Coronavirus

Coronavirus Live


  • 4/10/2021 6:10:25 PM   Annkathrin Weis
    In Österreich gab es am Samstag wieder eine große Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Im Zuge der Proteste sind in Wien 14 Menschen festgenommen worden. Rund 3000 Personen nahmen an der Kundgebung teil, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Beamte setzten Pfefferspray ein, um das Durchbrechen von Sperren und den Zusammenstoß mit Gegendemonstranten zu verhindern, wie die Polizei mitteilte. Laut der Nachrichtenseite standard.at löste die Polizei die Kundgebung am Nachmittag deswegen auch auf. In Videos in den sozialen Netzwerken sind die Auseinandersetzungen teilweise dokumentiert und zeigen auch den Versuch von Teilnehmern, die Absperrungen gewaltsam herunterzureißen. Unter den Demonstranten gegen die Corona-Einschränkungen waren unter anderen Vertreter der rechten FPÖ und der rechtsextremen Identitären-Bewegung, wie etwa deren Chef Martin Sellner, berichteten APA und krone.at. Wien und andere Regionen im Osten Österreichs sind wegen hoher Corona-Infektionszahlen seit Anfang April in einem Lockdown.
  • 4/10/2021 6:00:05 PM   Sönke Sievers
    Jetzt in der Multimedia-Ausgabe der F.A.S.: Wie hässliche Menschen benachteiligt werden, Motorrad-Influencer mit asozialem Verhalten Geld verdienen und warum der Zahnersatz so teuer ist.
  • 4/10/2021 5:44:28 PM   Annkathrin Weis
    Wie Kollegin Rebecca Boucsein bereits am Nachmittag berichtete, hätte in Leipzig heute eigentlich eine Demonstration der „Querdenker“ stattfinden sollen. Obwohl die Stadt und mehrere Gerichte die Versammlung jedoch verboten hatten, musste die Polizei in Leipzig die Veranstaltung mit einem Großaufgebot verhindern. Wie die Leipziger Polizei am Samstagabend mitteilte, waren im Laufe des Tages rund 1700 Beamte im Einsatz, um das Verbot der Demonstration der „Querdenken“-Bewegung durchzusetzen und mehrere Gegendemonstrationen abzusichern. Um die Anreise von Querdenken-Demonstranten zu verhindern, kontrollierte die Polizei auf Zufahrtsstraßen nach eigenen Angaben etwa tausend Fahrzeuge.
    Weil die Veranstalter die Verlegung der Aktion nach Halle an angekündigt hatte, wurde auch die auf dem Markt der Saalestadt angemeldete Versammlung von der Versammlungsbehörde ebenfalls verboten. Als sich dort dennoch einige Teilnehmer trafen, beendete die Polizei eigenen Angaben zufolge die Veranstaltung.
     Embedded PolopolyImageVersperrt den Weg für einzelne Demoteilnehmer: Einsatzkräfte in Halle (Foto: dpa)
     
    Mehrere Gegendemonstrationen durften aber stattfinden. Auch drei Versammlungen mit insgesamt 120 Teilnehmern in der Innenstadt, die der sozialistisch-demokratische Studierendenverband Leipzig angemeldet hatte, verliefen nach Polizeiangaben  störungsfrei. An einem angemeldeten Fahrzeug-Korso, deren Teilnehmer ein „Ende der Corona-Maßnahmen“ forderten, nahmen nach Polizeiangaben am Nachmittag etwa 65 Fahrzeuge mit rund 130 Insassen teil. „Polizeilich relevante Vorkommnisse wurden nicht bekannt“ erklärte die Polizei.
  • 4/10/2021 4:52:11 PM   Annkathrin Weis

    Corona-Impfung beim Hausarzt: „Wir bestellen die Patienten jetzt aktiv ein“

    FAZ.NETSeit dieser Woche impfen auch Hausärzte gegen Corona. Zu Besuch bei Dr. Thomas Heyer in Stuttgart, der innerhalb einer Woche all seine bettlägerigen oder dementen Patienten impfen will.
  • 4/10/2021 4:06:28 PM   Annkathrin Weis
    In Italien deuten Zahlen vom Samstag auf eine Entspannung der Pandemielage hin: Die Zahl der registrierten Neuinfektionen sank auf 17.567 von 18.938 am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. In den Krankenhäusern wurden außerhalb  der Intensivstationen 27.654 Corona-Patienten behandelt, nachdem es am Vortag noch 28.146 gewesen waren. Die Zahl der Intensivpatienten sank auf 3588 von 3603. An oder mit dem Coronavirus starben 344 Menschen nach 718 am Vortag.
  • 4/10/2021 3:57:24 PM   Stefan Tomik
    Die FDP sieht den Entwurf für eine bundesgesetzliche Corona-Notbremse „äußert kritisch“. „Mit Rechtsverordnungen ohne Beteiligung des Parlaments soll die Bundesregierung zukünftig Grundrechte einschränken dürfen. Diese Idee sollten die Regierungsfraktionen verwerfen“, forderte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nach Beratungen mit den Fachleuten seiner Partei.
    Falsch sei auch eine alleinige Orientierung am Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Dieser bilde das Pandemiegeschehen vor Ort nur unzureichend ab.
    „Als Auslöser für massive Freiheitseinschränkungen ist eine schwankende Zahl, die auch nur politisch gegriffen ist, nicht geeignet“, so Lindner. „Die vorgesehene scharfe Ausgangssperre schließlich ist unverhältnismäßig. Beispielsweise geht vom abendlichen Spaziergang eines geimpften Paares keinerlei Infektionsgefahr aus. Diese Bestimmung ist verfassungsrechtlich höchst angreifbar.“

  • 4/10/2021 3:54:20 PM   Rebecca Boucsein
  • 4/10/2021 3:10:25 PM   Annkathrin Weis
    Im finnischen Helsinki sind am Samstag 2ß Personen bei einer unangemeldeten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen festgenommen worden. An dem Protest nahmen nach Angaben der Polizei bis zu 300 Personen teil. Die Festgenommenen müssen auch mit einer Geldbuße rechnen, weil sie Weisungen von Polizeibeamten nicht befolgten. Diese hatten die Teilnehmer dazu aufgerufen, die Versammlung zu beenden. Derzeit dürfen sich in Finnland maximal sechs Personen treffen. Laut Polizei wurden auch zehn Autofahrer im Zusammenhang mit dem Protest mit Bußgeldern belegt.

  • 4/10/2021 3:00:35 PM   Rebecca Boucsein

    In Deutschland sind in mehreren Städten Menschen für strengere Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Bremen und Hannover protestierten insgesamt mehr als 200 Menschen. In Göttingen waren 20 bis 50 Menschen bei einer „Zero-Covid“-Demo auf der Straße, sagte eine Polizeisprecherin. In Berlin beteiligten sich am Nachmittag rund zwei Dutzend Menschen an einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Charité.
     

    In Deutschland und Österreich waren Aktionen in 30 Städten geplant. Die Teilnehmer forderten unter anderem drei Wochen bezahlte Pause und wandten sich gegen den „Infektionsherd Arbeitsplatz“. Die Profitinteressen der Unternehmen müssten hinter der Gesundheit der Menschen zurückstehen, hieß es in dem Aufruf zu den Kundgebungen.
     

    In Hannover forderten die Demonstranten eine Pandemiepolitik, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe und Menschen vor Konzernprofite stelle. „Es kann nicht sein, dass das private Leben komplett eingegrenzt wird, während immer noch keine Homeoffice-Pflicht gilt“, hieß es weiter. Die Mitorganisatorin der Aktionen, Sonja Radde, sagte im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), die Demonstrierenden träten für einen begrenzten, aber konsequenten Lockdown ein. Sie gingen auch davon aus, dass die Einschränkungen dann schneller wieder zurückgenommen werden könnten.
     

    In Potsdam demonstrierte rund ein Dutzend Menschen für mehr Sicherheit in Schulen und Kitas in der Corona-Krise. Die Teilnehmer forderten vor dem Landtag unter anderem, die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler bundesweit auszusetzen. „Man muss Eltern in der Pandemie das Vertrauen entgegenbringen, vom Fürsorgerecht Gebrauch zu machen“, sagte Olaf Balk von der Initiative „Sichere Bildung jetzt!“. Er sprach sich auch für eine Strategie aus, mit der die Zahl der Corona-Infektionen drastisch reduziert wird.

     
    Embedded PolopolyImage
    Demo in Erfurt. Foto: dpa
  • 4/10/2021 2:46:35 PM   Maria Wiesner

    170 Gäste zahlen Strafe: Pariser Polizei lässt „Untergrund-Restaurants“ auffliegen

    In Frankreich sind die Restaurants wegen der Pandemie geschlossen. Doch nicht überall hält man sich daran. In Paris nahm die Polizei den Manager eines „Untergrund-Restaurants“ fest.

  • 4/10/2021 2:46:18 PM   Rebecca Boucsein

    Eine für Samstagnachmittag in Halle geplante Versammlung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen ist verboten worden. Wie die Polizei Sachsen-Anhalt mitteilte, betrifft das Verbot auch „alle Ersatzversammlungen“, die zuständige Behörde habe die „sofortige Vollziehung“ des Verbots angeordnet. Demnach wurde die für 16.30 Uhr geplante Versammlung auf dem Marktplatz der Stadt untersagt, weil Erkenntnisse vorlägen, dass die Sicherheit in der Stadt „erheblich gefährdet sein könnte“.
     

    Hintergrund ist eine Entscheidung zum Verbot einer Demonstration der sogenannten Querdenken-Bewegung in Leipzig. Diese sollte ebenfalls am Samstagnachmittag im Zentrum der sächsischen Stadt stattfinden. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht bestätigte allerdings in einem Eilverfahren am Samstag das Verbot der Veranstaltung, das zuvor schon das Verwaltungsgericht ausgesprochen hatte.
     

    Das Verwaltungsgericht war der Prognose der Stadt Leipzig gefolgt, wonach von der Versammlung „infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren für Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamte und Passanten ausgehen“. Angesichts der in Sachsen überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen und der zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten bestehe ein „unkalkulierbares und nicht zu kontrollierendes Risiko“.
     

    Nach diesem Verbot gab es laut der Polizei in Sachsen-Anhalt „mehrere Aufrufe“, von Leipzig auf Halle auszuweichen.

  • 4/10/2021 1:38:02 PM   Martin Franke
    Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags hat die Initiative „Zero Covid“ auch in Berlin zu Protestaktionen aufgerufen. Rund zwei Dutzend Menschen beteiligten sich am Samstagnachmittag an einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Charité in Mitte und forderten einen harten Lockdown angesichts steigender Neuinfektionszahlen. Es gehe auch darum sogenannten Querdenkern nicht die Straße zu überlassen, sagte eine Teilnehmerin. Zuvor war auch auf dem Tempelhofer Feld zu einer Kundgebung von der Neuköllner Linke aufgerufen worden.
      
    Die Demonstrierenden treten für einen begrenzten, aber konsequenten Lockdown ein – auch deshalb, weil sie davon ausgehen, dass die Einschränkungen dann schneller wieder zurückgenommen werden könnten, wie Mitorganisatorin Sonja Radde im „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ (RBB) sagte. Am Abend sollte der bundesweite Aktionstag online per Livestream fortgesetzt werden.
  • 4/10/2021 1:17:43 PM   Martin Franke

    Corona am Arbeitsplatz: Scholz fordert Unternehmen zu Testpflicht auf

    Homeoffice, Masken, Testen: Der Vizekanzler kritisiert die deutschen Unternehmen für ihr mangelndes Engagement – und nennt den Kampf gegen das Virus eine „nationale Pflicht“.

  • 4/10/2021 1:13:46 PM   Stefan Tomik
    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Abweichen des Landes von den von Bund und Ländern einst beschlossenen Kontaktregeln der Corona-„Notbremse“ verteidigt. „Materiell“ würde diese Regelung nicht groß etwas ändern, sagte er am Samstag am Rande eines Parteitags des Südwest-Grünen in Heilbronn. Nur ein Ehepartner eines Paares könne allein seine Kinder besuchen, obwohl das Paar zuhause zusammen lebe. „Das ist jetzt pandemisch nicht groß der Unterschied.“
     
    In Baden-Württemberg dürfen sich derzeit auch in Regionen mit hohen Inzidenzen zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Nach der „Notbremsen“-Vereinbarung von Bund und Ländern darf sich allerdings in Kreisen mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahren werden jeweils nicht mitgezählt.
     
    Es könne durchaus Unterschiede in der Pandemiebekämpfung geben, da auch die Inzidenzen unterschiedlich seien, sagte Kretschmann. „Diesen Einheitswahn teile ich überhaupt nicht.“ Wichtig sei, dass man bei zentralen Dingen zusammenbleibe. Kleine Abweichungen spielten pandemisch keine Rolle.
  • 4/10/2021 12:37:01 PM   Martin Franke
    Die Bundesschülerkonferenz fordert eine bundesweite Testpflicht für Schüler in der Corona-Pandemie. „Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation reichen freiwillige Testangebote nicht aus“, sagte Generalsekretär Dario Schramm dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstag): „Deshalb fordert die Bundesschülerkonferenz eine bundesweite Testpflicht.“ Jede Schülerin und jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche in der Schule auf Corona getestet werden: „Das Ziel muss sein, dass möglichst bald an jedem Tag getestet wird.“ Die Tests müssten selbstverständlich kostenlos für die Schüler sein.
     
    Wer den Corona-Test verweigere, könne nicht zum Unterricht in der Schule kommen, sondern müsse in den Distanzunterricht gehen, ergänzte Schramm. Diese Forderung falle den Schülervertretern nicht leicht, aber „es geht darum, dass wir das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenbringen“. Um die Testung attraktiver zu machen, sollten Schulen zudem die Möglichkeit erhalten, die Testergebnisse offiziell zu bescheinigen,
    schlug Schramm weiter vor: „Mit dieser Bescheinigung sollten Schülerinnen und Schüler auch Angebote außerhalb der Schule wahrnehmen können, bei denen ein maximal 24 Stunden alter negativer Test benötigt wird.“
     
    Mit der Gebrauchsanleitung: Eine Schulleiterin an einer Grundschule in Erfurt (Foto: dpa)
  • 4/10/2021 12:31:13 PM   Martin Franke
    Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) hat eine von der „Querdenker“-Bewegung geplante Demonstration gegen „gleichgeschaltete“ Medien an diesem Sonntag in Frankfurt am Main scharf kritisiert. „Wer die Medien in unserem Land als 'gleichgeschaltet' diffamiert, dem geht es längst nicht mehr um Kritik an Corona-Beschränkungen“, erklärte Becker am Samstag in Wiesbaden. „Querdenker“ verachteten die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft. Immer unverhohlener nutzten sie Vergleiche mit Nazi-Deutschland, um das gesellschaftliche Klima zu vergiften, und immer öfter verglichen sie die Verbrechen der Nazis mit den Schutzmaßnahmen vor der Corona-Pandemie und verharmlosten damit die Schoah.
     
    „Diese Demonstration dient in meinen Augen nicht der freien Meinungsäußerung, sondern der Einschüchterung von Presse, Medien und Gesellschaft. Wer hier mitläuft und applaudiert, der sekundiert dem Extremismus und dem Antisemitismus“, betonte Becker, der auch Bürgermeister in Frankfurt ist. Die ursprünglich vor dem Hauptgebäude des Hessischen Rundfunks geplante „Querdenker“-Kundgebung war am Freitag vom Frankfurter Ordnungsamt in einen Park am Stadtrand verlegt worden und darf nur unter strengen Abstands- und Hygieneauflagen stattfinden. Ein nach der Kundgebung angemeldeter Demonstrationszug in die Innenstadt wurde ganz untersagt.

  • 4/10/2021 11:57:45 AM   Tobias Schrörs

    Das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das Verbot der Stadt Leipzig einer für den Samstagnachmittag geplanten Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen bestätigt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Richter schlossen sich der schon vom Verwaltungsgericht geäußerten Auffassung an, dass „von der angemeldeten Versammlung infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren für Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamte und Passanten ausgehen, die nur durch deren Verbot zu vermeiden sind“. So hieß es in der Mitteilung des Gerichts vom Samstag.

    Die Teilnehmer vergleichbarer vorhergehender Versammlung hätten sich nicht gewillt gezeigt, den Regelungen zu folgen. Auch der Antragsteller selber habe „aufgezeigt, dass er weder willens noch in der Lage sei, die Versammlung auf eine bestimmte Teilnehmerzahl zu beschränken.“ Mit Blick auf die schutzwürdigen Interessen vieler Menschen auf das Recht auf Leben und körperlicher Unversehrtheit müsse die Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit hingenommen werden.

  • 4/10/2021 11:21:00 AM   Martin Franke

    Welche Sonderrechte gibt es?: Treffen sich zehn Geimpfte zur Party

    Wer die Spritze hat, ist kein Risiko mehr. Beschränkungen sind da kaum zu rechtfertigen. Doch wann werden sie gestrichen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
  • 4/10/2021 10:54:04 AM   Martin Franke
    So langsam kommt die Impfkampagne in Fahrt: Am Freitag wurden in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen geimpft. Insgesamt wurden 547.726 Impfdosen verimpft. Damit sind nun 4.910.308 Personen (5,9 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft, mehr als 12,6 Millionen Menschen hierzulande haben mindestens eine Impf­dosis erhalten – das sind 15,2 Prozent. Der Höchstwert wurde am Donnerstag erreicht. An dem Tag wurden mehr als 716.000 Impfungen gemeldet. Auch am Vortag wurden bereits mehr als doppelt so viele Impfdosen verimpft, wie an den Tagen zuvor. Das geht aus den Zahlen des Impfdashboards hervor. Demnach wurden in drei Tagen knapp zwei Millionen Menschen geimpft.
     
    Nach einigen schleppenden Wochen nach dem Impfstart sind nun Zehntausende Hausarztpraxen hinzugekommen, die sich beim Impfen beteiligen. Bundesgesundheitsminister Spahn mahnte jedoch am Freitag in Berlin, dass es nicht jeden Tag so viele Impfungen wie am Donnerstag geben könne, so lange nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

  • 4/10/2021 10:44:52 AM   Martin Franke
    Iran ordnet nach staatlichen Angaben im Großteil des Landes einen zehntägigen Lockdown an. Betroffen seien 23 der 31 Provinzen. Unternehmen, Schulen, Theater und Sporteinrichtungen müssen schließen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Versammlungen seien verboten.
     
    Teheran am Samstag (Foto: EPA)
  • 4/10/2021 10:40:05 AM   Martin Franke
    EU-Ratspräsident Charles Michel hat den Aufstieg der Europäischen Union zu einem führenden Impfstoffproduzenten der Welt vorausgesagt. „Wenn wir die Produktion in den nächsten Wochen weiter beschleunigen, wird Europa ein führender, vielleicht sogar der weltgrößte Impfstoffhersteller sein“, sagte Michel dem „Handelsblatt“ und anderen europäischen Wirtschaftsmedien (Samstag).
     
    Zum Vergleich mit den Vereinigten Staaten beim Abschneiden in der Corona-Krise meinte Michel, man müsse „alle Elemente“ der Krisenpolitik berücksichtigen. Dazu zählten auch die großzügigeren europäischen „sozialen Schockabsorber“ wie die Sozialleistungen.
  • 4/10/2021 10:31:29 AM   Martin Franke
    Der Prozess zur Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes könnte aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) bis zu zwei Wochen dauern. „Ich gehe schon davon aus, dass innerhalb der nächsten zehn, 14 Tage wir das gemeinsam – Bundestag und Bundesrat – auch bewältigen werden und dass wir damit dann auch einen Rahmen haben, mit dem wir alle gemeinsam gut arbeiten können“, sagte Müller am Freitagabend im ZDF-„Heute Journal“. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich ebenfalls am Freitag noch zuversichtlich geäußert, die Änderungen auch innerhalb einer Woche umsetzen zu können.
    SPD-Politiker Michael Müller (Foto: dpa)
     
    Müller äußerte sich dahingehend zurückhaltend. „Wenn sich im Bundestag die Situation so darstellt, dass man wirklich schnell dort auch zu einem Ergebnis kommt, geht es sicherlich auch schneller“, betonte er. Aber auch der Bundesrat müsse noch beschließen. Angesichts steigender Neuinfektionszahlen und einer zunehmenden Belastung auf den Intensivstationen sollen am kommenden Montag nicht wie gewohnt Bund und Länder gemeinsam über neue Maßnahmen in der Corona-Krise entscheiden. Stattdessen sollen Bundestag und Bundesrat im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachschärfen, hieß es. Ziel sei es, bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen zu schaffen. Die Änderung solle schon in der kommenden Woche vom Kabinett beschlossen werden. Dessen Sitzung werde von Mittwoch auf Dienstag vorgezogen.
     
    Müller befürwortete den Vorstoß, betonte aber, dass einige Themen, etwa im Bildungsbereich, weiterhin in der Verantwortung der Bundesländer blieben.

  • 4/10/2021 10:02:44 AM   Jannik Waidner

    Laut Branchenverband: Jeder vierte Gastronomie-Betrieb vor Schließung

    Laut einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga steht es um eine Vielzahl von Restaurants und Hotels ziemlich schlecht. Für den Mai hat dessen Präsident eine klare Forderung an die Politik.
  • 4/10/2021 9:42:34 AM   Tobias Schrörs
    Seit dem Morgen tagen sechshundert Delegierte auf dem Bundesparteitag der AfD in der Halle 1 der Messe Dresden, berichtet unser Korrespondent Markus Wehner. Maskenpflicht ist vorgeschrieben, die Befolgung der Regeln wird von Ordnern kontrolliert.
     
    Parteichef Jörg Meuthen sagte in seiner Eröffnungsrede, die AfD zeige mit ihrem zweiten Präsenz-Parteitag zu Corona-Zeiten, dass solche Veranstaltungen möglich seien. Sie wende sich damit zugleich gegen die „Verbotsorgien“ der politisch Verantwortlichen.
     
    Die AfD hatte ihren Bundesparteitag in Kalkar Ende November 2020 während der zweiten Corona-Welle im nordrhein-westfälischen Kalkar abgehalten. Damals sei vor einem „Superspreader-Event“ gewarnt worden, aber „passiert ist nichts“, sagte Meuthen.
  • 4/10/2021 9:25:08 AM   Martin Franke
    Die Bundeswehr erlaubt Soldaten unter 60 Jahren keine Impfungen mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte dem „Business Insider“ eine entsprechende Weisung. 
      
    „Unsere Soldaten unterliegen beim Impfen den gleichen Richtlinien und Empfehlungen wie die Zivilbevölkerung“, sagte demzufolge der Sprecher. Die Impfung mit Astra-Zeneca wird von der Ständigen Impfkommission für Menschen über 60 empfohlen, Menschen unter 60 können sie aber auf eigenen Wunsch und in eigener Verantwortung bekommen. Dass Bundeswehr-Soldaten unter 60 sich dennoch nicht mit Astra-Zeneca impfen lassen dürfen, begründet der Sprecher des Verteidigungsministeriums mit einer „unsicheren Rechtslage“. 
       
    Auch die Bundespolizei erlaubt ihren Beamten und Mitarbeitern unter 60 Jahren keine Impfungen mit Astra-Zeneca. Auf Anfrage der Nachrichtenseite teilte ein Sprecher mit: „Bei der Bundespolizei werden gegenwärtig nur Beschäftigte, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, mit dem Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca geimpft.“ Eine Begründung dafür wurde nicht genannt.
     
    Bundeswehr-Soldaten in Baden-Württemberg (Foto: dpa)
  • 4/10/2021 9:21:34 AM   Maria Wiesner
    Indiens Gesundheitsministerium meldet 145.384 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 794 auf nunmehr 168.436. Insgesamt wurden damit bislang 13,21 Millionen Fälle in Indien bestätigt. Nur die Vereinigten Staaten und Brasilien haben mehr Infektionen registriert, doch in der vergangenen Woche wurden nirgends so viele Fälle bestätigt wie in Indien. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat Maharashtra, in dem die Millionenmetropole Mumbai liegt, gilt über das Wochenende ein Lockdown.
  • 4/10/2021 7:55:51 AM   Martin Franke
    Auf der Ebene der 16 Bundesländer rückt das Feld etwas zusammen – kein Bundesland kann eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 vorzeigen. Schleswig-Holstein liegt mit 65,8 am niedrigsten, seit Wochen geht die Kennziffer nur langsam hoch. Thüringen, das vor Ostern noch bei über 250 lag, hat wieder die Marke von 200 überschritten und liegt nun bei 206,3. Es ist das Bundesland mit dem höchsten Wert. Außer Niedersachsen (86,5) und dem Saarland (98,8) befinden sich die restlichen Bundesländer zwischen 100 und 200. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 120,6.

  • 4/10/2021 7:23:48 AM   Martin Franke
    Von den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland befinden sich derzeit nur 13 unter 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Das geht aus den Daten des RKI-Dashboards hervor. Die meisten Landkreise weisen eine Inzidenz zwischen 100 und 200 auf. Spitzenreiter ist der Stadtkreis Hof an der tschechischen Grenze mit einem Wert von 563. Es ist der einzige Kreis mit einer Inzidenz über 500.

  • 4/10/2021 6:42:14 AM   Martin Franke
    Das Corona-Vakzin des Tübinger Impfstoffherstellers Curevac könnte nach Einschätzung des Unternehmens früher von der Europäischen Arzneimittelbehörde (Ema) zugelassen werden als bisher erwartet. „Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket“, sagte Unternehmenssprecher Thorsten Schüller der „Augsburger Allgemeinen“. Curevac hoffe daher auf eine Zulassung „im Mai oder Juni“. Zuletzt war Curevac von einer EMA-Zulassung bis Ende Juni ausgegangen.
      
    Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr, sagte Schüller. Für das kommende Jahr sei dann die Produktion von einer Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen. Das Unternehmen und seine Produktionspartner könnten deutlich mehr als andere Hersteller in vergleichbar dimensionierten Anlagen erzeugen, sagte Schüller. „Unsere Impfdosis ist mit zwölf Mikrogramm sehr gering.“ Andere mRNA-Impfstoffe bräuchten die zweieinhalb- bis achtfache Wirkstoffmenge für einen vergleichbaren Schutz.
  • 4/10/2021 6:39:26 AM   Martin Franke
    Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) hat einen Strategiewechsel in der Corona-Krise gefordert und mehr Perspektiven verlangt. „Meiner Meinung nach kann man nicht 83 Millionen Menschen dauerhaft sagen, am besten bleibt ihr alle immer zu Hause. Irgendwann geht das so nicht mehr“, sagte Lange der Deutschen Presse-Agentur. „Was fehlt, sind klare Perspektiven für Bürger und Unternehmen.“ Die Politik müsse in der Krise mehr Hoffnung vermitteln. „Was auch fehlt, ist eine gewisse Verbindlichkeit und Berechenbarkeit.“
     
    Die stellvertretende SPD-Landeschefin kritisierte die Debatte über schärfere Corona-Maßnahmen. „Es entsteht bei vielen Menschen auch zunehmend der Eindruck, die einzige Antwort seit über einem Jahr ist immer nur der Lockdown – ob „Wellenbrecher“-, „Brücken“- oder Sonstwas-Lockdown“, sagte Lange. „Dass so die Unzufriedenheit bei den Leuten steigt, kann man niemandem verdenken.“ Damit kritisierte sie auch die Forderung des CDU-Bundeschefs und Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet nach einem „Brücken-Lockdown“, um die Zeit zu überwinden, bis viele Menschen geimpft sind.
     
    Die Finanzministerin forderte mehr Berechenbarkeit. Schlagworte wie „Brücken-Lockdown“ schafften kein Vertrauen, sondern Unsicherheit, sagte Lange. „Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben im März gemeinsam Beschlüsse gefasst. Jetzt redet man schon wieder über neue Maßnahmen, obwohl noch gar nicht alle Länder diese Maßnahmen umgesetzt haben. Ich kann aber nicht schon wieder eine neue Sau durchs Dorf treiben und die alte ist noch nicht ganz raus.“
     
    SPD-Politikerin Katrin Lange (Foto: dpa)
  • 4/10/2021 5:58:55 AM   Mathias Peer
    Indiens Gesundheitsministerium meldet 145.384 Neuinfektionen. Das sind so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 794 auf nunmehr 168.436. Insgesamt wurden damit bislang 13,21 Millionen Fälle in Indien bestätigt. 
     
    Nur die Vereinigten Staaten und Brasilien haben mehr Infektionen registriert, doch in der vergangenen Woche wurden nirgends so viele Fälle bestätigt wie in Indien. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat Maharashtra, in dem die Millionenmetropole Mumbai liegt, gilt über das Wochenende ein Lockdown.
     
    Embedded PolopolyImage
    Coronavirustest in Indien, Foto: EPA
  • 4/10/2021 5:52:20 AM   Mathias Peer

    Coronavirus in Deutschland: RKI registriert doppelt so viele Todesfälle wie vor einer Woche

    FAZ.NETDie Gesundheitsämter melden mehr als 24.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Die Zahl der Verstorbenen ist im Vergleich zur Vorwoche um mehr als 100 Prozent gestiegen.
  • 4/10/2021 5:29:26 AM   Mathias Peer
    Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. „Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation“, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.
     
    Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können. Sie selbst habe aber keine Corona-Kranken in andere Bundesländer verlegen müssen. „Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen“, sagte Kreis.
     
    Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenig Chancen auf Impfungen hatte. „Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren“, ergänzte das Vorstandsmitglied. So sei eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig geöffnet worden. Darüber hinaus wurden planbare Operationen, die aufgeschoben werden können, abgesagt. 
  • 4/10/2021 3:37:36 AM   Mathias Peer
    Angesichts steigender Patientenzahlen in der dritten Corona-Welle hat der Vorsitzende des Weltärztebundes vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern gewarnt. „Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben“, sagte Frank Ulrich Montgomery der „Passauer Neuen Presse“.
     
    Auch die Triage werde „mit Sicherheit“ wieder im Raum stehen. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. „Wir waren sehr dankbar, dass sie in den ersten beiden Wellen nicht gebraucht wurde. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird.“ Es sei deshalb richtig, dass sich die Kliniken auf einen Ansturm einstellen, sagte Montgomery.
     
    Europas größte Uniklinik, die Berliner Charité, hatte angekündigt, in der kommenden Woche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vermehrt in Covid-19-Bereichen einzusetzen und planbare Eingriffe zurückzufahren. 
  • 4/10/2021 3:03:36 AM   Mathias Peer
    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält zügige bundesweit einheitliche Corona-Regeln für Regionen mit hohen Infektionszahlen für sinnvoll. „Brandenburg hat sich stets für bundeseinheitliche Regeln zur Eindämmung der Pandemie stark gemacht“, sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Wenn die Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes dazu beiträgt, ist das gut. Wir können uns aber keine langwierigen Gesetzesänderungsverfahren leisten, sondern brauchen schnelle Entscheidungen. Die dritte Welle der Pandemie macht keine Pause.“ Er betonte, Brandenburg setze die von Bund und Ländern beschlossene Notbremse bereits konsequent um.
     
    Bund und Länder haben sich nach Angaben der Bundesregierung darauf geeinigt, dass das Infektionsschutzgesetz geändert werden soll, um bundesweit einheitliche Regeln für Regionen mit hohen Corona-Zahlen zu haben. Das soll unter Federführung des Bundes im Eilverfahren passieren, um die dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Bundestag und Bundesrat müssen den Änderungen zustimmen.
  • 4/10/2021 2:17:28 AM   Mathias Peer
    Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro kritisiert die Anordnung eines Corona-Untersuchungsausschusses durch einen Verfassungsrichter. Der Oberste Richter Luís Roberto Barroso leide „an einem Mangel an moralischem Mut und einem Überschuss an juristischem Aktionismus“, sagte Bolsonaro vor Anhängern in Brasília. Dies sei „nicht das, was Brasilien braucht“. Während das Land sich in einem kritischen Moment der Corona-Krise befinde, spiele „ein Oberster Richter gemeinsam mit dem Senat Politik“.
     
    Richter Barroso hatte am Donnerstag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Oberhaus des Parlaments zu „möglichen Versäumnissen“ des Staatschefs im Corona-Krisenmanagement angeordnet. Die Untersuchung soll sich vor allem auf die Corona-Lage im Bundesstaat Amazonas konzentrieren, die besonders dramatisch ist. In Krankenhäusern dieser Region herrschte wiederholt Mangel an Sauerstoff für die Beatmung von Corona-Patienten. Wegen des Sauerstoffmangels starben im Januar in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaats, dutzende Patienten.
     
    Bolsonaro hat die Gefahren durch das Coronavirus immer wieder verharmlost und Corona-Auflagen der brasilianischen Regional- und Kommunalbehörden wegen ihrer ökonomischen Auswirkungen kritisiert. Inzwischen sieht sich der rechtsradikale Staatschef wachsendem Druck von Verbündeten im Parlament und aus der Wirtschaft ausgesetzt, effektiver gegen die Pandemie vorzugehen. 
  • 4/10/2021 1:29:31 AM   Mathias Peer
    Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat nach eigenen Angaben bislang keinen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln gefunden. Die Untersuchungen zu Fällen von Blutgerinnseln dauerten an, erklärte die FDA.
     
    Bislang seien „einige“ Fälle bekannt geworden, in denen Patienten nach einer Impfung mit dem Johnson & Johnson-Vakzin Blutgerinnsel und einen Rückgang der Blutplättchen erlitten hätten. „Beides kann viele verschiedene Ursachen haben“, erklärte die Arzneimittelbehörde. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald neue Erkenntnisse vorlägen. Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hatte zuvor von vier Thrombosefällen nach Impfungen mit Johnson & Johnson berichtet, von denen einer tödlich verlief.
     
    Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier bei dem Vakzin nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig. 
  • 4/10/2021 12:50:39 AM   Mathias Peer
    Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zum Abhalten der Abiturprüfungen in diesem Jahr kritisiert. „Anders als die Kultusministerkonferenz wäre ich dafür, das Gesamtjahr zu benoten und keine Abiturprüfungen abzuhalten, weil diese ohnehin kaum vergleichbar wären mit früheren Jahrgängen“, sagte Esken der „Rheinischen Post“. „Allerdings müsste das dann auch für die anderen Schulabschlüsse gelten, also für Real- und Hauptschulabschlüsse.“ Sie wundere sich darüber, dass bei der Debatte alle anderen Abschlüsse unter den Tisch fallen, sagte die SPD-Chefin.
     
    Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen auf Beschluss der Kultusministerkonferenz von Donnerstagabend in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie ablegen. 
     
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    SPD-Chefin Saksia Esken, Foto: dpa
  • 4/10/2021 12:25:42 AM   Mathias Peer
    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor einem harten Lockdown mit Betriebsschließungen gewarnt. „Vier Wochen Lockdown in der Industrie bedeuten viele Wochen mehr Produktionsausfall“, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). „Das könnte uns leicht das komplette Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr kosten – und wir würden dann vom Absturz im vergangenen Jahr nichts wieder aufholen.“
     
    Russwurm erläuterte: „Die Industrie stillzulegen, würde mindestens eine Woche dauern, da viele LKWs ja noch auf der Straße sind, chemische Anlagen nicht von heute auf morgen und Hochöfen auf die Schnelle gar nicht runtergefahren werden können.“ Er fügte hinzu: „Wenn der Lockdown zu Ende ist, dauert es mehrere Wochen, bis die unterbrochenen Lieferketten wieder funktionieren.“
     
    Man könne nicht eine ganze Gesellschaft in den Lockdown schicken, so Russwurm. „No-Covid ist eine schöne Vorstellung. Aber sie funktioniert nur als Gedankenexperiment“, sagte er. „Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben. Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft brauchen keine Symbolpolitik und nicht immer neue Ad-hoc Aktionen, sondern realistische Lösungen.“ 
  • 4/9/2021 6:51:31 PM   Moritz Grimmig

    In den Vereinigten Staaten ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft. Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag zeigten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen – rund 260 Millionen Menschen – ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sprach am Freitag von bedeutsamen Fortschritten bei der Impfkampagne. Zuletzt seien pro Tag im Schnitt drei Millionen Impfdosen verabreicht worden.

    Gut 112 Millionen Menschen erhielten dem CDC zufolge seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember zumindest eine Impfung. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Insgesamt wurden für Erst- und Zweitimpfungen seither rund 175 Millionen Dosen verabreicht.

    In den Vereinigten Staaten wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den Vereinigten Staaten ab 16 Jahren zugelassen, die übrigen nur für Erwachsene.

    Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Ab dem 19. April sollen alle Erwachsenen im Land einen Impftermin vereinbaren können – die bisherige Priorisierung von Alters- oder Berufsgruppen soll dann aufgehoben werden. Lange Wege sollen die Menschen für die Impfung nicht auf sich nehmen müssen: Für 90 Prozent soll bis zu dem Stichtag ein Ort für die Impfung in einem Umkreis von fünf Meilen (acht Kilometern) liegen. Möglich werden soll das, indem in fast 40.000 Apotheken Impfstoffe gespritzt und weitere Massenimpfzentren geöffnet werden.

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    Handlungsschneller als sein Vorgänger: Präsident Joe Biden

  • 4/9/2021 5:52:39 PM   Patrick Schlereth
    Jetzt in der Multimedia-Ausgabe der F.A.Z.: Warum sich Söder in der Kanzlerfrage zurückhält, was Prinz Philip am Außerweltlichen interessierte und wieso die Deutschen am Gold festhalten.
  • 4/9/2021 5:52:20 PM   Moritz Grimmig

    In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca bekannt. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Freitagabend. Die 42 Fälle der speziellen Form sehr seltener Hirnvenenthrombosen seien bis zum 2. April gemeldet worden, in 23 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet worden.

    Mit Ausnahme von sieben Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen nach den Angaben des Robert Koch-Instituts auch häufiger als Männer mit dem Produkt geimpft worden. Die Männer seien 24 bis 58 Jahre alt gewesen. Acht Betroffene starben, fünf Frauen und drei Männer, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut in Langen berichtete. Für Frauen zwischen 20 und 59 Jahren seien deutlich mehr Fälle beobachtet worden, als erwartbar gewesen sei. Inzwischen wird der Impfstoff in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren verwendet.

    Sieben Fälle einer Sinusvenenthrombose wurden den Angaben zufolge nach Impfung mit dem Biontech-Impfstoff gemeldet, drei Frauen im Alter von 34 bis 81 Jahren und vier Männer im Alter von 81 bis 86 Jahren seien betroffen gewesen. In keinem Fall wurde eine Thrombozytopenie berichtet. Die Zahl der gemeldeten Fälle sei jedoch unter Berücksichtigung der verimpften Dosen im Vergleich zur gewöhnlich erwarteten Zahl dieser Thrombosen nicht erhöht.

    Ärzte sowie andere Angehörige der Gesundheitsberufe sollten auf die Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie und/oder Thrombozytopenie achten, erklärte das Institut. Die Geimpften sollten bei Symptomen wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltenden Bauchschmerzen sofort einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gelte bei neurologischen Symptomen, wie schweren oder anhaltenden Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen oder punktförmigen Hautblutungen. Es lägen keine Daten zum Risiko bei der Zweitimpfung vor.

  • 4/9/2021 4:57:58 PM   Moritz Grimmig

    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Bundesregierung erneut aufgerufen, ihre Kompetenzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auszuschöpfen. „Dazu zählen unter anderem Einschränkungen der internationalen Mobilität und der konsequenten Kontrolle von Einreisenden ebenso wie eine verbindliche Teststrategie in den Betrieben unter Anwendung der Arbeitsschutzgesetzgebung“, sagte Haseloff laut Staatskanzlei am Freitag. Zudem müsse der Bund die Versorgung mit Impfstoff sicherstellen. „Auch hier ist noch Luft nach oben.“

    Zuvor hatte die Bundesregierung die nächste Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik abgesagt und stattdessen angekündigt, über eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes bundesweite Regeln durchzusetzen. Haseloff hatte schon vor Wochen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, die im Infektionsschutzgesetz angelegten Befugnisse der Bundesregierung auszuschöpfen.

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    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff auf dem Weg zu einem CDU-Parteitag Ende März (Foto: dpa)

  • 4/9/2021 4:33:18 PM   Jan Ehrhardt

    Uefa setzt neue Frist: München steht als EM-Gastgeber infrage

    Dem deutschen Spielort der bevorstehenden Europameisterschaft könnte weiterhin das Aus drohen. Der europäische Fußballverband fordert jetzt „zusätzliche Informationen“ zur Zulassung von Zuschauern.
  • 4/9/2021 4:19:07 PM   Moritz Grimmig

    Die EU-Kommission will bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen Corona-Impfstoff für die Mitgliedstaaten kaufen. Sie sollen für Auffrischungsimpfungen auch gegen neue Varianten des Coronavirus und Impfungen von Kindern einsetzbar sein, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Kommissionskreisen erfuhr. Bestellt werden solle Impfstoff der neuartigen mRNA-Technik. Erste Dosen sollen ab diesem Jahr geliefert werden und der Rest 2022 und 2023.

    Konkret will die Kommission einen festen Vertrag über die Lieferung von 900 Millionen Dosen schließen. Zudem soll es eine Option für weitere 900 Millionen Dosen geben. Die Pläne wurden diese Woche bereits im Lenkungsausschuss der Mitgliedstaaten für die Impfstoffbeschaffung vorgestellt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe am Donnerstag zudem mit mehreren Staats- und Regierungschefs darüber gesprochen.

    Die EU-Kommission hat bisher im Auftrag der Mitgliedstaaten bis zu 2,6 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff bei sechs Herstellern geordert. Zugelassen sind bereits die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna, Astra-Zeneca und Johnson & Johnson. Bei CureVac und Sanofi-GSK steht eine Zulassung noch aus.

    Angesicht massiver Lieferprobleme in den vergangenen Monaten will die Kommission bei der künftigen Bestellung Fehler der Vergangenheit vermeiden. So werde es in den neuen Verträgen monatliche und nicht mehr vierteljährliche Zielvorgaben für die erwarteten Dosen geben mit einer Pflicht für die Hersteller, diese auch zu liefern, hieß es.

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    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (Foto: AP)

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