Uni-Chat: Was soll ich studieren - VWL oder BWL

Uni-Chat: Was soll ich studieren - VWL oder BWL

  • 4/19/2016 12:33:48 PM   Uwe Marx
    In einer knappen halben Stunde geht es also los. So gesehen: Nichts wie her mit den Fragen, wir freuen uns auf einen intensiven Austausch.
  • 4/19/2016 12:44:35 PM   Uwe Marx
    Herzlich Willkommen auch unseren beiden Experten. Und zur Erinnerung an alle, die Fragen an sie haben: Professor Lars Peter Feld lehrt Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und leitet das Walter-Eucken-Institut, eine liberale Denkfabrik. Er berät als „Wirtschaftsweiser“ die Bundesregierung.
    Außerdem hat er drei Söhne bei der Studienwahl beraten.
    Professor Christian Homburg, Betriebswirt aus Mannheim, gilt als Marketingforscher mit internationaler Ausstrahlung. Auf seinen Rat hören auch viele Manager.
  • 4/19/2016 12:51:21 PM   Uwe Marx
    Und wer die beiden Herren schon etwas näher kennenlernen möchte: Hier geht's zum FAZ-Uni-Ratgeber
  • 4/19/2016 12:59:54 PM   Uwe Marx
    Eine erste Frage aus der Redaktion - die wir uns hier schon lange stellen: Welche ist denn nun die Königin unter den Wirtschaftswissenschaften: BWL oder VWL?
  • 4/19/2016 1:00:36 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Natürlich BWL! Aber ernsthaft: VWL und BWL sind Fächer, die sich gegenseitig ergänzen. In jedem Falle halte ich es für gut, im Rahmen eines BWL-Studiums auch ausreichend VWL-Fächer zu berücksichtigen und umgekehrt.
  • 4/19/2016 1:00:38 PM   Professor
    • Lars Feld
    Natürlich die VWL, was soll ich als Volkswirt sonst sagen? :D Ernsthaft: Die VWL greift umfassender auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu und nimmt vor allem die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt, wie auch immer gemessen, in den Blick.
  • 4/19/2016 1:03:23 PM   Uwe Marx

    Über Facebook erreicht uns die Frage: Wie soll man ohne Vitamin B mit einem BWL- bzw. VWL-Studium Arbeit finden?

  • 4/19/2016 1:04:09 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Ihre Frage zeigt, dass Sie die Rolle von "Vitamin B" sehr stark überschätzen. Studieren Sie an einer guten Universität, studieren Sie mit internationalem Fokus und reichern Sie Ihr Studium hinreichend mit Praktika an. Haben Sie darüber hinaus vernünftige Noten, wird es für Sie kein Problem sein mit einem BWL-Studium Arbeit zu finden.
  • 4/19/2016 1:04:55 PM   Professor
    • Lars Feld
    Fürs VWL-Studium gilt: Indem man gut ist und hart arbeitet. Das kann man
    potentiellen Arbeitgebern natürlich signalisieren, z.
    B. durch Praktika, Auslandserfahrung
    (Teilnahme an einem Erasmus-Programm), besondere Studieninhalte (Sprachen,
    interdisziplinäre Angebote usw.
    ) fachfremde Weiterbildungen oder ehrenamtliches
    Engagement.

  • 4/19/2016 1:06:13 PM   Uwe Marx
    Wiederum aus Facebook: Es gibt an fast jeder Universität BWL und VWL. Damit gibt es eine Vielzahl an Absolventen. Was ist der beste Plan im Studium um im Anschluss einen guten Job zu bekommen? Schnell fertig werden? Viele Praktika? Gute Noten? Vertiefungen?
  • 4/19/2016 1:06:56 PM   Professor
    • Lars Feld
    Gute Noten, Praktika, besondere Studieninhalte sind wichtig.

  • 4/19/2016 1:07:15 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Ich würde darauf Wert legen, zügig zu studieren, aber nicht schnellstmöglich fertig zu werden. Des Weiteren würde ich anstreben, an einer guten Universität zu studieren, viele gute Praktika zu absolvieren und ordentliche Noten (nicht immer unbedingt sehr gute!) zu haben. Darüber hinaus würde ich versuchen, mindestens ein Semester an einer ausländischen Universität zu studieren. Die Auswahl der Vertiefungen ist sehr wichtig. Hier sollte man unbedingt auf die Passung zu Ihrer Person Wert legen.
  • 4/19/2016 1:08:21 PM   Uwe Marx
    Wer langfristig eine Führungsposition in einem Unternehmen anstrebt, sollte wohl eher BWL studieren, wer vielleicht eher aus Interesse an Wirtschaft und Politik darüber nachdenkt, eines dieser beiden Fächer zu studieren, wählt sicher lieber VWL. Stimmen Sie dem zu?

  • 4/19/2016 1:08:56 PM   Professor
    • Lars Feld
    Ob man in eine Führungsposition kommt, hängt von so
    vielen Faktoren ab, dass die Frage, welches Wirtschaftsstudium man genau
    gewählt hat, in den Hintergrund tritt.
    Aber natürlich spielt die Universität, also der Studienort, nicht zuletzt aufgrund von Netzwerkeffekten durchaus eine
    Rolle.
  • 4/19/2016 1:09:04 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Ja.
  • 4/19/2016 1:10:19 PM   Professor
    • Christian Homburg



    Es ist schön zu erfahren, was ich für das BWL- und VWL-Studium brauche. Dennoch interessiert mich vor allem: Was mache ich später im Beruf? Wie kann es aussehen und wie kann man sich weiterbilden?Molleam 14:41

    Mit Betriebswirtschaftslehre haben Sie ein extrem breites Spektrum an Optionen.
    Wenn Sie sich beispielsweise auf Marketing und Vertrieb spezialisieren, so können Sie mit einer Funktion im Marketing starten (z.B. Produktmanagement, Brandmanagement, Preispolitik) oder im Vertrieb (z.B. im Vertriebsaußendienst, Key Account Management). Im Finance-Bereich stehen natürlich ganz andere Optionen im Vordergrund, z.B. im Bereich Finanzen, Treasuring usw.. Weitere mögliche Schwerpunkte sind Personalwesen sowie der Bereich Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung. Die Optionen sind also entsprechend Ihrer Vertiefungsrichtung extrem weit. Weiterbildungsmöglichkeiten existieren z.B. durch das Absolvieren eines MBA-Studiengangs (ca. 3-5 Jahre nach dem Studienabschluss) oder eines "Executive MBA"-Studiengangs (ca. 8-10 Jahre nach dem Studienabschluss).
  • 4/19/2016 1:10:52 PM   Professor
    • Lars Feld

    Welche Universitäten sind die besten für BWL und VWL?Lukasam 15:01

    Für VWL: Mannheim, München, Bonn, Frankfurt, Köln, Heidelberg in Deutschland, die Uni Zürich und die Uni St. Gallen in der Schweiz sowie die Uni Wien in Österreich. Aber es gibt je nach Spezialisierung sehr gute kleinere Unis, wie z.B. die Uni Innsbruck, die Uni Dresden oder die Uni  Freiburg.
  • 4/19/2016 1:13:16 PM   Professor
    • Christian Homburg


    Welche Universitäten sind die besten für BWL und VWL?Lukasam 15:01

    Für BWL würde ich an 1.
    Stelle die Universität Mannheim nennen.  Darüber hinaus sind Universitäten wie Köln, Münster und Frankfurt sicherlich gute Adressen. Schließlich würde ich auch die WHU als private Hochschule als sehr attraktiv einschätzen.

  • 4/19/2016 1:14:03 PM   Professor
    • Lars Feld


    An Herrn Feld: In der Öffentlichkeit dominieren Keynesianer wie Krugman, Stiglitz und Piketty den Diskurs. Ist das in der akademischen Welt auch so?Lukasam 15:07

    In der akademischen Welt ist das anders. Der Zeitgeist in der Politik schwemmt zurzeit vor allem Keynesianer in die öffentliche Wahrnehmung. Im akademischen Bereich lassen sich viele Ökonomen gar nicht zuordnen. Dies gilt insbesondere für Mikroökonomen und Verhaltensökonomen. Der Mainstream in der Makroökonomik ist zur Zeit die neokeynesianische Denkrichtung. Aber das lässt eine riesige Bandbreite zu, von John Taylor in Stanford, der eine Regelbindung der Geldpolitik will, bis zu Paul Krugman, dem die heutige Liquiditätsschwemme nicht genug ist. In Deutschland dürften Volker Wieland und Marcel Fratzscher sich in einem ähnlichen  Spektrum befinden.
  • 4/19/2016 1:16:52 PM   Professor
    • Lars Feld

    Hallo, wird im VWL Studium auch globale Ökonomie behandelt? Und auf welche Aspekte der Ökonomie wird der Fokus gesetzt? Ist es zum Beispiel möglich sich auf Keynes Theorie zu spezialisieren?Tabea M.am 15:09

    Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, der
    Globalisierung, aber auch internationaler Finanz- und Kapitalmärkte stehen im Zentrum des VWL-Studiums.
    Man kann sich rein auf Keynes konzentrieren, kommt damit aber nicht weit. Keynes und die heutige neokeynesianische Denkrichtung sind wesentlich für die heutige Makroökonomie. Aber man muss dabei schon mehr kennen als nur Keynes, um Prüfungen in Makroökonomie zu bestehen.
  • 4/19/2016 1:17:51 PM   Professor
    • Lars Feld


    Ist VWL eine gute Voraussetzung für den politischen Journalismus?Annaam 15:13

    Ich finde schon. Allerdings werden viele Wirtschaftsabsolventen die heutigen Gehälter im Wirtschaftsjournalismus zu mickrig finden.
  • 4/19/2016 1:19:08 PM   Professor
    • Lars Feld


    Wie beurteilen Sie einen Auslandsaufenthalt vor dem Beginn des Studiums zur Vertiefung seiner Englisch-Kenntnisse?AMG Bensbergam 15:13

    Wenn man weiß, was man studieren will, dann hilft ein Kurzaufenthalt für ein Sprachenstudium schon. Aber ich würde deshalb den Studienbeginn nicht verschieben. Man kann zudem Wirtschaftsenglisch an vielen Universitäten zusätzlich belegen.
  • 4/19/2016 1:22:40 PM   Uwe Marx
    Aus Facebook erreicht uns diese Frage: Man hört sehr viele unterschiedliche Meinungen, was besser ist: FH oder Uni? Wie sehen Sie das?
  • 4/19/2016 1:22:51 PM   Professor
    • Lars Feld
    Uni natürlich. Aber es hängt letztlich von den eigenen Vorlieben und Fähigkeiten ab. Die FH ist immer noch verschulter, liefert mehr Struktur und ist in vielen Fächern anwendungsorientierter.

  • 4/19/2016 1:23:20 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Gibt es irgendwelche großen Unterschiede zwischen den beruflichen Laufbahnen von VWLern und BWLern?Florian Fuchsam 15:08
    Ja. Die beiden Fachrichtungen legen in der Regel deutlich unterschiedliche Laufbahnen fest. Bei BWLern ist in aller Regel eine Laufbahn in einem Unternehmen der normale Weg. Volkswirte sind dagegen sehr viel stärker in öffentlichen Institutionen tätig.
  • 4/19/2016 1:24:30 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Man hört oft, dass das BWL-Studium sehr "überlaufen" ist und dass viele, die nicht wissen, was sie machen sollen, BWL studieren. Ist dem wirklich so? Und wenn ja wie sind die Perspektiven nach dem Studium?Nickam 15:08

    Der Eindruck, den Sie beschreiben, ist aus meiner Sicht nicht von der Hand zu weisen. Man begegnet in der Tat in der BWL recht häufig Studenten, die ihr wahres Studieninteresse noch nicht gefunden haben.  Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Die Begeisterung
    für ein Studienfach kann sich auch während des Studiums einstellen. In jedem Fall würde ich mich, falls Sie ein ernsthaftes Interesse an BWL haben, hiervon nicht abschrecken lassen.

  • 4/19/2016 1:24:42 PM   Professor
    • Lars Feld


    muss man sich eigentlich zwischen BWL und VWL entscheiden? Zum beispiel in Friedrichshafen (sehr gut im CHE ranking) gibt es ein Studiengang Wirtschaftswissenschaften mit bwl und Vwl Inhaltenfelixam 15:18

    Tatsächlich gibt es integrierte wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Aber letztlich erfolgt die Entscheidung dort über die gewählte Vertiefung, die dann eher im BWL- oder VWL-Bereich liegt.
  • 4/19/2016 1:26:11 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Gibt es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Universitäten? Mannheim ist eine für BWL bekannte Universität, ist sie deutlich besser als eine Universität wie etwa Frankfurt?Lilianam 15:06


    Das ist für mich als Mannheimer natürlich schwer zu beantworten. 

    Natürlich versuchen wir die beste Ausbildung anzubieten. Fairerweise muss man aber zugestehen, dass es eine Reihe von weiteren sehr guten deutschen Universitäten gibt. Ich würde hier Köln, Frankfurt, Münster sowie die WHU durchaus auf (fast) ähnlichem Niveau wie Mannheim sehen.

  • 4/19/2016 1:27:57 PM   Professor
    • Lars Feld


    Mal darüber hinaus gedacht: Welche Universitäten sind denn international die besten für VWL?Valentinam 15:15

    In den USA: Harvard, Princeton, MIT, Stanford, Chicago, Berkeley, im UK: LSE, Oxford und Cambridge, in Frankreich: Toulouse und Paris, in Dänemark: Kopenhagen, in Schweden: Stockholm, in Spanien: Barcelona und Madrid, in Italien: Bocconi in Mailand, in den Niederlanden: Amsterdam und Tilburg, in Belgien die Université Libre de Bruxelles. Aber immer gilt: Es gibt viele sehr sehr gute kleinere Universitäten.
  • 4/19/2016 1:29:03 PM   Professor
    • Lars Feld


    An Herrn Feld: Welche der von Ihnen genannten Universitäten eignen sich am besten, falls eine Forschunsgkarriere angestrebt wird, welche für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst oder internationalen Organisationen, welche für eine Karriere in der freien Wirtschaft?Maxam 15:19

    Das lässt sich nicht einfach beantworten. Für die Forschung sehe ich Mannheim, München und Bonn gleichauf. Für den öffentlichen Dienst können Sie fast jede der von mir genannten Unis im deutschsprachigen Raum wählen. Für die Wirtschaft kommt es auf die Branche an. Für Banken und Finanzmärkte würde ich nach Frankfurt oder Zürich, oder gleich an die LSE gehen.
  • 4/19/2016 1:31:21 PM   Professor
    • Lars Feld

    In welcher Relation stehen die einzelnen Sozialwissenschaften in einem VWL-Studium zueinander ?Laura (AMG)am 15:26

    In den ersten Semestern lernt man Inhalte aus der BWL und der VWL. Es kommt aber sehr auf den Standort an. In Mannheim hat das BWL-Studium z.B. kaum VWL-Inhalte.Andere Sozialwissenschaften wie Soziologie oder Politikwissenschaften treten im VWL-, erst recht im BWL-Studium so gut wie nicht auf. Das gilt stärker für den Bachelor als den Master.

  • 4/19/2016 1:34:11 PM   Professor
    • Lars Feld


    Bietet es sich eher an in den Semesterferien viele Praktika zu absolvieren oder direkt ein duales Studium zu beginnen?AMG Bensbergam 15:24

    Wenn man weiß, wo man später arbeiten will, dann ist ein duales Studium sinnvoll. Auch hier kommt es sehr auf die persönlichen Vorstellungen an. MIt dem dualen Studium ist eine anfängliche Richtung klar vorgegeben. Mit einem Universitätsstudium bleibt hingegen erst die Unsicherheit, wo die Reise hingeht.
    Praktika dienen dann einerseits der Orientierung, andererseits als Signal an mögliche spätere Arbeitgeber.

  • 4/19/2016 1:35:08 PM   Uwe Marx

    Ich nehme das "Kommentieren" mal ernst: Nein, ich will nicht ins Fach und bin auch nicht aus diesem. Aber seit über 25 Jahren im Berufsleben. Meine Erfahrung: BWL und VWL ist fein für Leute, die an der Uni bleiben wollen.
    Für alle anderen: Das - jeweils individuell nötige - BWL-Wissen kann man jedem Tierarzt, Juristen, Philosophen oder Schauspieler beibiegen. Andersrum geht das nicht nicht. Abgesehen davon: Irgendjemand muss das Zeug auch erfinden und produzieren, das die BWLer verticken wollen.
    Antonia Merianam 15:31

  • 4/19/2016 1:35:47 PM   Professor
    • Lars Feld

    Welche Charaktereigenschaften sollte ein erfogreicher BWLer/VWLer haben?Matteoam 15:32
    Anything goes. Fast. Ein bisschen Kooperationsfähigkeit und -bereitschaft ist allerdings schon notwendig.
  • 4/19/2016 1:36:27 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Wie beurteilen Sie einen Auslandsaufenthalt vor dem Beginn des Studiums zur Vertiefung seiner Englisch-Kenntnisse?AMG Bensbergam 15:13

    Ich würde eher versuchen während des Studiums ins Ausland zu gehen, um die Sprachkenntnisse zu verbessern. Auch die Möglichkeit während der Schulzeit eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen, sollte man in Erwägung ziehen. Den Studienstart aufgrund eines Auslandsaufenthaltes hinauszuzögern (und damit Zeit zu verlieren) sehe ich eher kritisch.
  • 4/19/2016 1:37:49 PM   Professor
    • Lars Feld

    Sind Fremdsprachkenntnisse neben dem Englischen, etwa in Chinesisch, sinnvoll?Maxam 15:33

    Fremdsprachenkenntnisse über Englisch hinaus können für den späteren Beruf wichtig sein. Man sollte allerdings sein Studium nicht überladen, damit die Noten nicht wegen Verzettelung leiden.

  • 4/19/2016 1:39:26 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Man hört sehr viele unterschiedliche Meinungen, was besser ist: FH oder Uni. Wie ist ihre Meinung?Nickam 15:14


    Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was Sie im Rahmen Ihres Studiums suchen. Klar ist, dass das Ausbildungsniveau an Universitäten in der Regel deutlich höher ist. Klar ist aber auch, dass die Ausbildung an Universitäten eher theoretisch fundiert ist und vor diesem Hintergrund eher auf langfristigen als auf kurzfristigen Nutzen abzielt. Die Frage ist also, inwieweit Sie eine solche grundsätzliche Ausbildung anstreben. Man sollte allerdings auch ansprechen, dass die Unterschiede zwischen guten Fachhochschulen und schwächeren Universitäten kleiner geworden sind.

  • 4/19/2016 1:40:09 PM   Professor
    • Lars Feld

    Hallo Herr Feld, folgende Frage: Erkennen Sie einen (auch beruflichen) Sinn darin, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft kombiniert zu studieren?OliverBWeberam 15:34

    Eher nicht. Es ist besser man hat sich im Studienabschluss auf eines der beiden spezialisiert. Hier gebe ich VWL wegen der umfangreicheren Möglichkeiten den Vorzug. Später, etwa im Promotionsstudium kann man immer noch in die Interdisziplinarität gehen.
  • 4/19/2016 1:40:46 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Wie ist das BWL-Studium heutzutage aufgebaut?Davidam 15:16

    Im Rahmen der Umstellung vom Diplomstudiengang auf das Bachelor- und Master-System hat die Vielfalt der Studiengänge und die des Studienaufbaus sehr stark zugenommen.
    In Mannheim ist das Bachelor-Studium (3 Jahre) eher generalistisch ausgelegt. Man lernt das Fach BWL also in der Breite kennen. Im Gegensatz hierzu kann man sich im Master-Studium sehr stark spezialisieren.
  • 4/19/2016 1:41:51 PM   Professor
    • Lars Feld

    Lohnt es sich zu promovieren und wenn ja, wie lange dauert es?Philipp Mülleram 15:36


    Die Promotion dauert mindestens 3 bis in der Regel 5 Jahre. Dann lohnt sie sich meistens auch. Wenn man ewig für die Dissertation braucht, lohnt es sich natürlich nicht.



  • 4/19/2016 1:43:40 PM   Professor
    • Lars Feld


    Legen Arbeitgeber Wert auf den Ruf der Uni an der studiert wurde? Bietet es sich an im Ausland zu studieren?Nilsam 15:36

    Beide Male ein klares Ja. Das Auslandsstudium muss kein volles sein. Auslandssemester sind bereits hilfreich.
  • 4/19/2016 1:44:28 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Sehr geehrter Herr Homburg,
    die Frage ist konkret aber eine recht präzise Auskunft wäre sehr hilfreich, da ich auch nach langer Recherche keine Quellen finden konnte :

    Können sie etwas zu den Mindestpunkzahlen ihres BWL Bachelors in Mannheim der letzten Jahre sagen ? Ich bin im klaren darüber das Mannheim kein NC hat, sondern eben ein auch sehr gut erklärtes Punktesystem, nur gibt es keine Infos welche Punktzahl z.B. der schlechteste aufgenommene 2015 ( 2014 etc. ) hatte. Da ich aktuell mein Abitur abschließe wäre dies jedoch sehr wichtig für mich. Haben sie ein paar Zahlen oder können sie wenn nicht einen ungefähren rahmen angeben ( selbstverständlich im 1.X Bereich + 11 Punkte in Englisch, die Frage ist nur, ob z.B. 1,7 noch genügt )Schüleram 15:14

    Wir haben im Bachelor-Studium in der Tat eine große Bewerberzahl, was dazu führt, dass man in der Regel schon recht gute Noten benötigt, um in Mannheim zugelassen zu werden. Mit einem Schnitt von 1,7 haben Sie auf jeden Fall vernünftige Chancen. Neben der Abiturnote ist für uns allerdings auch wichtig, dass Personen außerschulische Aktivitäten nachweisen können (z.B. Jugendarbeit, soziale Tätigkeiten usw.).
  • 4/19/2016 1:46:05 PM   Professor
    • Lars Feld

    An Herrn Feld: Was halten Sie von der Initiative 'Netzwerk Plurale Ökonomie', die die Theorielastigkeit des VWL Studiums verringern will?Claraam 15:38

    Ich halte die Kritik am Mainstream für überzogen. Oft frage ich mich, ob die Methodenkritik nicht durch den Unwillen geprägt ist, sich mit mathematischen Methoden auseinanderzusetzen. Eine Ökonomin/ein Ökonom muss nicht nur schreiben und lesen, sondern auch rechnen können.
  • 4/19/2016 1:48:02 PM   Uwe Marx
    Und hier etwas mehr zum Thema Plurale Ökonomie und ihre Kritik an der klassischen VWL:

    Universitäten: Studenteninitiative beklagt einseitiges VWL-Studium

    FAZ.NETIm Studium lernen VWL-Studenten zwar viel über Mikro- und Makroökonomie, aber selbst nachgedacht werde viel zu wenig, klagt eine Studenteninitiative.
  • 4/19/2016 1:48:59 PM   Professor
    • Lars Feld

    Als Student der Wirtschaftswissenschaften fällt mir auf, dass wir immer als Menschen ohne Herz beschrieben werden, obwohl wir immer stets die Maximierung der Gesamtwohlfahrt im Auge behalten. Wieso bekommen wir den negativen Ruf in der Gesellschaft nicht weg, obwohl gerade wir (Marketing) dafür prädestiniert wären den öffentlichen Diskurs zu lenken?Jonnyam 15:37

    Ökonomen sind unbeliebt, weil sie bei aller Orientierung am Gesamtwohl, das in der volkswirtschaftlichen Analyse angelegt ist, auf die Beschränkungen des Handelns, insbesondere auf Budgetbeschränkungen, hinweisen. Zudem ist es unschön, wenn man mit guter Absicht eine bestimmte Politik verfolgt und sich von Ökonomen sagen lassen muss, dass gut gemeint meistens das Gegenteil von gut ist, also die nicht-intendierten Nebenwirkungen bestimmter Eingriffe desaströs sind.
  • 4/19/2016 1:49:46 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Bietet es sich eher an in den Semesterferien viele Praktika zu absolvieren oder direkt ein duales Studium zu beginnen?AMG Bensbergam 15:24



    Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass man im Rahmen eines Studiums an einer dualen Hochschule fest in einem Unternehmen tätig ist. Die Möglichkeit unterschiedliche Branchen/Unternehmen im Rahmen unterschiedlicher Praktika kennenzulernen, ist also nicht gegeben. Vor diesem Hintergrund würde ich eher ein Studium mit unterschiedlichen Praktika absolvieren. Darüber hinaus sind duale Hochschulen qualitativ natürlich anders positioniert als Universitäten.

  • 4/19/2016 1:49:59 PM   Uwe Marx
    Eine weitere Facebook-Frage: Wie sind Sie selbst auf ihr Studium gekommen. Und waren Sie sich gleich nach dem Abitur sicher, dass dies Ihr Traumstudium ist?
  • 4/19/2016 1:50:23 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Ich habe nicht BWL, sondern Wirtschaftsmathematik studiert. Eine Tätigkeit im Bereich BWL war aber von Anfang das, was ich angestrebt habe.
  • 4/19/2016 1:50:43 PM   Professor
    • Lars Feld
    Ich wusste nach dem Abitur nicht, was ich machen sollte. Zuerst musste ich zur Bundeswehr, dann schrieb ich mich in Politikwissenschaft ein und machte ein Semester Schnupperstudium. Dabei gefiel mit die VWL am besten.

  • 4/19/2016 1:52:15 PM   Professor
    • Lars Feld

    Wie hoch ist die Chance, selbstständig an den sehr bekannten ausländischen Universitäten angenommen zu werden, die nicht durch ein Studienprogramm integriert sind (z.B. Universitäten wie Harvard, Yale, etc.)? Mit welchen Studiengebühren muss man rechnen (sowohl bei eigenständiger Bewerbung als auch bei integriertem Austausch)?Lilianam 15:38

    Es ist sehr schwer angenommen zu werden.
    Die aktuelle Höhe der Studiengebühr kenne ich nicht, aber ich würde von einem mittleren fünfstelligen Betrag (50.000 - 70.000 Dollar pro Jahr und Studienplatz) ausgehen.
  • 4/19/2016 1:54:31 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Für welche Schwerpunkte ist bei BWL welche Universität am besten?Davidam 15:21


    Mannheim ist meines Erachtens insbesondere in den Bereichen Marketing, Finanzwirtschaft und Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung sehr gut aufgestellt. Auch in anderen Fächern wie beispielsweise Management und Operations bieten wir meines Erachtens viel für Studierende. 

    Grundsätzlich würde ich bei der Auswahl einer Universität immer darauf achten, inwieweit gewisse Schwerpunkte in der BWL gebildet wurden. Ein Fach durch einen einzigen Lehrstuhlinhaber abdecken zu lassen, ist heute in aller Regel nicht mehr zielführend.
  • 4/19/2016 1:55:48 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Welche weiteren Qualifikationen verbessern die Aufnahmebedingungen im für ein BWL- oder VWL-Studium ?Laura (AMG)am 15:23

    Qualifikationen, die bei der Auswahl berücksichtigt werden, sind z.B.: eine sehr gute Abiturnote, sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und einer weiteren Fremdsprache, sehr gute Englischkenntnisse sowie außerschulische Leistungen.


  • 4/19/2016 1:56:31 PM   Professor
    • Lars Feld

    Sehr geehrter Herr Feld, lohnt sich ein VWL-Master wenn man keine Forschungskarriere anstrebt? Sein Wert bestuende doch nur in dem Signal an Arbeitgeber, dass man auch nach 3 Jahren noch weitermachen kann?Tomam 15:48


    Der Master lohnt sich. Der Wert des Bachelor-Studiums ist gerade in der VWL begrenzt. Viele Arbeitgeber wissen damit zu wenig anzufangen. Im Master lernt man weitere Inhalte auf höherem Niveau. Nehmen Sie als Richtgröße den öffentlichen Dienst: Sie gehören mit Bachlor-Abschluss zum gehobenen Dienst, mit Master-Abschluss aber in den höheren Dienst.



  • 4/19/2016 1:57:16 PM   Professor
    • Lars Feld


    Wie gestaltet sich ein Universitätswechsel zwischen Bachelor und Master und wie beurteilen Sie einen solchen Wechsel?AMG Bensbergam 15:51


    Ich halte einen solchen Wechsel für sinnvoll. Sie müssen sich einfach am Ende des Bachelor-Studiums bewerben.



  • 4/19/2016 1:58:16 PM   Professor
    • Christian Homburg


    An Herrn Homburg :

    Welches Abitur ( + 11 Puntke in Englisch ) benötigt man in Mannheim ungefähr für die Aufnahme zum BWL Bachelor ?Schüleram 15:19

    Der konkrete Wert hängt neben der Bewerberlage von folgenden Kriterien ab: z.B. sehr gute Abiturnote, sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und einer weiteren Fremdsprache, sehr gute Englischkenntnisse sowie außerschulische Leistungen.
  • 4/19/2016 1:58:35 PM   Professor
    • Lars Feld

    Werden schon während des VWL-Grundstudiums anwendungsnahe Themen bzw. Fälle behandelt oder lässt die Vermittlung der theoretischen Basis hierfür keine Zeit?Maxam 15:53


    Gerade zu Beginn des VWL-Studiums lernt man sehr viel Theorie. An manchen Universitäten wird diese aber durch Experimente oder in Form von Fallstudien sehr anschaulich nahegebracht.

  • 4/19/2016 2:00:51 PM   Professor
    • Lars Feld


    An Herrn Feld: Was halten sie von der Österreichischen Schule der Nationalökonomie?Nilsam 15:48


    Ich finde sie spannend, habe geradezu eine Verpflichtung, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, da Friedrich Heyek einer der Vorgänger auf meinem Lehrstuhl war.

  • 4/19/2016 2:03:10 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Wie würden sie für BWL die deutschen Spitzenuniversitäten im internationalen Vergleich positioniert sehen? Also z.B. St. Gallen im deutschsprachigen Raum, aber auch den großen Universitäten in den USA und in EnglandMax Petersam 15:40



    Die führenden deutschen Universitäten sind weltweit auf Top-Ebene absolut wettbewerbsfähig - auch mit führenden amerikanischen Universitäten. Natürlich haben wir in Deutschland einen wesentlichen strukturellen Nachteil gegenüber Universitäten in fast allen anderen Ländern der Welt: Dieser Nachteil ist die finanzielle Situation. Wie Sie sicherlich wissen, haben wir in Deutschland keine Studiengebühren.

    Im Gegensatz hierzu schwimmen führende amerikanische Universitäten im Geld, das nicht nur aber doch zu einem signifikanten Anteil aus Studiengebühren resultiert. Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass viele amerikanische Top-Universitäten ausschließlich Zweitstudiengänge anbieten und keine Bachelor-Ausbildung. Dennoch bleibe ich bei meiner Aussage: Führende deutsche Universitäten sind international in der höchsten Liga angesiedelt. Wir erfahren dies beispielsweise auch im Rahmen unserer englischsprachigen MBA-Programme.
  • 4/19/2016 2:04:26 PM   Professor
    • Lars Feld


    Ich habe oft gehört das sich die Bachelorstudiengänge VWL und BWL sehr ähnlich, fast schon identisch sind und sich die beiden Fächer erst im Masterstudium wirklich unterscheiden. Ist das wirklich so? Oder hängt das von der Universität ab?schüleram 15:57


    Das hängt leider sehr von der Universität ab. Es gibt daher schon eine nennenswerte Bandbreite und Sie müssen sich informieren.

  • 4/19/2016 2:06:28 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Zur Frage: Legen Arbeitgeber Wert auf den Ruf der Uni, an der
    studiert wurde?
      Bietet es sich an im Ausland zu studieren?

    Zum ersten Teil Ihrer Frage: Ja, die Reputation der Universität ist für Arbeitgeber ein wichtiger Bestandteil ihrer Entscheidung. Allerdings bei Weitem nicht der einzige.

    Zum zweiten Teil: Ein Auslandsstudium würde ich in jedem Falle anstreben. Auch wenn die Qualität der Vorlesungen und der Lernerfolg nicht immer vergleichbar mit dem an der Heimatuniversität sind. Man spürt einfach, dass Studenten im Rahmen eines Auslandsstudiums enorm in persönlicher Hinsicht reifen.
  • 4/19/2016 2:07:41 PM   Professor
    • Lars Feld

    Im aktuellen Handelsblatt-Ranking schneidet im Bereich VWL die Humboldt-Universität in Berlin hinsichtlich der Forschungsleistung pro Professur am besten ab - zumindest innerhalb Deutschlands. Wie wichtig ist wohl die Forschungsleistung hinsichtlich der Studienempfehlung? Immerhin wurde die HU Berlin bisher nicht als besonders empfehlenswert genannt - obwohl sie aktuell anscheinend die beste akademische Leistung erbringt.Francescoam 15:56


    Ich halte mich bei meiner Einschätzung nicht an das aktuelle Handelsblatt- oder das CHE-Ranking. In meine Einschätzung fließen unterschiedliche Rankings im Zeitablauf ein (nicht zuletzt die Einschätzung von Personalabteilungen), ich habe im Kopf, wer wirklich zur Fakultät gehört und gewichte diejenigen niedriger, die kaum in der Lehre engagiert sind, z.B. die Präsidenten von Forschungsinstituten, und ich habe eine gewisse Erfahrung mit den VWL-Absolventen bestimmter Universitäten. So ergibt sich für mich eine längerfristig abgestützte Einschätzung. Sie bleibt subjektiv.

  • 4/19/2016 2:08:22 PM   Professor
    • Christian Homburg
    Zur Frage: Muss man sich eigentlich zwischen BWL und VWL entscheiden? Zum Beispiel in Friedrichshafen (sehr gut im CHE Ranking) gibt es ein Studiengang Wirtschaftswissenschaften mit BWL und VWL-Inhalten.

    Es gibt an einer Reihe von Universitäten derartige integrierte Studiengänge. Ich persönliche würde es für besser halten, vor Beginn des Studiums bereits eine klare Orientierung Richtung BWL oder VWL zu entwickeln. Wenn man sich hierzu nicht in der Lage sieht, können solche integrierten Studiengänge durchaus sinnvoll sein.
  • 4/19/2016 2:11:27 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Herr Professor Homburg: Im Uniratgeber "Kommen Sie zu uns" empfehlen Sie, die Studienortwahl von der Spezialisierung abhängig zu machen. Als Studienanfänger weiß man dies meist noch wenig über die verschiedenen Vertiefungsfächer. Welchen Tipp haben Sie, um sich hierbei frühzeitig einen Eindruck bilden zu können, um keine Fehlentscheidung zu treffen?Lilianam 15:46



    Das Internet bietet hier hervorragende Informationsmöglichkeiten.

    Wichtig ist insbesondere, dass man sich eine Universität aussucht, wo die gewünschte Spezialisierungsrichtung durch eine Anzahl von Lehrstühlen und nicht durch einen einzigen Lehrstuhl vertreten wird.

    Was die Auswahl eines Vertiefungsfaches angeht, so hängt diese von den persönlichen Neigungen ab. Im Bereich Marketing und Vertrieb sollte man neben analytischer Kompetenz, Kreativität, Teamfähigkeit auch Freude am Umgang mit Menschen mit sich bringen. Im Bereich Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung ist eine hohe Affinität zu Zahlen sicherlich erforderlich.
  • 4/19/2016 2:11:34 PM   Professor
    • Lars Feld

    Herr Feld, sehen sie umfangreichere Interdisziplinärität während des Grundstudiums generell kritisch oder kann sie je nach Kombination (z.B. Mathematik) auch schon vor dem Master sinnvoll sein?Maxam 15:43


    Ich sehe Interdisziplinarität im Bachelor generell kritisch. Nach meiner Erfahrung - und ich habe selbst relativ viel interdisziplinäre Erfahrung in Forschung (inkl. Forschungsanträge) und Lehre gesammelt - funktioniert Interdisziplinarität nur dann einigermaßen, wenn man sein eigenes Fach gut kennt. In der kritischen Auseinandersetzungen mit dem Kenntnisstand des eigenen Fachs gedeihen die besten interdsiziplinären Forschungsideen.



  • 4/19/2016 2:13:10 PM   Professor
    • Lars Feld

    Wie bewerten sie die Universität in St.Gallen?Mariusam 15:59

    Welche Frage: Ich habe dort promoviert und habilitiert.
    Ich finde, sie gehört zu den besten im deutschsprachigen Raum.
  • 4/19/2016 2:13:26 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Guten Tag Herr Homburg,
    würden Sie für eine Karriere im Investment Banking/ Asset Management ein duales Studium mit Schwerpunkt Bank bei einer deutschen Großbank in Frankfurt oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an einer Uni z.B. Frankfurt empfehlen?
    (Die Frage ist sehr konkret, da ich mich für eines von beiden entscheiden muss.)
    Ein Master (of Finance) wird meinerseits angestrebt.Marcam 15:49

    Ich empfehle Ihnen ein Studium an der Universität Frankfurt.
  • 4/19/2016 2:14:10 PM   Professor
    • Lars Feld

    Was halten Sie von einer frühzeitigen Spezialisierung im Studium?David O. (AMG Bensberg)am 15:49
    Frühzeitig muss sie nicht sein. Aber man muss aufpassen: In einem integrierten wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang findet die Spezialisierung in Richtung BWL oder VWL zuweilen schon im dritten Bachelor-Semester statt. Ein Student, der VWL studiert, hatte diese Spezialisierung schon ein Jahr früher.
  • 4/19/2016 2:15:18 PM   Professor
    • Christian Homburg


    Ist der Durchschnitt ausschlaggebend oder sind nicht gute Noten in einzelnen Fächern wichtig? So ist doch zum Beispiel wichtiger ob ich gut in Wirtschaft war, als mein Durchschnitt, der auch durch Fächer wie Sport nach unten gezogen werden kann. (An Herrn Homburg)Nickam 15:49

    Ins Bewertungssystem fließen neben der gesamten Abiturnote die Fächer Deutsch, Mathematik sowie eine Fremdsprache mit besonderer Gewichtung in die Bewertung ein.
  • 4/19/2016 2:19:09 PM   Uwe Marx
    Der Endspurt läuft, deshalb schon jetzt die "Warnung": Unsere Experten werden am Ende nicht alle Fragen beantworten können. Sie haben ja noch anderes zu tun, als live zu chatten.
  • 4/19/2016 2:22:44 PM   Professor
    • Lars Feld


    Sehr geehrter Herr Feld, Sie sprachen vorher davon, als VWL-Absolvent könne man auch im öffentlichen Dienst arbeiten. Was konkret fällt darunter? Wirtschaftsministerien?Tomam 16:11


    Darunter fallen Ministerien des Bundes und der Länder, kommunale Verwaltungen, die Bundesbank, die Europäische Zentralbank, die Europäische Kommission, Regulierungsinstitutionen (Bundesnetzagentur, Kartellamt usw.) der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, andere internationale Organisationen, Universitäten und Forschungsinstitute, Förderbanken, aber im Grunde auch kommunale und gemeinnützige Unternehmen. Letztere gehören zwar zur "Wirtschaft", sind aber häufig so nahe am öffentlichen Dienst, dass man sie ruhig hinzunehmen darf. Krankenhäuser können z.B. als gGmbH organisiert sein.

    Die gesamten Abläufe sind aber nicht selten noch immer sehr vom öffentlichen Dienst geprägt.

  • 4/19/2016 2:23:16 PM   Professor
    • Christian Homburg

    An Herrn Homburg bezüglich Wirtschaftsmathematik: Ist das Studium machbar, wenn man in der Schule in Mathematik keine Probleme hatte?Nilsam 15:52

    Wer im Mathematik-Leistungskurs in der Schule keine Probleme hatte, sollte ein Studium der Wirtschaftsmathematik hinbekommen.
  • 4/19/2016 2:23:42 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Welche Voraussetzungen sollte man im Fach BWL für eine Promotion mitbringen? Und wie funktioniert eine solche Promotion überhaupt?David L.(AMG-Bensberg)am 15:54

    Inwieweit man die für eine Promotion erforderliche wissenschaftliche Begabung mit sich bringt, kann selbstverständlich erst im Studium sichtbar werden. Generelle Anforderungen sind Durchhaltevermögen, analytische Fähigkeiten und Kreativität.

    Grundsätzlich lassen sich zwei Promotionsmodelle unterscheiden. Bei der Promotion an einem Lehrstuhl einigt man sich mit einem Professor auf ein Dissertationsthema und führt dann regelmäßige Gespräche zum Fortgang der Arbeit. Beim zweiten Promotionsmodell, der Promotion im Rahmen einer Graduate School, besucht man zunächst eine Reihe von Doktorandenkursen.

    Die Anbindung an einen Lehrstuhlinhaber ist hier zunächst weniger ausgeprägt. Grundsätzlich findet in beiden Fällen ein zunehmender Anteil der Dissertationen kumulativ statt. D.h. man strebt schon während der Dissertationszeit (internationale) Publikationen an.

  • 4/19/2016 2:24:03 PM   Professor
    • Lars Feld

    An der Harvard Uni, gehört das Werk "Das Kapital" von Karl Marx zu den am 10 meist gelesen Büchern.Wird die Ideengeschichte (auch Österreichische Schule, Ordoliberalismus etc) der Ökonomie zu sehr vernachlässigt, gerade in Zeiten wo vermeidlich alles alternativlos ist?Interessierteram 16:11


    Ich vernachlässige die Ideengeschichte in meinen Veranstaltungen nicht. :D

  • 4/19/2016 2:24:46 PM   Professor
    • Lars Feld

    Sollten Ihrer Ansicht nach schon vor dem Studium, sprich in der Oberstufe, volkswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt werden? In manchen Fachbüchern wird bemängelt, dass Berufspolitiker über unzureichende makroökonomischen Kenntnisse verfügen. Daher wäre es doch sinnig, wenn eine Schulung der Grundlagen für "jedermann" stattfindet, zur Unterstützung der Bewertung von Regierungen und der politischen Meinungsbildung.Marcam 16:19


    Unbedingt. In Baden-Württemberg geht man ernsthaft in die Richtung einer besseren Vermittlung von Wirtschaftswissen in der Oberstufe.



  • 4/19/2016 2:25:31 PM   Professor
    • Lars Feld


    An Herr Feld: Können sich die renommierten deutschen VWL-Fakultäten Ihrer Meinung nach mit den amerikanischen beziehungsweise britischen Top-Unis messen?Maxam 16:19
    Mittlerweile durchaus. In manchen Spezialisierungen, wie etwa der Finanzwissenschaft (notabene: öffentliche Finanzen) und der experimentellen Wirtschaftsforschung, gehören deutschsprachige Ökonomen zu den führenden weltweit.

  • 4/19/2016 2:25:43 PM   Professor
    • Christian Homburg

    BWL oder International Business?Laraam 15:59

    Ich würde generell empfehlen das Studienfach nicht zu speziell auszuwählen, d.h. also eher BWL zu studieren als einen speziellen Studiengang. Im Übrigen: BWL ist heute international.
  • 4/19/2016 2:26:49 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Was halten Sie von der Uni in Maastricht (vor allem auf International Business bezogen)? Es handelt sich ja noch um eine relativ "neue" Uni...Laraam 15:59



    Die Universität in Maastricht im Allgemeinen sowie der von Ihnen angesprochene Masterstudiengang im Speziellen bieten ein gutes Ausbildungsniveau.

  • 4/19/2016 2:31:29 PM   Professor
    • Lars Feld

    Ist ein Studium trotz eher mittelmäßiger Englischfähigkeiten, aber sehr guten in den meisten weiteren Fächern, darunter Mathematik, Deutsch oder Wirtschaft dennoch empfehlenswert.Maxam 16:19


    Man kann seine Englischkenntnisse während eines Wirtschaftsstudiums sozusagen unterwegs verbessern, ggf. eine Summerschool in England besuchen.

    Englischkenntnisse sind somit keine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirtschaftsstudium. Wenn man aber in Mathematik total schlecht ist, dann dürfte es schwieriger sein.
  • 4/19/2016 2:33:19 PM   Uwe Marx
    Wir kommen jetzt zu den letzten Fragen und Antworten.
  • 4/19/2016 2:34:12 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Finden Sie es sinnvoll, ein Urlaubssemester für ein längeres (ca. 6 monatiges) Praktikum zu nehmen? Und würden Sie ein sog. Gap Year zwischen Bachelor und Master für Praktika empfehlen?Claraam 16:11



    Zum ersten Teil der Frage: Wenn es sich um ein sehr interessantes Praktikum handelt und möglicherweise hiermit ein späterer Berufseinstieg verbunden sein kann, so kann dies durchaus sinnvoll sein.

    Den zweiten Teil der Frage würde ich in Abhängigkeit von den bisherigen Praktika beantworten. Wenn man im Rahmen des Bachelorstudiengangs relativ überschaubare Praxiserfahrung gesammelt hat, so kann ein solches Gap Year durchaus sinnvoll sein.
  • 4/19/2016 2:36:00 PM   Professor
    • Christian Homburg

    Wissen sie, ob es Unternehmen gibt, die als eine Art "Sponsor" einem ein Stundium an der IVY League oder ähnlichen Uni's sponsern?Tobiasam 16:02

    Meine Wissens nicht.

  • 4/19/2016 2:38:00 PM   Professor
    • Lars Feld
    Denken Sie wirklich, dass VWL noch ein Studium ist, dass anzustreben ist? Die Zunft führt doch aktuell keinen ernsthaften Diskurs zu den großen Fragen...Was soll der geldpolitische Kurs einer EZB sein bei unterschiedlichem Wachstum und unterschiedlicher Preisentwicklung? Die Hochschullehrer sind äußerst zurückhaltend ....Philippam 16:32


    Diese Einschätzung kann ich überhaupt nicht teilen. Wir führen sehr ernsthafte Diskurse sowohl in der Makroökonomik wie in der Mikroökonomik. Ökonomen streiten weltweit über den richtigen Kurs in der Geld- und Finanzpolitik, darüber ob wir uns in einer säkularen Stagnation befinden, darüber ob wir mehr Einkommensumverteilung brauchen, darüber ob man Freihandelsabkommen abschließen sollte. Ich kann Ihnen hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung nur die Jahresgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung empfehlen.



  • 4/19/2016 2:39:46 PM   Uwe Marx
    Eineinhalb Stunden später: Das war's für heute (weitere Live-Chats zu anderen Fächern werden sicher folgen). Danke an alle Teilnehmer, vor allem natürlich an Professor Feld und Professor Homburg - und an alle, die den Austausch so lebhaft gemacht haben. 
  • 4/19/2016 2:41:44 PM   Uwe Marx
    Bitte vormerken: Am 3. Mai gibt es auf FAZ.NET den  nächsten Uni-Chat. 
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