Putsch in der Türkei

Putsch in der Türkei

Die Lage im Überblick
  • Teile des Militärs haben in der Türkei einen Putschversuch gegen Staatspräsident Erdogan unternommen.
  • Nach heftigen Kämpfen, Bombenexplosionen und chaotischen Stunden erklärte die Regierung am Samstagmittag, sie habe die Situation wieder vollständig unter Kontrolle. 
  • Staatspräsident Erdogan kündigte Vergeltung und eine "Säuberung" des Militärs an. Die Regierung erwägt die Einführung der Todesstrafe, damit sich der Putsch nicht wiederhole. 
  • Erdogan macht seinen Gegner Gülen für den Putsch verantwortlich. Dieser bestreitet das jedoch.
  • Nach Regierungsangaben wurden bei dem Putschversuch 265 Menschen getötet, darunter 161 regierungstreue Sicherheitskräfte und Zivilisten sowie 104 Putschisten.  Mehr als 2800 Angehörige des Militärs wurden offenbar festgenommen.
  • 7/16/2016 9:11:14 AM   Oliver Georgi
    Die Lage nach dem Putschversuch ist dem türkischen EU-Minister Omer Celik zufolge "zu 90 Prozent unter Kontrolle". Allerdings würden noch einige Armeekommandeure von Putschisten als Geiseln gehalten.
  • 7/16/2016 9:35:23 AM   Oliver Georgi
    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim bezeichnet den Putschversuch als Schandfleck für die türkische Demokratie. Die Nation habe die bestmögliche Antwort für Terroristen gefunden.

  • 7/16/2016 9:42:28 AM   Oliver Georgi
    Die türkische Regierung hat die Lage nach dem Putschversuch nach eigenen Angaben wieder vollständig unter Kontrolle. Das sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Samstagmittag in Ankara. "Unsere Militärkommandeure haben die  Kontrolle."
  • 7/16/2016 10:02:08 AM   Maria Wiesner
    Der türkische Ministerpräsident Yildirim sagt, die Todesstrafe sei in der Verfassung nicht vorgesehen. Die Türkei werde aber Gesetzesänderungen erwägen, um sicherzustellen, dass sich ein Putschversuch nicht wiederholen könne. (Reuters)
  • 7/16/2016 10:24:34 AM   Thomas Holl
    Als Reaktion auf den Putschversuch in der Türkei sind die Sicherheitsmaßnahmen auf der auch von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes verschärft worden. „Es handelt sich um eine routinemäßige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Vereinigten Staaten fliegen von Incirlik aus Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS. Die Bundeswehr hat dort derzeit 240 Soldaten stationiert. Sie beteiligen sich mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Islamisten. „Alle Soldaten sind wohlauf“, betonte der Sprecher. Die Lage sei völlig ruhig. „Es ist unklar, wie lange die höhere Bereitschaftsstufe dauern wird. Aber es dürfte kein Dauerzustand sein.“
  • 7/16/2016 10:32:44 AM   Thomas Holl
    In Nordgriechenland sind die acht Insassen eines dort gelandeten türkischen Militär-Hubschraubers festgenommen worden, wie die griechische Polizeibehörde mitteilt. Die mutmaßlichen Putschisten sollen um Asyl gebeten haben.
     
  • 7/16/2016 10:48:07 AM   Timo Steppat
    Nach Angaben griechischer Militärs haben regierungsfeindliche Kräfte im türkischen Marinestützpunkt Gölcük eine Fregatte gekapert. Der türkische Flottenchef sei als Geisel genommen worden.
     
  • 7/16/2016 11:51:45 AM   Timo Steppat
    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu fordert Griechenland zur Auslieferung von acht Soldaten auf, die sich in einem Militärhubschrauber in den Nachbarstaat abgesetzt hatten. Die im nordgriechischen Alexandroupolis festgenommenen acht Insassen baten nach griechischen Angaben um politisches Asyl.
  • 7/16/2016 12:06:36 PM   Thomas Holl
    Nach ihrer Rückkehr aus Asien wird die Bundeskanzlerin zu dem gescheiterten Putsch in der Türkei eine Erklärung abgeben. Gegen 15.30 Uhr will Angela Merkel im Bundeskanzleramt vor die Presse treten.
  • 7/16/2016 12:10:25 PM   Thomas Holl
    Die von Erdogan angekündigte "Säuberung" der Armee nach dem gescheiterten Putsch gegen ihn geht weiter. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Diyarbakir im Südosten der Türkei sind nach Angaben von Sicherheitskreisen rund hundert Angehörige der Streitkräfte festgenommen worden.
     
  • 7/16/2016 12:13:05 PM   Thomas Holl
    Neben der Armee hat Erdogan nach dem gescheiterten Staatsstreich auch die Justiz in der Türkei im Visier. Mehr als 2700 Richter werden nach dem Putschversuch suspendiert. Das berichtet der Sender NTV unter Berufung auf den Hohen Rat der Richter und Staatsanwälte, der die Gerichte kontrolliert.
     
  • 7/16/2016 1:04:55 PM   Timo Steppat
    Nach dem Putschversuch in der Türkei sind zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats sind festgenommen worden. Ihnen werde Unterstützung des Putsches vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Ob es sich bei den in Ankara Festgenommenen um Richter oder Staatsanwälte handelte, war zunächst unklar.
  • 7/16/2016 1:44:50 PM   Timo Steppat
    Der in den Vereinigten Staaten lebende Kleriker Fethullah Gülen weist jede Verwicklung in den Putschversuch zurück. Er verurteile aufs Schärfste den Umsturzversuch. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Gülen vorgeworfen, hinter dem Putschversuch zu stehen.
    Unterdessen forderte der amerikanische Außenminister John Kerry die türkische Seite auf, Erkenntnisse über den in den Vereinigten Staaten ansässigen Prediger Gülen mit amerikanischen Diensten zu teilen.
  • 7/16/2016 1:51:16 PM   Thomas Holl
    Mehrere ägyptische Medien haben bei der ersten Einschätzung des Putsches in der Türkei deutlich daneben gelegen. Zeitungen wie die staatliche „Al-Ahram“ erschienen am Samstagmorgen mit der Schlagzeile „Das türkische Militär stürzt Erdogan“. Die Zeitung „Youm 7“ veröffentlichte im Internet die „Gründe für den Fall Erdogans“. Unter anderem schreibt das Blatt auf seiner Internetseite, der türkische Präsident gelte als einer der größten Unterstützer von Terrororganisationen wie der Miliz Islamischer Staat (IS). Hinter der Berichterstattung dürften politische Motive stecken. Im Sommer 2013 hatte das ägyptische Militär den frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi nach Massenprotesten gegen ihn abgesetzt.
  • 7/16/2016 1:54:10 PM   Timo Steppat
    Merkel mahnt Demokratie in der Türkei an
    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt die Achtung demokratischer Grundrechte in der Türkei an. Dabei handele es sich um die dafür, gewalttätige Konfrontation und Spaltung zu überwinden, sagte sie am Samstag in Berlin. "Die Demokratie, die die Rechte aller achtet und Minderheiten schützt, ist dafür die beste Grundlage."
  • 7/16/2016 1:57:39 PM   Timo Steppat
    Türkische Regierung riegelt großen Luftwaffenstützpunkt ab
    Die türkische Regierung hat den Luftwaffenstützpunkt in Incirlik in der südlichen Provinz Adana abgeriegelt. Der Stützpunkt wird auch von der Bundeswehr genutzt. Wie das amerikanische Konsulat mitteilt, wurde die Energieversorgung unterbrochen, der Zugang zur Basis und auch das Verlassen des Stützpunktes wurden aus Sicherheitsgründen untersagt. Auf der Basis haben mehrere Länder, darunter Deutschland, Verbände stationiert, die sich am Kampf gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien beteiligen.
  • 7/16/2016 2:23:02 PM   Timo Steppat

    "Die Türkei ist ein Land, mit dem wir eng verbunden sind“

    Die Kanzlerin hat in ihrem Statement den Putschversuch "aufs Schärfste" verurteilt. Zugleich rief sie die Türkei zum rechtsstaatlichen Umgang mit den Putschisten auf. "Uns leitet die Solidarität mit allen politischen Kräften in Regierung und Opposition, die sich genau diesen Werten verpflichtet fühlen“, sagte Merkel. "Gerade im Umgang mit den Verantwortlichen für die tragischen Ereignisse der letzten Nacht sollte sich der Rechtsstaat beweisen.“

    Merkel unterstrich, eine Regierung, die die Rechte aller achte und die Minderheiten schütze, sei die beste Grundlage für die Rückkehr zum inneren Frieden in der Türkei. "Die Türkei ist ein Land, mit dem wir eng verbunden sind“, sagte die Kanzlerin. Man stehe in engem Kontakt mit den deutschen Soldaten auf dem türkischen Militärstützpunkt Incirlik, um jederzeit deren Sicherheit zu gewährleisten.

  • 7/16/2016 2:35:05 PM   Timo Steppat
    Wie geht die Türkei jetzt mit den Putschisten um? In vielen Äußerungen von europäischen Vertretern klingt die Sorge durch, dass sie nicht nach rechtsstaatlichen Prinzipien behandelt werden könnten. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) etwa gab eine Warnung an die türkische Regierung ab: „So erschütternd der Putschversuch ist, den ich mit aller Schärfe verurteile – die türkische Regierung darf dies nicht zum Anlass nehmen, ihrerseits demokratische Grundregeln zu brechen." Ähnliche Anklänge gibt es auch in Merkels Äußerung, die erklärte, die Türkei müsse rasch wieder einen Weg zu Frieden und Ruhe finden – und "demokratische Grundregeln" beachten. Der Grünen-Chef Özdemir sagte, Erdogan könne nun versuchen, seine Alleinherrschaft zu realisieren. Die Gelegenheit sei für den türkischen Präsidenten gut, jetzt Militär und Justiz nach seinen Vorstellungen zu säubern.
  • 7/16/2016 2:41:09 PM   Christoph Schäfer
    Bulgarien hat wegen des Putschversuchs im Nachbarland Türkei vorsorglich 230 Soldaten an die türkische Grenze geschickt. Die Regierung in Sofia treibt allerdings nicht die Sorge vor Putschisten, sondern nach mehr Flüchtlingen um.
  • 7/16/2016 2:42:43 PM   Timo Steppat
    Das türkische Parlament tritt nach dem Putschversuch zusammen: Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal. Während die Lobby des Parlaments durch die Angriffe in Teilen zerstört wurde, ist der Sitzungssaal davon nicht betroffen. (Foto: AP)
     
  • 7/16/2016 3:02:48 PM   Thomas Holl
    Amerika prüft Antrag auf Auslieferung von Gülen
    Für den früheren Erdogan-Verbündeten Fethullah Gülen könnte es nach dem gescheiterten Putschversuch eng werden. Die Vereinigten Staaten würden nach den Worten des amerikanischen Außenministers John Kerry einen türkischen Antrag auf Auslieferung des muslimischen Predigers prüfen. Bisher sei ein solches Ersuchen aus Ankara jedoch nicht eingegangen. Wie Kerry nach Angaben der „Washington Post“ am Samstag weiter sagte, ist Washington dazu bereit, Ermittlungen zu unterstützen, um herauszufinden, wer den Putschversuch in der Türkei angezettelt hat und woher die Unterstützung kam. Er erwarte, „dass Fragen nach Gülen aufgeworfen werden“, zitierte die Zeitung den amerikanischen Chefdiplomaten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch verantwortlich. Gülen, nach einem schweren Zerwürfnis 2013 einer von Erdogans Erzfeinden, lebt in den Vereinigten Staaten. „Offensichtlich laden wir die Regierung der Türkei ein, wie wir es immer tun, uns jegliche legitime Beweise vorzulegen, die einer Prüfung standhalten“, sagte Kerry der „Washington Post“ zufolge.
     
  • 7/16/2016 3:27:20 PM   Catiana Krapp
    Amnesty warnt vor Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei

    Unterstützer des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatten diese bei Demonstrationen gegen den Putschversuch für die Umstürzler gefordert. Andrew Gardner, der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, twitterte: „Die Türkei hat sich vereint, um die Rechte gegen eine vermeintliche Junta zu verteidigen." Eine Wiedereinführung der Todesstrafe würde diesen „Sieg“ zunichte machen.
    Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Samstag auf die Frage eines Journalisten, ob die Todesstrafe wiedereingeführt werden solle, diese sei aus dem türkischen Gesetz gestrichen worden. Es werde jedoch über „zusätzliche Maßnahmen“ diskutiert, die solche „Verrücktheiten“ in Zukunft verhindern sollen. Auch aus der Regierungspartei AKP waren Forderungen laut geworden, über die Todesstrafe für Putschisten zu diskutieren.
  • 7/16/2016 4:24:11 PM   Catiana Krapp
    Die vier wichtigsten Parteien im türkischen Parlament verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung den Putschversuch. Diese Einigkeit sei von unschätzbarem Wert für die Demokratie in der Türkei, heißt es in dem Papier, das vor den Abgeordneten verlesen wird.
     
  • 7/16/2016 4:36:20 PM   Catiana Krapp
    Die türkischen Behörden verhafteten einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge den Oberbefehlshabenden der Zweiten Armee. General Adem Huduti ist der bisher höchstrangige Soldat, der nach dem Putschversuch festgenommen wurde. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya und ist für das Grenzgebiet zu Syrien, dem Irak und dem Iran verantwortlich.
  • 7/16/2016 4:38:26 PM   Christoph Schäfer
    Ebenfalls festgenommen wurde ein Richter des Verfassungsgerichts in Ankara. Alparslan Altan befinde sich in Gewahrsam, meldet der Sender CNN Türk. Zuvor hatte die Regierung mehr als 2500 Richter entlassen.
  • 7/16/2016 4:40:11 PM   Catiana Krapp
    Bei einer Sondersitzung des Parlaments hat Ministerpräsident Binali Yildirim der Opposition und türkischen Bürgern für ihre Unterstützung gedankt. Er erklärte den 15. Juli - den Tag des gescheiterten Putsches - zum künftigen "Demokratie-Festtag". Yildirim sagte am Samstag in Ankara: "Ich bedanke mich einmal mehr bei den Führern unserer Parteien, den Fraktionschefs und allen Abgeordneten." Er betonte zudem: "Ich danke jedem türkischen Bürger, der auf die Straße gegangen ist, um die Demokratie zu verteidigen. Ich bin so stolz, Teil dieser Nation zu sein.
  • 7/16/2016 4:48:11 PM   Catiana Krapp
    Griechenland sagt Auslieferung türkischer Soldaten zu

    Die acht türkischen Soldaten, die sich per Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt haben, sollen nach türkischer Darstellung bald wieder zurückgeschickt werden. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias habe ihm am Telefon die Auslieferung „der acht Verräter“ in kürzester Zeit zugesagt, teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag auf Twitter mit. Athen bestätigte das Telefonat, äußerte sich aber zurückhaltender.
     
    Für die Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, würden die internationalen Regeln gelten, sagte der Sprecher des griechischen Außenministeriums, Stratos Efthymiou, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich ließ Athen die Möglichkeit einer Auslieferung offen: „Es wird sehr ernst genommen, dass die Festgenommenen in ihrem Land der Verletzung der Verfassungslegalität und des Versuches, der Demokratie zu schaden, beschuldigt werden“, heißt es in einer Erklärung des griechischen Außenministeriums.
     
    Die Soldaten waren Samstagmittag mit einem Militärhubschrauber in der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze gelandet. Nach einem Bericht des griechischen Fernsehsenders ERT hatte der Pilot die Erlaubnis für eine Notlandung erbeten und wurde von zwei griechischen Kampffliegern bis zum Flughafen der Stadt begleitet. Die acht Insassen wurden bei ihrer Ankunft von der Polizei festgenommen. Sie hätten sofort politisches Asyl beantragt, hieß es in griechischen Medienberichten.
  • 7/16/2016 5:17:40 PM   Catiana Krapp
    Richterbund: Erdogan beseitigt nach Putsch Gegner in der Justiz

    Der Chef der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, hat der türkischen Führung vorgeworfen mit dem Vorgehen gegen die Justiz nach dem Putschversuch auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmaßliche Unterstützer des Putsches,
    sondern auch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagte Karadag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.
     
    Offiziellen Angaben zufolge wurden in einer ersten Aktion mehr als 2800 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte, zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats - eines der obersten Gerichte - festgenommen. Nach Angaben aus Regierungskreisen befindet sich außerdem ein Richter des Verfassungsgerichts in Gewahrsam. Ferner wurden fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte und mehr als 2700 Richter abgesetzt. Nach Angaben des Gewerkschaftschefs gibt es in der ganzen Türkei schätzungsweise etwa 14 500 bis
    15 000 Richter.
  • 7/16/2016 5:23:42 PM   Catiana Krapp
    Die türkische Polizei hat einen der führenden Generäle festgenommen. Es handelt sich um General Erdal Oztürk, Kommandeur der Dritten Armee.
  • 7/16/2016 5:33:52 PM   Catiana Krapp
    Auch ein hochrangiger Verfassungsrichter wurde am obersten Gerichtshof verhaftet, wie der Sender CNN Turk berichtet. Alparslan Altan ist der bisher oberste Jurist, der festgenommen wird.
  • 7/16/2016 5:35:27 PM   Catiana Krapp

    Die Lufthansa nimmt am Sonntag den normalen Flugbetrieb in die Türkei wieder auf. Von Frankfurt aus sollen Flüge nach Istanbul und Antalya gehen, von München aus werden Ankara, Izmir und Bodrum angeflogen, wie das Unternehmen mitteilt. (Bild: Picture Alliance)

  • 7/16/2016 5:43:36 PM   Catiana Krapp
    Obama ruft zu „gesetzmäßigem Handeln“ in der Türkei auf
     
    Der amerikanische Präsident hat alle Parteien in der Türkei angehalten: „gesetzmäßigem zu handeln“. Aktionen, die zu weiterer Gewalt oder Instabilität führen würden, müssten  vermieden werden, betonte er nach Angaben des Weißen Hauses am Samstag in einer
    Telekonferenz mit seinem Sicherheitsteam und außenpolitischen Beratern.
     
    Obama hatte sie anberaumt, um sich über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch zu informieren. Der Präsident habe bei dieser Gelegenheit seine „unerschütterliche Unterstützung für die demokratisch gewählte zivile türkische Regierung“ geäußert, berichtete das Weiße Haus.
     
    Er habe ferner auf die gemeinsamen Herausforderungen verwiesen, die eine andauernde türkische Kooperation erforderten, hieß es weiter. Dazu zähle der Kampf gegen den Terrorismus.
  • 7/16/2016 5:50:56 PM   Catiana Krapp
    Die Putschisten in der Türkei hatten wohl bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben, so heißt es aus Regierungskreisen. „Die Listen umfassten mehr als 100 Namen“, sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, am Samstag. „Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt.“
     
    Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. „In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen.“ Sie hätten auch versucht, die Satelliten-Infrastruktur zu sabotieren.

    Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten.
  • 7/16/2016 5:56:09 PM   Catiana Krapp
    Der türkische Sender CNN berichtet: Erdogan sagt, diejenigen, die am Putschversuch beteiligt waren, seien ein Tumor im Militär gewesen, von dem es nun gereinigt würde.
  • 7/16/2016 6:08:53 PM   Catiana Krapp
    Erdogan fordert von Obama Auslieferung oder Festnahme Gülens

    Amerika solle den Prediger Fethullah Gülen festnehmen oder ausliefern, verlangte der türkische Präsident bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul. Dabei sprach er Obama direkt an. Wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse dieser handeln.
    Erdogan macht seinen einstigen Verbündeten und heutigen Erzfeind Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Der im US-Exil lebende islamische Prediger hat den Vorwurf zurückgewiesen und den Putschversuch von Teilen des Militärs scharf verurteilt.
  • 7/16/2016 6:10:39 PM   Catiana Krapp
    Die Polizei in Ankara hat einen zweiten Verfassungsrichter festgenommen.
  • 7/16/2016 6:19:25 PM   Catiana Krapp

    Tausende Anhänger Erdogans haben sich zu einer Solidaritätsdemonstration in Istanbul versammelt. Der Protest im Stadtteil Kisikli verlief friedlich, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Erdogan wandte sich laut Staatsfernsehen in einer Ansprache an die Demonstranten. Istanbul ist eine Hochburg der Erdogan-Anhänger; der Staatschef war früher Bürgermeister der Millionenstadt am Bosporus. In Ankara versammelten sich Erdogan-Anhänger vor dem Parlament. (Bild: AFP)

  • 7/16/2016 6:21:15 PM   Catiana Krapp
    Vor seinen Anhängern sagt Erdogan, es könne im Parlament über das Thema Todesstrafe gesprochen werden. Aus der Menge sind Forderungen zu hören, die Putschisten mit dem Tod zu bestrafen.
  • 7/16/2016 6:32:01 PM   Catiana Krapp
    Ägypten blockiert einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats, in dem die Gewalt und die Unruhen in der Türkei verurteilt werden sollten. Die Regierung in Kairo lehnt nach Angaben von Diplomaten insbesondere einen Passus ab, in dem alle Parteien  aufgefordert werden, die "demokratisch gewählte Regierung der Türkei" zu respektieren. Der UN-Sicherheitsrat befinde sich nicht in der Position, zu beurteilen, ob eine Regierung demokratisch gewählt sei oder nicht.
     
  • 7/16/2016 6:36:10 PM   Catiana Krapp
    Der in den USA lebende türkische Geistliche Fethullah Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Er forderte die Bevölkerung der Türkei auf, eine militärische
    Intervention nicht
    in einem positiven Licht zu beurteilen. Eine Demokratie könne durch militärisches Vorgehen nicht erreicht werden, sagt er.
  • 7/16/2016 6:46:19 PM   Catiana Krapp
    Vor seinen Anhängern sagte Erdogan, die Putschisten hätten in Verbindung "mit äußeren Kräften" gehandelt. Zuvor hatte er seinen früheren Verbündeten Fethullah Gülen für den Militäraufstand verantwortlich gemacht.
  • 7/16/2016 7:09:33 PM   Catiana Krapp
    Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz sagte über die Ereignisse in der Türkei, Gewalt führe niemals zu einem friedlichen politischen Machtwechsel. Sie vertiefe stattdessen soziale Brüche. Auf Twitter veröffentlichte Schulz einen Kommentar zu den neuesten Geschehnissen.
  • 7/16/2016 7:35:49 PM   Catiana Krapp
    Die griechische Regierung zögert die Entscheidung darüber hinaus, ob sie acht türkische Soldaten an die Türkei ausliefern soll. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Männer waren in einem Armee-Helikopter aus ihrem Land geflohen und hatten in Griechenland Asyl erbeten. Die türkische Regierung hatte bereits mitgeteilt, die Auslieferung der Männer sei von griechischer Seite zugesagt worden. Das internationale Gesetz schreibt jedoch vor, Auslieferungsforderungen genau zu prüfen. Das griechische Außenministerium habe mitgeteilt, dass die beiden Außenminister der Länder in konstantem Kontakt zueinander stünden, berichtet Bloomberg.
  • 7/16/2016 7:40:49 PM   Catiana Krapp
    Der Chef der größten türkischen Oppositionspartei Cumhuriyet Halk Partisi sagt, seine Partei verurteile offen den Angriff auf die Demokratie. Das twitterte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.
  • 7/16/2016 7:55:44 PM   Catiana Krapp

    Rund tausend Erdogan-Anhänger feiern auf dem Istanbuler Taksim-Platz. Viele schwenken die türkische Flagge und rufen "Gott ist groß", wie eine dpa-Reporterin berichtet. Autos fahren hupend die Unabhängigkeitsstraße entlang. (Bild: Reuters)

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