Putsch in der Türkei

Putsch in der Türkei

Die Lage im Überblick
  • Teile des Militärs haben in der Türkei einen Putschversuch gegen Staatspräsident Erdogan unternommen.
  • Nach heftigen Kämpfen, Bombenexplosionen und chaotischen Stunden erklärte die Regierung am Samstagmittag, sie habe die Situation wieder vollständig unter Kontrolle. 
  • Staatspräsident Erdogan kündigte Vergeltung und eine "Säuberung" des Militärs an. Die Regierung erwägt die Einführung der Todesstrafe, damit sich der Putsch nicht wiederhole. 
  • Erdogan macht seinen Gegner Gülen für den Putsch verantwortlich. Dieser bestreitet das jedoch.
  • Nach Regierungsangaben wurden bei dem Putschversuch 265 Menschen getötet, darunter 161 regierungstreue Sicherheitskräfte und Zivilisten sowie 104 Putschisten.  Mehr als 2800 Angehörige des Militärs wurden offenbar festgenommen.
  • 7/15/2016 10:43:18 PM   Patrick Bernau
    Verletzte in Istanbul
     
    Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Soldaten hätten auf Menschen geschossen, die per Brücke den Bosporus überqueren wollten. Es seien Menschen verletzt worden.
  • 7/15/2016 10:56:02 PM   Patrick Bernau
    Auf Facebook sind viele Video-Übertragungen von türkischen Nutzern zu sehen. Im ganzen Land scheinen Menschen auf der Straße zu sein.
  • 7/15/2016 10:58:26 PM   Patrick Bernau
    Präsident Erdogan nutzt auch das sonst so ungeliebte Twitter, um die Leute auf die Straße zu rufen.
  • 7/15/2016 10:59:01 PM   David Klaubert
    Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim sind einige Anführer des Putschversuchs festgenommen worden. „Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen“, sagte Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden.
  • 7/15/2016 11:06:32 PM   David Klaubert
    Auf dem Taksim-Platz in Istanbul scheint die Lage zu eskalieren. Erdogan-Anhänger und Soldaten stehen sich gegenüber. Die Agentur AFP berichtet von Schüssen des Militärs in die Menschenmenge. Auch andere Agenturen berichten von Schüssen und Explosionen in Istanbul.

    (Foto: dpa)

  • 7/15/2016 11:07:29 PM   Mathias Peer
    Kampfjets haben laut einem Bericht des türkischen Fernsehsender NTV einen Helikopter abgeschossen, in dem sich Hintermänner des Putsches befunden haben sollen.
  • 7/15/2016 11:08:28 PM   Patrick Bernau
    Die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei meldet, in der Polizeizentrale in Ankara seien 17 Polizisten ums Leben gekommen.
  • 7/15/2016 11:32:16 PM   Catiana Krapp
    Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet auf Twitter, 13 Soldaten seien in Gewahrsam genommen worden. Außerdem meldet die Agentur, vier Soldaten - darunter ein Offizier - seien beim Versuch, das Gebäude des staatlichen Senders TRT in Istanbul einzunehmen, von Bürgern und Polizisten "neutralisiert" worden.



  • 7/15/2016 11:39:55 PM   Mathias Peer
    Der Putsch gegen die Regierung sei "abgewehrt" worden, teilt ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes mit.


  • 7/15/2016 11:44:39 PM   David Klaubert
    Alle vier Parteien im türkischen Parlament - auch die drei Oppositionsparteien - haben sich gegen den Putschversuch ausgesprochen. Das teilten sie in Stellungnahmen im Fernsehen und bei Twitter mit. Die ultrarechte Oppositionspartei MHP erklärte in dem Kurznachrichtendienst, sie sei „gegen jede Art von nicht demokratischen Bestrebungen.“ Die Putschisten sollten vor Gericht gebracht werden.
  • 7/15/2016 11:45:17 PM   Mathias Peer
    In Ankara ist eine Bombe auf das Parlament geworfen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Augenzeugen.


  • 7/16/2016 12:32:42 AM   Mathias Peer
    Dem Sender NTV zufolge sind bei Zusammenstößen in Istanbul zwei Menschen getötet worden. Weitere Details gibt es zudem über die Folgen des Angriffs auf das türkische Parlament: Laut der Nachrichtenagentur Anadolu wurden dabei 12 Menschen verletzt, zwei befinden sich demnach in einem kritischen Gesundheitszustand.


  • 7/16/2016 12:36:08 AM   Mathias Peer
    Offenbar ist die Zahl der Todesopfer in Istanbul noch höher als zunächst angenommen. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, es seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden.
  • 7/16/2016 12:39:36 AM   Mathias Peer
    Dramatische Szenen spielen sich weiterhin rund um das Parlament in Ankara ab. Einem Reuters-Reporter zufolge ist das Parlamentsgebäude vor wenigen Minuten von zwei weiteren Explosionen erschüttert worden.


  • 7/16/2016 12:42:35 AM   Mathias Peer
    Der Sender CNN Türk berichtet, Soldaten seien in das Gebäude des Senders in Istanbul eingedrungen.


  • 7/16/2016 12:45:46 AM   Mathias Peer
    Staatspräsident Erdogan ist nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV in Istanbul gelandet. Unklar blieb, woher Erdogan angereist war. Während des Putschversuchs hatte es aus dem Präsidialamt lediglich geheißen, der Präsident sei in der Türkei und in Sicherheit. "Der Präsident wird in den nächsten Stunden ein Statement zu dem Putschversuch abgeben", sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin. Der Sender NTV berichtete, 13 Soldaten seien bei dem Versuch festgenommen worden, ins Präsidialbüro in Ankara einzudringen.
  • 7/16/2016 1:43:30 AM   Mathias Peer
    Präsident Erdogan wurde nach eigener Darstellung Ziel eines versuchten Attentats. Seinen Angaben zufolge sei das Hotel an der Mittelmeerküste, in dem er sich während seines Urlaubs aufhielt, nach seiner Abreise bombardiert worden.


  • 7/16/2016 1:45:23 AM   Mathias Peer
    Nach Angaben des türkischen Regierungschefs Yildirim sind 120 Personen im Zusammenhang mit dem Putschversuch festgenommen worden. Yildirim wies das Militär nach Angaben aus dem Präsidialamt an, von den Putschisten gekaperte Flugzeuge abzuschießen. Kampfflugzeuge mit einem entsprechenden Auftrag seien von der Luftwaffenbasis Eskisehir abgehoben, hieß es aus dem Präidialamt.
  • 7/16/2016 5:17:40 PM   Catiana Krapp
    Richterbund: Erdogan beseitigt nach Putsch Gegner in der Justiz

    Der Chef der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, hat der türkischen Führung vorgeworfen mit dem Vorgehen gegen die Justiz nach dem Putschversuch auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmaßliche Unterstützer des Putsches,
    sondern auch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagte Karadag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.
     
    Offiziellen Angaben zufolge wurden in einer ersten Aktion mehr als 2800 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte, zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats - eines der obersten Gerichte - festgenommen. Nach Angaben aus Regierungskreisen befindet sich außerdem ein Richter des Verfassungsgerichts in Gewahrsam. Ferner wurden fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte und mehr als 2700 Richter abgesetzt. Nach Angaben des Gewerkschaftschefs gibt es in der ganzen Türkei schätzungsweise etwa 14 500 bis
    15 000 Richter.
  • 7/16/2016 5:23:42 PM   Catiana Krapp
    Die türkische Polizei hat einen der führenden Generäle festgenommen. Es handelt sich um General Erdal Oztürk, Kommandeur der Dritten Armee.
  • 7/16/2016 5:50:56 PM   Catiana Krapp
    Die Putschisten in der Türkei hatten wohl bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben, so heißt es aus Regierungskreisen. „Die Listen umfassten mehr als 100 Namen“, sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, am Samstag. „Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt.“
     
    Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. „In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen.“ Sie hätten auch versucht, die Satelliten-Infrastruktur zu sabotieren.

    Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten.
  • 7/16/2016 5:56:09 PM   Catiana Krapp
    Der türkische Sender CNN berichtet: Erdogan sagt, diejenigen, die am Putschversuch beteiligt waren, seien ein Tumor im Militär gewesen, von dem es nun gereinigt würde.
  • 7/16/2016 6:08:53 PM   Catiana Krapp
    Erdogan fordert von Obama Auslieferung oder Festnahme Gülens

    Amerika solle den Prediger Fethullah Gülen festnehmen oder ausliefern, verlangte der türkische Präsident bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul. Dabei sprach er Obama direkt an. Wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse dieser handeln.
    Erdogan macht seinen einstigen Verbündeten und heutigen Erzfeind Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Der im US-Exil lebende islamische Prediger hat den Vorwurf zurückgewiesen und den Putschversuch von Teilen des Militärs scharf verurteilt.
  • 7/17/2016 10:08:56 AM   Thomas Holl

    Der türkische Hubschrauber, mit dem sich acht mutmaßliche Putschisten nach Griechenland abgesetzt hatten, ist in die Türkei zurückgeflogen worden. Medienberichten zufolge landete am späten Samstagabend ein anderer türkischer Militärhelikopter auf dem Flughafen der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis. Dessen Besatzung überprüfte den Hubschrauber und brachte ihn zurück in die Türkei. Am Montag soll das Asylverfahren der acht türkischen Militärs beginnen, die sich abgesetzt hatten. Es könnte mehrere Wochen dauern, wie griechische Asylexperten vermuteten. Die Türkei fordert die sofortige Auslieferung der mutmaßlichen Putschisten. Es handelt sich um drei Majore, drei Hauptmänner und zwei Unteroffiziere, alle Heeresflieger, wie griechische Medien berichteten.

Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform