Brexit

Brexit



  • 6/28/2016 6:02:37 AM   Tillmann Neuscheler
    Laut einer Meinungsumfrage von YouGov hätten die Briten am liebsten Innenministerin Theresa May als neue Premierministerin - vor dem früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson. May hatte für den Verbleib in der EU geworben, aber keine prominente Rolle in der Kampagne gespielt.



  • 6/28/2016 6:06:01 AM   Lorenz Hemicker
    Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (SPD) hat die EU gewarnt, sich nach dem Brexit-Votum auseinanderdividieren zu lassen. Was jetzt nötig sei, sei ein geschlosseneres und einheitlicheres Europa, sagt er im Deutschlandfunk.
     
  • 6/28/2016 6:08:29 AM   Lorenz Hemicker
    Der britische Zeichner Christian Adams über das Brexit-Referendum und die nächsten Wahlen in Großbritannien.
  • 6/28/2016 6:08:29 AM   Lorenz Hemicker
    Voßkuhle: "Die Europäische Union auch von unten bauen"
     
    Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hat als Konsequenz aus dem Brexit mehr Rücksicht auf die Bevölkerung gefordert. "Wir können daran erkennen, dass wir die Europäische Union auch von unten bauen müssen". Nur dann bekämen die Bürger das Gefühl, dass die Europäische Union (EU) ihre Institution ist und ihre Interessen vertritt. Voßkuhle sagte, die Menschen müssten für Europa begeistert werden. "Dazu müssen sie das Gefühl – und ich benutze diesen Begriff ganz bewusst – bekommen, dass sie auf die Entscheidungsprozesse in Europa in irgendeiner Form Einfluss nehmen können." Es müsse sicher gestellt werden, dass die Menschen sich nicht einer fernen Gewalt ausgesetzt fühlen, die sie nicht beeinflussen können. (AFP)
  • 6/28/2016 6:51:31 AM   Tillmann Neuscheler
    "Jedenfalls
    bin ich noch am Leben, ha!"
    Die Queen hat sich erstmals nach dem Brexit-Votum zu Wort gemeldet. Sie sei noch am Leben, erwiderte die britische Königin bei einem Besuch in Nordirland auf die Frage, ob es ihr gut gehe. Die Antwort der 90-Jährigen hörte sich laut der Nachrichtenagentur AFP an wie ein Stoßseufzer, allerdings war unklar, ob Elizabeth dabei lediglich ihre Gesundheit oder auch den Zustand ihres Landes nach dem Referendum im Sinn hatte.

     
  • 6/28/2016 7:00:03 AM   Tillmann Neuscheler
    Nikkei leicht im Plus
    Die
    Aktienmärkte in Asien haben sich am Dienstag leicht erholt. In Tokio schwankte der Nikkei-Index zwar noch recht stark, er ging letztlich aber mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 15.323 Punkten aus dem Handel.
  • 6/28/2016 7:12:04 AM   Lorenz Hemicker
    Voßkuhle: EU "von unten bauen"
    Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hat als Konsequenz aus dem Brexit mehr Rücksicht auf die Bevölkerung gefordert. "Wir können daran erkennen, dass wir die Europäische Union auch von unten bauen müssen",  sagte Voßkuhle der Bielefelder "Neuen Westfälischen" vom Dienstag. Nur dann bekämen die Bürger das Gefühl, dass die Europäische Union (EU) ihre Institution ist und ihre Interessen vertritt.
     
    Voßkuhle sagte, die Menschen müssten für Europa begeistert werden. "Dazu müssen sie das Gefühl – und ich benutze diesen Begriff ganz bewusst – bekommen, dass sie auf die Entscheidungsprozesse in Europa in irgendeiner Form Einfluss nehmen können." Es müsse sicher gestellt werden, dass die Menschen sich nicht einer fernen Gewalt ausgesetzt fühlen, die sie nicht beeinflussen können. (AFP)
  • 6/28/2016 7:16:31 AM   Tillmann Neuscheler
    Der Dax legt zur Eröffnung um zwei Prozent auf 9458 Punkte zu.
  • 6/28/2016 7:24:16 AM   Oliver Georgi
     
    EU-Parlamentsvize Lambsdorff: Boris Johnson lebt in einem Paralleluniversum

    Der Vizepräsident des EU-Parlaments Alexander Graf Lambsdorff (FDP) hat den früheren Londoner Bürgermeister und prominenten Brexit-Befürworter Boris Johnson scharf für dessen Aussagen zur Zukunft Großbritanniens nach dem Brexit-Referendum kritisiert. "Boris Johnson lebt
    in einem Paralleluniversum"
    , sagte Lambsdorff im Gespräch mit FAZ.
    NET. "Er gaukelt den Menschen Dinge vor, die vollkommen illusorisch sind." Johnson hatte am Montag in einem Zeitungsbeitrag geschrieben, die Briten hätten auch nach einem Brexit Zugang zum europäischen Binnenmarkt und könnten vom Freihandel profitieren.

    Lambsdorff fordert auch eine Reform des Artikels 50 des EU-Vertrags, um unklare Situationen wie jetzt nach dem Brexit-Referendum künftig zu vermeiden. "Denn es kann ja nicht sein, dass ganz Europa darauf wartet, bis Großbritannien seine internen Probleme geregelt hat."

    Eine britische EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr lehnt Lambsdorff ab. "Ich hielte es für sehr unpassend, wenn die Briten die Ratspräsidentschaft noch übernehmen wollten." Er erwarte, dass David Cameron auf dem EU-Gipfel am Dienstag erkläre, die Präsidentschaft nicht mehr annehmen zu wollen. 

    Eine schottische EU-Mitgliedschaft hält Lambsdorff unterdessen für durchaus denkbar. "Sollte Schottland sich wirklich für ein zweites Referendum entscheiden und dann unabhängig werden, könnte es sich selbstverständlich um eine Mitgliedschaft in der EU bewerben." Weil Schottland bereits seit 1973 das gesamte europäische Recht anwende, "wären es vermutlich sehr unkomplizierte und schmerzfreie Verhandlungen und Schottland könnte nach kurzer Zeit problemlos der Union beitreten".

    Das vollständige Interview mit Alexander Graf Lambsdorff.
  • 6/28/2016 7:38:42 AM   Tillmann Neuscheler
    Osborne will Steuern erhöhen

    Der britische Finanzminister George Osborne kündigt als Folge des Brexit-Votums die Erhöhung
    von Steuern und die Kürzung staatlicher Ausgaben an. Dies sei absolut notwendig, sagt er der BBC. Es sei unrealistisch davon auszugehen, dass die Briten beim EU-Austritt alle Vorteile ihrer Mitgliedschaft in der Union bewahren und die Nachteile und Kosten vermeiden könnten.
  • 6/28/2016 7:43:59 AM   Tillmann Neuscheler
    Nach dem Brexit-Entscheid rechnen deutlich mehr Investoren mit einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Das will zumindest das Beratungsunternehmen Sentix ermittelt haben. Bei einer Umfrage unter 1300 Investoren hielten es 27,2 Prozent binnen zwölf Monaten für möglich, dass zumindest ein Euro-Land die Währungsunion verlässt. Im Mai dachten dies nur 12,3 Prozent. (Die Umfrage startete am 23. Juni, dem Tag des britischen Referendums, und endete am 25. Juni.) Als Austrittskandidat Nummer eins gilt nach wie vor Griechenland. An zweiter Stelle folgen die Niederlande.
  • 6/28/2016 7:48:09 AM   Oliver Georgi

    Ist er der nächste britische Premier? Brexit-Wortführer Boris Johnson verlässt am Dienstagmorgen sein Haus in London. (Foto: AFP)

  • 6/28/2016 8:12:32 AM   Tillmann Neuscheler
    Der Brexit ist heute auch Thema im Bundestag.  Angela Merkel wird ab 10:30 Uhr eine Regierungserklärung zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens abgeben. Zudem spricht gleich auch  EU- Kommissionschef Jean-Claude Juncker im EU-Parlament über den Brexit. Beides können Sie im Livestream verfolgen. http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/livestream-merkel-und-juncker-zum-brexit-14312948.html
  • 6/28/2016 8:25:20 AM   Tillmann Neuscheler
    Der britische EU-Kommissar Jonathan Hill hat schon am Wochenende seinen Rücktritt angekündigt. Im Europäischen Parlament hat er nun stehenden Applaus bekommen. Er war sichtlich bewegt.



  • 6/28/2016 8:37:03 AM   Tillmann Neuscheler
     Uns wurde ein Flügel genommen. Aber wir fliegen noch"

    sagt EU- Kommissionschef Jean-Claude Juncker im Europäischen Parlament. Europa müsse jetzt sozialer werden.

    .
  • 6/28/2016 8:37:41 AM   Timo Steppat
    "Der vergangene Donnerstag war ein Einschnitt für Europa", sagt Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Europa habe schon so manche Krise überstanden, aber eine Situation wie diese habe es in den vergangenen 60 Jahren nicht gegeben. "Jeder Vorschlag, der die Europäische Union als Ganzes aus der Krise führt, ist willkommen." Was dagegen die Fliehkräfte fördere und damit das Auseinanderbrechen Europas, lehnt Merkel ab.
  • 6/28/2016 8:39:13 AM   Tillmann Neuscheler
    Juncker: "Ich bin nicht müde, wie es manche Zeitungen in Deutschland schreiben. Ich werde für Europa kämpfen."
  • 6/28/2016 8:41:15 AM   Aziza Kasumov
    Marine Le Pen: Brexit ist ein Sieg für die Menschen
    "Der Aufstand der Völker ist unabwendbar", schreibt Marine Le Pen in einem Gastbeitrag für die "New York Times". Die Europäische Union sei ein Gefängnis der Völker, die Menschen hätten mit dem "Ja" zum Brexit ihren ersten, wirklichen Sieg errungen, so die Vorsitzende der rechtspopulistischen Front National. Le Pen zeichnet von der EU das Bild einer zutiefst undemokratischen Organisation, in der "ein polnischer Abgeordneter die Legitmität hat, ein Gesetz für die Spanier zu erlassen", und in der es "zur Gewohnheit geworden ist, den Bürgern ihren Willen zu verweigern".
     
    Den Brexit sieht Le Pen als Chance, die europaweiten Forderungen nach Referenden zu möglichen EU-Austritten als Bestätigung ihres europafeindlichen Kurses. Die Menschen müssten selbst wählen: zwischen den Fesseln der Union und ihrer Freiheit. Das wird der EU nicht gefallen, deshalb geht Le Pen davon aus, dass Brüssel sich mit harten Austrittsverhandlungen an den Briten für den Brexit rächen wird – wie ein "verärgerter Verlierer".
     
    Freut sich über den Brexit: Marine Le Pen. (Foto: AP)
     
  • 6/28/2016 8:42:05 AM   Timo Steppat
    Merkel macht ihre Vorstellungen eines Austrittes deutlich
    Kanzlerin Merkel gibt dem Bundestag einen Vortrag darüber, wie sie den Artikel 50 der EU-Verträge. Er regelt den Austritt eines Mitgliedsstaates. "Wir nehmen zur Kenntnis, dass Großbritannien keinen Antrag stellen möchte. Großbritannien sollte zur Kenntnis nehmen, dass es weder formell noch informelle Gespräche geben wird." Erst wenn der Antrag vorliege, beginne die zweijährige Frist. Solange das Verfahren läuft, ist Großbritannien, das betont Merkel, Mitglied der EU. Rechte und Pflichten würden von beiden Seiten beachtet.
  • 6/28/2016 8:42:23 AM   Tillmann Neuscheler


    Es darf keine Geheimverhandlungen über den Brexit geben
    sagt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im EU-Parlament. Er hat  seiner Behörde nach eigenen Angaben jegliche Vorverhandlungen mit der britischen Seite über einen EU-Austritt verboten. "Solange es keine Notifizierung gibt, gibt es auch keine Verhandlungen", sagt Juncker im EU-Parlament mit Blick auf die Aktivierung von Artikel 50 der EU-Verträge, die von Großbritannien ausgehen müsste. Das Vereinigte Königreich müsse seine Position klären. "Nicht heute, nicht morgen früh, aber doch recht schnell."

  • 6/28/2016 8:45:39 AM   Timo Steppat
    „Verhandlungen nicht nach dem Prinzip der Rosinenpickerei“: Es muss und es wird einen Unterschied machen, so Merkel, ob ein Land Mitglied der europäischen Familie sei oder nicht. Es könnten nicht Privilegien wahrnehmen und dabei auf Pflichten verzichten. Während Merkel das im Bundestag sagt, geht ein leichtes Raunen durch den Saal.
  • 6/28/2016 8:48:14 AM   Oliver Georgi

    "Keine Rosinenpickerei": Kanzlerin Merkel, Finanzminister Schäuble (beide CDU) am Dienstag im Bundestag (Foto: dpa)

  • 6/28/2016 8:54:22 AM   Timo Steppat
    Ausblick auf Vorgehen der Regierung
    Merkel wirft einen Blick in die Geschichte: Mit der Unterzeichnung der Lissaboner Verträge sei ein Versprechen auf Wohlstand und Arbeit gegeben worden. "Das Wohlstandsversprechen war nicht falsch", sagt Merkel. Einzelinteressen hätten sich aber durchgesetzt. Ziel sei es jetzt, die "Kluft zwischen Globalisierungsgewinnern und Globalisierungsverlierern zu verkleinern." Als Beispiel nennt Merkel, die zu hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu kriegen.
  • 6/28/2016 8:56:59 AM   Tillmann Neuscheler
    Auch Manfred Weber (CSU), der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) sagt im EU-Parlament: "Die Zeit der Rosinenpickerei ist vorbei". Das klingt in der Wortwahl recht ähnlich wie Merkel und Juncker.



  • 6/28/2016 8:58:07 AM   Timo Steppat
    "Historische Errrungenschaften bleiben bestehen - auch ohne Großbritannien"
    Zum Schluss versucht Merkel den Kern der europäischen Idee hervorzuheben. Sie beschreibt in ihrer Rede die aktuellen Herausforderungen. "Nur gemeinsam werden wir die Aufgaben bewältigen, vor die uns die internationalen Fluchtbewegungen und der internationale Terrorismus stellt", sagt sie. In einer Welt, die immer weiter zusammenwachse, sind diese Aufgaben zu groß, als dass sie einzelne Staaten erfolgreich allein bewältigen können. "Deutschland hat ein besonderes Interesse, dass die  europäische Einigung funktioniert", sagte Merkel. Die historischen Errungenschaften blieben, sagt Merkel, auch ohne Großbritannien.
  • 6/28/2016 9:00:00 AM   Tillmann Neuscheler
    "Keine (Austritts-)Mitteilung, keine Verhandlungen"

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im EU-Parlament.
  • 6/28/2016 9:02:39 AM   Timo Steppat
    Die Aussprache nach der Regierungserklärung beginnt. Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch erkennt in Merkels Rede den Kern der Probleme Europas. "Die Torys sind eure Freunde", sagt er, an die Unionsfraktion gerichtet. Cameron und Johnson hätten die Streichhölzer gehabt, um selbst den Brand auszulösen.
  • 6/28/2016 9:21:33 AM   Tillmann Neuscheler
    Der Chef der liberalen Fraktion im EU-Parlament Guy Verhofstadt klingt ziemlich wütend während seiner Rede. Es sei schockierend, mit welcher Hass-Propaganda das Referendum entschieden worden sei. Es sei ein „vergiftetes Klima für alle anständigen Leute“ geschaffen worden. Man müsse die Entscheidung aber trotz allem respektieren, sagte der belgische Politiker.  Als er über den Premierminister von Großbritannien spricht, witzelt er sarkastisch, ob er jetzt statt „United Kingdom“ nicht besser sagen solle „Double Kingdom of England“.




  • 6/28/2016 9:26:05 AM   Tillmann Neuscheler
    Jetzt spricht Nigel Farage im EU-Parlament. Hier live.
  • 6/28/2016 9:40:56 AM   Aziza Kasumov
    Kommt jetzt der Texit?
    Das „Ja“ der Briten zum Brexit hat weltweit weitere Unabhängigkeitsbewegungen inspiriert. Neben Schottland und den Niederlanden werden nun auch die Rufe nach Unabhängigkeit im amerikanischen Bundesstaat Texas laut. Mehr als 250.000 Menschen fordern über eine Online-Petition bereits den „Texit“, einen Ausstieg Texas aus den Vereinigten Staaten. Die Bürgerbewegung „Nationalistische Bewegung Texas“ startete die Petition. Ihr Vorsitzender Daniel Miller forderte die Texaner am Freitag über Facebook auf, durch die Petition ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
    Greg Abbott, der republikanische Gouverneur von Texas, äußerte sich ebenfalls am Freitag im Radio zu einem möglichen „Texit“. Ein Austritt aus den Vereinigten Staaten komme für ihn nicht in Frage, so Abbott. Stattdessen forderte er, dass das ganze Land mehr wie Texas sein solle. Prinzipiell sei der Schritt zurück zur Souveränität allerdings kein falscher – auch Amerika müsse dafür sorgen, dass die Bundesstaaten und das Land selbst wieder souveräner wird, sagte Abbott Radiomoderator Sean Hannity. Das sei der richtige Weg für Amerika.
     
    Laut „New York Times“ waren 2012 etwa 18 Prozent der texanischen Bevölkerung für eine Abspaltung des Staates von Amerika. Aktuelle Umfragen zum „Texit“ gibt es nicht.
     
  • 6/28/2016 9:43:53 AM   Tillmann Neuscheler
    Großbritannien wird nicht das einzige Land bleiben, das die EU verlässt.

    sagt Nigel Farage, der Brexit-Wortführer, im EU-Parlament. Seine Abneigung lässt er das EU-Parlament spüren. Vor 17 Jahren sei er dafür ausgelacht worden, als er damals angekündigt habe, eine Kampagne zum EU-Austritt ins Leben zu rufen. Das sei nun vorbei: "Jetzt lachen Sie nicht mehr". Die EU hätte den Briten und anderen Nationen nie die Wahrheit gesagt. Sie habe heimlich das Ziel einer politischen Union verfolgt.  Am Ende seiner Rede wird er etwas versöhnlicher: „Wir werden mit Euch Handel treiben, wir werden mit Euch kooperieren. Wir werden Euer bester Freund auf der Welt sein. Aber lassen Sie uns gehen". Nach seiner Rede Buh-Rufe im Parlament.


    "Jetzt lachen Sie nicht mehr": Nigel Farage


  • 6/28/2016 9:57:56 AM   Tillmann Neuscheler
    Nachdem sie sich gegenseitig der Lüge bezichtigt haben, schütteln sich Nigel Farage und Jean-Claude Juncker nach ihren Reden im EU-Parlament doch noch freundlich die Hände.



  • 6/28/2016 10:08:53 AM   Tillmann Neuscheler
    Schon vor der Parlamentssitzung haben sich die beiden freundlich begrüßt, wie es Juncker eigentlich immer macht. Die Kollegen aus der Bildredaktion der AFP freuen sich darüber so, dass sie gleich eine Bild-Combo von der Begrüßung über den Bilderdienst schicken.


    Nigel Farage  und Jean-Claude Juncker in Brüssel - Bild: AFP


  • 6/28/2016 10:26:22 AM   Tillmann Neuscheler
    Nach seiner Siegesrede im EU-Parlament twittert Nigel Farage. Wer dem Link folgt, kann seine Rede nochmal nachhören.


  • 6/28/2016 10:40:08 AM   Lorenz Hemicker
    Unter #weloveukbecause teilen Nutzer des Nachrichtendienstes Twitter inzwischen mit, warum sie das Vereinigte Königreich lieben. Ungeachtet des Brexits. Eine kleine Auswahl:
     
  • 6/28/2016 10:48:10 AM   Tillmann Neuscheler
    Mittlerweile hat Juncker auch David Cameron in Brüssel begrüßt. Bei seiner Rede kurz zuvor im EU-Parlament hatte Juncker von Großbritannien den raschen Start des Austrittsprozesses gefordert. Cameron und seine Partei betrieben leider ein "Katz- und Maus-Spiel". Juncker kritisierte die "klammheimliche" Bestrebungen in London, die Verhandlungen mit den EU-Partnern noch vor der offiziellen Austrittserklärung "in abgedunkelten Räumen" zu beginnen und so etwa den künftigen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu sichern. Er habe seinen Mitarbeitern einen "Mufti-Befehl" erteilt, sich auf keinerlei solcher Verhandlungen einzulassen. Wenn die Verhandlungen dann offiziell starteten, "werden wir die Tagesordnung bestimmen und nicht diejenigen, die die EU verlassen wollen".

    Bild: AP


  • 6/28/2016 11:02:27 AM   Tillmann Neuscheler
    Juncker vermeidet Englisch in Parlamentsansprache
    Den Kollegen von der dpa ist noch eine andere Kleinigkeit bei Junckers Rede aufgefallen: Anders als sonst habe Juncker während der Aussprache kein Englisch gesprochen.  In der Regel würde er  zumindest einen Teil seiner Parlamentsansprachen auch in Englisch halten. Dieses Mal aber redete er nur  Deutsch und Französisch. Lediglich einmal  - als er sich an den Brexit-Wortführer Nigel Farage wandte - habe er Englisch gesprochen.
  • 6/28/2016 11:10:12 AM   Alexander Armbruster
    Zwischenzeitlich in Großbritannien und im Internet: Auf Twitter gibt es mittlerweile unter dem Hashtag #BuggerOffBoris ("Verpiss dich Boris") einen Shitstorm über Boris Johnson. Besonders häufig zitiert wird dabei ein Artikel, in dem der beliebte Koch Jamie Oliver mit dem früheren Londoner Bürgermeister und Brexit-Kampagnenchef abrechnet. Vielen Briten stößt ausweislich der britischen Presse auf, dass Johnson sich nach seinem "Wahlsieg" erst einmal unter anderem zum Cricket verabschiedet hat und offensichtlich gar keinen Plan hat dafür, wie es jetzt weitergehen soll.


  • 6/28/2016 11:15:57 AM   Tillmann Neuscheler
    Londons Bürgermeister Sadiq Khan verlangt mehr Autonomie für die Hauptstadt. Dies sei notwendig, um die "Jobs, den Reichtum und den Wohlstand" der Metropole in den kommenden, unsicheren Zeiten zu schützen, heißt es in einem Redetext, den sein Büro verbreitet. Die Londoner hatten mehrheitlich für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt.
  • 6/28/2016 11:16:14 AM   Alexander Armbruster
    Und warum eine globale Finanz- oder Wirtschaftskrise in dieser Woche nicht passieren
    wird, hat übrigens Nobelpreisträger und Kolumnist
    Paul Krugman mitgeteilt (Börsen sind im Plus):

  • 6/28/2016 11:30:06 AM   Tillmann Neuscheler
    Das EU-Parlament fordert von der britischen Regierung jetzt offiziell, die Verhandlungen über den Austritt so bald wie möglich einzuleiten. Für die Resolution stimmten 395 Parlamentarier, 200 dagegen und 71 enthielten sich. Die Abgeordneten riefen die britische Regierung dazu auf, die demokratische Entscheidung der Wähler zu respektieren und einen baldigen sowie stimmigen Austrittsprozess aus der EU auf Grundlage von Artikel 50 zu starten.
  • 6/28/2016 11:34:22 AM   Tillmann Neuscheler
    EU-Ratschef Donald Tusk will für September ein weiteres „informelles Treffen“ der Staats- und Regierungschefs zur Zukunft der EU einberufen - und zwar wieder ohne Großbritannien. Auch er stellte - wie zuvor schon Juncker - klar: Gespräche mit Großbritannien über den künftigen Status werden erst nach einem EU-Austrittsantrag geführt. Der Brexit habe ihn erschüttert, sagt Tusk.

  • 6/28/2016 12:05:21 PM   Alexander Armbruster

    Der Unternehmer Richard Branson beklagt gegenüber dem britischen "Guardian", dass die Brexit-Kampagne Wähler in die Irre geführt habe und dass "Tausende" Arbeiter den Preis zahlen werden.

    Er sagte im britischen Fernsehen: "Wir steuern auf ein Desaster zu. Ich glaube nicht, dass die Bürger schon begriffen haben, was für einen Schlamassel ihr Votum auslösen wird." Seine Fluggesellschaft habe nach dem Brexit-Entschluss bereits einen "sehr großen" Deal abgesagt, der etwa 3000 Arbeitsplätze geschaffen hätte. Sein Unternehmen habe seit der überraschenden Brexit-Entscheidung etwa ein Drittel an Wert eingebüßt. Tausende und Abertausende Stellen würden dadurch verloren gehen.

    Branson forderte ein zweites Referendum, weil sich die Wähler nicht über die Folgen des Brexit im Klaren gewesen seien. Bransons Firmenimperium ist auch an Eisenbahnen, Telekomfirmen und Medienhäusern beteiligt.

  • 6/28/2016 12:09:05 PM   Oliver Georgi

    So sieht jemand aus, der vor lauter Kraft kaum noch laufen kann: Der Ukip-Vorsitzende Nigel Farage am Dienstag im EU-Parlament. (Foto: afp)

  • 6/28/2016 1:03:23 PM   Timo Steppat
    Gabriel sieht in Zugeständnissen für Briten Gefahr für "Untergang Europas"
    Zugeständnisse an Briten könnten Untergang Europas bedeuten SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich zufrieden über die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Brexit-Referendum gezeigt. „Angela Merkel hat ja deutlich gemacht, dass es keine Zwischenverhandlungen mit Großbritannien gibt, dass wir jetzt schnell zu Entscheidungen kommen müssen“, sagte er am Dienstag am Rande eines Treffens von sozialdemokratischen Spitzenpolitikern in Brüssel. „Der Eindruck, der eine Weile entstanden ist, man würde sozusagen jetzt doch ein bisschen zurückhaltend sein, den hat sie klar ausgeräumt.“ Gabriel machte zudem klar, dass Verhandlungen über weitere Zugeständnisse an Großbritannien aus SPD-Sicht katastrophale Folgen haben könnten. „Das wäre eine Einladung an alle anderen europäischen Staaten, das genauso zu machen“, erklärte Gabriel. „Und das wäre dann wirklich der Untergang Europas"
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