Bundestagswahl 2017

Bundestagswahl 2017

  • Merkel übernimmt Verantwortung für Polarisierung in Deutschland
  • CSU hält an Fraktionsgemeinschaft mit der CDU fest
  • Schulz will Nahles zur SPD-Fraktionsführerin machen
  • Grüne und FDP wollen Mitglieder über Jamaika-Bündnis entscheiden lassen
  • Nach Eklat: AfD-Politiker fordern Petry-Austritt
  • OSZE: Bundestagswahl ist sauber gelaufen


  • 9/24/2017 5:58:26 AM   Anna-Lena Ripperger
    Liebe Leser,
     
    es ist kein Sonntag wie jeder andere: Rund 61,5 Millionen Deutsche sind heute dazu aufgerufen, den 19. Deutschen Bundestag zu wählen. Die Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel lag zuletzt deutlich vor der SPD von Herausforderer Martin Schulz. Fast niemand glaubt nach Monaten der Euphorie noch an einen Wahlsieg der Sozialdemokraten. Doch noch ist das Rennen offen – und vor allem die Entscheidung, wer drittstärkste Kraft im Bundestag wird, bleibt spannend. Schafft die AfD den Einzug ins Parlament? Und wenn ja, wie stark wird die Fraktion? Wie viel Prozent der Stimmen wird Christian Lindners FDP bekommen? Und wie steht es um Grüne und Linke?
     
    Verfolgen Sie den Wahltag in unserem Liveblog – mit den aktuellen Entwicklungen, Analysen und Kommentaren. Viel Spaß!
  • 9/24/2017 6:25:54 AM   Anna-Lena Ripperger
    Die Bundestagswahl hat begonnen. Rund 61,5 Millionen Bundesbürger sind dazu aufgerufen, bis 18 Uhr in einem der bundesweit 299 Wahllokale ihre Stimme abzugeben. Bundesweit können sie zwischen 42 Parteien und 4828 Bewerbern auswählen. Nach den jüngsten Umfragen dürfte die Union unter Kanzlerin Angela Merkel abermals mit Abstand stärkste Fraktion werden.
     
    Bei Wahlbeteiligung und Briefwahl gehen Fachleute von einem Anstieg aus. Die Wahlbeteiligung hatte 2013 mit 71,5 Prozent nur knapp das Allzeittief von 70,8 Prozent bei einer Bundestagswahl im Jahr 2009 übertroffen. Ein Rekord zeichnet sich bei der Briefwahl ab, die vor vier Jahren 24,3 Prozent der Wähler genutzt hatten.
     
    Im neuen Parlament dürften durch die voraussichtliche Rückkehr der FDP und den erstmaligen Einzug der rechtspopulistischen AfD wohl erstmals sechs statt bisher vier Fraktionen vertreten sein. Die Zahl der Abgeordneten könnte von 630 auf bis zu etwa 700 steigen. Erste Prognosen werden unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet. Mit dem vorläufigen Ergebnis rechnet der Bundeswahlleiter in den frühen Morgenstunden des Montags.
  • 9/24/2017 6:38:41 AM   Anna-Lena Ripperger
    So standen die Parteien in der Forsa-Umfrage vom Freitag:
     
    Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage vom 22.09. im Auftrag des Magazins "Stern" und RTL (Quelle: FAZ.NET/Forsa/Stern, RTL)
     
    Bei der Bundestagswahl 2013 erzielte die CDU/CSU 41,5 Prozent, die SPD 25,7, die Linke 8,6, die Grünen 8,4, die FDP 4,8 und die AfD 4,7 Prozent. Die Union muss im Vergleich dazu ebenso mit Einbußen rechnen wie die Sozialdemokraten. Ihnen könnte sogar drohen, noch unter ihr bisher schlechtestes Ergebnis von 23,0 Prozent bei der Wahl 2009 zu rutschen.
  • 9/24/2017 6:49:20 AM   Oliver Georgi
    Die Wahllokale sind geöffnet - und viele nicht nur in der Hauptstadt fragen sich: Erlebt Deutschland heute Abend noch sein blaues Wunder?
  • 9/24/2017 6:53:31 AM   Anna-Lena Ripperger
    Parteien, Politiker und Privatleute rufen auf Twitter dazu auf, wählen zu gehen. Auch der Bundeswahlleiter erinnert noch einmal an die Stimmabgabe. Und der Frankfurter Zoo hat auch gleich noch einen Ausflugstipp für die Zeit nach dem Urnengang parat:
  • 9/24/2017 7:02:55 AM   Anna-Lena Ripperger
    Wie unterscheiden sich noch mal Erst- und Zweitstimme? Und welche Rolle spielen die Listenplätze? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Bundestagswahl:
     
  • 9/24/2017 7:15:25 AM   Anna-Lena Ripperger
    Durchschnittsalter der Wähler so hoch wie nie
     
    Zum ersten Mal ist mehr als die Hälfte der Wähler über 52 Jahre alt, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung errechnet hat. Mehr als jeder Dritte (36,1 Prozent) ist 60 Jahre oder älter, schätzt das Bundesamt für Statistik.
    Doch heute können auch drei Millionen Erstwähler ihre Stimme abgeben. Die Frage, ob das Wahlalter noch weiter abgesenkt werden sollte, ist umstritten. Wahlforscher von der Universität Mainz geben für FAZ.NET einen Überblick über die Debatte.
  • 9/24/2017 7:35:42 AM   Anna-Lena Ripperger
    Liebe Leser,
     
    rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte dürfen heute den 19. Bundestag wählen. Die Kabinen in den rund 73.500 Wahllokalen sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. 42 Parteien treten in diesem Jahr an, 34 von ihnen mit Landeslisten. 2013 waren es nur 34 Parteien, 30 davon mit Landeslisten.

    Seit Monaten gehen die Meinungsforschungsinstitute von einem Sieg der Union aus. Die CDU/CSU liegt in den Umfragen bei 34 bis 37 Prozent. Die SPD kommt auf 20 bis 22 Prozent. Spannend dürfte der Kampf um Platz drei werden: Grüne, FDP, Linke und AfD liegen fast gleichauf. Die AfD erreicht in den Umfragen 10 bis 13 Prozent, die FDP 9 bis 11 und die Linke 8,5 bis 11 Prozent. Für die Grünen werden 7 bis 8 Prozent vorhergesagt.

    650.000 Wahlhelferinnen und - helfer sind in den insgesamt 299 Wahlkreisen im Einsatz. Etwa 30 Prozent der Wähler wollten einer Umfrage zufolge ihre Stimme schon per Briefwahl abgegeben haben. 2013 lag der Anteil der Briefwähler bei 24,3 Prozent, in diesem Jahr gehen Fachleute von einem neuen Rekord aus.

    Die Wahl wird den Bund rund 92 Millionen Euro kosten, schätzt das Bundesinnenministerium. Das wären 15 Millionen Euro mehr als 2013 (77 Millionen Euro) - und damit mehr als je zuvor. (mit dpa)

  • 9/24/2017 7:55:36 AM   Anna-Lena Ripperger
    Als einer der ersten Spitzenpolitiker hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, im Berliner Bezirk Kreuzberg seine Stimme abgegeben. Laut der Nachrichtenagentur dpa grüßte er gut gelaunt wartende Journalisten, Wahlhelfer und andere Wähler. Einen Kommentar zur Wahl gab er demnach aber nicht ab.
     
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    Cem Özdemir bei der Stimmabgabe im Berliner Bezirk Kreuzberg (Foto: Reuters)
     
    Am Samstag hatte Özdemir in Frankfurt noch einmal um Stimmen geworben. FAZ.NET-Reporter Markus Kollberg war dabei bei der "Cemsession". Obwohl die Grünen in diesem Jahr mit dem Dieselgate, dem Fipronil-Skandal oder der von Donald Trump befeuerten Debatte über den Klimawandel Themen zum Punkten hätten, lagen sie in den Umfragen zuletzt bei nur etwa sieben Prozent.
     
     
  • 9/24/2017 7:58:02 AM   Oliver Georgi
    Die AfD könnte bei dieser Wahl am Ende als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen- und damit ein Sammelbecken von Konservativen, von den etablierten Parteien Enttäuschten, Rechtspopulisten und teils offen Rechtsradikalen.

    Unser Reporter Sebastian Eder hat gestern Abend in Görlitz verfolgt, was manche AfD-Politiker und -Anhänger reden, wenn sie unter sich sind - es ist erschütternd ...
  • 9/24/2017 8:08:33 AM   Anna-Lena Ripperger
    Auch Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat schon gewählt – so früh wie noch nie, sagte der 69 Jahre alte Politiker der Nachrichtenagentur dpa bei seinem Besuch im Wahllokal in Sigmaringen:
    Normalerweise wähle ich immer nach dem Kirchgang. Aber heute muss ich nach Berlin schon recht früh. Dort haben wir noch Besprechung, um uns auf die Eventualitäten ein bisschen vorzubereiten. Ich hoffe, dass das Ergebnis besser ist als die Umfragen – also zweistellig.
     
  • 9/24/2017 8:20:16 AM   Anna-Lena Ripperger
    Warum sich Winfried Kretschmann im Wahlkampf der Grünen so rar gemacht hat, unser Stuttgart- Korrespondent Rüdiger Soldt:
     
  • 9/24/2017 8:29:45 AM   Anna-Lena Ripperger
    Wie sehr fürchtet sich die CSU vor einem Wahlerfolg der AfD? Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat seine Stimme abgegeben - und versucht auf Twitter noch einmal, Wähler zu mobilisieren:
    Wie die CSU in der Oberpfalz auf die neue Konkurrenz von rechts reagiert, lesen Sie auf FAZ.NET.
  • 9/24/2017 8:46:18 AM   Sebastian Eder
    Wegen der miserablen Umfragewerte setzt die SPD ihre ganze Hoffnung auf die Unentschlossenen. Timo Steppat hat gestern für FAZ.NET erklärt, wie die Parteien mit viel Geld versuchen, diese Menschen in den letzten 72 Stunden vor der Wahl noch zu überzeugen. Manche Wähler waren sich aber selbst auf dem Weg zum Wahllokal am Sonntag noch unsicher..
     
  • 9/24/2017 8:47:46 AM   Anna-Lena Ripperger
     
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    Martin Schulz bei der Stimmabgabe in Würselen (Foto:dpa)
     
    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat in Würselen seine Stimme für die Bundestagswahl abgegeben. Gegen 10 Uhr betrat er zusammen mit seiner Ehefrau Inge das Wahllokal im Rathaus seiner Heimatstadt. Er hoffe, dass das schöne Wetter dazu beitrage, dass möglichst viele Menschen an der Wahl teilnehmen, sagte der 61 Jahre alte SPD-Kanzlerkandidat.
     
    „Ich hoffe, dass heute möglichst viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und eine demokratische Zukunft der Bundesrepublik Deutschland bestärken, indem sie demokratischen Parteien ihre Stimme geben.“
  • 9/24/2017 8:50:33 AM   Sebastian Eder
    Unterdessen versuchen Journalisten keinen Hinweis zu verpassen, der doch noch auf einen Wahlsieg von Martin Schulz hindeuten könnte.
  • 9/24/2017 9:11:57 AM   Anna-Lena Ripperger
    Warum die Wahl heute erst so richtig los geht, erklärt Politikredakteur Oliver Georgi - und liefert dafür vier Gründe: 
     
  • 9/24/2017 9:39:46 AM   Oliver Georgi

    Der Eingang zu einem Wahllokal in Berlin - zumindest hier hält sich der Andrang in Grenzen. Ob das am Berlin-Marathon liegt, der ausgerechnet an diesem Sonntag in der Hauptstadt stattfindet?

  • 9/24/2017 9:49:41 AM   Anna-Lena Ripperger
    Die Wahlbeteiligung war bei den vergangenen Bundestagswahlen deutlich gesunken: Vor vier Jahren lag sie bei nur 71,5 Prozent. In diesem Jahr erwarten die Demoskopen allerdings einen leichten Zuwachs, durch eine stärkere Politisierung und die teils aufgeheizte Debatte um die AfD.
     
    Doch der Blick auf die Wahlbeteiligung ergibt zwei Stunden nach der Öffnung der Wahllokale ein gemischtes Bild. In Niedersachsen scheint das Interesse geringer zu sein, dort haben bislang 9,19 Prozent der Stimmberechtigten ihr Votum abgegeben, sagte eine Mitarbeiterin der Landeswahlleiterin der Nachrichtenagentur dpa. 2013 waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 10,82 Prozent. Auch in Baden-Württemberg lief die Wahl eher ruhig an. In den größeren bayerischen Städten ist die Wahlbeteiligung bisher hingegen höher als noch 2013.
  • 9/24/2017 10:24:00 AM   Aylin Güler
    Wahlberechtigte haben noch knapp fünfeinhalb Stunden Zeit, Ihre Stimme abzugeben. Die Parteien twittern derweil ihre letzten Wahlaufrufe.

    Während die CDU mit einem gesunden Frühstück lockt....
     
    ...versucht es die SPD meteorologisch. 
     
  • 9/24/2017 10:42:31 AM   Anna-Lena Ripperger
     
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den rund 650.000 Wahlhelfern bei der Bundestagswahl gedankt. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei, sagte er bei der Stimmabgabe in Berlin. Steinmeier kam mit seiner Frau Elke Büdenbender in das Wahllokal in einer Grundschule im Stadtteil Zehlendorf.
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    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Stimmabgabe (Foto: Reuters)
     
    In der "Bild am Sonntag" hatte Steinmeier die Deutschen aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!“, schrieb er in der Zeitung.
     
    Warum die Wahlhelfer unersetzlich für die Abstimmung sind, berichtet Thomas Oberfranz.
     
     
  • 9/24/2017 10:58:48 AM   Aylin Güler
    Selfies sind inzwischen in fast jeder Lebenslage selbstverständlich. Aber nicht in der Wahlkabine! Also lassen Sie es besser. (Foto: dpa)
     
  • 9/24/2017 11:09:26 AM   Yves Bellinghausen
    Die AfD wird wohl  in den Deutschen Bundestag einziehen. Viele Bürger haben angesichts einiger Rechtsaußen-Kandidaten der AfD ein mulmiges Gefühl im Bauch. So gesehen verwundert es kaum, dass viele Bürger im Netz explizit gegen die AfD mobil machen, ohne sich dabei für eine konkrete Partei auszusprechen. Wer auf Twitter nach AfD sucht, der findet heute vor allem Argumente gegen die Rechtspopulisten, andere Nutzer verhöhnen sie:
     
     
  • 9/24/2017 11:09:33 AM   Sebastian Eder
    Käthe Tessmann vor der Stimmabgabe in Berlin-Kreuzberg.
     
    Der Bundestagswahlkreis 83 (Berlin-Friedrichshain – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost) ist einer der ungewöhnlichsten Wahlkreise Deutschlands. Das liegt an Hans Christian Ströbele, der hier 2002 als erster Grüner in Deutschland überhaupt ein Direktmandat gewinnen konnte. Damals hatte er keinen aussichtsreichen Listenplatz mehr bekommen, nachdem er immer wieder Außenminister Joschka Fischer kritisiert hatte. Mit dem Slogan „Ströbele wählen heißt Fischer quälen“ schaffte er dann auf eigene Faust in den Bundestag. Bis heute ist das niemandem sonst aus seiner Partei gelungen, Ströbele siegte dagegen auch 2002, 2005, 2009 und 2013 – zuletzt mit fast 40 Prozent der Stimmen. „Das Erbe von Ströbele anzutreten, ist keine leichte Aufgabe“, sagt eine junge Mutter, die am Sonntagmittag mit ihrem Kind vor einem Wahllokal in Kreuzberg steht. „Aber ich hoffe, dass seine Nachfolgerin auch so erfolgreich ist.“ Canan Bayram tritt jetzt für die Grünen an, Tatjana Heid hat sie für FAZ.NET während des Wahlkampfes besucht.
     
    „Es ist doch gut, wenn nicht immer die gleichen im Bundestag sitzen “, sagt Käte Tessmann, kurz bevor sie ihre Stimme am Sonntag abgibt. Sie ist in Kreuzberg geboren worden und lebt knapp 80 Jahre später immer noch in dem Haus, in dem sie aufgewachsen ist. „Früher war es hier sicherer, heute traue ich mich abends gar nicht mehr alleine in die U-Bahn“, sagt sie. Trotzdem ist aus ihre keine Protestwählerin geworden, sie wählt immer noch dieselbe Partei, die schon ihr Vater gewählt hat, sagt sie. Als sie im Wahllokal verschwunden ist, kommt ein älter Mann mit Hut um die Ecke. „Ich fand Ströbeles Arbeit in den Untersuchungsausschüssen hervorragend“, sagt er. „Aber sonst war er mir immer ein bisschen zu blauäugig.“ Er kann sich nicht vorstellen, dass seine Nachfolgerin ähnlich gut abschneidet wird wie ihr berühmter Vorgänger Ströbele. Spannend wird es auf jeden Fall: Bei den Zweitstimmen landeten die Grünen 2013 in dem Wahlkreis nur an dritter Stelle – hinter der Linken und der SPD.
  • 9/24/2017 11:12:33 AM   Aylin Güler
    Das Rennen ist noch offen – und vor allem die Entscheidung, wer drittstärkste Kraft im Bundestag wird, bleibt spannend. FDP und AfD liefern sich seit letzter Nacht einen Wettstreit via Twitter:
     
  • 9/24/2017 11:22:29 AM   Lorenz Hemicker
    Machen dieses Jahr mehr Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch als vor vier Jahren? Darauf deuten die Mitteilungen von Landeswahlleitern mehrerer Großstädte hin, die der dpa vorliegen. Höhere Stimmanteile melden demnach Hamburg, München und Stuttgart. In Potsdam sollen sich laut Angaben des Stadtsprechers vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen gebildet haben. Andere Bundesländer meldeten einen ruhigeren Start. In Thüringen etwa lag die Wahlbeteiligung bis zum Mittag sogar niedriger. Den ersten offiziellen Zwischenstand zur nationalen Wahlbeteiligung will der Bundeswahlleiter um 15.30 Uhr veröffentlichen.
  • 9/24/2017 11:28:02 AM   Aylin Güler
  • 9/24/2017 11:32:42 AM   Oliver Georgi

    Wird es ein desaströser Wahlabend für die SPD? Noch ist die Stimmung im Willy-Brandt-Haus entspannt - das dürfte sich aber ändern, je näher 18 Uhr rückt....

  • 9/24/2017 11:40:21 AM   Lorenz Hemicker
    Jamaika, Schwarz-Gelb oder doch wieder eine große Koalition? In der Theorie gibt es nach der Wahl verschiedene Möglichkeiten der Regierungsbildung für Angela Merkel. Aber welches Bündnis ist wie wahrscheinlich? Oliver Georgi mit einer Analyse zum kommenden Koalitionspoker.
     
  • 9/24/2017 11:40:33 AM   Sebastian Eder
    Sie halten Deutschland am Laufen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat für ein Spezial zum Wahltag 14 Menschen besucht, die in Deutschland unverzichtbar sind. Ich war zum Beispiel bei einem Kreisligaschiedsrichter, der sich im Ruhrpott jedes Wochenende auf den Platz stellt - und oft aufs Übelste beschimpft und bedroht wird. "Die Spieler kommen manchmal schon betrunken", sagt er. Warum ihm der Job trotzdem Spaß macht - und ihm in seinem Leben sogar sehr geholfen hat, können Sie jetzt auch online lesen. Alle "Unverzichtbaren" finden Sie im E-Paper - oder am Kiosk.
     
     
  • 9/24/2017 11:45:31 AM   Anna-Lena Ripperger
    Retten, was zu retten ist?
     
    Sigmar Gabriel sieht die SPD unter Druck. Es sehe nicht gut aus, sagte der ehemalige SPD-Parteivorsitzende und derzeitige Außenminister der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf die Erfolgsaussichten der Sozialdemokraten. Er gab seine Stimme in einem Wahllokal in Goslar ab. In der jüngsten Forsa-Umfrage kam die SPD am Freitag auf 22 Prozent.
     
    Sigmar Gabriel mit seiner Frau Anke (Foto: dpa)
     
     
    Wie SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gestern versuchte, seinen Wahlkampf in Würde zu Ende zu bringen, hat F.A.Z.-Korrespondent Reiner Burger beobachtet:
     
  • 9/24/2017 11:51:48 AM   Yves Bellinghausen
    Berliner haben drei Stimmen
     
    Übrigens: Neben der Bundestagswahl ist heute auch für die Berliner Lokalpolitik ein entscheidender Tag, denn die Berliner Bürger sind auch dazu aufgerufen, über die Zukunft des Flughafens Berlin-Tegel abzustimmen.
     
    Der sollte eigentlich mit der Eröffnung des BER geschlossen werden. Weil dieser aber voraussichtlich zu klein wird, findet parallel zur Bundestagswahl ein Volksentscheid über den altersschwachen Flughafen Tegel statt. Das Ergebnis des Volksentscheides ist für den Berliner Senat nicht bindend, übt aber großen politischen Druck aus.
  • 9/24/2017 12:01:25 PM   Markus Kollberg
    Vergessen kann die Bundestagswahl heute nun wahrlich niemand. In allen sozialen Netzwerken veröffentlichen Nutzer Fotos aus den Wahllokalen und fordern die Menschen in ihren Kontaktlisten zum Wählen auf. Auch die Netzwerke Twitter und Facebook rufen zur Wahl auf, genauso wie die Suchmaschine Google. Der Forderung schlossen sich in den Netzwerken auch Fußballprofis, Popstars und Unternehmen an.
  • 9/24/2017 12:12:59 PM   Yves Bellinghausen
    Berlin stemmt heute nicht nur die eine Bundestagswahl, einen Volksentscheid, den internationalen Pressekorps und die deutsche Parteiprominenz. Nein, heute richtet Berlin auch noch einen Marathon aus. Rund 44.000 Läufer drehen heute ihre Runden durch die Hauptstadt. Seit 9.15 Uhr sind die ersten Läufer unterwegs, der Sieger steht schon fest: Es ist der Kenianer Eliud Kipchoge.
     
    Weil aber nicht alle Teilnehmer 42 Kilometer in gut zwei Stunden laufen, werden große Teile Berlins noch bis heute Nachmittag gesperrt sein. Besonders im Bereich Tiergarten kommen Bürger mit dem Auto nicht weit. Der Bereich um das Brandenburger Tor (nahe des Reichstages) wird sogar erst am Montag wieder befahrbar sein.
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  • 9/24/2017 12:17:01 PM   Sebastian Eder
    Was tippen die Deutschen am Wahltag auf Google ein? Ziemlich oft zum Beispiel "Wahllokal finden" - laut Google Trends ist das einer der "aufsteigenden Suchbegriffe" zur Bundestagswahl. Auf der Straße in Berlin wissen manche auch nicht, wo sie wählen sollen. "Wir haben keinen Brief bekommen", sagt ein junger Mann, der mit einer Freundin vor einer Schule in Kreuzberg steht, in der man vor vier Jahren noch wählen konnte. Weil die Tore dort aber jetzt verriegelt sind, ziehen sie weiter zum nächsten Wahllokal - dort wollen sie herausfinden, wo sie ihre Stimme abgeben können. Später werden dann vielleicht auch sie "Erste Hochrechnungen" googlen. Dabei ist das gar nicht nötig. Die bessere Alternative: Einfach im FAZ.NET-Liveblog bleiben.
  • 9/24/2017 12:22:44 PM   Aylin Güler
    Nicht nur die Parteien betreiben Wahlkampf in den letzten Stunden, auch Sportler, Schauspieler, Moderatoren und Entertainer starten kreative Wahlaufrufe, um ihren Einfluss geltend zu machen:
     
     
     
     
     
     
  • 9/24/2017 12:32:06 PM   Anna-Lena Ripperger
    Berlin steht eine lange Wahlparty-Nacht bevor. FAZ.NET-Reporter sind bei den Wahlpartys der Parteien vor Ort und berichten darüber hier im Blog live. Wenn es bei der Bundestagswahl darum ginge, wer am Abend die angesagteste Örtlichkeit für seine Wahlparty ausgesucht hat, wären Linkspartei und Grüne vorne mit dabei. Beide treffen sich heute ab 17 Uhr im angesagten Berliner Stadtteil Kreuzberg mit ihren Mitgliedern. Die Grünen haben dafür die ehemalige Berliner Kindl Brauerei gemietet, die Linkspartei den Festsaal Kreuzberg, direkt an der Spree.
     
    CDU und SPD treffen sich klassisch in ihren Parteizentralen. Die FDP hat ins Genscher-Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zu Berlins bekanntestem Revuetheater, dem Friedrichstadtpalast, geladen – das passt gut, schließlich hatte der Parteichef der Liberalen im Wahlkampf ja auch oft die ganz große Show geboten. Einen echten Knaller landete die AfD mit ihrer Eventlocation: Die Wahlparty findet im angesagten Traffic Club statt. Einige AfD-Anhänger könnten beim Angebot der Diskothek dann auch gleich auf den Geschmack kommen und nächste Woche noch einmal vorbeischauen: Am 30.09. findet im Club eine Party unter dem Motto „Russendisko“ statt. 
  • 9/24/2017 12:49:21 PM   Lorenz Hemicker
    Wie geht es nach der Wahl weiter? Bis zur ersten Sitzung des neuen Bundestages vergehen stets einige Wochen. In dieser Zeit kristallisiert sich heraus, welche Parteien die künftige Regierung bilden. Spätestens 30 Tage nach der Wahl, also am 24. Oktober, müssen die Abgeordneten zusammentreten. Der Bundestagspräsident, formell das zweithöchste Amt der Republik, wird gewählt. Den Bundeskanzler wählen die Abgeordneten erst in einer späteren Sitzung - zuletzt am 17. Dezember 2013, knapp drei Monate nach der Bundestagswahl.
  • 9/24/2017 12:54:50 PM   Anna-Lena Ripperger
    Nach ihrem SPD-Konkurrenten Martin Schulz hat nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gewählt. Sie gab ihre Stimme im Wahllokal der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte ab. Ein Statement blieb sie den wartenden Journalisten allerdings schuldig. Nach dem Urnengang sprach sie nur kurz mit den Wahlhelfern.
     
    Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Stimmabgabe am Sonntag in Berlin-Mitte (Foto: dpa)
     
  • 9/24/2017 12:59:14 PM   Aylin Güler
    Sigmar Gabriel weiß, dass es für die Sozialdemokraten heute Abend schwierig werden könnte. Der ehemalige SPD-Vorsitzende ruft ein letztes Mal über Facebook zur Wahl auf und hat vor einem Szenario wohl besonders Angst. Ob sich das aber noch verhindern lässt? Wahrscheinlich nicht.
     
     
  • 9/24/2017 1:22:19 PM   Yves Bellinghausen
    Heute sind in Deutschland so viele Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Einsatz wie noch nie zuvor. Sie sollen eine gerechte Wahl garantieren. Ist das in einem Land wie Deutschland wirklich nötig, mag sich der ein oder andere fragen. Doch die OSZE will damit gerade dem Vorwurf der Doppelmoral vorbeugen.
     
    In der Vergangenheit haben sich immer wieder Länder über Hunderte Wahlbeobachter beschwert, während andere Länder Wahlen teils ganz ohne OSZE-Beobachter ausgerichtet haben.
     
    Schon im März hat die Bundesregierung die OSZE nach Deutschland eingeladen. Die Organisation schickt gleich zwei Teams nach Deutschland: eine Delegation aus ausländischen Parlamentariern und eine Delegation aus OSZE-Fachleuten. Die OSZE wird ihren Bericht zur Bundestagswahl voraussichtlich im Oktober veröffentlichen. 
  • 9/24/2017 1:28:31 PM   Oliver Georgi

    Wahlbezirk Berlin Marzahn-Hellersdorf, am Nachmittag. Eine Hochburg der AfD, bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2016 in Berlin hat sie hier 23,6 Prozent der Stimmen geholt. Vor dem Wahllokal in der Volkshochschule, ein trister Plattenbau, ist nicht viel los - aber die, die da sind, haben eine klare Meinung. "Die AfD wird bei der Wahl sehr stark werden", sagt ein älterer Mann, als er mit seiner Frau aus dem Wahllokal kommt. Und das findet er gar nicht so schlecht - auch wenn er die AfD nicht gewählt habe. Sagt er zumindest. "Die etablierten Parteien versprechen doch eh wieder nur alles und halten nichts davon. Da ist es gut, wenn die AfD in der Opposition gut vertreten ist." "Das ist ein Warnschuss, den brauchen die Parteien jetzt", stimmt seine Frau ein. Ihren Namen wollen beide nicht sagen.

    "In Marzahn-Hellersdorf wählen viele braun", sagt auch ein jüngerer Mann, der für Martin Schulz gestimmt hat. Trotzdem glaubt er nicht, dass die AfD am Ende sehr stark werden wird. "Die meisten haben doch längst gemerkt, was das für Dummschwätzer sind." Fünf bis zehn Prozent, mehr werde die AfD nicht erhalten, glaubt er - "das war's dann aber auch."

    Einen anderen Mann neben ihm hat das Gespräch trotzdem nachdenklich gemacht. Eine seiner Arbeitskollegin habe AfD gewählt, erzählt er dann, obwohl er das von ihr nie gedacht hätte. Aber man stecke wohl nicht drin, sagt er. "Beim Thema AfD machen viele schnell dicht. Die wollen gar nicht diskutieren."

  • 9/24/2017 1:35:55 PM   Anna-Lena Ripperger
    Warum sich die AfD stillschweigend eine Frauenquote auferlegt hat, wen Migranten ohne deutschen Pass wählen würden und wie die Franzosen versuchen, Merkels Mysterium zu entschlüsseln – in unserem #WAHLSPLITTER-Blog haben wir diese kleinen Wahlkampf-Geschichten erzählt. Alle Texte der Serie finden Sie zum Nachlesen hier:
     
    #WAHLSPLITTER

    n unserem Blog erzählen wir bis zum 24. September kleine Wahlkampf-Geschichten aus ungewöhnlichen Perspektiven.

     
  • 9/24/2017 1:38:10 PM   Sebastian Eder

    Langsam pilgern die ersten Journalisten Richtung Konrad-Adenauer-Haus, um 17 Uhr beginnt dort offiziell die Wahlparty der CDU. Auf der Straße vor dem Haus, über dem die Parteiflagge weht, sind gerade aber hauptsächliche Menschen unterwegs, die das zweite große Ereignis in Berlin an diesem Sonntag miterlebt haben. "Der Marathon war ganz schön anstrengend", sagt Melanie Backhaus. Wegen des Wettkampfes hat sie per Briefwahl abgestimmt, jetzt geht es in Hotel unter die Dusche - und auf dem Heimweg nach Schwerin wird sie dann gespannt dem Radio lauschen. "Ich bin mal gespannt, was da heute passiert", sagt sie.

  • 9/24/2017 1:48:14 PM   Lorenz Hemicker
    Das ist eine echte Überraschung. Entgegen erster Trends aus deutschen Großstädten deutet sich bei der Bundestagswahl nun doch eine ähnlich schwache Wahlbeteiligung ab wie vor vier Jahren. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither hat bekannt gegeben, dass bis 14.00 Uhr 41,1 Prozent der Bürger ihre Stimmen abgegeben haben. Etwa so viele wie 2013. Damals beteiligten sich bis zur Schließung der Wahllokale 71,5 Prozent - etwas mehr als beim Allzeittief 2009 (70,8 Prozent). Allerdings berücksichtigt der Anteil nicht die Briefwähler. Ihr Anteil liegt in diesem Jahr auf Rekordniveau.
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