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  • 10/15/2018 8:33:26 AM   Jan Grossarth

    Trotz Trockenheit in der EU: Die Maisernte war gar nicht so schlecht

    Das sagen die Analysten der Commerzbank an diesem Montag: ,,Die Analysten von Strategie Grains erwarten die EU-Maisernte nun doch auf Vorjahresniveau. Sie hoben ihre Prognose um 1,7 Prozent auf 59,4 Millionen Tonnen an." Zum Vergleich: Die gesamte Getreideernte in der EU soll im Zeitraum 2018/19 vor allem wegen der Dürreschäden bei Weizen und Gerste um 7 Prozent rückläufig sein .
     
    Für Deutschland hat der Deutsche Raiffeisenverband DRV seine Erwartungen für die Maisernte sogar um 17 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen angehoben. Damit wäre sie aber wegen der Trockenheit noch immer 40 Prozent geringer als im Vorjahr. Für die gesamte deutsche Getreideernte taxiert der DRV den Rückgang auf 18 Prozent.
  • 9/27/2018 2:37:08 PM   Jan Grossarth

    In Deutschland ist der Kohl vertrocknet

    Nicht nur in Afrika (siehe unten stehende Meldung), sondern auch in Deutschland ist die Ernte mager; und das bezieht sich auch auf das im Herbst zu erntende Gemüse. Folgendes melden die deutschen Gemüsebauern in Gestalt des Verbandes BOGK an diesem Donnerstag: Die Ernte von Rot-, Weiß- und Grünkohl falle dieses Jahr verheerend aus. Die Erntemengen lägen  mindestens 25 Prozent unter den Erwartungen. In einigen Regionen beliefen sich die Verluste vonWeißkohl auf bis zu 40 Prozent und von Rotkohl auf bis zu 50 Prozent. Bezogen auf Möhren, Rote Bete und Sellerie erwarte die Branche mindestens 10 Prozent geringere Erträge als im langjährigen Durchschnitt. „Es ist nicht mehr auszuschließen, dass auch die Verbraucher die Folgen der Dürre spüren werden – und zwar am leeren Regal im Handel“, prohpezeite BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag. Mißernten würden künftig zunehmen.

  • 9/20/2018 1:30:14 PM   Jan Grossarth

    Afrika erntet deutlich weniger Getreide

    Bis Mitte des Jahrtausends werden die globalen Getreideernten wegen der steigenden Weltbevölkerung um rund 50 Prozent auf 3 Milliarden Tonnen steigen müssen – so die Prognose der Vereinten Nationen. Im laufenden Jahr ist es nicht gelungen, mehr zu ernten. Im Gegenteil: Vorwiegend lange Trockenperioden in Großteilen der Welt ließen die globalen Ernten zurückgehen. Nach einem Bericht der Welt-Agrarbehörde der Vereinten Nationen (FAO) vom Donnerstag dürfte die Getreideernte auf der gesamten Welt um 2,4 Prozent zurückgegangen sein.
    Von allen Erdteilen stieg sie einzig in Nordamerika, und zwar um 1,2 Prozent. Infolge der europaweiten und anhaltenden Dürre in Großteilen Europas gingen die Ernten hier um 7,9 Prozent zurück. In Afrika fielen sie um 4 Prozent. Dabei wächst die Bevölkerung dort am schnellsten. Besonders gravierend waren die Rückgänge im südlichen Afrika . Hier fiel die Getreideproduktion um rund 16 Prozent verglichen mit dem Jahr 2017. Grund seien Trockenheiten gewesen, so die FAO. In Sambia fielen die Getreideernte um rund 34 Prozent– dort, wo diese Zeitung das ganze Jahr über den Bauern Felix Kangwa journalistisch begleitet.
     
    Dürren und Ernteausfälle allüberall (Quelle FAO)
     
  • 9/18/2018 9:26:04 AM   Erik Hecht

    Korruption in Sambia

    Rund 50 Millionen Euro investiert das Vereinte Königreich jährlich in sambische Entwicklungsprojekte. Aufgrund von Korruptionsvorwürfen friert die britische Regierung nun sämtliche Förderungen im Entwicklungsland Sambia ein. Der britische Diplomat und Hochkommissar Fergus Cochrane-Dyet begründete dies über Twitter mit einer „Null-Toleranz-Haltung“ gegen Unterschlagung und Korruption. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der erste Fond bereits im Juni ausgesetzt wurde. Dem britischen Entwicklungsministerium (DFID) wurden Vorwürfe bekannt, dass ein Teil der Mittel zweckentfremdet wurde.
    Nach Angaben des DFID wurden durch Hilfsprojekte in Sambia bereits 6.000 Arbeitsplätze geschaffen, bis 2020 sollen soll diese Zahl über 25.000 steigen. Der Fokus der Projekte richte sich nach eigenen Angaben aber auf die Versorgung mit Trinkwasser, Bekämpfung des Hungers und Schutz von Frauen und Kindern. Gegen wen genau sich die Ermittlungen betreffend der Korruptionsvorwürfe richten, wurde bisher nicht bekannt gegeben.
  • 9/17/2018 1:53:32 PM   Jan Grossarth

    Sambia - bald eine chinesische Kolonie?

    Immer wieder kehren wir im Projekt ,,Race to Feed the World" nach Sambia zurück, um über die dortige Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion zu schreiben - gewissermaßen ,,pars pro toto" für das Afrika südlich der Sahara. Sambia leidet derweil unter steigenden Staatsschulden, wie etwa der ,,Economist" in seiner neuesten Ausgabe berichtet. Und die Chinesen helfen mit neuen Milliardenkrediten aus. Diese politische Videobloggerin spricht aus, was viele im Land fühlen: Sambia habe sich derartig in finanzielle Abhängigkeit zu China begeben, dass es auf dem Weg sei, wie eine Kolonie Chinas zu werden:.
  • 9/12/2018 1:46:01 PM   Erik Hecht

    Der Hunger wächst wieder

    Die Zahl der Hungernden auf der Welt ist wieder auf dem Stand, der vor zehn Jahre gemessen wurde. Dies wurde heute durch einen Bericht der Vereinten Nationen und verbundener Organisationen bekannt gegeben. 821 Millionen Menschen litten im Jahr 2017 an Hunger, weltweit jeder Neunte. Gründe dafür sind Kriege, aber auch Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen. Diese beeinträchtigen nicht nur die Landwirtschaft. Während häufiger auftretende Trockenperioden zu Abwanderungen und Armut führen, bringen Überschwemmungen neben Wasserverschmutzung die Verbreitung von Krankheiten mit sich.
    Klimatische Veränderungen bewirken zudem langfristige Probleme für die Nahrungserzeugung. Die Zyklen von Regenzeiten, Anbau und Ernte werden zunehmen instabil, das führt zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung. Besonders die Lage im Süden Afrikas habe sich verschlechtert, in Asien flaut der Trend zu einer besseren Nahrungsversorgung ab. In der Karibik hat sich die Zahl der Hungernden vervielfacht, ihr Anteil liegt höher als in Nordafrika. Im Nahen Osten ist die Zahl der Unterernährten auf 10 Prozent gestiegen. Global hat sich nicht nur die Zahl der Hungernden letzten Jahren entwickelt, auch die Zahl der übergewichtigen Menschen stieg – auf 672 Millionen, rund ein Achtel der Weltbevölkerung.
  • 9/6/2018 2:01:19 PM   Erik Hecht

    Ein Mais, der den Dünger aus der Luft nimmt

    Nicht nur neue Züchtungen können für die Welternährung wichtig sein, auch alte Pflanzensorten lohnt es zu erforschen. Kürzlich berichtete darüber die F.A.Z.: Seit mehreren Jahren wird in Nordamerika eine Maissorte untersucht, die bis zu 80 Prozent ihres benötigten Stickstoffs aus der Luft aufnehmen kann. Dies ist für Pflanzen aus der Gattung der Gräser sehr ungewöhnlich. Die dafür verantwortliche Symbiose, welche der Mais mit Bakterien eingeht, tritt eigentlich nur bei Hülsenfrüchten wie Erbsen und Erdnüssen auf. Entdeckt wurde die alte Sorte in Mexiko, wo sie noch traditionell angebaut wird, und auch auf kargen Böden gedeiht. Forscher konnten mit dem sogenannten „Sierra-Mixe-Mais“ unter widrigen Umständen und ohne Düngung bessere Erträge erzielen, als mit modernen Sorten.
  • 9/5/2018 10:51:14 AM   Erik Hecht
  • 9/5/2018 9:38:18 AM   Erik Hecht
  • 9/5/2018 9:10:29 AM   Erik Hecht
  • 9/5/2018 8:19:11 AM   Erik Hecht
  • 9/3/2018 9:52:37 AM   Erik Hecht

    Tomaten-Schwemme in Sambia

    Seit Jahren erzürnen sich die Farmer in Sambia über Importe von Lebensmitteln, die auch im eigenen Land angebaut werden. Ein Streitpunkt sind Tomaten. Im vergangenen Jahr forderten Bauern ein Importverbot für Tomaten aus Tansania, dem nordöstlichen Nachbarland. Die Importwaren kosten die Hälfte, zum Teil sogar nur ein Viertel, berichtete die Seite „africanfarming“. Daher verhängte das sambische Agrarministerium Importbeschränkungen, nicht nur auf Tomaten, auch auf Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln.
    Die Umsetzung dieser Beschlüsse scheint jedoch gescheitert: Die „Zambia National Farmers’ Union“ schätzt, dass täglich allein 20 Tonnen Tomaten aus dem Ausland auf die heimischen Märkte gelangen. Und auf Märkte, wie in der Hauptstadt Lusaka, verrotten daher Tomaten. Die Preise seien so niedrig, dass sich der Verkauf nicht mehr lohnt. Eine verarbeitende Industrie, um daraus Soßen oder Pasten herzustellen, existiere kaum, berichtet die „Zambian Daily Mail“. Paradoxer Weise sind die billigen Tomaten den Millionen Armen im Land immer noch zu teuer: Laut dem Bericht fehlen vielen Bürgern die Mittel, um Tomaten zu kaufen. Grund für das knappe Geld sei, dass die Regierung immer neue Steuern erlässt. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Steuer auf Internet-Telefonie eingeführt. Die Steuer sei laut „Zambian Daily Mail“ erlassen worden, da immer mehr Sambier Dienste wie WhatsApp und Skype nutzen.
    Gemüseverkäuferinnen in Sambia (Foto: Frank Röth)
     
  • 8/27/2018 8:40:26 AM   Jan Grossarth

    Afrika braucht Getreide, Indien mehr Milch

    Die Prognosen der OECD über die globale Lebensmittelversorgung verdeutlichen, dass die Produktion stark steigen muss. Von 2018 bis 2027 dürfte die Nachfrage nach Getreide in Afrika demnach im Vergleich zur Vor-Dekade um 51 Millionen Tonnen steigen, und damit nochmals stärker als zuvor. Und die Inder? Die werden der Prognose zufolge im gerade begonnenen Jahrzehnt 63 Millionen Tonnen mehr Milch trinken.
    (Bloomberg.com)
     
     
     
  • 8/16/2018 9:35:53 AM   Jan Grossarth

    Kaffee so günstig wie seit 5 Jahren nicht

    Erst am Montag hatte die F.A.Z. in der Serie ,,Race to Feed the World" groß über den Weltmarkt für Kaffee berichtet, und die Überlebenschancen der Bauern. An diesem Donnerstag ist der Weltmarktpreis noch weiter gefallen, und zwar auf den tiefsten Stand seit 2013. Darauf weisen die Analysten der Commerzbank hin. Der Kaffee-Arabica-Preis sei am Mittwoch auf 106 Cent je Pfund herabgesunken, er befinde sich in einem ,,unterbrochenen Abwärtsrend". Für die Bauern wird es paradoxer Weise zum Verhängnis, dass die Ernten abermals sehr hoch sind. Besonders gut war laut Commerzbank die Ernte in Brasilien. Laut der größten Kaffee-Kooperative des Landes, Cooxupé, liege die Ernteschätzung bei 60 Millionen Sack - nach 50 Millionen im Vorjahr. Insgesamt dürfte der globale Kaffeemarkt 2018/19 einen Angebotsüberschuss von 5-8 Millionen Sack aufweisen, so die Analysten.
     
  • 8/14/2018 4:03:22 PM   Jan Grossarth

    Besser doch kein modernes Saatgut

    In Malawi empfahlen die Agrarexperten der Konzerne und Entwicklungsorganisationen noch in den 1990er Jahren den Bauern, Hochleistungs-Hybridsaatgut zu verwenden, um mehr ernten zu können - doch heute seien es die selben Experten, die zur Rück-Umstellung auf lokale Sorten raten. Das schreibt Raphael Mweninguwe, ein Journalist aus Malawi, in einem Beitrag für die Zeitschrift ,,Development and Cooperation" (Augustausgabe). Denn die alten Sorten seien an das zunehmend volatile Klima besser angepasst. ,,Heute werden wir dazu angeleitet lokale Sorten zu pflanzen, weil sie den wechselnden Wetterbedingungen besser widerstehen", zitiert der Autor den Bauern Ned Kapira.
  • 8/13/2018 1:02:38 PM   Erik Hecht

    Amerikas Weizen wird noch wichtiger

    Der Einfluss der Vereinigten Staaten als Lebensmittelexporteur wird durch den Weizen des Landes in diesem Jahr steigen. Durch die Trockenheit in Europa schätzt das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) die Weizenernte in der EU um 7,5 Millionen Tonnen geringer ein. In der Gesamtrechnung der EU, welche für den Welthandel der Amerikaner interessant ist, konnten zwar Italien und Spanien gute Erträge erzielen, aber große Anbauregionen in Deutschland und Frankreich hatten zum Teil Totalausfälle.
    Im Vorjahr lag, ebenso nach Angaben der USDA, die Welt-Weizen-Produktion bei 758 Millionen Tonnen, davon rund 150 Millionen Tonnen aus der EU. Durch die schlechte Ernte wird die EU nicht wie prognostiziert 27,5 Millionen Tonne exportieren, sondern nur 23 Millionen Tonnen. Die eigenen Bauern kann das freuen: Die USDA prognostiziert den Farmern in Amerika 3,7 Millionen Tonnen Weizen mehr als im Vorjahr. Die Weltmarkt wird den Weizen nachfragen und voraussichtlich gut bezahlen. Damit können die Vereinigten Staaten ihre Position als größter Exporteur von Agrarprodukten festigen.
  • 8/12/2018 3:09:55 PM   Jan Grossarth

    Fische und Gemüse

    Fische und Kräuter in der häuslichen Kreislaufwirtschaft: Aquaponic-Systeme werden zumindest unter Innenarchitekten hoch gehandelt. Und Start-Ups werden mit Millionen Dollars finanziert. Ob diese Systeme in Zukunft auch die Weltbevölkerung zu einem relevanten Teil ernähren werden?
  • 8/8/2018 6:38:28 AM   Erik Hecht

    Brasilien sperrt Glyphosat

    Ein Gericht in Brasília setzte am 06. August die Zulassung für das Total-Herbizid Glyphosat aus. Dadurch darf der Unkrautvernichter nicht weiter angewendet werden. Agenturen berichten, dass Gerichtsunterlagen zufolge keine weiteren Zulassungen für Glyphosat und zwei weitere Wirkstoffe erteilt werden dürfen. Bestehende Zulassungen sollen in den kommenden 30 Tagen aufgehoben werden.
    Grund für den Entzug der Lizenz sei, dass über die Giftigkeit des Mittels neu entschieden werden müsse. Die negativen Auswirkungen von Glyphosat werden auch international fortwährend diskutiert, wiederholt steht der Wirkstoff unter Verdacht, krebserregend zu sein.
    Glyphosat wird unter dem Markennahmen Roundup verkauft. Brasilien ist ein wichtiger Markt, da das Herbizid bei genetisch veränderten Sojabohnen, Mais und Baumwolle angewendet wird. Für Soja ist Brasilien hinter den Vereinigten Staaten der größte Produzent.
  • 8/2/2018 6:33:25 AM   Erik Hecht

    Hungerfolgen im Jemen

    Nicht nur in Deutschland ist es heiß, auch im Bürgerkriegsland Jemen sind die Temperaturen diesen Sommer (noch) höher als gewöhnlich. Der Jemen befindet sich seit 2015 im Krieg zwischen Rebellen und der vertriebenen Regierung, die versucht, mithilfe einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz die Macht zurückzugewinnen. Um die Rebellen zu zermürben, fliegt die Allianz Luftangriffe auf den Jemen, auch auf Schulen, Krankenhäuser und die Landwirtschaft.
    Agenturmeldungen zufolge sind auch angesichts verdorrter Felder schon drei Viertel der Bevölkerung auf humanitäre Hilfsgüter angewiesen. Dabei ist die Unterernährung der Jemeniten ein Problem, das sich durch Erkrankungen noch multiplizieren kann. Schon jetzt sind Durchfallerkrankungen ein Problem unter Kindern. Auch die Gefahr einer Cholera-Epidemie steigt, berichtet das internationale Hilfswerk „Save the Children“, welches mit fast 2.000 Mitarbeitern im Jemen aktiv ist.
    Die weitere Entwicklung im Jemen ist offen. Die Militärallianz um Saudi-Arabien steht unter internationalem Druck, zivile Opfer zu vermeiden. Ein Vorstoß, um die Rebellen in der Hafenstadt Hodeidah im Häuserkampf zu vertreiben, wurde auf internationalen Druck hin vorerst gestoppt.
  • 7/27/2018 11:31:04 AM   Erik Hecht

    Kampf um Ackerland

    In Nigeria führen die Konflikte zwischen Hirten und Bauern zu weit mehr Toten als die Übergriffe der Terrorgruppe Boko Haram, berichtet die in Brüssel ansässige Denkfabrik International Crisis Group (ICG). In der ersten Hälfte dieses Jahres starben durch die Landkonflikte mehr als 1300 Menschen. Im gleichen Zeitraum starben durch Angriffe der Boko Haram rund 200 Menschen. Schon in den vergangenen zwei Jahren sind einige Tausend Nigerianer im Kampf um Acker- und Weideland getötet worden.
    Nach Angaben von Amnesty International flohen 2016 fast 55.000 Nigerianer nach Europa, insgesamt sind 2,5 Millionen Nigerianer aus ihrer Heimat vertrieben worden. Neben der Boko Haram ist auch das veränderte Klima im Norden des Landes ein Migrationsgrund, da für die Viehhaltung nutzbare Weideflächen schwinden.
    Der größte Teil der Bevölkerung flüchtet in den Süden des Landes, wo deutlich mehr Niederschlag fällt. Dort konkurrieren die muslimischen Viehhirten aus dem Norden mit der christlich geprägten Bauerngemeinden in Kämpfe um die knappen Ressourcen. Während zu Beginn des Konfliktes noch das knappe Nutzland im Zentrum der Auseinandersetzungen stand, sind Agenturmeldungen zufolge auch die unterschiedlichen Religionen der Gruppen ein wachsender Streitpunkt. Es würden sich religiöse Milizen bilden, die gezielt Angriffe vornähmen. Bei einem Übergriff im Juni allein starben nach offiziellen Angaben 86 Bauern, andere Quellen berichteten von mehr als 100 Toten.
    Wiederholt wird die Regierung des Landes kritisiert, weil sie gegen die Übergriffe nicht konsequent vorgehen würde. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari verwehrt sich gegen diese Vorwürfe; jedoch haben die bisher unternommenen Maßnahmen keine Besserung der Lage bewirken können.
  • 7/20/2018 10:42:18 AM   Erik Hecht

    Billiges Fleisch hat seinen Preis

    Dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist, wird immer weniger bestritten. Gestritten wird aber darum, wer nun welches Maß an Schuld trägt. Dazu veröffentlichten das “Institute for Agriculture and Trade Policy” (IATP) und die Non-Profit Organisation GRAIN diese Woche einen Bericht. Demnach sind nicht die globalen Gas- und Öl-Giganten die größte Bedrohung für das Klima.
    Die fünf größten Fleisch- und Molkereiunternehmen sind für mehr Treibhausgasemissionen pro Jahr verantwortlich als Shell oder BP, erklären IATP und GRAIN in “Emissions Impossible. How big meat and dairy are heating up the planet”. Einer der Gründe dafür sei, dass die globale Nachfrage nach Fleisch weiter wächst und die großen Fleisch- und Molkereikonzerne immer intensiver wirtschaften. Bei der steigenden Produktionsmenge tierischer Produkte fände Umweltschutz oft keine Beachtung. Von den 35 größten Unternehmen würden die meisten entweder gar nicht über ihre Treibhausgasemissionen berichten oder die Emissionen in der Lieferkette ausklammern. Diese würden dem Bericht nach jedoch 80 bis 90 Prozent der Gesamtemissionen der Endprodukte ausmachen.
    Der Bericht wirft die Frage auf, wer für die Treibhausgase verantwortlich ist, die durch eine zunehmend intensivierte Viehwirtschaft entstehen. IATP und GRAIN fordern, dass Fleisch- und Molkereiunternehmen direkt für die vorgelagerten Emissionen in der Lieferkette verantwortlich gemacht werden. Wichtiger als die Klärung der Schuldfrage sei für die Klimarettung aber eine deutliche Reduktion von tierischen Produkten. Dies wird vonseiten der Welternährungssituation FAO aber nicht angenommen, im Gegenteil: bis 2050 werden die Emissionen voraussichtlich um 30 Prozent steigen.
    Schweinehälften im Schlachthof (Foto: BlackRiv auf PixaBay)
     
  • 7/13/2018 11:51:35 AM   Jan Grossarth

    Satte Ernten in Südeuropa -
    und ein mageres Jahr von England bis Russland

    Nicht nur in Deutschland fällt die Getreideernte mager aus, sondern auch im europäischen Aggregat. Ursache ist die extreme Juni-Trockenheit vor allem in Norostdeutschland, West-Polen, Dänemark und Südschweden, Irland un dem Vereinigten Königreich. Wie das amerikanische Agrarministerium USDA am Freitag meldete, wird die EU-weite Weizenernte verglichen mit dem Fünf-Jahres-Schnitt um 4 Prozent auf rund 145 Millionen Tonnen zurückgehen. Der Ertrag pro Hektar Anbaufläche dürfte nach dieser neuen Prognose um rund 2 Prozent gegenüber Vorjahr und um 1 Prozent gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt gesunken sein – und zwar auf 5,65 Tonnen. Unter optimalen Bedingungen kann „Hochertrags-Weizen“ 12 bis 14 Tonnen Hektarertrag bringen. Der kontinuierliche Rückgang der Ernte in Deutschland betrug laut Deutschem Bauernverband rund 10 Prozent – von 52 auf 41 Millionen Tonnen.
    Die immer ausgeprägteren Wetterextreme führen zu einer starken regionalen Ungleichverteilung. Landwirte im Nordwesten und Süden Deutschlands hatten in diesem Jahr wenig Grund zur Klage, das Bauernverband in Rheinhessen gab sich sogar zufrieden. Weit überdurchschnittlich gut ernteten die Bauern Südeuropas – vor allem in Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland und sämtlichen Balkanländern. Überall gab es weit überdurchschnittliche Regenfälle, wie aus dem USDA-Report hervorgeht.
    Allerdings schlägt sich das auf die globale Gesamtbilanz kaum durch. Denn in wichtigen Getreideanbauregionen wie Ostdeutschland, aber auch der Ukraine und der Hauptweizenproduzent Russland ware wiederum Trockenheiten ausgesetzt. In der Ukraine dürfte die Getreideernte um 2 Prozent niedriger ausfallen, als im Fünf-Jahres-Schnitt, in Russland dürfte sie um gut ein Viertel gegenüber dem Rekorderntejahr 2017 zurückgehen.
    (Quelle USDA)
     
  • 7/12/2018 9:08:17 AM   Jan Grossarth

    In der Heimat von Axel Dettweiler
    ist die Ernte durchschnittlich

    Ein Jahr lang begleitet faz.net die Bauern Axel Dettweiler und Felix Kangwa. In Rheinhessen, Dettweilers Heimat, sind die Ernten in diesem Jahr durchschnittlich ausgefallen. Das meldete nun der regionale Bauernverband: ,,Die Landwirte im südlichen Rheinland-Pfalz sind insgesamt zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der diesjährigen Getreideernte, auch wenn durch Trockenheit und Hitze das mögliche Potential der Region nicht erreicht werden konnte." Die Winter- und Sommergerstenernte sei im gesamten Verbandsgebiet fast abgeschlossen - rund drei Wochen früher als sonst. Axel Dettweiler sagte mir in dieser Woche, jetzt müsse Regen kommen, da die Zuckerrüben in der entscheidenden Wachstumsphase seien. Sie werden im Spätsommer und frühen Herbst geerntet.
  • 7/9/2018 10:20:09 AM   Jan Grossarth

    Peak Fish?

    Die Meere geben nicht mehr Wachstum her, aber die Aquakulturen durchaus, sagt die Welternährungsorganisation FAO. In den kommenden zehn Jahren werde die Fischproduktion insgesamt weiter steigern, so die FAO - und zwar um 18 Prozent auf dann 201 Millionen Tonnen.Von einem Peak Fish könne keine Rede sein.
    (Grafik FAO)
     
     
  • 7/5/2018 7:48:36 AM   Erik Hecht

    Super-Reis – ohne Gentechnik

    Im internationalen Vorgehen gegen Hunger und Mangelernährung soll erneut die Kulturpflanze Reis eine Lösung bieten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Leitfaden zur Anreicherung von Reis mit Vitaminen und Mineralien veröffentlicht. In der Vergangenheit nicht durchsetzen konnte sich der „Goldene Reis“, der durch gentechnische Verfahren mehr Vitamin A enthält.
    Reis wird in verschiedenen Sorten in den meisten Teilen der Welt angebaut, daher sei die Kulturpflanze das ideale Vehikel für die Nährstoffversorgung. Oft ist die Ernährung so stark auf Reis basiert, das akute Mangelernährung die Folge ist. Reis ist zwar reich an Energie, aber Nährstoffe wie Eisen, Vitamin A und Folsäure sind in den Körnern kaum enthalten ist. Durch die künstliche Anreicherung soll dieser Form des Hungerns entgegen gewirkt werden. Mit ähnlichen Verfahren wären bereits gute Ergebnisse erzielt worden, berichtet die WHO. Die Anreicherung kann über ein „coating“ stattfinden, bei dem die Körner mit den Nährstoffen ummantelt werden.
    Reis ist weltweit eines der verbreitetsten Nahrungsmittel. (Foto: Imagesthai auf Pexels.com)
     
     
  • 6/28/2018 1:38:09 PM   Erik Hecht

    Furchterregende Erfolgsgeschichte

    Erst vor zwei Jahren wurde der „fall armyworm“, zu Deutsch „Herbst-Heerwurm“, von Amerika nach Afrika eingeschleppt. Seitdem ist er in alle Winkel des Kontinents gelangt, die südlich der Sahara liegen. Er frisst enorme Mengen Mais und Hirse und vermehrt sich schnell. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) droht durch die Mais- und Hirseschäden eine Hungerkrise für 300 Millionen Menschen. Die FAO hat deshalb im vergangenen Jahr 87 Millionen Dollar in ein Programm gegen den Schädling investiert.
    Der Heerwurm ist für die Welternährung einer der gefährlichsten Schädlinge. In Europa konnte er noch nicht Fuß fassen, da das Tier bei Frost verendet. Durch seine Anpassungsfähigkeit und schnelle Generationsfolge ist jedoch nicht auszuschließen, dass in den folgenden Jahren auch Südeuropa betroffen sein könnte.
  • 6/25/2018 7:23:12 AM   Erik Hecht
  • 6/20/2018 11:43:34 AM   Erik Hecht

    Der beste Acker-Roboter ist ein Däne

    Rot wie ein Feuerwehrauto präsentiert sich der Roboter „Maizerunners“, designt und gebaut von sechs Studenten der Technischen Universität Dänemark. Die Maschine ist Gesamtsieger des „Field Robot Events 2018“. Jedes Jahr treffen sich Studenten-Teams für diesen speziellen Roboter-Wettstreit. 14 Teams aus acht Ländern sind gegeneinander angetreten, um mit ihren autonomen Robotern landwirtschaftliche Aufgaben zu lösen. Die selber kreierten Maschinen mussten in vier Disziplinen beispielsweise Unkraut erkennen und entfernen. Dabei sammelte der dänische „Maizerunners“ die meisten Punkte.
    Der dänische Roboter „Maizerunners“ gewann den Wettstreit. (Foto: DLG)
     
  • 6/12/2018 1:39:11 PM   Jan Grossarth

    Stickstoff schadet dem Waldwachstum - und zwar, weil es den Bodenpilzen zusetzt

    Ein Forschungsergebnis unter Beteiligung des staatlichen Thünen-Instituts ist auch von hoher Bedeutung für die Landwirtschaft. Denn die Ergebnisse könnten vom Untersuchungsobjekt, dem Wald, auf andere Felder, wie das Getreidewachstum zu übertragen sein. Forscher unter anderem vom Imperial College London und dem Royal Botanical Garden Kew fanden laut Meldung nun folgendes heraus: Das Wachstum von Waldbäumen hängt vom Zustand der unterirdischen Bodenpilzen ab, die im Wurzelbereich mit ihnen in Gemeinschaft leben. Bei dieser als Mykorrhiza bezeichneten Partnerschaft, so steht es in der Meldung, erleichtern die Pilze den Bäumen die Aufnahme von Mineralien und Wasser, während sie von den Bäumen Kohlenstoffverbindungen erhalten, die sie als Nahrung nutzen.
     
    Ähnliche Ergebnisse werden schon von kleinen Unternehmen wie dem deutschen ,,Wilhelms Best" umgesetzt; etwa versucht dieses, Saatgut mit Mykorrhizasporen zu beizen, damit es besser wächst und weniger Dünger benötigt. Die neue Studie aus ,,Nature" enthält nun laut Meldung des Thünen-Instituts dieses Ergebnis: In einer Serie von großräumig angelegten Studienmit rund 40.000 Mycorrhiza-Proben stellte sich heraus, dass schon ab einem Grenzwert von 5,8 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr  mit einer Beeinträchtigung empfindlicher Pilzarten zu rechnen sei. Auf deutschen Flächen seien im Mittel aber Gesamtstickstoffeinträge von 14 Kilogramm pro Hektar und Jahr gemessen worden, im Emsland oder Allgäu sogar mehr als 30 Kilogramm.
     
    Wie vielfältig das komplexe Mycorrhiza-System ist, zeigen genetische Untersuchungen. Durch DNA-Sequenzierung ließen sich mehr als 1.400 „Pilzarten“ identifizieren. „Die Proben stammen von 137 Flächen des ICP-Forests-Netzwerks aus 20 Staaten Europas“, erklärte laut Meldung Walter Seidling vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde, Leiters des ICP-Koordinationszentrum und einer der Co-Autoren der Studie. „Auch der Boden-pH-Wert, die Lufttemperatur, die Kaliumversorgung und das Stickstoff/Phosphor-Verhältnis der Blätter spielen eine wichtige Rolle. Vor allem sind es aber die Stickstoff-Einträge aus der Luft, die die empfindlichen Pilzarten der Mycorrhiza-Gemeinschaft schädigen.“
     
     
     
  • 6/12/2018 1:04:04 PM   Jan Grossarth
     
  • 6/4/2018 3:01:30 PM   Jan Grossarth

    Misereor: Hungerkrise in Kenia und Südsudan

    Abermals sehen internationale Entwicklungsorganisationen Sudsudan inmitten einer Hungerkrise - und Kenia kurz davor. ,,Die Lage im Südsudan ist dramatisch: Der Großteil der Bevölkerung hungert, weil die Menschen wegen der Kämpfe ihre Felder jahrelang nicht bestellen konnten oder die importierten Lebensmittel extrem teuer sind", zitiert die kirchliche Organisation Misereor Maria Klatte, die Leiterin der Abteilung Afrika Von zehn Millionen Südsudanesen seien sieben Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. In Kenia, wo Jahre lang zu wenig Regen fiel, verschlimmerten nun ausgerechnet anhaltende Regenfälle die Lage der ländlichen Bevölkerung. Spenden für Misereor sind erbeten unter dem Stichwort ,,Hilfe für Ostafrika" bei der Pax-Bank Aachen, IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX.
  • 5/29/2018 2:47:46 PM   Erik Hecht

    Zu viel Fleisch in Deutschland

    Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU) zeigt sich besorgt: Übermäßiger Fleischkonsum und eine großindustrielle Erzeugung von Fleisch verbrauchen zu viel Getreide und Soja als Tierfutter. In einem Zeitungsinterview erklärte er weiter, der hohe Fleischkonsum würde wegen der benötigten Futtermittel die Abholzung von Regenwäldern vorantreiben. Der Grünen-Politiker und Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter kommentierte dazu, der Bundesentwicklungsminister dürfe nicht nur Verbraucher in die Verantwortung nehmen, die Politik müsse handeln.
  • 5/29/2018 9:46:00 AM   Erik Hecht

    Der Durst auf Tee wächst schneller als die Weltbevölkerung

    Der Anbau und Verbrauch von Tee steigt seit Jahren und der Trend wird wohl noch lange anhalten. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wächst die Nachfrage am Weltmarkt. Indien und China importieren immer mehr Tee für die wachsende Mittelschicht. Aber auch eine internationale, junge und urbane Käuferschicht  ist für den Trend mitverantwortlich. Für schwarzen Tee wird eine jährliche Steigerung der Produktion um 2,2 prognostiziert, für grünen Tee sogar 7,5 Prozent. Tee ist eine Kulturpflanze, die sehr empfindlich ist, mit spezifischen Anforderungen an das Klima der Anbauregionen. Viele Länder, die Tee anbauen, beispielsweise Indien, China und Kenia, werden laut FAO von Klimaänderungen stark betroffen sein. Die „Intergovernmental Group on Tea“, ein Forum der FAO für die internationalen Anbau und Handel von Tee, fordert daher: Die Tee-Produzenten müssen aktiv auf eine Eindämmung des Klimawandels hinwirken.
    Felder mit Tee in den Cameron Highlands, Malaysia. (Foto: Paul-Vincent Roll auf unsplash)
     
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