Fifa-Kongress

Fifa-Kongress

  • 2/26/2016 12:20:46 PM   Tobias Rabe
    Fifa-Präsidentschaftskandidat Jérôme Champagne hat in seiner Ansprache vor den Kongress-Delegierten des Weltverbandes eine Ungleichheit der Fußball-Kontinente beklagt. Das Gefälle zwischen den Ländern der reichen Ligen, und denen, die die jungen Spieler hervorbringen, sei ungerecht. Der Franzose warnte vor einer Entwicklung wie im Basketball, wo die amerikanische Profiliga alles dominiere, aber Nationalverbände hinten anstünden. Zudem sprach er sich gegen eine Aufblähung der WM auf 40 Teams aus. Mit ihm werde die Fifa demokratischer. Der frühere Fifa-Direktor hat allerdings keine Chancen auf einen Wahlerfolg bei der Abstimmung am Nachmittag. Nach Champagne spricht nun Mitfavorit Gianni Infantino. (dpa)

    Ohne Chance bei der Wahl: Jerome Champagne (Bild AFP)

  • 2/26/2016 12:26:56 PM   Tobias Rabe
    Seinen Spitznamen aus alten Tagen mag Gianni Infantino nicht unbedingt. Evi Simeoni porträtiert ihn:

    Gianni Infantino: „Piccolino“ aus Blatters Heimat

    FAZ.NETSmart, drahtig, aalglatt: So tritt Gianni Infantino vor dem Fifa-Kongress auf. Der Schweizer ist ein treuer Gefolgsmann des gesperrten Michel Platini – mit einer interessanten Herkunft.
  • 2/26/2016 12:45:25 PM   Tobias Rabe
    Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino hat seine finanziellen Versprechungen an die Fifa-Mitglieder für den Fall einer Wahl zum neuen Weltverbands-Präsidenten verteidigt. „Ich frage Sie alle: Wenn die Fifa fünf Milliarden einnimmt, können wir dann nicht 1,2 Milliarden reinvestieren“, sagte der Schweizer. „Das Geld der Fifa ist Ihr Geld. Das Geld der Fifa muss der Entwicklung des Fußballs dienen.“ Für diese Aussage  erhielt Infantino Extra-Applaus von Vertretern der Nationalverbände.

    Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa, größter Kontrahent auf die Nachfolge des gesperrten Amtsinhabers Joseph Blatter, hatte Infantino vorab scharf für seine wirtschaftlichen Pläne kritisiert. Der Schweizer will die Finanzmittel für die Fifa-Mitgliedsverbände mehr als verdoppeln und pro Nation je fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) für vier Jahre auszahlen, sollte er zum Fifa-Präsident gewählt werden.

    Infantino zeigte sich als Weltbürger und sprach in seiner letzten Wahlkampfrede auf Englisch, Italienisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und ein paar Worte auf Arabisch. (dpa)
  • 2/26/2016 12:46:00 PM   Tobias Rabe
    Nun ist Tokyo Sexwale als letzter der fünf Kandidaten mit seiner Rede an der Reihe. Seine vier Vorgänger schöpften die Zeit nicht vollständig aus. Ob dem Südafrikaner das auch gelingt? Ja, es gelingt ihm – und nach seiner unterhaltsamen Rede ist Schluss. Sexwale zieht seine Kandidatur zurück! Er beende seine Kampagne. Damit sind es nur noch vier, die Nachfolger von Joseph Blatter werden wollen.

    Ich war 15 Jahre im Gefängnis und jetzt habe ich nur fünfzehn Minuten. Kann man diese Regel zu meinen Gunsten anpassen?

  • 2/26/2016 12:53:07 PM   Tobias Rabe
    Die Reden sind gehalten. Hier nochmal das Wissen für den Hintergrund – so funktioniert die Wahl des neuen Fifa-Präsidenten: Der Ablauf der Kür eines neuen Chefs des Fußball-Weltverbands ist in den Fifa-Statuten und im „Reglement für die Wahl des Fifa-Präsidenten“ festgehalten. Für die Abstimmung über den Nachfolger des gesperrten Joseph Blatter gelten unter anderen folgende Vorschriften:

    - Die Wahl findet immer durch den Fifa-Kongress in geheimer Abstimmung statt.

    - Wahlberechtigt sind alle Mitgliedsverbände der Fifa, die nicht suspendiert sind, mit je einer Stimme. Derzeit sind Kuwait und Indonesien vorläufig gesperrt, deshalb verteilen sich die Stimmen folgendermaßen auf die sechs Konföderationen:

    Afrika 54
    Europa 53

    Asien 44
    Nord- und Mittelamerika 35

    Ozeanien 11
    Südamerika 10

    - Wahlberechtigt sind nur anwesende Mitglieder.

    - Im ersten Wahlgang sind zwei Drittel der Stimmen der anwesenden und stimmberechtigten Fifa-Mitglieder für die Wahl eines Präsidenten erforderlich (derzeit 138). Im zweiten und gegebenenfalls weiteren Wahlgängen genügt eine einfache Mehrheit von mehr als 50 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen (derzeit 104). Vom zweiten Wahlgang an, scheitert jeweils der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus.

    - Die Amtszeit des neuen Präsidenten beginnt mit dem Ende des Kongresses, bei dem er gewählt wurde. Die Amtszeit endet bei dieser Wahl ausnahmsweise schon nach gut drei statt vier Jahren beim ordentlichen Wahlkongress 2019. Wahlkongresse finden immer am Hauptsitz der Fifa in Zürich statt.

    (Bild dpa)

  • 2/26/2016 12:59:13 PM   Tobias Rabe
    Fifa-Präsidentschaftskandidat Tokyo Sexwale hat kurz vor der Abstimmung über den nächsten Chef des Fußball-Weltverbandes seinen Rückzug verkündet. „Ich lasse nur vier Leute übrig. Es ist euer Problem jetzt“, sagte der Südafrikaner bei seiner Ansprache vor den 207 Wahl-Delegierten. „Es war eine gute Zeit für mich, ich bin bereit zu dienen, meine Kampagne ist zu Ende“, fügte der ehemalige Anti-Apartheidskämpfer an.

    Um die Nachfolge von Fifa-Chef Joseph Blatter treten nun noch die Favoriten Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa und Gianni Infantino sowie Jérôme Champagne und Prinz Ali bin al-Hussein an. Sexwale hatte nicht einmal die Unterstützung seiner afrikanischen Heimatkonföderation. Zu Wochenbeginn hatte er bereits mögliche Allianzen angekündigt. Eine Wahlempfehlung für einen seiner Konkurrenten gab er aber nicht. (dpa)

    "Meine Kampagne ist zu Ende": Tokyo Sexwale (Bild AFP)

  • 2/26/2016 1:07:29 PM   Tobias Rabe
    Der erste Wahlgang läuft. Jede der 207 stimmberechtigten Fifa-Verbände schickt einen Vertreter aus das Podium, um sein Kreuz hinter dem Namen seines Favoriten zu machen. Handys sind verboten für die Delegierten. Eine durchsichtige Wahlkabine, wie sie Prinz Ali und Jerome Champagne kurzfristig gefordert hatten im Laufe der Woche, gibt es nicht. Nach dem Voting kommt der Wahlzettel in die Urne.
  • 2/26/2016 1:23:52 PM   Tobias Rabe
    Die Fußballwelt wählt einen neuen Fifa-Präsidenten – doch einer fehlt. Joseph Blatter war wie ausradiert. Kein Foto, kein Videoeinspieler sollte beim Wahlkongress an den gesperrten Präsidenten erinnern. Und doch lässt sich das unliebsame Erbe des Schweizers für den Weltverband so schnell nicht löschen: Blatter selbst sei „voll am Ball“ und verfolge die Versammlung der Fifa-Nationen ganz genau, berichteten Vertraute. Und vor allem in den Köpfen zahlreicher Mitglieder der selbst ernannten Fußball-Familie ist der 79-Jährige weiter präsent.

    „Ich wage die Vorhersage, dass Herr Blatter die Wahl gewinnen würde, wenn er antreten würde“, sagte Englands Verbandschef Greg Dyke. Keine allzu mutige Prognose. Gerade die fußballerischen Entwicklungsländer, die sich stets über finanzielle Unterstützung von Projekten freuten, stehen Blatter immer noch in Nibelungentreue zur Seite. „Er sollte der Präsident sein, seine Amtszeit ist noch nicht vorbei“, erklärte Simbabwes Verbandschef Phillip Chiyangwa.

    Immer wieder kokettierte Blatter selbst damit, dass sich nicht nur vier von fünf Präsidentschaftskandidaten vor dem Kongress bei ihm gemeldet hätten. Auch mehrere Verbände fragten nach, wem sie denn ihre Stimme geben sollten. Teile des Wahlprogramms von Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa lesen sich wie aus einem Blatter-Handbuch. Eine Empfehlung für die Kür seines Nachfolgers wollte er öffentlich zwar nicht abgegeben, ließ es sich aber nicht nehmen, den Bahreiner al-Chalifa gegen Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen in Schutz zu nehmen. (dpa)

    Gar nicht da, aber doch präsent: Joseph Blatter (Bild AFP)

  • 2/26/2016 1:31:51 PM   Tobias Rabe
    Da der erste Wahlgang läuft und jede Nation einzeln in eine der zwei Wahlboxen geht, zieht sich das Prozedere nun einigermaßen in die Länge. Nach rund einer halben Stunden haben die Länder mit den Anfangsbuchstaben A bis E (nach englischem Namen) ihre Kreuze gemacht ... Zeit für einen Hintergrund-Text von Evi Simeoni mit der spannenden Frage: Jubelt der Königsmacher der Sportpolitik heute Abend wieder? Scheich Ahmad Al Fahad Sabah hat seine Finger auch bei der Fifa-Wahl im Spiel:

    Fifa-Wahl: Und was sagt der Scheich?

    FAZ.NETUm Ahmad Al Sabah, den Zirkusdirektor der Sportpolitik, ist es vor dem Fifa-Kongress seltsam still. Weiß er etwa nicht, wie die Wahl ausgeht? Zu Hause hat er jedenfalls Ärger.
  • 2/26/2016 1:43:20 PM   Tobias Rabe
    Inzwischen sind wir beim Buchstaben G angekommen. G wie – Germany.  Eigentlich gibt traditionell der Generalsekretär die Stimme ab. Da der heute zurückgetretene Helmut Sandrock aber gar nicht mit nach Zürich gereist war, übernahm der designierte DFB-Präsident Reinhard Grindel diese Aufgabe. Der DFB hatte sich schon im Vorfeld für Gianni Infantino ausgesprochen. Daher sollte das deutsche Kreuz bekommen haben. Neben Grindel gehören auch noch die beiden Interimspräsidenten Reinhard Rauball (dem als Delegationsleiter formal das Recht der Abstimmung zugestanden hätte) und Rainer Koch zur DFB-Abordnung. Grindel soll am 15. April bei einem außerordentlichen Bundestag zum Nachfolger von Wolfgang Niersbach gewählt werden.
  • 2/26/2016 2:10:08 PM   Tobias Rabe
    Da die Wahl geheim ist, wissen wir natürlich nicht, wer wirklich für wen gestimmt hat. Aber einige haben sich im Vorfeld öffentlich festgelegt. Die afrikanischen Fifa-Mitglieder etwa wollen nach Angaben eines Verbandsvertreters bei der Präsidentschaftswahl geschlossen für Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa stimmen. „Er ist der Beste für die afrikanischen Bedürfnisse“, sagte Simbabwes Verbandschef Phillip Chiyangwa der Deutschen Presse-Agentur. Er bejahte zweimal die vollständige Unterstützung aus Afrika für al-Khalifa. (dpa)

    Eine von zwei Boxen zur Abstimmung bei der Wahl. (Bild AFP)

  • 2/26/2016 2:13:53 PM   Tobias Rabe
    Inzwischen sind wir bei P wie Portugal angekommen. Was passiert eigentlich, wenn alle ihr Kreuz gemacht haben? Interimsgeneralsekretär Markus Kattner wird mit Helfern die Stimmzettel auszählen. Danach kommen die Zettel in Umschläge, werden versiegelt und im Generalsekretariat für 100 Tage aufbewahrt. Danach werden sie vernichtet.

    So sieht der Stimmzettel aus – Tokyo Sexwale zog kurzfristig zurück. (Bild dpa)

  • 2/26/2016 2:57:28 PM   Dobbi
    Was ändert sich nach der Wahl? Ich wäre für einen großen Schritt, Abschaffung der FIFA und Neugründung. Ich traue keinem von den Kollegen dort!
  • 2/26/2016 2:57:38 PM   Tobias Rabe
    207 Stimmzettel müssen nun geöffnet, ausgezählt und zugeordnet werden. Das dauert nicht ganz so lange wie die Stimmabgabe – aber immer noch ein wenig. Wir sind sehr gespannt. Zur Erinnerung: Um Sieger nach dem ersten Wahlgang zu sein, braucht ein Kandidat zwei Drittel der 207, also 138 Stimmen.
  • 2/26/2016 3:04:56 PM   Tobias Rabe

    So sieht das aus, wenn 207 Stimmzettel ausgezählt werden. (Bild AFP)

  • 2/26/2016 3:10:39 PM   Tobias Rabe
    Das Ergebnis des 1. Wahlgangs steht fest (207 gültige Stimmen):

    1. Gianni Infantino 88 Stimmen
    2. Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa 85
    3. Prinz Ali bin Al-Hussein 27
    4. Jerome Champagne 7
    Tokyo Sexwale (zurückgezogen)

    In der ersten Runde der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten hat es keinen Sieger gegeben. Keiner der vier verbliebenen Kandidaten erreichte die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Damit ist zumindest ein zweiter Wahlgang nötig, in dem dann die einfache Mehrheit der 207 Delegierten zum Sieg genügt. Vom zweiten Wahlgang an scheidet jeweils der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus.

    Als Favoriten gehen Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa aus Bahrein und der Schweizer Gianni Infantino in die nächste Runde. Infantino erreichte mit 88 Stimmen überraschend das beste Ergebnis vor al Chalifa, der 85 Stimmen erhielt. Prinz Ali aus Jordanien und der
    Franzose Jérôme Champagne gelten als chancenlos. Für Prinz Ali stimmten 27 Delegierte, für Champagne sieben. Kurz vor der Abstimmung hatte der fünfte Bewerber, Tokyo Sexwale aus Südafrika, seinen Rückzug verkündet.

    Gesucht wird der Nachfolger des für sechs Jahre gesperrten Joseph Blatter, der die Fifa seit 1998 geführt hatte. Schon vor der Wahl hatte der Fifa-Kongress ein Reformpaket verabschiedet, das dem skandalgeschüttelten Verband aus der schwersten Krise seiner Geschichte helfen soll. (dpa)
  • 2/26/2016 3:24:37 PM   Tobias Rabe
    Wir geht es jetzt weiter in Zürich? Im zweiten Wahlgang reichen mehr als 50 Prozent der Stimmen der 207 Delegierten. Ein zweites Mal mussten die Fifa-Mitglieder zuletzt beim Kongress 1974 wählen, damals bezwang João Havelange aus Brasilien den Engländer Stanley Rous. Nun geht es wieder los. A wie Afghanistan ...
  • 2/26/2016 3:48:29 PM   Tobias Rabe

    Die Zahlen, die die Fußballwelt der Fifa bedeuten (Bild dpa)

  • 2/26/2016 3:53:14 PM   Tobias Rabe
    Wird das ein richtig langer Tag in Zürich? Die drei "DFB-Präsidenten" jedenfalls stellen sich noch auf einige Zeit im Hallenstadion ein. Der zurückgetretene Präsident Wolfgang Niersbach (Mitte) mit seinen Interims-Nachfolgern Rainer Koch (links) und Reinhard Rauball.

    Warten auf einen neuen Präsidenten (Bild dpa)

  • 2/26/2016 4:15:56 PM   Tobias Rabe
    Eine Meldung zur Fifa – abseits der laufenden Wahl: Der ehemalige Präsident des venezolanischen Verbandes (FVF) hat in der Fifa-Affäre seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten akzeptiert. Der in der Schweiz inhaftierte Rafael Esquivel informierte am Freitag das Justizministerium über seine Entscheidung, wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Die Schweiz bewilligte noch seine Auslieferung. Esquivel muss nun innerhalb von zehn Tagen in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Über den genauen Zeitpunkt gab es keine Auskünfte. Seine Anwälte wollten ursprünglich erreichen, dass ihr Mandant an Venezuela überstellt und ihm dort der Prozess gemacht wird.

    Esquivel, der seit 1988 an der Spitze des FVF stand, wurde Ende Mai 2015 mit anderen Fußball-Funktionären in Zürich festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, beim Verkauf von Vermarktungsrechten für die Copa America bestechlich gewesen zu sein. Esquivel droht laut amerikanischen Justizministerium wegen organisierten Verbrechens, Betrugs, Geldwäscherei und Bestechung eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. (dpa)
  • 2/26/2016 4:21:35 PM   Tobias Rabe
    Gianni Infantino plaudert über seine mangelnde Erfahrung bei Präsidenten-Wahlen ...

    Ich habe keine große Erfahrung. Bei meiner letzten Kandidatur als Präsident war ich 18 und es ging um meinen Heimatverein. Ich habe nur gewonnen, weil meine Mutter versprochen hat, die Trikots zu waschen.

  • 2/26/2016 4:21:42 PM   Tobias Rabe
    Der deutsche Fifa-Richter Hans-Joachim Eckert fordert die Fifa nach der Verabschiedung des umfangreichen Reformpakets am Mittag zu weiteren Neuerungen aufgefordert. „Die Fifa ist mit Sicherheit noch nicht fertig mit den Reformen. Was heute beschlossen wurde, ist okay, es gibt aber noch Verbesserungsbedarf“, sagte der Vorsitzende der Spruchkammer der Fifa-Ethikkommission gegenüber FAZ.NET in Zürich. Offenbar zielt sein Vorstoß darauf, wie auf Grundlage der neuen Regeln der anstehende Veränderungsprozess noch besser überwacht werden könnte. „Die Frage ist, wer wird darauf achten, dass die Reformen umgesetzt werden?“, so Eckert. Alle Hintergründe lesen Sie hier:

  • 2/26/2016 4:27:27 PM   Tobias Rabe
    Nervös tigerte Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah auf und ab. Immer wieder schaute der einflussreiche Kuweiter kurz vor Ergebnis-Bekanntgabe der ersten Runde bei der Wahl des Fifa-Präsidenten auf sein Handy. Der angespannte Gesichtsausdruck verriet, dass nicht alles nach seinem Wunsch gelaufen war.

    Al-Sabah ist Exekutiv-Mitglied des Fußball-Weltverbands – und vor allem einflussreicher Stimmenbeschaffer für Präsidentschaftskandidat Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa. Der Bahreiner lag im ersten Durchgang aber überraschend knapp hinter seinem Kontrahenten Gianni Infantino aus der Schweiz.

    Während des Kongresses fehlte Al-Sabah, der bereits für Thomas Bach bei der Präsidentenwahl des Internationalen Olympischen Komitees als Strippenzieher unterwegs war, lange Zeit auf dem Podium. Und auch während der Durchgänge war er fleißig in den Gängen des Zürcher Hallenstadions unterwegs. (dpa)

    Alles im Blick – und alles im Griff? Al-Sabah (im Hintergrund) beim Fifa-Kongress (Bild Reuters)

  • 2/26/2016 4:40:33 PM   Tobias Rabe
    Diesmal ging es etwas schneller mit der Abgabe der Stimmen, die Delegierten haben schließlich auch etwas Übung. Nun sind alle Wahlzettel ausgefüllt, in der Urne und werden nun wiederum von Markus Kattner und seinen Helfern ausgezählt. Danach wissen wir, ob wir einen neuen Fifa-Präsidenten haben – oder es einen dritten Wahlgang gibt. In diesem Fall würde der Kandidat mit der geringsten Stimmenzahl ausscheiden, den restlichen reicht dann abermals die einfache Mehrheit (104 Stimmen).
  • 2/26/2016 4:45:16 PM   Tobias Rabe
    Nun wird wieder fleißig gezählt. Die Spannung steigt.

    Wieder 207 Stimmzettel, wieder muss ausgezählt werden. (Bild Reuters)

  • 2/26/2016 5:01:04 PM   Tobias Rabe
    Das Ergebnis des zweiten Wahlgangs ist da. Die 207 Stimmen verteilen sich wie folgt:

    1. Gianni Infantino 115
    2. Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa 88
    3. Prinz Ali bin Al-Hussein  4
    4. Jerome Champagne 0
    Tokyo Sexwale (zurückgezogen)

    Gianni Infantino ist damit neuer Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa. Der 45-Jährige aus der Schweiz setzte sich beim außerordentlichen Fifa-Kongress gegen den zuvor als Favoriten gehandelten Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa durch. Infantino erhielt 115 der 207 Stimmen und damit die erforderliche Mehrheit, für Scheich Salman votierten 88 Delegierte.

    Prinz Ali aus Jordanien mit 4 Stimmen und der Franzose Jérôme Champagne mit null Stimmen waren wie erwartet chancenlos. Infantino tritt damit die Nachfolge des für sechs Jahre gesperrten Joseph Blatter an, der die Fifa seit 1998 geführt hatte.

    Der bisherige Generalsekretär des europäischen Dachverbands Uefa hatte unter anderem die Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes. Infantino hatte als Kandidat den ebenfalls gesperrten Uefa-Präsidenten Michel Platini ersetzt, der eigentlich Blatters Amt übernehmen wollte.

  • 2/26/2016 5:22:57 PM   Tobias Rabe
    Der russische Sportminister Witali Mutko sieht den bisherigen Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino aus der Schweiz als bestens geeignet für das Amt des Fifa-Präsidenten. „Er hat große Erfahrung in der Arbeit mit dem Fußball, er kennt den Fußball und könnte mit Unterstützung aller Länder natürlich Ruhe in die Situation um die Fifa bringen.“ Das sagte Mutko dem russischen Staatssender Erster Kanal. Er sei überzeugt, dass kein neuer Fifa-Präsident die umstrittene Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 nach Russland infrage stellen werde. „Wir haben mit gutem Gewissen ehrliche Arbeit geleistet und haben für unser Land nach den Regeln geworben, die damals galten“, sagte Mutko, der zugleich Präsident des russischen Fußballverbandes ist. (dpa)
  • 2/26/2016 5:25:20 PM   Tobias Rabe
    Gianni Infantino hat nach seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten den Beginn einer neuen Zeitrechnung für den Fußball-Weltverband angekündigt. „Ich will eine neue Ära bei der Fifa einläuten, bei der der Fußball wieder ins Zentrum rückt“, sagte der Schweizer beim außerordentlichen Kongress in Zürich angesichts der schweren Krise des Dachverbands.

    „Das ist der Zeitpunkt, wieder zurückzukehren zum Fußball. Es ist vorbei, wir blicken nach vorne, wir werden die Reformen umsetzen. Aber wir möchten auch den Respekt der gesamten Welt, die der Fußball-Welt geschuldet ist. Wir werden dafür sorgen, dass wir uns endlich auf das wunderbare Spiel Fußball konzentrieren können“, betonte der 45-Jährige. (dpa)
  • 2/26/2016 5:33:41 PM   Tobias Rabe
    Die Spielergewerkschaft Fifpro ist auch nach den Reformbeschlüssen des Fifa-Kongresses weiter besorgt um die Entwicklung des internationalen Fußballs. Die Interessen der Spieler, Klubs, Ligen und Fans seien nicht genügend berücksichtigt worden. „Wir brauchen dringend eine Balance, eine moderne und umfassend reformierte Fifa und keine Fortsetzung des Machtmonopols einer Fifa-Regierung“, erklärte Fifpro-Präsident Philippe Piat in einer Erklärung vom Freitag. Die beschlossene Reform würde wesentliche Punkte nicht betreffen. (dpa)
  • 2/26/2016 5:35:51 PM   Tobias Rabe
    Die europäischen Spitzenklubs haben sich in einer Grußadresse an den neuen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino abermals gegen eine Aufstockung der WM von 32 auf 40 Teilnehmer ausgesprochen. Der neue Weltverbandschef hatte dies zuvor im Wahlkampf als einen seiner Pläne verkündet. „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir die Spieler nicht weiter belasten können, sondern sie entlasten müssen. Die Fifa muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler gerecht werden“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der als Vorstandschef des FC Bayern München auch Vorsitzender der Klubvereinigung ECA ist.

    Die ECA erwarte von Infantino eine „transparente, demokratische und fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle des Fußball“, teilte der Zusammenschluss der Topvereine mit. Zudem wolle die ECA künftig noch mehr Mitsprache bei den Entscheidungen über die Zukunft des Fußballs. (dpa)

    Karl-Heinz Rummenigge (Bild dpa)

  • 2/26/2016 5:53:55 PM   Tobias Rabe
    Fifa-Sponsor Adidas hat das Reformpaket des Fußball-Weltverbands als einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet. Eine Sprecherin des Sportartikelherstellers sagte, Adidas erwarte von der Fifa und ihrer neuen Führung transparente Compliance-Standards, also etwa Regeln, die Korruption verhindern sollen. „Wir werden unseren Dialog mit der Fifa und ihrer neuen Führung weiterführen.“ Die Fifa war in den vergangenen Monaten von ihren Sponsoren heftig für die mangelhafte Aufarbeitung verschiedener Skandale kritisiert worden. (dpa)
  • 2/26/2016 5:54:02 PM   Tobias Rabe
    Gianni Infantino ist der neunte Präsident in der knapp 112-jährigen Geschichte des Fußball-Weltverbands Fifa. Nach 18 Jahren endete die Amtszeit des derzeit gesperrten Joseph Blatter. Beim Kongress im Zürcher Hallenstadion wurde er von dem amtsältesten Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun vertreten. Zwei Vorgänger von Blatter waren noch länger im Amt: Jules Rimet von 1921 bis 1954 und João Havelange von 1974-1998.

    Die Fifa-Präsidenten seit 1904:

    Robert Guerin (Frankreich, 1904-1906)
    Daniel Burley Woolfall (England, 1906-1918)
    Jules Rimet (Frankreich 1921-1954)
    Rodolphe William (Belgien, 1954-1955)
    Seeldrayers Arthur Drewry (England, 1955-1961)
    Sir Stanley Rous (England, 1961-1974)
    João Havelange (Brasilien, 1974-1998)
    Joseph Blatter (Schweiz, 1998-2016)
    Issa Hayatou (interim) (Kamerun, 2015-2016)
    Gianni Infantino (Schweiz, seit 2016)

  • 2/26/2016 6:06:28 PM   Tobias Rabe
    Fifa-Spitzenfunktionär Wolfgang Niersbach sieht nach der Wahl seines Wunschkandidaten Gianni Infantino zum neuen Chef des Fußball-Weltverbands den Weg für tiefgreifende Verbesserungen frei. „Ich traue Gianni Infantino zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der Fifa gelingt“, sagte der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, der den DFB weiter in der Fifa-Exekutive vertritt. Der DFB hatte den bisherigen Uefa-Generalsekretär Infantino unterstützt.

    Niersbach begrüßte die Kür des Schweizers: „Es war ein guter Tag für die Fifa, vielleicht sogar ein historischer.“ Allerdings beginne die Arbeit für den Nachfolger des gesperrten Joseph Blatter beim skandalgeschüttelten Weltverband erst jetzt. (dpa)
  • 2/26/2016 6:09:15 PM   Tobias Rabe
    DFB-Interimspräsident Rainer Koch begrüßt die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Fifa-Chef und sieht eine Spaltung des Weltfußballs abgewendet. „Ich bin sehr erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und dass wir mit ihm in unserer europäischen Fußball-Gemeinschaft weiter sehr viel Einfluss auf den Weltfußball nehmen können“, sagte Koch am Freitag in Zürich nach dem Wahlkongress des Weltverbands.

    Infantino werde der Ausgleich zwischen Klubfußball und den Nationalmannschaften gelingen. „Ich bin sehr erleichtert, weil so die Einheit des Fußballs gewahrt bleibt“, erklärte Koch, gemeinsam mit Reinhard Rauball Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bunds. „Für mich ist das größte Trauma, wenn die Fifa zerstört würde und wir eine Situation wie im Boxen hätten und am Ende vier Weltmeister gekürt würden, weil wir uns nicht mehr auf eine Weltorganisation einigen könnten.“ (dpa)
  • 2/26/2016 6:09:23 PM   Tobias Rabe
    Für den ehemaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter ist Gianni Infantino ein „würdiger Nachfolger“. Der neue Chef des Fußball-Weltverbandes habe „alle Qualitäten, meine Arbeit fortzusetzen und die Fifa wieder zu stabilisieren“, erklärte der von der Fifa-Ethikkommission für sechs Jahre suspendierte Blatter. Infantino zeichne sich durch seine „Erfahrung, Kompetenz, strategische und diplomatische Fähigkeiten“ aus.

    Eine Empfehlung für die Wahl seines Nachfolgers hatte der Schweizer Blatter nicht abgegeben. Nachdem die Berufungskommission des Fußball-Weltverbands seine Sperre um zwei Jahre verringert hatte, könnte der 79-Jährige theoretisch bei der WM 2022 in Qatar wieder eine aktive Rolle übernehmen. Blatter und sein Nachfolger Infantino stammen beide aus dem Kanton Wallis. (dpa)

    Joseph Blatter ist nun kein Fifa-Präsident mehr. (Bild AP)

  • 2/26/2016 6:23:00 PM   Tobias Rabe
    Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa hat nach seiner Wahlniederlage dem neuen Fifa-Chef Gianni Infantino gratuliert. „Die neue Fifa muss integrativer sein und die Unterschiede im Welt-Fußball reflektieren. Ich vertraue Gianni Infantino, dass er die Führungskraft hat, dies zu erreichen und die dringend benötigten Reformen umzusetzen“, wurde der Chef der asiatischen Konföderation AFC in einer Pressemitteilung zitiert.

    „Die AFC freut sich darauf, mit der neuen Fifa und ihren neuen Präsidenten Gianni Infantino zusammenzuarbeiten, um die Fußball-Regierung zu reformieren und die Glaubwürdigkeit des Fußballs weltweit wieder herzustellen“, sagte Scheich Salman. Bei der Abstimmung am Freitag in Zürich war der 50 Jahre alte Fifa-Vize seinem Schweizer Konkurrenten mit 88:115 Stimmen unterlegen. (dpa)

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