Zschaepe

Zschaepe

    • In ihrer mit Spannung erwarteten Aussage hat die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Beate Zschäpe bestritten, an den zehn NSU-Morden beteiligt gewesen zu sein.
    • Zschäpe bestreitet schon die Mitwisserschaft beim ersten Mord. Sie habe erst Mitte Dezember 2000 und damit drei Monate nach dem Mord an dem Blumenhändler Enver Simsek von der Tat erfahren.
    • Auch an den Morden 2001 will Zschäpe nicht beteiligt gewesen sein. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hätten sie nicht darüber informiert. Als sie davon erfahren habe, sei sie angesichts der "Gefühllosigkeit" der Männer sprachlos und fassungslos gewesen.
    • In ihrer Aussage berichtet Zschäpe auch von einer trostlosen Jugend mit einer alkoholkranken Mutter.

    • 12/9/2015 9:53:29 AM   Desk
      Auch von dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter soll sie nichts gewusst haben. Somit  bestreitet die mutmaßliche Rechtsterroristin, an den zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen beteiligt gewesen zu sein, die die Bundesanwaltschaft der Terrorgruppe NSU vorwirft.
    • 12/9/2015 9:56:26 AM   Oliver Georgi

      Polizisten gedenken am 30. April 2007 mit einem Trauerzug in Böblingen ihrer in Heilbronn vom NSU ermordeten Kollegin Kiesewetter (Foto: dpa)

    • 12/9/2015 9:57:21 AM   Oliver Georgi
      Nach Angaben von Zschäpe haben Mundlos und Böhnhardt Kiesewetter getötet, um deren Pistole stehlen zu können. Das Motiv für den Polizistenmord von Heilbronn galt
      bislang als unklar.


    • 12/9/2015 9:57:56 AM   Oliver Georgi
      Jetzt befasst sich die Erklärung mit dem September 2011...
    • 12/9/2015 9:57:59 AM   Desk
      «Vier Jahre passierte nichts, bis zum 7. September 2011.» Mundlos und Böhnhardt hätten sie informiert, dass sie ein Wohnmobil mieten würden und einen Überfall geplant hätten. «Die beiden waren überfällig. Sie wollten ein Objekt für einen Überfall auskundschaften.» Bei der Abholung des Wohnmobils am 25. Oktober soll sie dabei gewesen sein. «Ich erfuhr im Radio, dass ein Wohnmobil brennen würde und sich zwei Leichen darin befinden sollen.»

    • 12/9/2015 10:00:40 AM   Desk
      «Ich hatte nur einen Gedanken: Ihren letzten Willen zu erfüllen.» Dass Zschäpe die von Mundlos vorbereiten DVD's in den Briefkasten stecken, die Wohnung in Brand setzen und die Eltern informieren sollte. «Mundlos wollte, dass alle Beweise auf die Taten vernichtet werden", Böhnhardt habe den Wunsch geäußert , "dass alle Beweise auf unser Leben vernichtet werden".
    • 12/9/2015 10:01:26 AM   Desk
      Die Erklärung von Zschäpe geht nun auf die in Brand gesteckte Wohnung in Zwickau ein. «Im Abstellraum befand sich der Kanister mit Benzin, den Böhnhardt seit längerem dort deponiert hatte.»

    • 12/9/2015 10:03:02 AM   Desk
      Mit dieser Aussage gesteht Zschäpe, dass sie das Haus in Brand gesteckt hat. Den Vorwurf des  versuchten Mordes an ihrer Nachbarin weist sie aber zurück. «Ich klingelte mehrmals bei ihr, ohne dass sie sich rührte. Niemand war zu Hause. Tür nicht eingerastet. Ging nach oben. Klingelte und klopfte mehrfach. Setzte die Katzen in den Korb, nahm Tasche und stellte alles vor die Tür.»
    • 12/9/2015 10:03:38 AM   Oliver Georgi

      Das von Zschäpe in Brand gesteckte Haus in Zwickau, in dem das NSU-Trio wohnte. (Foto: dpa)

    • 12/9/2015 10:03:46 AM   Desk
      Ich hatte nicht vor, Beweise gegen mich zu vernichten, das war mir völlig egal.


    • 12/9/2015 10:05:39 AM   Oliver Georgi
      Seit Mai 2013 steht Beate Zschäpe beim NSU-Prozess in München vor Gericht. Lesen Sie in unserer  Chronologie, wie sich die Ereignisse seither entwickelt haben.
      .

    • 12/9/2015 10:05:47 AM   Desk
      Zschäpe wiederholt: «Ich musste ihren letzten Willen erfüllen.»
    • 12/9/2015 10:06:49 AM   Desk
      Zschäpe weist den Vorwurf der Anklage zurück, gleichberechtigtes Mitglied des NSU gewesen zu sein. 
    • 12/9/2015 10:07:49 AM   Oliver Georgi
      Der Generalbundesanwalt wirft mir vor, als gleichberechtigtes Mitglied des NSU mitgewirkt zu haben. Diese in Zusammenhang mit dem NSU erhobenen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage.

    • 12/9/2015 10:07:56 AM   Desk
      Es kann keine Rede davon sein, dass ich bei der Gründung eines NSU dabeigewesen sei. Der NSU war allein eine Idee von Uwe Mundlos.

    • 12/9/2015 10:08:02 AM   Desk
      Zschäpe: «Ich habe mich weder damals noch heute als Mitglied einer solchen Bewegung gesehen.»
    • 12/9/2015 10:11:38 AM   Oliver Georgi

      Eine DVD mit Aufnahmen von den Morden des NSU, die 2011 bundesweit verschickt wurde. (Foto: dpa)

    • 12/9/2015 10:11:47 AM   Desk
      Ich weise den Vorwurf der Anklage, ich sei ein Mitglied einer terroristischen Vereinigung namens NSU gewesen, zurück.
      Foto: Tobias Hase, dpa
    • 12/9/2015 10:14:09 AM   Oliver Georgi
      Unsere Korrespondentin Karin Truscheit hat im August Zschäpes jungen Anwalt Mathias Grasel besucht. Lesen Sie hier ihren Text.
    • 12/9/2015 10:16:47 AM   Oliver Georgi
      Hat Zschäpe Waffen beschafft? Darauf antwortet sie:

      Ich hatte gelegentlich eine Pistole in den Schrank geräumt, wenn sie herumlag. Ich gewöhnte mich daran, ab und zu eine herumliegend Pistole gesehen zu haben. Akzeptiert habe ich es nie.

    • 12/9/2015 10:17:29 AM   Desk
      Thema NSU-Bekennervideo: Zschäpe will sie im Prozess erstmals gesehen haben. Sie bestreitet, den Inhalt der Paulchen-Panther-Videos gekannt und mitgeschnitten zu haben. Den Inhalt habe sie nicht gekannt, nur vermutet, dass Raubüberfälle und auch Morde Gegenstand des Films sein können.
    • 12/9/2015 10:20:15 AM   Desk
      Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Opfern und Angehörigen von Opfern.
      Zschäpe mit ihren neuen Verteidigern Borchert (l.) und Grasel. Foto: Tobias Hase, dpa 
    • 12/9/2015 10:22:15 AM   Oliver Georgi
      Der ehemalige V-Mann Tino Brandt, durch den Zschäpe nach eigenen Angaben erst aktiv geworden sein will, hat im NSU-Prozess vor längerem über die
      üppigen Zahlungen des
      Landesamtes für Verfassungsschutz berichtet, die unter
      anderem dem
      rechtsextremen Thüringer Heimatschutz zugute kamen.
      Karin Truscheit hat sich dem
      Rechtsextremismus auf Staatskosten in einem längeren Text gewidmet.
    • 12/9/2015 10:22:27 AM   Desk
      Wie werden die Angehörigen auf die Entschuldigung von Zschäpe reagieren? 

      Ayse Yozgat, Mutter des vom NSU in Kassel ermordeten Halit Yozgat, bei ihrer Ankunft am Oberlandesgericht München.
      von Britta Schultejans, dpa
    • 12/9/2015 10:25:39 AM   Oliver Georgi

      Unser Korrespondent in Baden-Württemberg, Rüdiger Soldt, hat sich immer wieder ausführlich mit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter beschäftigt – und mit der Frage,. warum  es bei den Ermittlungen immer wieder zu Pannen
      und Versäumnissen gekommen ist.
      Lesen Sie hier einen älteren Text von ihm.
    • 12/9/2015 10:25:50 AM   Desk
      Der Vorsitzende Richter Götzl fragt Zschäpe: «Ist das Ihre Erklärung?» Sie nickt. Götzl sagt: «Ja!»
    • 12/9/2015 10:27:03 AM   Oliver Georgi
      Damit ist Zschäpes Aussage beendet, ihr Anwalt Grasel hat insgesamt 53 Seiten Text verlesen.

      Das Gericht pausiert jetzt. Um 12.30 Uhr wird der Prozess fortgesetzt.
    • 12/9/2015 11:14:57 AM   Desk
      Wir fassen an dieser Stelle das bisherige vom Tag in aller Kürze zusammen: 

      ▪ Die mutmaßliche Rechtsterroristin Zschäpe bestreitet eine Beteiligung an den Morden und Sprengstoffanschlägen des NSU. Sie will nicht mal Mitglied des NSU gewesen sein. 

      ▪ Zschäpe beteuert, sie habe von den Morden ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt immer erst im Nachhinein erfahren und sei entsetzt gewesen. 

      ▪ Sie gesteht, die letzte Fluchtwohnung der Gruppe in Zwickau in Brand gesetzt zu haben. Vor der Brandstiftung sei sie durchs Haus gegangen, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr darin befinde. 

      ▪ Zschäpe sieht sich im juristischen Sinne als unschuldig an und räumt lediglich ein: «Ich fühle mich moralisch schuldig, dass ich zehn Morde und zwei Bombenanschläge nicht verhindern konnte.»

      ▪ Sie habe versucht, Mundlos und Böhnhardt vom Morden abzuhalten, erklärt Zschäpe. Sie habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt, zur Polizei zu gehen und das Leben im Untergrund zu beenden. Doch wegen der Selbstmorddrohung ihrer Freunde sei die Lage für sie unlösbar gewesen.
    • 12/9/2015 11:15:13 AM   Desk
      Wie bereits zu Beginn berichtet: Zschäpe will Fragen zu ihre Erklärung erst später und nur schriftlich beantworten. Das teilte bereits gestern ihr Verteidiger mit. Zugleich bat der Vertrauensanwalt darum, den morgigen Prozesstag ausfallen zu lassen. Ob der Vorsitzende Richter Götzl damit einverstanden ist, ist noch offen. Unklar ist auch, ob er der Bitte nachkommt, morgen den Verhandlungstag zu streichen - wegen der «Belastung» der Angeklagten.
    • 12/9/2015 11:15:35 AM   Desk
      Eine erste Einschätzung der erfahrenen Gerichtsreporterin der «Sueddeutschen Zeitung»:


    • 12/9/2015 11:15:38 AM   Desk
      Die Reaktion von Grünen-Politikerin Renate Künast: 


    • 12/9/2015 11:15:47 AM   Desk
      Wir haben die Pause genutzt, um uns vor dem Gerichtssaal umzuhören. «Schon wieder ein Schlag ins Gesicht», sagt Gamze Kubasik, Tochter des in Dortmund ermordeten Mehmet Kubasik, zur Zschäpe-Aussage. Sie könne nicht nachvollziehen, dass die Angehörigen nicht die Chance bekommen, Fragen zu stellen. «Ich hätte mich wirklich gefreut.» Sie sei wütend.
    • 12/9/2015 11:17:01 AM   Oliver Georgi
      Wer den Liveblog bislang nicht verfolgt hat: Hier finden Sie die wichtigsten Aussagen von Beate Zschäpe noch einmal in der Zusammenfassung.
    • 12/9/2015 11:18:52 AM   Oliver Georgi
      Mit ihrer Aussage hat Beate Zschäpe versucht, sich als entsetzte Unbeteiligte an den Morden des NSU zu inszenieren – doch diese Strategie zeigt lediglich prozessuale Hilflosigkeit, schreibt unser Münchner Korrespondent Albert Schäffer in seinem Kommentar: An einer lebenslangen Haftstrafe dürfte diese Aussage jedenfalls nichts ändern, glaubt er.
    • 12/9/2015 11:19:01 AM   Desk
      «Wir werden diese Einlassung natürlich genauestens prüfen», kündigt Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler an.  «Die Einlassung ist wie alle anderen Beweise, die wir erhoben haben in der Hauptverhandlung ein Beweismittel unter vielen.» Eine Bewertung wolle er noch nicht vornehmen. «Alles andere wäre unprofessionell. Das ist für meine Mandantschaft ganz ganz bitter. Meine Mandantschaft wollte erfahren, warum ihre Väter, Ehemänner, Brüder sterben mussten. Davon hat Frau Zschäpe heute nichts gesagt. Es war einfach eine Geschichte zum eigentlich Verzweifeln.»

      «Ich habe ihr heute kein Wort geglaubt»: Mehmet Daimagüler. Foto: Karlheinz Schindler dpa/Archiv
    • 12/9/2015 11:19:14 AM   Desk
      Heute hat man sehr gut verstehen können, warum es manchmal klug ist, einfach den Mund zu halten. Wenn das alles ist, was Frau Zschäpe uns zu sagen hatte, dann hätte sie besser gar nichts gesagt.

      Nebenklage-Anwalt Stephan Lucas zur Erklärung der Hauptangeklagten Zschäpe.
    • 12/9/2015 11:24:08 AM   Oliver Georgi
      Noch mehr Aussagen von Opferanwalt Mehmet Daimagüler: Er hält Zschäpes Aussage für unglaubwürdig. Zschäpe habe in der Erklärung ein "Lügenkonstrukt" vorgelegt.

      Ich habe ihr heute kein Wort geglaubt. Sie kann diese Art von Entschuldigung behalten.

    • 12/9/2015 11:25:50 AM   Desk
      Die Pause müsste in einigen Minuten vorbei sein. Das Verfahren wird dann wieder fortgesetzt.
    • 12/9/2015 11:34:49 AM   Desk
      Weitere satirische Reaktion, diesmal von der ZDF-«heute show»:


    • 12/9/2015 11:38:21 AM   Desk
      Wie das Gericht gerade mitteilt, geht es erst um 13 Uhr weiter. Zunächst war die Fortsetzung des Verfahrens auf 12.30 Uhr anberaumt worden.
    • 12/9/2015 11:52:02 AM   Desk
      Reaktion von Bundesanwalt Herbert Diemer auf die Aussagen von Zschäpe: 


      von dpa ∙ live Desk

    • 12/9/2015 12:06:12 PM   Desk
      In Kürze erfahren wir, ob es heute im Verfahren weiter geht. Oder gibt es etwa eine weitere Verzögerung?
    • 12/9/2015 12:09:26 PM   Desk
      Das könnte uns nach der Unterbrechung erwarten: 


    • 12/9/2015 12:10:22 PM   Desk
      Noch passiert nichts im Sitzungssaal. Keiner der Richter lässt sich blicken. Die Angeklagten und alle anderen Beteiligten warten.
    • 12/9/2015 12:24:54 PM   Desk
      Zschäpes «Altverteidiger» Heer: «Es hat ein diametraler Wechsel in der Verteidigungsstrategie stattgefunden.» Er hatte seit Beginn des NSU-Prozesses eine Schweigestrategie der Angeklagten bevorzugt.
       
      Foto: Andreas Gebert, dpa 
    • 12/9/2015 12:27:54 PM   Desk
      Die Richter sind inzwischen wieder im Sitzungsaal. Der morgige Verhandlungstag wird abgesetzt.
      Man wolle die Einlassung ausarbeiten. Das Programm für die nächste Woche bleibe aber bestehen. Zschäpe soll prüfen, ob sie nicht einen Teil der Fragen direkt beantworten will.
    • 12/9/2015 12:30:37 PM   Desk
      Zschäpes Verteidiger Grasel will noch einen Antrag stellen, Richter Götzl wollte schon Schluss machen für heute. In dem Antrag geht es um die Entlassung der drei Verteidiger Heer, Stahl, Sturm.
    • 12/9/2015 12:36:51 PM   Desk
      Nach Zschäpe wollen nun auch die neuen Verteidiger Grasel und Borchert die «Alt-Verteidiger» loswerden.
    • 12/9/2015 12:36:57 PM   Desk
      Grasel erläutert ausführlich, warum das Vertrauen zu Heer, Stahl und Sturm endgültig und absolut zerrüttet ist.
    • 12/9/2015 12:37:16 PM   Desk
      Heer, Stahl und Sturm seien «unkooperativ und unkollegial», ihr Verhalten «bewusst schädigend».
    • 12/9/2015 12:45:58 PM   Desk
      Die Stellungnahmen zum Entpflichtungsantrag von Grasel dauern an. 
    • 12/9/2015 12:50:14 PM   Desk
      Nun liegt es an den Richtern über den Entpflichtungsantrag zu entscheiden. Der 249. Verhandlungstag ist in diesem Moment zu Ende gegangen. Der NSU-Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.
    • 12/9/2015 1:10:46 PM   Desk
      Liebe Leserinnen und Leser, unser Liveticker endet an dieser Stelle. Vielen Dank fürs Dabeisein. Wir verabschieden uns mit einem Tweet, der die Runde macht - auch bei anderen Twitter-Accounts. Insgesamt wurden die Auflistungen der Namen von NSU-Opfern binnen zwei Stunden mehrere Hundert Mal retweetet. Kommen Sie gut durch den Tag, auf Wiedersehen!


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