Die F.A.Z. auf der SXSW 2016

Die F.A.Z. auf der SXSW 2016


  • 3/11/2016 4:27:06 PM   Patrick Bernau
    Noch bevor die Konferenz eigentlich beginnt, geben Projektmanager von "Capital One" einen kleinen Überblick darüber, wie man innovative Projekte startet - und zwar mit besonderem Augenmerk auf den "Confirmation Bias": Wir wollen alle so gerne Recht haben, dass wir Widerspruch oft ignorierern - aber den brauchen wir in der Produktentwicklung dringend.

    Was kann man dagegen tun?

    • Teams aus möglichst unterschiedlichen Leuten zusammensetzen
    • Im Team unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Blickwinkel verteilen
    • Vor allem zwei Rollen seien wichtig: Ein Projektmanager, der das Projekt richtig vorantreibt. Und ein Entwicklungs-Experte ("Designer"), der mit mehreren Projekten arbeitet und deshalb eher die Schwachpunkte sieht.

  • 3/11/2016 6:26:19 PM   Patrick Bernau

    Wer sein Konferenz-Badge abholen will, braucht heute viel Geduld.

  • 3/11/2016 8:31:49 PM   Roland Lindner

    South by Southwest hat auch Platz für abseitigere Themen. Zum Beispiel die Trinkgelddebatte, die der New Yorker Restaurantmogul Danny Meyer ("The Modern") losgetreten hat. Er sagt, bisher geben New Yorker im Schnitt 21 Prozent Trinkgeld, und er will Trinkgelder in seinen Lokalen ganz abschaffen. Damit will er die Ungleichbehandlung von Kellnern und Küchenpersonal beenden. Für die Gäste heißt das höhere Preise auf der Speisekarte. Aber Meyer sagt, es gebe bisher kaum Beschwerden von Kunden. Und auf einmal stünden wieder Köche Schlange, die für ihn arbeiten wollen.

  • 3/11/2016 9:52:55 PM   Patrick Bernau

    Amerikas Präsident Barack Obama hat sich hart gegen eine unknackbare Entschlüsselung von Smartphones ausgesprochen. In der analogen Welt seien die Leute auch damit einverstanden, wenn im Zweifel Unterhosen durchwühlt werden. Es müsse eine Lösung geben, wie eine kleine Zahl an Menschen auf Smartphones zugreifen können - dafür müssten die Techniker sorgen. Generell überschätze die Öffentlichkeit die Möglichkeiten der Geheimdienste seit Snowden (und wegen Filmen und Fernsehserien).

    Die meiste Zeit aber warb er dafür, dass sich Technik-Fans gesellschaftlich engagieren.

  • 3/12/2016 1:08:35 AM   Roland Lindner

    Rayid Ghani von der University of Chicago erzählt in einem Panel über „Big Data“ und Künstliche Intelligenz von einer interessanten Zusammenarbeit seiner Hochschule mit der Regierung, in der es darum geht, Polizeigewalt zu verhindern. Das ist ein sehr brisantes Thema in Amerika, wo es in jüngster Zeit eine Reihe öffentlichkeitswirksamer solcher Fälle mit tödlichem Ausgang gab. Die Universität hilft bei der Entwicklung eines Systems, das durch Auswertung von Daten vorhersagen soll, welcher Polizist zur Gewalt neigen könnte. Zu den Warnsignalen gehört es laut Ghani zum Beispiel, wenn Polizisten in ihrer Arbeit mit mehreren Selbstmorden oder Fällen häuslicher Gewalt konfrontiert waren. Ziel ist es, zu intervenieren, bevor der Polizist tatsächlich selbst im Einsatz gewalttätig wird.

  • 3/12/2016 3:16:33 AM   Patrick Bernau

    Wenn Sie im Alltag gelegentlich den Bass vermissen. Wenn Sie Ihre Umgebung gerne mal leiser stellen würden. Wenn es Ihnen im Flachland an Echo fehlt - dann werden Sie diese neuen Kopfhörer interessieren, die auf der SXSW vorgestellt wurden. Sie nehmen die Umgebungsgeräusche auf und geben sie ans Ohr ab - leicht manipuliert. Das ist bei Konzerten eine Spielerei, die Entwickler wollen aber auch Lärm herausfiltern, zum Beispiel im Flugzeug oder im Großraumbüro. Mal sehen, ob das am Schluss tatsächlich funktioniert.

  • 3/12/2016 3:28:07 AM   Roland Lindner

    Ein selbstfahrendes Auto von Google hat kürzlich zum ersten Mal einen Unfall mitverursacht. „Das war ein harter Tag für uns,“ gab der für das Google-Projekt verantwortliche Manager Chris Urmson in Austin zu. Das Auto prallte vor einer Kreuzung mit einem von hinten kommenden Bus zusammen. Sowohl das Auto als auch der Busfahrer hätten falsche Annahmen getroffen, wie sich der jeweils andere verhalten wird, sagte Urmson. Der Google-Manager gab auch zu, dass dieser Unfall wohl nicht der letzte bleiben wird: „Solche Dinge werden wieder passieren, und wahrscheinlich sogar noch schlimmere.“ Er sagte aber auch, dass Roboterautos unter dem Strich den Straßenverkehr viel sicherer machen würden, denn Menschen würden noch viel mehr Fehler machen. Die Google-Flotte sei regelmäßig mit grobem menschlichem Versagen konfrontiert. „Unsere Autos haben viele, viele verrückte Szenarien gesehen. Die Technologie kann nicht früh genug kommen.“ Jedes Jahre sterben nach seinen Angaben auf der ganzen Welt 1,2 Millionen Menschen im Straßenverkehr.

  • 3/12/2016 4:46:29 AM   Roland Lindner

    „Everybody Dies“ – „Jeder stirbt“: Unter diesem morbiden Titel stand eine Podiumsdiskussion, die sich mit der Frage beschäftigte, was mit der Online-Präsenz von Menschen nach ihrem Tod passiert. Für das dominierende soziale Netzwerk Facebook ist das eine wichtige Frage. Facebook hat mehr als 1,5 Milliarden Mitglieder, und viele Menschen, die seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2004 ein Konto eingerichtet haben, leben heute nicht mehr. John Troyer, der sich an der britischen University of Bath mit sozialen Aspekten des Todes beschäftigt, spekulierte in Austin gar, dass es eines Tages mehr Facebook-Konten von Toten als von Lebenden geben könnte. „Facebook könnte eine große Gedenkplattform werden.“ Ein Stück weit ist Facebook das heute schon. Das soziale Netzwerk hat in jüngster Zeit neue Wege entwickelt, mit dem Tod umzugehen, und hat dafür sogar eine eigene Produktmanagerin, Vanessa Callison-Burch, die ebenfalls auf dem Podium in Austin war. Seit vergangenem Jahr haben Facebook-Nutzer die Möglichkeit, einen sogenannten Nachlasskontakt zu bestimmen, der im Todesfall Zugriff auf das Profil bekommt. Diese Kontaktperson kann zum Beispiel einen Beitrag für das Profil verfassen, das Profilbild aktualisieren und auf neue Freundschaftsanfragen reagieren, zum Beispiel von einem Angehörigen, der vorher noch nicht bei Facebook war. Sie kann allerdings keine Freunde entfernen und auch keine Nachrichten lesen, die der Verstorbene an andere Freunde geschickt hat. Einen Nachlasskontakt kann ein Facebook-Nutzer entweder direkt auf seinem Konto bestimmen oder über sein Testament. Wer seine Facebook-Präsenz auch nach dem Tod beibehalten will, dessen Profil wird in einen Gedenkzustand versetzt. Im Profil steht dann neben dem Namen „In Erinnerung an“. Außerdem zeigt Facebook auf den Profilseiten von Verstorbenen keine Anzeigen. Facebook-Nutzer können allerdings auch verfügen, dass ihr Konto nach ihrem Tod gelöscht wird. Wie Callison-Burch sagte, gibt es aber mehr Nutzer, die einen Nachlasskontakt bestimmen als solche, die ihr Konto gelöscht sehen wollen. Hunderttausende von Facebook-Konten seien mittlerweile im Gedenkzustand.

  • 3/12/2016 5:58:27 PM   Mathias Blumencron
    Es ist ein faszinierend ehrgeiziges Programm der journalistischen Aufrüstung, das die Washington Post nach dem Einstieg von Amazon Gründer Jeff Bezos in Gang gebracht hat. Und das Chefredakteur Martin Baron mit seinem CIO Shailesh Prakash in Austin vorstellt: Fast 300 Journalisten und Techniker wurden eingestellt, Millioneninvestitionen in redaktionelle Tools gesteckt. Das Projekt Loxodo, wie die technische Aufrüstung intern genannt wird, ist ein einzigartiges Programm für redaktionelle Software: Darunter ein Real Time Panel aus 500 Lesern, um die Attraktivität von Stories zu messen, oder Bandido, das aus mehreren Headline- und Bildkombinationen automatisch die bei den Nutzern am besten ankommende wählt und in den Vordergrund schiebt. Es ist eine andere Welt. Und es geht auch deutlich bescheidener. Aber der Spirit, mit dem Journalisten und Techniker gemeinsam an einem journalistischen Produkt der Zukunft arbeiten, ist beeindruckend und vorbildlich.
  • 3/12/2016 6:48:44 PM   Patrick Bernau
    Wann bezahlen Nutzer für Medien? Auf einem Panel mit Vertretern des britischen „Guardian“, des amerikanischen „Slate“ und zwei amerikanischen Podcastern steht ein Satz im Zentrum: weil die Nutzer von Journalismus und Marke begeistert sind. Das klingt nur im ersten Moment selbstverstädnlich. Was in diesem Satz fehlt, ist: Weil sie Artikel lesen und Beiträge hören wollen. Keiner der Anwesenden wollte große Mengen an Beiträgen zahlenden Nutzern vorbehalten. Für Mitglieder gibt es etwas mehr, aber das scheint nicht die entscheidende Rolle zu spielen. Speziell beim „Guardian“ stehe sogar noch mehr im Mittelpunkt, dass Leser eine Agenda verfolgt haben wollen, zum Beispiel eine Recherche.

    Das setzt voraus: Die Medien haben eine starke Marke. Und offen bleibt die Frage: Würden mehr Leser zahlen, wenn es mehr Beiträge nur gegen Bezahlung gäbe?

    Podcast-Manager Erik Diehn allerdings betont: Wenn man Geld von den Lesern bekommt, wird es nicht mehr so wichtig, ob die Beiträge massentauglich sind, damit sie durch Werbung finanziert werden können. Dann lohnen sich manchmal auch Geschichten für kleinere Lesernischen.
  • 3/12/2016 7:28:59 PM   Roland Lindner

    Extra-Security beim „Online Harassment Summit“, einer Sonderveranstaltung zum Thema Belästigung im Internet: Taschen und Rucksäcke werden genau durchsucht, Schilder mahnen zu gutem Benehmen, und am Eingang zu den Veranstaltungen wird man gewarnt: „Sie dürfen ihre Taschen nicht unbeaufsichtigt lassen.“ So streng wie hier geht es sonst nirgendwo auf der SXSW zu. Der Summit ist das Ergebnis einer Kontroverse, die schon vor ein paar Monaten begann. Die Veranstalter nahmen damals zwei Podiumsdiskussionen aus dem Programm, die sich um Online-Belästigung in Videospielen drehen sollten. Begründet wurde dies damit, dass von mehreren Seiten mit Gewalt vor Ort in Austin gedroht wurde. Daraufhin hagelte es Kritik an den Organisatoren, denen vorgeworfen wurde, Redefreiheit zu unterdrücken, und mehrere Medien drohten mit einem Boykott von South by Southwest. Die Veranstalter machten sofort einen Rückzieher. Sie nahmen dabei nicht einfach die gestrichenen Diskussionen wieder ins Programm, sondern ließen sich die eintägige Sonderveranstaltung einfallen. Aber die Sorge um Gewalt blieb, wie die Sicherheitsvorkehrungen zeigen.

  • 3/12/2016 7:47:17 PM   Roland Lindner

    Bei einem Panel zum Thema Privatsphäre waren Vertreter von Google, Facebook und Microsoft – und alle haben sich in deutlichen Worten auf die Seite von Apple geschlagen, als die Sprache auf den gegenwärtigen Streit um Entschlüsselung kam. Apple wehrt sich derzeit vehement gegen die Forderung der amerikanischen Regierung, das Mobiltelefon eines der beiden Attentäter zu entschlüsseln, die im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet haben. Aus der Auseinandersetzung ist eine Grundsatzdebatte über Privatsphäre und Sicherheit geworden. Der bei Google für Privatsphäre zuständige Keith Enright sagte, es sei noch nie vorgekommen, dass die Regierung wie nun im Fall von Apple verlange, dass ein Unternehmen seine Produkte verwundbarer macht. „Wenn wir das tun, wird das unweigerlich von anderen missbraucht werden.“ Dies könne einen „sehr, sehr gefährlichen Präzedenzfall“ schaffen, dessen Konsequenzen heute noch nicht absehbar seien. Enrights Kollegen von Facebook und Microsoft äußerten sich in ähnlichen Worten.

  • 3/12/2016 8:43:52 PM   Patrick Bernau
    Auch die Medizintechnik verspricht Fortschritte. Ein kleiner Streifzug durch die Präsentationen.

    Dieser Filter soll Sulfite und Histamin aus dem Wein herausholen. Das Versprechen: Der Wein schmeckt genauso wie vorher, aber er macht weniger Kopfschmerzen und löst weniger Allergien aus.
    Wenn Sie Schmerzen haben, dann helfen vielleicht sanfte Elektroschocks - hier in Schuhen, die die elektrische Impulse an die Fußreflexzonen schicken.
    ... oder lieber ein Stepper,der das Computerspiel steuert?
     
     

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  • 3/13/2016 3:52:44 PM   Roland Lindner

    Das Berliner Unternehmen Splash präsentiert am Sonntag morgen auf dem Start-Up-Wettbewerb Accelerator. Diesmal waren unter den 48 Firmen, die in sechs Kategorien gegeneinander antreten, drei deutsche Kandidaten, so viele wie noch nie. Der für den Wettbewerb verantwortliche Chris Valentine sagte der F.A.Z., er versuche aktiv, die Veranstaltung internationaler zu machen. Dazu geht er zum Beispiel auf Start-Up-Messen in der ganzen Welt. Splash ist ein Spezialist 360-Grad-Videos, die mit dem iPhone aufgenommen werden können, und bietet dazu eine entsprechende App an. Damit trat das Unternehmen in der Accelerator-Kategorie „Virtual Reality“ an, ebenso wie Spherie aus Hamburg. Ebenfalls im Wettbewerb war das Berliner Unternehmen Lofelt mit einem Armband, das es ermöglichen soll, Musik nicht nur zu hören, sondern zu fühlen, indem es Bassvibrationen durch den Körper fließen lässt. Die drei Unternehmen traten zunächst am Samstag im Halbfinale an, und Splash schaffte es in die Endrunde am Sonntag. Am Abend wird das Unternehmen erfahren, ob es gewonnen hat.

  • 3/13/2016 3:59:29 PM   Patrick Bernau
    Wird Twitter nur von Journalisten und Politikern genutzt? Dieser Satz fällt jedenfalls auch in Austin. Wenn er stimmt, hat Twitter vielleicht noch ein größeres Problem als allgemein angenommen. Denn auch die amerikanischen Journalisten werden etwas Twitter-müde. Die Konferenz widmet eine ganze Diskussion den Nachteilen von Twitter im journalistischen Einsatz. Und der Chef des Online-Medien-Konzerns Vox, Jim Bankoff, sagt gar: Vox hat Teams für alle möglichen Netzwerke, für Twitter aber brauche er keines.
  • 3/13/2016 4:49:58 PM   Roland Lindner

    Obama war in Austin, aber auch Donald Trump kann man hier nicht ganz entkommen.

  • 3/13/2016 4:53:29 PM   Mathias Blumencron
    Der Konflikt zwischen Apple und dem FBI bestimmt viele Panels in Austin. Gehen die Tech-Konzerne mit ihren Rufen nach sicherer und nicht zu knackender Verschlüsselung zu weit? Die Wissenschaftlerin Denis Zheng vom Center for Strategic and International Studies in Washington, ist der Ansicht. Ihr Argument ist bedenkenswert: Wenn Verschlüsselung tatsächlich nicht zu brechen ist, etwa weil der Schlüssel nur in der Hand des Verschlüsselnden liegt, wird dies die Sicherheitsbehörden zu anderen Maßnahmen drängen. Etwa zu einer massiven Zunahme von richterlich genehmigtem Hacking in Endgeräte, Clouds oder andere virtuelle Kanäle und Gefäße, die der Verdächtige nutzt.

    Das würde unangenehme Nebenwirkungen erzeugen. Wenn Konzerne gezwungen werden, ihre Verschlüsselung in Einzelfällen zu brechen, können sie das auf eine kontrollierte und transparente Art tun, etwa indem die Fälle öffentlich gemacht werden. Hackende Ermittler oder Geheimdienstler würden dagegen viel intransparenter vorgehen. Zudem, so mahnt Zheng, wären Finanzdelikte und Geldwäsche, also überwiegend digital durchgeführte Verbrechen kaum noch aufklärbar. Dagegen spricht der Kongress-Abgeordnete und IT-Sicherheitsexperte Will Hurd: "Verschlüsselung ist essentiell für unsere Sicherheit, für Fortschritt und Prosperität. Das FBI hat genug Möglichkeiten, auf anderen Wegen an die gespeicherten Daten heranzukommen. Bis jetzt hat die amerikanische Bundespolizei noch nicht dargelegt, in welchen Fällen Verschlüsselung wirklich die Aufklärung eines Verbrechens verhindert hat."
  • 3/13/2016 5:40:16 PM   Patrick Bernau

    Warum gibt es so viel Hass im Internet? Sean Wojcik ist promovierter Psychologe und analysiert jetzt für den Internet-Verlag Upworthy, was sich durchs Netz verbreitet. Er sagt: Damit irgendetwas in sozialen Netzwerken wahrgenommen wird, müssen die Leute es erst lesen – dazu muss es sie interessieren. Damit es auch weiterverbreitet wird, muss es die Identität des Nutzers ausdrücken. Das sind nicht immer die gleichen Dinge. Sicher ist aber: Verbreitet wird nur, was die Identität des Nutzers ausdrückt. Jetzt kommt ein psychologischer Faktor ins Spiel: Jeder einzelne Beitrag, der diese Identität ausdrückt, stärkt sie. Das könnte Wojciks Ansicht nach ein Mechanismus sein, der die Debatte im Netz polarisiert. Aber was tun? Auch Wojcik hat da keine gute Antwort. Wenn die Menschen hinter den Meinungen in den Vordergrund rücken, wird Hass abgebaut, sagt Wojcik. Aber das ist gar nicht so leicht. Drei kurze Fragen und Antworten haben wir auch im Video.

  • 3/13/2016 6:23:48 PM   Roland Lindner

    Künstliche Intelligenz und Roboter sind ein großes Thema in Austin. Und deshalb wird auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gefragt, ob seine Seite bald von Robotern statt von Menschen gefüllt wird. "Ich glaube nicht, dass das bald passieren wird," sagt er. Wikipedia-Einträge zu verfassen, sei keine so leichte Sache. "Google ist noch nicht einmal in der Lage, einen guten Übersetzungsdienst zu machen. Und das ist für Sachen, die schon geschrieben sind."

  • 3/13/2016 6:57:30 PM   Patrick Bernau
    Ist dieser Flüchtling echt - oder ein Terrorist? Anhand von Spuren im Netz könnte man einen Terroristen-Score ausrechnen, der den Behörden hilft, über das Schicksal des Flüchtlings zu entscheiden. Aber wäre das auch in Ordnung?

    In Austin formiert sich auch eine Bewegung für
    Ethik im Umgang mit Daten. Unabhängig voneinander forderten nicht nur Datenschutz-Aktivisten, sondern auch der Chef-Datenanalytiker der Werbeagentur Publicis
    eine Ethikdebatte. Ob sie zum gleichen Schluss kommen würden, ist unsicher. Aber sie sind gar nicht so weit auseinander.

    Der Daten-Analytiker bemängelt, dass nur 3 von 13 Studiengängen für Datenanalyse
    überhaupt Ethik im Lehrplan haben und fordert einen Ethik-Kodex - bevor irgendetwas größeres schiefgeht.

    Auf dem Datenschützer-Panel sprach sich Nicole Wong, Internet-Anwältin und ehemalige stellvertretende Technikchefin des amerikanischen Präsidenten, gleichzeitig gegen harte Gesetze aus. Der Staat käme der Entwicklung nicht hinterher, zudem sei Regulierung oft zu grob. Vielleicht reiche eine Verpflichtung für Firmen, eine eigene Algorithmen-Kontrolle einzurichten.

    Inzwischen haben wir zu diesem Thema auch einen ausführlicheren Bericht.
  • 3/14/2016 5:32:14 PM   Patrick Bernau
    Sehr beeindruckend, wie Amerikas Regierung mit Startup-Ansätzen die IT in der Verwaltung aufräumt. Gerade hat Obamas IT-Team seine Initiativen vorgestellt: Ein Formular nach dem anderen wandert komplett ins Internet. Neue Polizeistatistiken zeigen, wie oft die Polizei Schusswaffen oder Taser einsetzt. Freiwillige bauen Anwendungen, die zeigen, wo es noch Lebensmittelmärtke gibt und wo die Regierung in ihren Statistiken zu viele hat. Dazu schreibe ich noch mal ausführlicher.
  • 3/14/2016 9:37:06 PM   Patrick Bernau

    Schlangen, Schlangen, Schlangen. Diese hier für das Interview mit Regisseur J.J. Abrams zieht sich noch zwei Etagen weiter nach unten.

  • 3/15/2016 3:54:06 PM   Patrick Bernau
    Schränken Algorithmen unseren freien Willen ein?

    Das war kein leichtes Thema für den Morgen des letzten Konferenztages, aber eine sehr spannende Diskussion. Für den Moment
    teile ich einfach mal die fünf Streitthesen, die als Diskussionsanstoß dienten:
    • Design hat schon immer den freien Willen eingeschränkt. Künstliche Intelligenz ist nicht anders.
    • Künstliche Intelligenz hat keine Agenda. Sie ist nur ein Werkzeug.
    • Wenn etwas einfach zu bedienen ist, ist das (nicht immer?) besser.
    • Algorithmen sind nicht sexistisch oder rassistisch. Das sind die Leute.
    • Freier Wille ist etwas für reiche Leute.


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