Uni-Chat: Was soll ich studieren - Jura oder Medizin?

Uni-Chat: Was soll ich studieren - Jura oder Medizin?

  • 5/17/2016 12:50:57 PM   Uwe Marx
    Noch wenige Minuten, dann startet der dritte Uni-Chat bei FAZ.NET - diesmal zu den Fächern Jura und Medizin. Herzlich willkommen schon jetzt.
  • 5/17/2016 12:58:15 PM   Uwe Marx
    Noch mal zur Erinnerung:
     
    Der Jurist Christoph Möllers von der Humboldt-Uni in Berlin liefert der Bundesregierung Argumente zur Vorratsdatenspeicherung, zur Energiewende oder zum BKA-Gesetz - alles vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie. Ferdinand Gerlach ist so etwas wie Deutschlands oberster Hausarzt. Der Professor für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt am Main leitet auch den Expertenbeirat des Gesundheitsministers.

     

  • 5/17/2016 1:01:47 PM   Uwe Marx
    Als Startfrage ist bei uns gelandet: Stimmt es eigentlich, dass man für beide Fächer zunächst mal furchtbar viel auswendig lernen muss, bevor es ans eigentliche Arbeiten geht?
  • 5/17/2016 1:04:21 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Nein, man muss nicht nur Dinge auswendig lernen, sondern vor allem üben, Fälle zu lösen, also die rechtlichen Problem eines Sachverhalts, der wie eine Geschichte erzählt wird, aufzuarbeiten. Aber es ist richtig, dass man für das Examen sehr viel Stoff auf einmal wissen muss und man dafür schon mehr als ein Jahr Vorbereitung braucht.
  • 5/17/2016 1:06:58 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    „Nur“ nicht, aber auswendig lernen und „pauken“ ist im stark verschulten Medizinstudium allerdings sehr dominant.
     
    Wer eigene Interessen hat, freiwillig bestimmte Fächer vertieft oder zum Beispiel während des Medizinstudiums einer Doktorarbeit schreibt, kann durchaus spannende, neue Dinge erfahren, Fähigkeiten erlernen und eigene Erkenntnisse gewinnen.
  • 5/17/2016 1:07:49 PM   Uwe Marx

    Ein Einwand/eine Frage via Facebook: "Ich behaupte mal, bei 70 Prozent der Studenten ist Medizin nicht der richtige Studiengang. So viel inkompetentes Volk wie damals zu meiner Zivi-Zeit im Universitätsklinikum habe ich seitdem nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Viele sind komplett ungeeignet und einfach nicht geschaffen für diesen Job, auch wenn er prestigeträchtig ist." Stimmt das?

     

  • 5/17/2016 1:08:56 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Es kommt darauf an, was bzw. wen Sie für „geeignet“ halten. Psychiater, Chirurgen oder Rechtsmediziner benötigen zum Beispiel völlig unterschiedliche Eigenschaften. Das Schöne an der Medizin ist gerade, dass das Spektrum enorm weit ist. Wichtig ist letztlich, dass Ärzte auch tatsächlich ihren Fähigkeiten entsprechend arbeiten. Da habe auch ich manchmal das Gefühl, dass es besser passen könnte …
  • 5/17/2016 1:10:37 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Ist Arzt bzw. Jurist sein eine Berufung? Oder sind das Berufe, für die eine simple Neigung reicht? Wie sehen Sie das?

    -Lisa
    Jurist ist, glaube ich, als solches keine Berufung, weil die Tätigkeiten, die man als Jurist ausüben kann, so unterschiedlich sind. Es gibt schon Leute, die dazu berufen zu sein scheinen, als Strafverteidiger oder Richterin zu arbeiten, aber das entdeckt man vermutlich erst später im Studium oder im Referendariat. Wie es ja überhaupt eines der Probleme der Studienwahl ist, dass man gar nicht so genau weiß, was man gut kann. Da ist es nicht schlecht, dass das Jurastudium die Wahl der eigentlichen Beschäftigung einigermaßen offen lässt.
  • 5/17/2016 1:11:21 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Ist Arzt bzw. Jurist sein eine Berufung? Oder sind das Berufe, für die eine simple Neigung reicht? Wie sehen Sie das?

    -Lisa
    Sie können als Arzt auch einfach nur einen „Job“ machen. Für Sie selbst und vor allem Ihre Patienten, die das genau spüren, macht es aber viel mehr Spaß wenn der Beruf Ihre Berufung ist. Wenn es Sie dazu drängt und Sie sich mit Ihrer Aufgabe identifizieren geht es leichter, Sie sind zufriedener und auch sehr viel besser.
  • 5/17/2016 1:12:27 PM   Uwe Marx

    Über Twitter erreichte uns die Überlegung „Jura oder Medizin – Warum nicht beides?“ Was meinen Sie?

  • 5/17/2016 1:13:02 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Man kann beides studieren, wenn man sehr schlau, sehr fleißig und sehr gut organisiert ist; aber man führt dann eher das Leben eines gestressten Workaholic als das eines Studenten.
  • 5/17/2016 1:14:01 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Beide Studiengänge gleichzeitig wären eine enorme Belastung. Das schaffen nur wenige. Hintereinander klappt eher, dauert aber länger.
  • 5/17/2016 1:15:43 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    An Medizin-Professor Gerlach:Wie lange dauert ein Studium in der Rechtsmedizin?

    -Jacqueline
     
    Es gibt kein Studium der Rechtsmedizin. Das Medizinstudium dauert mindestens 6 Jahre (12 Semester). Erst danach kann man eine Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie oder Rechtsmedizin absolvieren.
  • 5/17/2016 1:17:41 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Was gibt es für Optionen direkt nach dem Medizin-Studium? Kann man auch erstmal ins Ausland?

    -Johanna
     
    Sie haben nach dem Medizinstudium alle Optionen: Inland, Ausland, Klinik, Praxis, Forschung, Industrie … Die Welt steht Ihnen offen.
  • 5/17/2016 1:20:25 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Ist es ratsam ein BWL und ein Jura Studium zu kombinieren, wenn man in die Richtung des Finanzrechts gehen will oder ist das nicht notwendig?

    -Aulo
    Es gibt Gebiete, bei denen sich eine solche Kombination anbietet, insbesondere das Unternehmenssteuerrecht versteht man wohl nicht ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse. "Finanzrecht" ist aber erstmal ein untechnischer Sammelbegriff für vielerlei. Für das Finanzverfassungsrecht braucht man eher etwas Volkswirtschaftslehre. Es ist auch nicht immer zwingend, einen eigenen Abschluss anzustreben, wenn man nebenher Vorlesungen hören und Scheine machen kann. Nicht besonders gut sind nach meiner Erfahrung die Wirtschaftsvorlesungen für Juristen (wie auch umgekehrt die Juravorlesungen für Ökonomen).
  • 5/17/2016 1:21:21 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Wie sieht es eigentlich mit der Wissenschaft aus; bietet das Medizinstudium gute Möglichkeiten in der Forschung zu arbeiten, oder ist man hauptsächlich praktizierender Arzt.

    -Schmorf
    Das Medizinstudium ist ein wissenschaftliches Universitätsstudium. Der Anspruch ist, dass die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Unterricht vermittelt werden und Sie auch schon im Studium eigene wissenschaftliche Erfahrungen sammeln. Das kommt derzeit noch etwas zu kurz und soll zukünftig noch intensiviert werden.
  • 5/17/2016 1:23:20 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Medizin Professor Gerlach:Ich würde gerne Medizin studieren, aber ich weiß das mein Abiturschnitt nicht ausreichen wird, wie kann ich es trotzdem schaffen?

    -Jacqueline
    Es gibt dazu mehrere Optionen. Diese reichen von der Verpflichtung bei der Bundeswehr über ein Auslandsstudium, die Teilnahme an einem Zulassungstest bis hin zum Setzen auf die Wartezeit, die einen schrittweisen Bonus ergibt.
  • 5/17/2016 1:25:49 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Welche Voraussetzungen muss ein Jurist mit sich bringen? Abgesehen von guten Noten meine ich.

    -Leon
    Man sollte sprachbegabt sein, gerne Entscheidungen treffen und in der Lage sein, für eine längere Zeit am Stück eine Menge Stoff zu lernen. Neugierde für gesellschaftliche und politische Probleme dürfte auch nicht schaden.
  • 5/17/2016 1:26:27 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Greift man im Arztberuf sehr oft auf das Studium zurück, oder ist das Zurückgreifen auf praktische Erfahrung (auf Basis des erlernten Grundwissens) doch wichtiger?

    -Richard
    Es ist beides sehr wichtig. Im Studium werden die Grundlagen gelegt. Da aber das Wissen in der Medizin sich ständig erweitert ist ein (berufs-)lebenslanges Lernen und Trainieren seiner Fähigkeiten unverzichtbar.
  • 5/17/2016 1:28:06 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Woran erkennt man, dass man eben nicht für ein Jura- bzw. Medizinstudium geeignet ist?

    -N.
    Das ist eine schwierige Frage, weil manche Studierende erst später mit dem Studium zurechtkommen, um es dann erfolgreich abzuschließen. Man sollte sich aber von Anfang fragen, ob es auch Spaß macht; wenn es eine reine Quälerei bleibt und man nach den ersten drei Semestern sehr schlecht war, sollte man ernsthaft überlegen, es aufzugeben. Vorher sollte man sich vor allem fragen, ob man wirklich Lust hat, es zu studieren. Wenn es nur eine Notwahl ist, ist es vermutlich nicht das Richtige.
  • 5/17/2016 1:28:45 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Woran erkennt man, dass man eben nicht für ein Jura- bzw. Medizinstudium geeignet ist?

    -N.
     
    Das ist sehr schwer zu entscheiden. Wenn Sie Zweifel haben, sollten Sie Praktika im späteren Berufsfeld machen und dabei unter anderem auf Ihr Bauchgefühl hören. Ein jahrzehntelanges Arbeiten in einem Beruf funktioniert nur dann, wenn man nicht ständig gegen einen inneren Widerstand arbeitet.
  • 5/17/2016 1:31:10 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Medizin-Professor Gerlach:Wie sehen die Examen im Medizin Studium aus? Welche Aufgaben gibt es zum Beispiel?

    -Jacqueline
    Es gibt theoretische Multiple-Choice-Prüfungen mit fünf verschiedenen Lösungsmöglichkeiten – von denen meist nur eine richtig ist und es gibt mündlich-praktische Prüfungen mit Patienten. Dabei kommt es darauf an, den Patienten zu untersuchen, die richtige Diagnose zu stellen und einen angemessenen Therapievorschlag zu machen.
  • 5/17/2016 1:32:34 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    An Professor Möllers: Was hat es mit dem "abschichten" von Examens-Klausuren auf sich?

    -Fabricio
    Gute Frage. Es geht vermutlich darum, ob man erst die Schwerpunktbereichsprüfung oder die eigentlichen Staatsexamensklausuren hinter sich bringt. Auf diese Frage gibt es keine allgemein richtige Antwort.
  • 5/17/2016 1:33:59 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Gerlach:Kennen Sie sich mit der Plastination aus? Wie kommt man zu dem Beruf "Präparator" und welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

    -Jacqueline
    Dafür ist kein Studium der Medizin erforderlich. Präparator ist ein Hilfsberuf in der Anatomie.
  • 5/17/2016 1:35:29 PM   Uwe Marx
    Eine Frage, die immer wieder auftaucht: Welche Universitäten in Deutschland sind die besten, um Medizin bzw. Jura zu studieren?
  • 5/17/2016 1:36:17 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Das ist eine Frage, die ich ungern beantworte, weil natürlich jeder seine eigene Uni für sehr gut hält. Grundsätzlich kommt es am Anfang des Studiums mehr auf Überschaubarkeit und Betreuungsrelation an, die oft in kleinen Unis besser sind; nach dem Grundstudium weiß man, was einen interessiert, dann sollte man sehen, wo es zu den eigenen Themen die besten Angebote sind.
  • 5/17/2016 1:37:42 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Es gibt aktuell 38 Medizinfakultäten an denen Sie in Deutschland Medizin studieren können. Jede hat Stärken und Schwächen. Einige haben vielleicht tolle Physiologievorlesungen, andere sind gut in einem anderen Fach. Manche haben großzügige Bibliotheken, andere gute Sportangebot. Es gibt keinen allgemeinen Geheimtipp.
  • 5/17/2016 1:39:36 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Wie lange bereitet man sich als Jurist auf einen Fall vor? Ich nehme an man verbringt die meiste Zeit mit Recherche.

    -Paul
    Als Student bereiten sie sich gar nicht vor, sondern bekommen einen aufbereiteten Sachverhalt, der aus ein bis zwei Seiten besteht. Als richtiger Jurist müssen Sie die Akten eines Falls studieren, die von ein paar Seiten bis in die Tausende gehen können. Da kommt es auch auf ihre Schnelligkeit an, aber das kann schon Wochen oder Monate brauchen. Manche Anwälte ermitteln auch Sachverhalte selbst, das kommt aber nicht so häufig vor. In der Regel weiß der Mandant alles, was zu wissen ist.
  • 5/17/2016 1:40:20 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Warum beträgt der Frauenanteil im Medizinstudium mittlerweile über sechzig Prozent? Kann es sein, dass unser Bildungssystem männliche Jugendliche benachteiligt? Schließlich gibt es nach wie vor genug männliche Studieninteressierte für Medizin.

    -Julius Krull
     
    Aktuell liegt der Frauenanteil im ersten Semester bei bundesweit ungefähr 63 Prozent. Die genauen Ursachen sind unklar. Ein (!) relevanter Grund: Mädchen haben im Durchschnitt bessere Abiturnoten und da die Abiturnote ein maßgebliches Kriterium für die Zulassung zum Medizinstudium ist, haben sie bessere Chancen.
  • 5/17/2016 1:41:55 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Die Wartezeit beim Medizinstudium beträgt mittlerweile sieben Jahre. Kommt das nicht einem faktischen Berufsverbot ziemlich nahe?

    -Julius Krull
     
    Derart lange Wartezeiten sind in der Tat unzumutbar und zerstören Lebenschancen. Es gibt aktuell Bestrebungen das Zulassungssystem zu ändern und solche Auswüchse zukünftig (hoffentlich) zu begrenzen.
  • 5/17/2016 1:44:30 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    An Prof. Möllers: Wie schätzen Sie die beruflichen Perspektiven eines angehenden Volljuristen mit Berufsziel 'Rechtsanwalt', angesichts der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Automatisierung von Arbeitsabläufen? Ist ein Universitätsstudium, so wie heute ausgestaltet in der Lage die notwendigen 'digitalen' Kompetenzen zu vermitteln?

    -Emil
    Ich glaube, das Problem sind weniger die digitalen Kompetenzen. In deren Vermittlung sind die Unis sicherlich nicht sonderlich gut, aber die lassen sich vielleicht auch gar nicht richtig im Wege eines Studiums vermitteln. Das wirkliche Problem scheint mir dass auch juristische Tätigkeiten relativ bald durch digitale Systeme ersetzt werden dürften. Das gilt eher für Routinetätigkeiten, aber davon sind sicherlich auch Dinge umfasst, die etwa Rechtsanwälte tun: Durchsicht von Unterlagenkonvoluten, formalisierte Anträge, Schadensregulierung. Das könnte trotz der allgemein ganz guten Aussichten bedeuten, dass auch hier ein guter Teil des Arbeitsmarktes wegbricht. Freilich weiß wohl niemand wirklich, wie schnell das gehen wird.
  • 5/17/2016 1:45:11 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Ist es realistisch mit 31 Jahren Medizin zu studieren oder gibt es zu großes Konfliktpotential wegen des Altersunterschieds?

    -Julius Krull
     
    Nein, das ist nach meiner persönlichen Erfahrung überhaupt kein Problem.
  • 5/17/2016 1:46:51 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Was sind die Vorteile als Mediziner in einer größeren Stadt zu arbeiten? (Warum die Landflucht?)

    -Domerich
    Die Frage muss zukünftig anders gestellt werden: So gibt es zum Beispiel auch die Option, mit dem Partner in einer Stadt zu leben und nur an bestimmten Tagen in einem ländlich gelegenen Gesundheitszentrum zu arbeiten. Das Leben auf dem Land hat ansonsten auch viel Vorteile: gesunde Natur, Ruhe, günstigere Häuser …
  • 5/17/2016 1:47:12 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    An Professor Möllers: Was halten Sie persönlich von privaten Jura-Fakultäten wie der Bucerius- oder der EBS Law School? Bieten diese einen signifikanten Vorteil gegenüber staatlichen Universitäten?

    -Fabricio
    Das Niveau ist auch zwischen diesen beiden recht unterschiedlich. Man kann aber auf jeden Fall auch an einer privaten Fakultät sehr gut Jura studieren, unter Umständen mit besseren Studienbedingungen als an vielen öffentlichen Unis. Was mir persönlich gefehlt hätte, wären die anderen Fakultäten und die Kommilitonen, die ganz andere Sache machen als Jura.
  • 5/17/2016 1:49:12 PM   Uwe Marx
    Eine Frage an beide:
    In welchem Berufsfeld sehen Sie im Moment (d.h. für diejenigen, die sich in naher Zukunft für ein Studium entscheiden) größere Chancen, aber auch einen größeren Bedarf - in dem eines Juristen oder eines Arztes?

    -N.
  • 5/17/2016 1:49:30 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Das kann ich gar nicht beurteilen. Man sieht nur, dass die Nachfrage auf absehbare Zeit für Juristen recht gut ist.
  • 5/17/2016 1:50:01 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Das lässt sich so pauschal nicht sagen: Ärzte werden in einer Gesellschaft des längeren Lebens definitiv auch zukünftig gebraucht – bei Juristen bin ich mir da nicht ganz soooo sicher. ;-)
  • 5/17/2016 1:51:29 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Gerlach,Was ist besonders wichtig bei einem Medizinstudium und worauf sollte man achten?

    -Jacqueline
     
    Je nach Blickwinkel. Im Studium sind Biss, Durchhaltevermögen, Stresstoleranz und ein gutes Gedächtnis hilfreich. Im Interesse der späteren Patienten sollten Ärzte empathisch sein, zuhören können und überhaupt gute Kommunikations-Fähigkeiten haben.
  • 5/17/2016 1:56:37 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    Ich finde Medizin ist ein sehr spannendes Fach und der menschliche Körper interessiert mich auch sehr. Es war eigentlich immer mein Wunsch es auszuprobieren. Jedoch war ich mir auch nie sicher, ob ich darin aufgehen würde. Wie kommt Ihre Begeisterung für den Studiengang zustande?

    -Dominik R
     
    Ob man darin aufgeht kann man ja auch erst dann wirklich feststellen, wenn man es selbst ausprobiert hat. Ich persönlich arbeite gerne mit Menschen und bin „Generalist“. Ich bin begeistert, wie viele verschiedene Möglichkeiten mir die Medizin bietet.
  • 5/17/2016 1:57:07 PM   Uwe Marx
    An Herrn Möllers kommt die Frage rein: Ist es sinnvoll, nach dem ersten Staatsexamen einen Job anzunehmen, oder sollte man das zweite in jedem Fall dranhängen?
  • 5/17/2016 1:57:29 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    Das hängt sehr davon ab, wie Sie sich fühlen, ob Sie Abwechslung brauchen oder nicht. Generell schadet es nicht, mal ein, zwei Jahre etwas Anderes zu machen, nur verblasst das Wissen irgendwann - und man braucht das Wissen vom ersten Examen auch für das zweite.
  • 5/17/2016 1:59:10 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    An Professor Gerlach: Was ist Ihre Meinung zu den Studienmöglichkeiten im Ausland (Ungarn, etc.)?

    -Christoph
     
    Das ist eine Option für diejenigen, die in Deutschland keinen Studienplatz bekommen. Über die Qualität des Studiums dort kann ich persönlich nichts sagen.
  • 5/17/2016 2:01:45 PM   Professor
    • Ferdinand Gerlach
    An Herrn Gerlach: wieso wird die Zahl der Ärzte in Deutschland künstlich klein gehalten? Warum wird die Konkurrenz nicht zugelassen? Warum hängt die deutsche Ärzte-Lobby so fanatisch am Numerus-Klausus? Es gibt viele Studiengänge, die sicherlich teurer sind, als der der Medizin. Herzlichen Dank!

    -Christopher
    Das ist so nicht richtig. Die Zahl der Ärzte steigt jedes Jahr kontinuierlich an und liegt – bezogen auf die Zahl der Einwohner – über dem internationalen Durchschnitt.
     
    Ein Medizinstudium ist mit rund 200.000 € je Studienplatz sehr teuer. Das Geld fällt nicht vom Himmel, sondern wird von den Bürgern aus Steuermittel finanziert. Da uns zum Beispiel Ingenieure fehlen, muss in einem gesellschaftlichen Konsens entschieden werden, was dringender ist.
     
    Über den Numerus clausus kann man diskutieren: Ich wünsche mir ebenfalls, dass andere Zulassungskriterien stärker gewichtet werden.
  • 5/17/2016 2:03:29 PM   Professor
    • Christoph Möllers
    An Prof. Möllers: Wie sehen Sie die Chancen für Jemanden, der sich mit 27 – nach einem sehr erfolgreichen Erststudium der Philosophie – entscheidet noch Jura zu studieren hinsichtlich der Chancen für eine wissenschaftliche Laufbahn oder die Arbeit im Staatsdienst?

    -Maik
    Ein Freund von mir ist auch so spät eingestiegen und heute ist er Jura-Prof. Das geht, wenn man es strukturiert und diszipliniert angeht. Man sollte sich machbare zeitliche Ziele setzen und schauen, ob man sich so einer Biographie anfreunden kann.
  • 5/17/2016 2:06:49 PM   Uwe Marx
    Eine originelle Frage - wieder an beide:
    An beide Herren: Haben Sie Ratschläge, wie man sein Gedächtnis trainieren kann, solche Stoffmengen langfristig abzuspeichern? Wie haben Sie "gelernt"? Liebe Grüße

    -Melanie
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