kommen. Denn Indien erwarte das man die Finanzierung mitbringt, wie Japan oder China dies machen. Produkte müssen angepasst werden. Und Indien schaut nach dem Brexit kritisch auf die EU. Die Amerikaner kämpften härter um Aufträge als die Deutschen, sagt der Botschafter. Derzeit arbeiten 1500 deitsche Unternehmen in Indien, eine Milliarde Euro investierten sie im vergangenen Jahr - weit unter den Möglichkeiten.
  • 11/4/2016 12:16:55 AM   Christoph Hein
    "Modi hat gute Chancen, 2019 wiedergewählt zu werden. Derzeit gibt es keine Alternative", sagt Ney.
  • 11/4/2016 12:27:16 AM   Christoph Hein
    Der neue Deutsche Botschfter Jörn Rohde stellt Indiens Nachbarn Sri Lanka vor. Mit Blick auf die neue Regierung sagt er: "The good guys are in!"
  • 11/4/2016 12:33:39 AM   Christoph Hein
    Colombo will das Projekt Megapolis mit 40 Milliarden Dollar zur Stadtentwicklung auflegen. Den ersten Tender gewann wer? Nein nicht China. Japan. Denn auch das bringt seine Finanzierung mit.
  • 11/4/2016 12:48:42 AM   Christoph Hein
    "Südasien ist die am wenigsten integrierte Region der Welt", klagt Malik Samarawickrama, Minister für die Entwicklung in Sri Lanka. Der Handel untereinander mache nur 5 Prozent des Gesamthandels der Region aus, die Investitionen lägen gar nur bei 4 Prozent. Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka bleiben einander in herzlicher Feindschaft verbunden. Die neue Regierung will das ändern. Träume muss man pflegen...
  • 11/4/2016 1:47:07 AM   Christoph Hein
    Hubert Lienhard, Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses eröffnet mit Wirtschaftsminister Gabriel die 15. APK. Mehr als tausend Asienmanager sind nach Hongkong gekommen. Allein hier sitzen mehr als 600 deutsche Unternehmen.
  • 11/4/2016 1:51:19 AM   Christoph Hein
    Lienhard klagt, dass Fremdenangst und Protektionismus weltweit steigen. "Wie können wir Globalisation als positive Kraft darstellen, die uns allen hilft?"
  • 11/4/2016 2:20:12 AM   Christoph Hein

    Hat er in fortgeschrittenem Alter die Seiten gewechselt? Nein: Deutschbanker Jürgen Fitschen bleibt seinem schwankenden Institut treu und würde niemals zur Cobank überlaufen. Doch versucht er sich auf der APK als Moderator der Ministerrunde.

  • 11/4/2016 2:25:55 AM   Christoph Hein
    Gabriel versucht zu begründen, warum die Freihandelsverträge nicht akzeptiert werden. "Die Meschen trauen nicht den Politikern, sondern so verrückten Menschen, die etwa einen Professorentitel tragen." Über 30 Jahre habe sein Ministerium nicht mit Kirchen oder Bürgerbewegungen gesprochen, sich nicht ausreichend erklärt. Das müsse nun gelernt werden.
  • 11/4/2016 3:03:16 AM   Christoph Hein
    "China hat eine Strategie", sagt Gabriel trocken mit Blick auf die Globalisierung. Die Europäer müssten selbstbewusst definieren, was sie wollten und brauchten, um dagegen zu halten.
  • 11/4/2016 3:18:52 AM   Christoph Hein
    "Auch wenn wir Schwierigkeiten in Europa haben, ist Europa weiterhin der beste Platz zum Leben. Wir sollten selbstbewusst auftreten", sagt Gabriel.
  • 11/4/2016 3:34:18 AM   Christoph Hein
    In der pressekonferenz betont Gabriel als erstes, Deutschland sei ein offener markt: "Von rund 350 chinesischen Übernahmeversuchen werden nur zwei geprüft."
  • 11/4/2016 3:36:31 AM   Christoph Hein
    Die EU sollte im Frühjahr 2017 ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Australien zu verhandeln beginnen. Australien ähnele wie auch Kanada den europäischen Gesellschaften.
  • 11/4/2016 3:41:12 AM   Christoph Hein
    Als es um China geht, wechselt Gabriel auf Deutsch: "Die Chinesen waren anfangs irritiert, dass wir sehr genau unsere Interessen formuliert haben." China wisse, dass sich die EU Schutzinstrumente vorbehalte, wenn unfair gespielt werde. "Das sind ganz normale Entwicklungen."
  • 11/4/2016 3:44:17 AM   Christoph Hein
    "Uns wurde angeboten, nochmal intensiv über Stahl zu reden. Nicht nur über G20, sondern direkt zwischen EU und Deutschland", sagt Gabriel. China habe Interesse an Freihandel mit Deutschland. "Wir brauchen aber zunächst ein Investitionsschutzabkommen."
  • 11/4/2016 3:48:48 AM   Christoph Hein
    Gabriel verbeugt sich vor dem APA-Chef und Voith-Vorstand: "Ich habe viel von Herrn Lienhard gelernt." Der hatte jüngst noch mit einem Lachen gesagt, er als CDU-Mitglied müsse den SPD-Vizekanzler verteidigen. Die Chemie stimmt also.
  • 11/4/2016 3:49:06 AM   Christoph Hein
  • 11/4/2016 3:56:06 AM   Christoph Hein
    Gabriel verteidigt die anstehenden Übernahmeprüfungen: "Wir sind durch das Gesetz dazu gezwungen, wenn wir entsprechende Informationen haben."
  • 11/4/2016 4:21:50 AM   Christoph Hein
    Australier sehen die Welt einach etwas rosiger: Australiens Finanzminister Mathias Cormann zeichnet ein sehr positives Bild von Chinas und Indiens Wirtschaftswachstum. Er kann gut gelaunt auftreten: Seit 26 Jahren wächst das rohstoffland ununterbrochen.
  • 11/4/2016 4:29:02 AM   Christoph Hein
    Cormann: "Asien wird auf nahe und ferne Zukunft Treiber des Wachstums der Welt bleiben." Allerdings bleibe Protektionismus eine wachsende Gefahr. "Einige Teile der Bevölkerung haben Furcht. Da ist es einfach für jene, die einen Zaun um eine Volkswirtschaft ziehen wollen, auf Stimmenfang zu gehen."
  • 11/4/2016 4:40:51 AM   Christoph Hein
    Jetzt gehts ans Eingemachte: die enorme Verschuldung Chinas nicht so bedrohlich, weil 45 Prozent direkt von der Regierung gehalten würden, weitere 30 Prozent bei den Staatskonzernen liege, sagt der Berater Edward Tse. Er warnt auch davor, die Wachstumsrate über einen Kamm zu scheren.
  • 11/4/2016 4:45:59 AM   Christoph Hein
    Bundesbanker Andreas Dombret warnt vor der Fortsetzung der Eingriffe der Notenbanken und negativen Zinsen. Wir sollten die Niedrigzinspolitik beenden, fügt er an. Sein Problem: Da gibt es noch die Europäische Zentralbank...
  • 11/4/2016 4:58:30 AM   Christoph Hein
    "Das deutsche Bankensystem ist absolut stabil. Die Herausforderung liegt in der Profitabilität", spricht Dobrindt gerade vor den asiatischen Unternehmern für die deutschen Banken. Deutschbanker Fitschen war in seiner Rolle als Moderator einer vorherigen Session der Frage entgangen...
  • 11/4/2016 4:59:40 AM   Christoph Hein
    Sorry für den Typo: Dombret natürlich...
  • 11/4/2016 5:05:01 AM   Christoph Hein
    Dombret warnt davor, den Brexit auf die leichte Schulter zu nehmen: "Das wir noch nichts spüren, heisst gar nichts."
  • 11/4/2016 5:07:19 AM   Christoph Hein
    Am Wichtigsten sei die Reform der Staatskonzerne. Sie aber sei extrem schwierig. Hoffnung bereite das schnelle Wachstum der privaten Firmen, sagt Berater Tse.
  • 11/4/2016 5:11:29 AM   Christoph Hein
    Inzwischen machen es sich die Podiumsgäste zum Sport, den Moderator von Bloomberg auflaufen zu lassen. Londoner Regierung? Keine Antwort. US-Wahl? Keine Antwort. Es ist immer schwierig, wenn die Podiumsgäste erfahren sind...
    Das gute am britischen System: der Moderator bedankt sich für das "wonderful panel"
  • 11/4/2016 5:51:10 AM   Christoph Hein
    Während Sie beim Lunch zusammenstehen, diskutieren Manager und Diplomaten über ein Thema: Wirtschaftsminister Gabriel. Zwei Fragen treiben sie um: war es nicht eine Bankrotterklärung, auf dem Podium zu sagen, China habe eine Strategie für die Globalisierung, Europa nicht? "Als Minister hätte er eine Strategie entwickeln müssen", ist die Meinung. Und ist sein Auftritt, China deutlich zeigen zu wollen, wo Europas Interessen lägen, nicht rein populistisch, um in Deutschland als starker Mann zu erscheinen?
  • 11/4/2016 6:49:25 AM   Christoph Hein
    Der Nachmittag der APK ist den harten Themen gewidmet: Finanzierung oder Urbanisierung. Stadtentwicklung und Verkehr sind das heisseste Thema, nicht jeder fand Einlass. Es ist die Chance für Hongkong, sich als Stadt des 21. Jahrhunderts zu präsentieren. Konkurrent Singapur, wo gerade fahrerlose Autos und Busse vom Staat getestet werden, wird das nicht gerne hören.
  • 11/4/2016 6:55:15 AM   Christoph Hein
    Daimler-Vorstand Hubertus Troska betont, dass die Industrie auf staatliche Hilfen verzichten könne. "Eine Technologie muss sich im Markt durchsetzen." Kollege Peter Tyroller von Bosch betont, dass schon heute neun von zehn Elektroautos in China von chinesischen Herstellern stammten. Der Kaufanreiz stamme aus Vergünstigungen und der Möglichkeit, überhaupt eine Nummer und damit Zulassung zu bekommen.
  • 11/4/2016 6:58:15 AM   Christoph Hein

    Umlagert: die Verkehrsexperten

  • 11/4/2016 7:04:41 AM   Christoph Hein
    Bosch-Mann Tyroller fordert eine andere Rolle der Regierungen: "Wir brauchen klare Emissionsziele." Wie sie dann erreicht werden, sei eine Frage, die die Industrie lösen müsse. "Es macht doch keinen Sinn Elektroautos in einem Land mit Kohlekraftwerken zu pushen. Wird der Strom über Kohle erzeugt, gewinnen wir keine bessere Luft."
  • 11/4/2016 7:21:34 AM   Christoph Hein
    "Wir stehen fantastisch in China da. Wir wachsen unglaublich. Der Markt wächst enorm, wir noch stärker", schwärmt Daimler-Mann Troska. Am Vorabend hatte er gesagt, Daimler sei vergangenes Jahr um 35 Prozent gewachsen, in diesem würden es rund 25. Aber: Die Branche stehe vor der grössten Umwältzung ihrer Geschichte. "wir fragen uns immer noch, wieviel wir in die Weiterentwicklung vin Verbrennungsmotoren stecken sollen, wieviel in neue Techniken."
  • 11/4/2016 8:12:45 AM   Christoph Hein
    Das verspricht nach der Kaffeepause noch mal Spannung: Airbus-Chef Enders, Kuka-Chef Till Reuter und Huawei-Vormann Ken Hu diskutieren Industrie 4.0
  • 11/4/2016 8:17:33 AM   Christoph Hein
    Tom Enders gerät ins Schwärmen: "Ein guter Pilot hat heute 20000 Flugstunden. Würden Sie nicht lieber von einer Maschine geflogen, die auf die Erfahrung von 20000 Piloten zurückgreifen kann?"
  • 11/4/2016 8:27:02 AM   Christoph Hein
    Huawei wird immer wieder vorgeworfen, zu nah am chinesischen Geheimdienst zu stehen. Chef Ken Hu kommt ganz entspannt daher. Brav bedankt er sich, auf dieser Bühne sprechen zu dürfen. Er sagt vorher, dass es bald schon clouds für einzelne Branchen geben werde. Big Data und das Internet der Dinge (iot) ergänzten den Kulturwandel.
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