Coronavirus

Coronavirus


  • 2/9/2022 4:09:12 PM   Thomas Jansen
    Im Streit um die beschlossene Corona-Impfpflicht fürs Personal in Pflegeheimen und Kliniken nimmt Kanzler Olaf Scholz (SPD) die Länder in die Verantwortung. „Wir gehen davon aus, dass Gesetze eingehalten werden“, sagte er nach Angaben des stellvertretenden Regierungssprechers Wolfgang Büchner am Mittwoch in Berlin. Dies sei „einer der Vorzüge des deutschen Rechtssystems“.

    Spitzenpolitiker von SPD und FDP attackierten scharf die Union, die ein Aussetzen der ab Mitte März greifenden Pflicht wegen befürchteter praktischer Probleme verlangt. Auch Gewerkschaften meldeten Bedenken an. Vor der nächsten Bund-Länder-Runde werden in immer mehr Regionen Auflagen gelockert.

    Die Bundesregierung betonte, die Länder hätten explizit gebeten, die Impfpflicht als zusätzlichen Schutz in Einrichtungen für gefährdete Gruppen einzuführen. Für die Umsetzung seien sie zuständig, sagte Büchner. Der Bund sei gesprächsbereit, um eine „einheitliche und pragmatische Vorgehensweise“ sicherzustellen.

    Zunächst hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, alle Spielräume zu nutzen, um die Umsetzung „vorläufig“ auszusetzen. CDU-Chef Friedrich Merz bekräftigte am Mittwoch, der Bund lasse Einrichtungen und Betroffene mit den Folgen der Impfpflicht „völlig allein“. Daher habe die CDU eine Aussetzung vorgeschlagen, bis Fragen dazu geklärt seien.

  • 2/9/2022 3:23:05 PM   Rebecca Boucsein

    Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 könnte - sofern es im Bundestag eine Mehrheit dafür gibt - nach den Vorstellungen einiger Abgeordneter ab dem 1. Oktober in Deutschland gelten. „Wir streben an, das Gesetz in der zweiten Märzhälfte im Bundestag zu beschließen. Nach einer mehrmonatigen Frist für Beratung und nachgeholte Impfungen soll die Impfpflicht dann am 1. Oktober greifen“, sagte die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
     

    Strack-Zimmermann gehört zu einer Gruppe von Abgeordneten aus SPD, Grünen und FDP, die sich für eine Impfpflicht ab 18 starkmachen. Zuletzt waren immer mehr Details ihres Vorschlags bekannt geworden. So sprach sich die Parlamentariergruppe in einem Eckpunktepapier dafür aus, dass die Impfpflicht mit drei Impfungen erfüllt und bis Ende des nächsten Jahres befristet sein soll. Die Krankenkassen sollen demnach ihre Versicherten informieren, über ein Impfportal den Impfstatus abfragen und diesen speichern.
     

    „In einem dritten Schritt sollen die Kassen dann diejenigen Personen an die Kommunen melden, die keinen Impfnachweis vorgelegt haben“, sagte Strack-Zimmermann. Die Gesundheitsämter würden dann einen Impftermin anbieten. Wer ihn verstreichen lasse, müsse mit einem Bußgeld rechnen, sofern er sich nicht innerhalb von vier Wochen doch noch impfen lasse. „Auf diese Weise wird es mit Sicherheit gelingen, mehrere Millionen Ungeimpfte zu erreichen.“
     

    In dem Eckpunktepapier hatten die Parlamentarier bereits klargestellt, dass zur Not auch mehrfach Bußgelder verhängt werden könnten. Auf sogenannte Erzwingungshaft solle aber verzichtet werden. Ziel der Impfpflicht soll es aus Sicht der Abgeordneten sein, die Gesellschaft und das Gesundheitswesen vor erneuter Überlastung zu schützen und „rechtzeitig vor dem nächsten Winter eine hohe Grundimmunität“ aufzubauen.
     

    Ob es im Bundestag eine Mehrheit für eine Impfpflicht geben wird, ist offen. Eine Umfrage der „Welt“ unter allen 736 Bundestagsabgeordneten hatte zuletzt ein sehr unklares Bild ergeben.


  • 2/9/2022 2:45:01 PM   Kim Maurus
    Cheftrainer Steffen Baumgart steht beim Fußball-Bundesligaverein 1. FC Köln im Liga-Spiel am Freitag bei RB Leipzig (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) wieder an der Seitenlinie. Der 50-Jährige konnte am Mittwoch die Corona-Isolation nach einem negativen Test verlassen und übernahm wieder das Training. „Es hat sich sehr gut angefühlt“, sagte Baumgart und ergänzte lachend: „Und zu Hause sind alle froh, dass ich raus bin.“
     
    Baumgart war am vergangenen Mittwoch positiv getestet worden und war beim 1:0 gegen den SC Freiburg am Samstag von seinem Assistenten André Pawlak vertreten worden. Am Dienstag hatte der Coach noch vergeblich versucht, sich freizutesten. Baumgart war laut Verein aber „über die gesamte Dauer ohne nennenswerte Symptome“.
     
    Das Schwierige ist, dass du einen Test brauchst, der dir sagt, du bist krank. Und du eigentlich nicht krank bist“, sagte Baumgart nach seinem ersten Training: „Es ist für jeden schwierig, wenn du dich gesund fühlst, nicht rauszudürfen. Aber laut irgendwelchen CT-Werten war ich ansteckend, und jetzt bin ich es nicht mehr.“

  • 2/9/2022 1:57:07 PM   Rebecca Boucsein
    Auch der spanische König Felipe VI. ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Königshaus am Mittwoch mitteilte, ließ sich der 54-Jährige (Foto: AFP) testen, weil er in der Nacht leichte Symptome gespürt hatte. Der „allgemeine Gesundheitszustand“ des Königs sei aber gut. Er werde sich sieben Tage lang in seiner Residenz isolieren und seine offiziellen Aufgaben von dort aus wahrnehmen.
     

    Felipes Frau Königin Letizia und ihre jüngere Tochter Infantin Sofía haben nach Angaben des Königshauses keine Symptome. Ihre ältere Tochter Infantin Leonor besucht ein Internat in Wales.
     

    Felipe hatte in den vergangenen Tagen mehrere öffentliche Termine wahrgenommen, unter anderem eine wissenschaftliche Konferenz. Am Mittwoch sollte er das kroatische Mitglied der bosnischen Präsidentschaft, Zeljko Komsic, treffen.
     

    Spaniens König war im Mai 2021 erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Königshaus machte auf Anfrage keine Angaben dazu, ob er danach noch weitere Impfdosen erhalten hat.

     
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  • 2/9/2022 1:55:35 PM   David Lindenfeld
    Fußball-Bundesligaklub VfB Stuttgart muss im Abstiegskampf erst einmal auf Verteidiger Waldemar Anton verzichten. Der 25-Jährige ist am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei „symptomfrei und befindet sich in häuslicher Isolation", teilte der Verein mit. Anton war bereits im Oktober mit dem Virus infiziert gewesen. Der VfB steht als 17. auf einem Abstiegsplatz und spielt am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Bayer Leverkusen.
  • 2/9/2022 1:47:09 PM   Rebecca Boucsein

    Deutschlandweit sind Pilotprojekte zur Überwachung des Abwassers auf das Coronavirus gestartet. Wie die drei an der Koordination beteiligten Bundesministerien für Umwelt, Gesundheit und Forschung am Mittwoch mitteilten, haben an 20 Standorten in ganz Deutschland systematische Untersuchungen des Abwassers auf Sars-CoV-2 begonnen. Grundlage ist die Analyse von Stuhl-Ausscheidungen, in denen sich den Angaben zufolge das Coronavirus nachweisen lässt - darüber lässt sich demnach die Verbreitung des Virus in einer bestimmten Region nachvollziehen.
     

    Beteiligt sind mehrere Landeshauptstädte wie Stuttgart, Saarbrücken, Bremen und Hamburg, aber auch kleinere Gemeinden wie Bramsche in Niedersachsen. Sie erhalten eine Förderung der EU-Kommission in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Ziel ist es, unter anderem herauszufinden, ob ein flächendeckender Einsatz der Methode sinnvoll wäre.
     

    „Aus gesundheitspolitischer Sicht hat das Monitoring das Potential, sich zu einem zentralen Baustein der Früherkennung und Überwachung von pandemischen Erregern weiterzuentwickeln“, erklärte Sabine Dittmar, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Auf die ergänzende Überwachung des Abwassers setzten die beteiligten Ministerien „große Hoffnungen“, sagte die SPD-Politikerin. „Eine Toilette benutzen wir alle, und zwar mehrmals am Tag. Viren und RNA-Schnipsel werden ausgeschieden und können durch die moderne Diagnostik detektiert werden.“ Die Stuhl-Ausscheidungen würden recht zuverlässige Anhaltspunkte auf die Entwicklung der Inzidenz, also der Neuinfektionen mit dem Coronavirus, liefern.
     

    Das Abwassermonitoring wird den Angaben zufolge bislang nur in sehr wenigen Ländern flächendeckend eingesetzt, um Sars-CoV-2 oder auch andere Viren nachzuweisen. Beispiele sind Kanada, die Niederlande und Australien. Viele Länder innerhalb und außerhalb der EU bauen ihre Kapazitäten für den Einsatz der Methode aktuell aus.
     

    In Deutschland laufen auch jenseits der von der EU geförderten Projekte, die bis zum Frühjahr 2023 angesetzt sind, noch weitere Untersuchungen an mehr als 20 Standorten. Die Förderung übernimmt hier das Bundesforschungsministerium.


  • 2/9/2022 1:29:04 PM   Tobias Schrörs
    Die Regierung in Polen will vor dem Hintergrund sinkender Infektionszahlen mehrere Corona-Beschränkungen lockern. Ab dem 15. Februar müssten sich Infizierte nur noch für sieben Tage in Isolation begeben statt wie bisher für zehn, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Mittwoch in Warschau. Die Quarantäne für Kontaktpersonen entfalle ab dem 10. Februar ganz.
     
    Zudem werden die Einreisebestimmungen gelockert: Reisende aus dem Schengenraum, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen sich künftig nicht mehr nach der Einreise in Quarantäne begeben. Die Schüler ab der 5. Klasse, die ursprünglich bis Ende Februar landesweit Fernunterricht haben sollten, können bereits am 21. Februar in die Klassenräume zurückkehren.
     
    „Wir haben den Höhepunkt der fünften Welle hinter uns“, sagte Niedzielski. Der Rückgang der Neuinfektionen sei mittlerweile eine „stabile Tendenz“. Niedzielski stellte weitere Lockerungen im März in Aussicht. Nach Angaben seines Ministeriums kamen am Mittwoch 46 872 Neuinfektionen innerhalb eines Tages hinzu, im gleichen Zeitraum starben 310 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, also knapp halb so viele wie Deutschland.
  • 2/9/2022 1:26:02 PM   Tobias Schrörs
    Der britische Premierminister Boris Johnson will die Pflicht zur Selbstisolation im Falle eines positiven Corona-Tests abschaffen. Johnson kündigte am Mittwoch im Parlament in London einen Plan für ein „Leben mit Covid“ an. „Vorausgesetzt, die aktuellen ermutigenden Trends in den Daten setzen sich fort, gehe ich davon aus, dass wir die letzten heimischen Beschränkungen – einschließlich der gesetzlichen Verpflichtung zur Selbstisolierung bei positivem Test – einen ganzen Monat früher beenden können“, sagte Johnson.
     
    Die Regierung hat wiederholt klargemacht, dass sie die Pandemie-Lage hinter sich lassen will. Die derzeitige Corona-Regelung läuft am 24. März aus. Johnson legt also nahe, dass die verbliebene Vorschrift bereits am 23. Februar enden könnte. Er will seine Pläne am 21. Februar vorstellen, nach der bevorstehenden Sitzungspause wegen der Winterferien. Mit der Ankündigung will der Premierminister nach Ansicht politischer Kommentatoren die Hardliner in seiner Konservativen Partei auf seine Seite ziehen. Johnson steht parteiintern wegen seines Umgangs mit der „Partygate“-Affäre heftig unter Druck.
     
    Johnson hatte bereits so gut wie alle Corona-Regeln im größten Landesteil England aufgehoben. An diesem Freitag endet die Pflicht, spätestens am zweiten Tag nach der Einreise einen Corona-Test zu machen. Masken- und Abstandsregeln waren bereits beendet worden.
  • 2/9/2022 1:23:21 PM   Tobias Schrörs
    Knapp drei Viertel der Eltern in Deutschland sind einer Umfrage zufolge mit den Corona-Aufholprogrammen für Schüler nicht zufrieden. 74 Prozent der befragten Eltern schulpflichtiger Kinder glaubten nicht, dass die aktuellen Maßnahmen ausreichen, um coronabedingte Lernlücken bei ihren Kindern zu schließen, ergibt die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung im Auftrag des Nachhilfeinstituts Studienkreis. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte dafür vom 5. bis 19. Januar insgesamt 1.026 Mütter und Väter per Telefon und online.
     
    Rund die Hälfte der Befragten geht den Angaben zufolge davon aus, dass ihre Kinder Lernrückstände haben. Je nach Schulfach vermuteten zwischen 20 und 29 Prozent, dass die Rückstände sogar groß oder sehr groß sind. Mit knapp einem Drittel (29 Prozent) treffe das vor allem auf Fremdsprachen zu. In dem Bereich vermuteten vor allem Eltern von Kindern zwischen zehn und 14 Jahren große Lernrückstände (40 Prozent). Im Fach Mathematik schätzte ein Viertel die Lernrückstände als groß oder sehr groß ein. In Deutsch und in den Naturwissenschaften waren die von den Eltern geschätzten großen Rückstände mit 23 und 20 Prozent etwas seltener.
     
    73 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass ihnen keine Corona-Aufholmaßnahmen in ihrer Region bekannt seien. Nur 26 Prozent der Befragten wussten nach eigenen Angaben von einem regionalen Aufholprogramm.
     
    Mit dem Programm „Aufholen nach Corona“ von Bund und Ländern sollen Schülerinnen und Schülern dabei unterstützt werden, Lernrückstände aus den monatelangen Corona-Schulschließungen aufzuarbeiten. Darin sind auch außerschulische Angebote in den Bereichen Sport, Kultur und Ferien enthalten.
  • 2/9/2022 11:52:53 AM   Julia Anton

    Nach knapp zwei Millionen ihrer Landsleute hat sich nun auch Königin Margrethe II. mit dem Coronavirus infiziert. Die dänische Monarchin sei am Dienstagabend positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das dänische Königshaus am Mittwoch mit. Die 81 Jahre alte Königin zeige lediglich milde Symptome und halte sich nun auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen auf. Ihr geplanter Winterurlaub in Norwegen, der eigentlich am Mittwoch hätte beginnen sollen, wurde abgesagt. Der Hof halte sich an die Vorgaben der Gesundheitsbehörden. Margrethe ist dreifach gegen Covid-19 geimpft.

    In Dänemark mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern werden derzeit täglich etwa 50.000 neue Corona-Fälle nachgewiesen. Auf den dänischen Intensivstationen liegen dank hoher Impfzahlen sowie milderer Krankheitsverläufe bei Omikron-Infektionen aber nur wenige Patienten. Das nördlichste deutsche Nachbarland hatte aus diesen Gründen Anfang Februar praktisch alle geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben.

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    Königin Margrethe ist auf Schloss Amalienborg in Isolation. (Archivfoto: dpa)
  • 2/9/2022 11:41:30 AM   Tobias Schrörs
    Die Zugangsbeschränkung nur für Geimpfte und Genesene (2G) im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen soll nach der Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar aufgehoben werden. Das stellte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch am Rande eines Termins in Köln in Aussicht. „Wir werden gemeinsam in der Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten einen schrittweisen Plan für mehr Perspektiven beraten, der die Öffnungen verantwortungsvoll mit einem Basisschutz absichert“, sagte Wüst, der aktuell MPK-Vorsitzender ist, der Deutschen Presse-Agentur. „Das heißt: Maske tragen und Abstand halten, da, wo es nötig ist.“ Das gelte auch für den Einzelhandel.
     
    Schon heute gebe er das Signal, „dass wir unmittelbar nach der Ministerpräsidentenkonferenz Einheitlichkeit herstellen werden mit unseren Nachbarn Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz“. In Niedersachsen und Hessen sowie mehreren anderen Bundesländern wurde die 2-G-Regel im Einzelhandel bereits abgeschafft. „Es ist gerade beim Handel, der in vielen Regionen auch jenseits von Ländergrenzen Kunden anzieht, richtig, dass wir einheitlich handeln und uns mit den anderen Ländern abstimmen“, sagte Wüst.
     
    Im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen muss seit Mittwoch die Zugangsbeschränkung nur für Geimpfte und Genesene (2G) zwar nur noch stichprobenhaft kontrolliert werden, abgeschafft wurde die 2-G-Regel aber noch nicht. Wüst sagte, für ihn sei klar, dass es in einem ersten Schritt nach den Vereinfachungen weitere Erleichterungen für den Handel durch die Aufhebung der 2-G-Regel brauche. Gleichzeitig müsse der Infektionsschutz durch das Tragen einer FFP2-Maske abgesichert werden. Zuvor hatte Wüsts Regierungspartner FDP eine zügige Abschaffung der 2-G-Regel gefordert.
  • 2/9/2022 11:15:59 AM   Tatjana Heid
    Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie ist laut einer Studie der Uniklinik Hamburg-Eppendorf weiterhin hoch. Zwar habe sich das psychische Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen im Herbst 2021 leicht verbessert, jedoch würden sie noch immer stärker unter psychischen Auffälligkeiten leiden als vor der Pandemie. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche aus armen Familie, wie aus den Ergebnissen der dritten „Copsy“-Studie (Corona und Psyche) hervorgeht, die am Mittwoch in Hamburg veröffentlicht wurden.
    Auch anderthalb Jahre nach Pandemiebeginn fühlen sich laut Studie mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Die psychischen Auffälligkeiten seien zwar leicht zurückgegangen, seien aber immer noch um etwa zehn Prozentpunkte höher als vor der Pandemie. Insbesondere Ängstlichkeit und depressive Symptome gingen leicht zurück.
    Immer noch fühlten sich acht von zehn Kindern und Jugendlichen durch die Corona-Pandemie belastet, hieß es. Das Erleben der Belastung habe im Pandemieverlauf zunächst zugenommen und sich zuletzt auf hohem Niveau stabilisiert. Psychosomatische Stresssymptome wie Gereiztheit, Einschlafprobleme und Niedergeschlagenheit seien im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie weiterhin deutlich häufiger. Kopf- und Bauchschmerzen hätten sogar noch einmal leicht zugenommen.
    „Die meisten Kinder und Jugendlichen werden die Krise vermutlich gut überstehen“, sagte Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der „Copsy“-Studie und Forschungsdirektorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das gelte vor allem für Kinder aus stabilen Verhältnissen. „Familie ist und bleibt eine der wichtigsten Ressourcen, um gut durch die Pandemie zu kommen.“ Das Ende der strikten Kontaktbeschränkungen, die Öffnung der Schulen sowie der Sport- und Freizeitangebote habe zum psychischen Wohlbefinden und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen.
    In der „Copsy“-Studie untersucht die Uniklinik Hamburg-Eppendorf die Folgen der Corona-Pandemie auf die seelische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Dafür wurden von Mitte September bis Mitte Oktober 2021 mehr als 1.100 Kinder und Jugendliche online befragt. Fast 75 Prozent der Befragten hatten bereits an der ersten Befragung im Mai/Juni 2020 und an der zweiten Befragung im Dezember 2020/Januar 2021 teilgenommen.
  • 2/9/2022 11:13:50 AM   Tobias Schrörs
    FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat der Union einen Schlingerkurs in der gerade erst beschlossenen Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen vorgehalten. Dürr kritisierte am Mittwoch insbesondere den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU), der  gefordert hatte, der Vollzug des Gesetzes sollte bundeseinheitlich ausgesetzt werden, denn es brauche „bundeseinheitliche Anwendungen“. Hans wolle sich nun „für etwas aus der Verantwortung stehlen, was er selbst beschlossen hat“, sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur.
     
    „Bundestag und Bundesrat haben der einrichtungsbezogenen Impfpflicht gemeinsam zugestimmt, mit den Stimmen von CDU und CSU. Durch die von der Ampel beschlossenen Anpassungen am Infektionsschutzgesetz kann jedes Bundesland nun selbst über solche Regelungen entscheiden“, sagte Dürr. „Das gilt auch fürs Saarland. Der Schlingerkurs von Herrn Hans ist daher nicht nachvollziehbar und führt zu einem großen Vertrauensverlust. Es ist ungeheuerlich, wie CDU und CSU durch die Pandemie irren.“
  • 2/9/2022 11:11:51 AM   Tobias Schrörs
    Der Deutsche Pflegerat hält die einrichtungsbezogene Impfpflicht derzeit für nicht durchsetzbar. „Es muss sichergestellt sein, dass das Gesetz nicht die pflegerische Versorgung gefährdet“, sagte die Präsidentin des Pflegerates, Christine Vogler, dem Evangelischen Pressedienst am Mittwoch. Zwar sei das Impfen der einzige Weg aus der Corona-Pandemie, „aber wir haben so eine dünne Personaldecke, dass wir uns gar nicht erlauben können, auf die Arbeitsleistung von Pflegekräften zu verzichten, die sich nicht geimpft haben“, sagte Vogler.
     
    Die ab Mitte März für das Personal unter anderem in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen geltende Impfpflicht steht seit Wochen in der Kritik. Es mehren sich in der öffentlichen Debatte Stimmen, die fordern, die Impfpflicht auszusetzen oder später einzuführen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Montag angekündigt, die Regeln in seinem Bundesland vorerst nicht durchzusetzen.
     
    Pflegerats-Präsidentin Vogler forderte für die Gesundheitsämter, die laut Gesetz ungeimpften Beschäftigten verbieten dürften, ihrer Arbeit nachzugehen, ausreichend Ermessensspielraum. Der angestrebte Schutz vulnerabler Gruppen vor dem Coronavirus dürfe nicht dazu führen, dass hilfebedürftige Menschen aufgrund fehlenden Personals nicht betreut werden können.
  • 2/9/2022 10:55:39 AM   Tobias Schrörs
    Die rheinland-pfälzische Landesregierung will auf die bisherigen Corona-Einschränkungen im Einzelhandel verzichten. Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) sagte am Mittwoch in Mainz, sie werde sich auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Mittwoch nächster Woche dafür einsetzen, dass es einen bundeseinheitlichen Beschluss in dieser Frage geben werde. „Klar ist, dass 2 G im Handel auf jeden Fall fallen wird.“
  • 2/9/2022 10:37:15 AM   Philipp Johannßen
    Nach über einwöchigen Protesten gegen Corona-Maßnahmen und Impfvorschriften in der kanadischen Hauptstadt Ottawa hat Bürgermeister Jim Watson den Notstand ausgerufen. Diese Maßnahme sei wegen der „ernsten Gefahr und Bedrohung der Sicherheit der Anwohner“ durch die anhaltenden Proteste notwendig, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung. Die Stadt brauche mehr Unterstützung von anderen Kommunen und von der Regierung. 
     
    Die Polizei rief die Demonstranten am Sonntag erneut dazu auf, die Innenstadt zu verlassen. Über Nacht sei es zu Ruhestörungen gekommen. Seit Samstag hätten sie mehr als 450 Strafzettel verteilt, darunter für gefährliches Fahren und Lärmbelästigung.  Mehrere Menschen seien in Gewahrsam genommen worden, in knapp 100 Fällen, darunter auch Vorwürfe von Hass-Verbrechen, werde ermittelt, teilte die Polizei mit.
     
    Nach Angaben von Polizeipräsident Peter Sloly nahmen am Samstag schätzungsweise 5000 Menschen an den Protesten teil. Rund 1000 Lastwagen und andere Fahrzeuge hätten Teile der Innenstadt blockiert. Anwohner wurden aufgerufen, sich aus der Innenstadt fern zu halten.
     
    Die Protestaktion in Ottawa hatte mit dem Eintreffen eines Konvois aus Hunderten Lastwagen vor einer guten Woche begonnen. Der sogenannte Freedom Convoy (übersetzt: „Konvoi der Freiheit“) und Demonstranten harren seither in der Stadt, nahe des Parlaments, aus. Auslöser der Proteste waren im Januar eingeführte Impfvorschriften für Lkw-Fahrer, die aus den USA zurückkehren. Inzwischen richten sich die Proteste gegen staatliche Pandemiebeschränkungen insgesamt.
     
    Die Corona-Politik der Regierung ist in den vergangenen Jahren Umfragen zufolge von einem Großteil der Kanadier mitgetragen worden. Jüngste Umfragen deuten im Zuge der Proteste aber auf einen möglichen Stimmungswandel hin. In Kanada sind mehr als 77 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
  • 2/9/2022 10:26:19 AM   Julia Anton
    Die Leipziger Buchmesse ist nun doch auch in diesem Jahr abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Es ist die dritte Absage infolge seit Beginn der Corona-Pandemie. Demnach haben zu viele Austellerinnen und Aussteller ihre Teilnahme an der Messe bereits abgesagt. Dies führ dazu, "dass die erwartete Qualität und inhaltliche Breite einer solchen großen Publikumsmesse nicht mehr gewährleistet ist." Die Buchmesse war für den 17. bis 20. März 2022 geplant gewesen. Die nächste Leipziger Buchmesse soll dann vom 23. bis 26. März 2023 stattfinden.
  • 2/9/2022 10:07:16 AM   Julia Anton

    Gefühlt wird das Atmen schon nach einer Minute Maske tragen anstrengend, wissenschaftlich messbar ist das laut einer Studie der Uni Tübingen aber nicht. „Selbst bei anstrengender körperlicher Aktivität hat die Maske keine Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit“, teilte die Universität am Mittwoch mit.

    Für die Studie mussten 39 unterschiedlich fitte Probanden Fahrrad fahren, ohne Maske, mit Stoffmaske, mit medizinischer Maske oder mit FFP2-Maske mit Ausatemventil. Dabei beobachteten die Forscher beispielsweise die Atemfrequenz, den Sauerstoff- und den Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut. Dabei habe sich gezeigt, egal, ob und welche Maske der Proband trug, dass sich die körperlichen Parameter nicht veränderten.

  • 2/9/2022 9:59:24 AM   Tobias Rabe
    Corona beim FC Bayern – und kein Ende: Nationalspieler Jamal Musiala ist positiv auf das Virus getestet worden. Dem 18-Jährigen gehe es „gut, er befindet sich in häuslicher Isolation“, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch mit. Wie lange Musiala den Münchnern nicht zur Verfügung stehen wird, ist offen. Die Bayern spielen am Samstag beim VfL Bochum.

    Musiala ist nicht der erste Corona-Fall bei den Münchnern. Zu Beginn der Jahres waren gleich neun (!) Bayern-Stars wegen eines positiven Tests ausgefallen. Zudem hatte wochenlang der Fall von Nationalspieler Joshua Kimmich für Aufregung gesorgt. Kimmich hatte eine Impfung lange Zeit verweigert. Der Rekordmeister hatte schon vor Wochen mitgeteilt, dass alle Spieler des Kaders inzwischen geimpft seien. (sid)
     
  • 2/9/2022 9:16:46 AM   Tobias Schrörs
    Das Bündnis „#MünchenWirdSichtbar“ ruft für Donnerstagabend zu einer „Demonstration für Demokratie, Vernunft, Solidarität, Empathie und Respekt“ in der Münchner Innenstadt auf. Rund um den Odeonsplatz sollen Menschen mit Kerzen und Handylichtern „ein leuchtendes Zeichen für Zusammenhalt“ setzen, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Die Kundgebung sei eine Antwort auf die „radikalisierten, teils antisemitischen Demonstrationen“ von Coronakritikern in den vergangenen Wochen. Man folge mit der Aktion dem Aufruf des Bundespräsidenten, dass die „schweigende Mehrheit“ Gesicht zeigen solle.
     
    Die Veranstalter haben nach eigenen Angaben 22.000 Personen für die Demonstration angemeldet. Der Lichtkünstler und Medienpädagoge Ulrich Tausend wird das „Lightpainting“ der Demonstranten dirigieren.
  • 2/9/2022 9:15:39 AM   Tobias Schrörs
    Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat in der Corona-Lockerungsdebatte um Geduld gebeten. „Ich bin mir ganz sicher, wenn die Menschen wissen, in zwei, drei Wochen - und das ist ja die Zahl, die alle Experten sagen - haben wir die Welle überwunden mit Omikron, dann sind auch alle bereit in diesem Land sich unterzuhaken und diese zwei, drei Wochen noch mitzumachen“, sagte er am Mittwoch der "Bild". Er appelliere daran, darauf zu achten, jetzt nicht fahrlässig zu werden.
     
    Dass es bisher nicht zu einer Überlastung der Kliniken komme, habe damit zu tun, dass Deutschland eine „kluge Corona-Politik“ mache und mit die härtesten Maßnahmen habe. „Seien Sie mal sicher, alle wollen so schnell es geht Öffnungsperspektiven schaffen, aber wir machen das verantwortungsvoll.“
  • 2/9/2022 9:12:43 AM   Tobias Schrörs
    Nach Dänemark hat auch Schweden so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Seit Mittwoch gelten unter anderem für Restaurants und Kneipen keine begrenzten Öffnungszeiten und Abstandsregeln mehr, auch Teilnehmergrenzen für Zusammenkünfte und Veranstaltungen gehören nun der Vergangenheit an. Die Schweden werden nicht mehr länger dazu aufgerufen, im Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, und auch für Schweden-Urlauber gibt es Erleichterungen: Bei der Einreise in das skandinavische Land muss man als EU-Bürger nun nicht mehr Impfung, Genesung oder negativen Corona-Test nachweisen können.
     
    In mehreren Diskotheken im Land wurde das beschränkungsfreien Leben bereits in der Nacht zum Mittwoch gefeiert. Vor manchen der Clubs bildeten sich rund um Mitternacht lange Warteschlangen, wie Aufnahmen schwedischer Medien zeigten.
     
    Die Regierung und die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hatten die Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen vor einer Woche verkündet. Ihren Angaben zufolge tritt die Pandemie in eine neue Phase ein, in der der Großteil der Bevölkerung geimpft ist und Omikron-Infektionen zu milderen Krankheitsverläufen führen.
     
    Einige Empfehlungen unter anderem für Ungeimpfte bleiben aber bestehen. Die wichtigste davon sei, dass sich alle im Alter von über zwölf Jahren gegen Covid-19 impfen ließen, erklärte die Gesundheitsbehörde. Zum Schutz der Anfälligsten sei es zudem wichtig, risikoverringernde Maßnahmen im Gesundheits- und Pflegewesen sowie in Altersheimen beizubehalten.
  • 2/9/2022 9:00:25 AM   Tobias Schrörs
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hofft im Streit um die Impfpflicht für die Beschäftigten in Gesundheit und Pflege auf ein Einlenken Bayerns. "Wir können das Land Bayern kaum zwingen, sich an die Absprachen zu halten", sagte Lauterbach am Dienstagabend im ZDF. Er hoffe, dass dies auch nicht notwendig werde und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch einlenke. 
     
    "Wir haben ja bisher immer gut zusammengearbeitet und hier geht es um den Schutz derjenigen, die besonders gefährdet sind: ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen, kranke Menschen in Krankenhäusern." Söder hatte am Montag überraschend angekündigt, die ab Mitte März greifende Impfpflicht in Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen vorerst nicht anzuwenden. 
     
    Zur Begründung verwies Söder auf die personelle Situation in den Heimen. Es wird befürchtet, dass es dort zu Engpässen kommen könnte, wenn ungeimpfte Pflegekräfte nicht mehr an ihren Arbeitsplatz dürfen. Bayerns Schritt ist aber auch unter den Ländern umstritten. 
    Lauterbach warnte abermals eindringlich vor verfrühten Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen. Wenn Deutschland den Weg Israels mit wegfallenden Maßnahmen gehen würde, käme Deutschland auf eine höhere Sterbequote. "Ich mag mir einfach gar nicht vorstellen, dass wir in einer Situation wären, so spät in der Pandemie, wo wir gute Impfungen haben, wo wir dann 400, 500 Tote am Tag hätten", sagte der Gesundheitsminister. 
     
    Angesichts der Lockerungen in anderen Ländern und den insgesamt milder verlaufenden Omikron-Erkrankungen werden auch in Deutschland Forderungen nach raschen Erleichterungen laut. Die Bundesregierung hat es aber abgelehnt, vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen am 16. Februar einen Lockerungsplan vorzulegen.
  • 2/9/2022 8:59:36 AM   Philipp Johannßen
    Inmitten anhaltender Proteste haben mehrere kanadische Provinzen eine Lockerung der strikten Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt. Die Provinz Saskatchewan im Westen des Landes kündigte am Dienstag die Aufhebung fast aller Beschränkungen an. Auch die Provinzen Québec und Alberta gaben Pläne für zeitnahe Lockerungen bekannt. Kanadas Premierminister Justin Trudeau äußerte Verständnis für den "Frust" vieler Menschen mit den Maßnahmen und zeigte sich zuversichtlich, "dass die Zeit kommt, in der wir uns alle entspannen können". 
     
    Angekündigt wurden die Lockerungen vor dem Hintergrund von Lkw-Protesten, die seit Tagen den Verkehr in Kanada massiv beeinträchtigen. In der Hauptstadt Ottawa demonstrieren hunderte Lkw-Fahrer seit anderthalb Wochen unter der Selbstbezeichnung "Freiheitskonvoi" gegen die Corona-Maßnahmen. Die Stadtverwaltung rief wegen der Straßenblockaden mit riesigen Trucks inzwischen den Ausnahmezustand aus. Auch in anderen Teilen Kanadas gibt es Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Am Montag musste wegen der Straßenblockaden die wichtige Grenzbrücke "Ambassador Bridge" geschlossen werden, welche die kanadische Provinz Ontario mit dem US-Bundesstaat Michigan verbindet.
     
    Trudeau richtete sich zu Wochenbeginn mit scharfen Worten an die Lkw-Fahrer. Die Proteste müssten "aufhören", sagte der Premier. Auf einen milderen Tonfall setzte er am Dienstag. "Wir haben die Beschränkungen und Verpflichtungen alle satt, wir haben es satt, Opfer zu bringen", sagte Trudeau. Zugleich erneuerte er seinen Appell an die Menschen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Impfvorschriften seien "der Weg, weitere Beschränkungen zu vermeiden", betonte er.Der stellvertretende Polizeichef von Ottawa, Steve Bell, sagte am Dienstag, seit Beginn der Proteste seien 22 Menschen festgenommen worden. "Unsere Botschaft an die Demonstranten bleibt dieselbe: Kommen Sie nicht (zu den Protesten). Falls Sie es tun, hat das Konsequenzen."
     
    Die Organisatoren der Lkw-Proteste drohten unterdessen damit, ihren Protest bis zur Aufhebung aller Maßnahmen fortzusetzen. Er werde "bis zum Ende" demonstrieren, sagte der 46-jährige Demonstrant Martin Desforges der Nachrichtenagentur AFP. "Ich bin gegen das Maskentragen, jegliche Abstandsregeln und Restaurantschließungen", sagte er. Der Demonstrant John Hawley-Wight sagte, aus seiner Sicht müsse die Entscheidung, sich impfen zu lassen, von Menschen und ihren Ärzten getroffen werden, "nicht von der Regierung".
  • 2/9/2022 8:42:14 AM   Tobias Schrörs
    In Italien wird die allgemeine Maskenpflicht im Freien am Freitag aufgehoben. Eine entsprechende Verordnung verkündete Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstagabend. Allerdings müssten die Bürger weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz dabei haben und vor allem bei größeren Menschenansammlungen auch benutzen, hieß es. Im Innenbereich bleibe die Maskenpflicht mindestens bis 31. März bestehen - bis dahin läuft der Corona-Ausnahmezustand.
     
    In Italien sanken die Infektionszahlen in den vergangenen Tage deutlich. Am Dienstag wurden knapp 102.000 Neuinfektionen gezählt - erst vor drei Wochen waren es noch mehr als doppelt so viele gewesen.
  • 2/9/2022 7:46:41 AM   Tobias Schrörs
    Der designierte Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour findet es "irritierend", dass Bayern die Impfpflicht für Pflegekräfte vorerst nicht umsetzen will. "Das ist Bundesgesetz und muss umgesetzt werden, das ist überhaupt keine Frage", sagte Nouripour am Mittwoch im ZDF. "Es geht nicht, dass plötzlich ein Land ausscheidet und sagt, wir wollen Recht und Gesetz nicht umsetzen."
    Nouripour räumte ein, dass es bei dem Gesetz noch offene Fragen gebe. Es seien alle eingeladen, "sich zusammenzusetzen und Probleme, die es noch geben kann und gibt, zu lösen", sagte er. Der Union warf er vor, dass sie ausgerechnet bei dieser Frage, "die wirklich das gesamte Land umtreibt, wo es wirklich um schnelles Handeln geht", ihre Oppositionsrolle schärfen wolle.
     
    Hier können Sie sich einen Überblick über die Haltung der CDU-regierten Länder zur Impfpflicht für Pflegekräfte verschaffen:

    Partielle Impfpflicht: Die Rebellion der CDU

    In gut einem Monat tritt die Impfpflicht für Pflegekräfte in Kraft. Doch plötzlich stellen viele CDU-regierte Länder sie infrage. Dürfen sie das überhaupt?

  • 2/9/2022 6:24:09 AM   Philipp Johannßen
    Seit den ersten Warnungen über die hochansteckende Omikron-Variante des Corona-Virus Ende November ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Dienstag weltweit eine halbe Million Menschen an Covid gestorben. Dem WHO-Vertreter Abdi Mahamud zufolge wurden weltweit 130 Millionen Corona-Infektionen registriert, seit die Organisation die Variante als "besorgniserregend" eingestuft hatte.
     
    "Im Zeitalter wirksamer Impfstoffe ist der Tod von einer halben Million Menschen wirklich etwas Besonderes", sagte Mahamud bei einer Übertragung im Internet. Es sei "mehr als tragisch".
     
    Die für Corona zuständige WHO-Expertin Maria Van Kerkhove sagte: "Wir befinden uns noch mitten in der Pandemie." Viele Länder hätten den Höhepunkt der Omikron-Welle, die die vormals vorherrschende Delta-Variante verdrängt hatte, noch nicht überschritten. "Dieses Virus ist weiterhin gefährlich", sagte sie.
     
    In der vergangenen Woche wurden nach WHO-Angaben fast 68.000 neue Todesfälle weltweit gemeldet wurden – ein Anstieg um sieben Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Gleichzeitig ging die Zahl der Covid-Fälle in dem Zeitraum um 17 Prozent auf fast 19,3 Millionen zurück. 58 Prozent der Infektionen und 35 Prozent der Todesfälle wurden aus Europa gemeldet.
     
    Dem Bericht zufolge hat Covid-19 seit seinem Auftauchen in China im Dezember 2019 mehr als 5,7 Millionen Menschen getötet, und es wurden über 392 Millionen Infektionen registriert. Weltweit wurden fast 10,25 Milliarden Corona-Impfstoffdosen verabreicht.
  • 2/9/2022 6:21:00 AM   Philipp Johannßen
    Wegen eines Corona-Ausbruchs haben chinesische Behörden in einer weiteren Millionen-Metropole einen Lockdown verhängt. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, wurden die 3,6 Millionen Bewohner der südwestchinesischen Stadt Baise aufgefordert, nicht mehr vor die Tür zu gehen. Auch Verkehrsanbindungen in und aus der Stadt wurden weitestgehend gestoppt. Die Behörden verhängten die Maßnahmen, nachdem über das Wochenende mehr als 100 Corona-Infektionen entdeckt worden waren. Innerhalb der vergangenen zwei Monate hatte es bereits ähnliche Lockdowns in den Großstädten Xi'an und Anyang gegeben.

  • 2/9/2022 4:31:55 AM   Tom Felix Joehnk
    Neuer Tiefstwert: Fünf Corona-Fälle bei Winterspielen in Peking
    Fünf weitere Beteiligte der Winterspiele in Peking — so wenige wie noch nie seit Beginn der Erfassung am 23. Januar — haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten, wurden drei der positiven Fälle am Vortag bei ankommenden Personen am Pekinger Flughafen entdeckt. In der geschlossenen Olympia-Blase kamen zwei Infizierte hinzu. Insgesamt wurden am Dienstag mehr als 70.000 Tests durchgeführt. Die Gesamtzahl der Infizierten ist seit dem 23. Januar auf 398 gestiegen. Der Trend bei neuen Infizierten zeigt seit Tagen nach unten, was von den Organisatoren als Zeichen gewertet wird, dass die umfangreichen Schutzmaßnahmen funktionieren.
  • 2/9/2022 4:28:12 AM   Tom Felix Joehnk
    Wegen offener Fragen zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie fordert die Linke für kommende Woche eine Regierungserklärung. Dazu sollten nicht nur Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach, sondern auch Wirtschaftsminister Robert Habeck im Parlament Rede und Antwort stehen, verlangt der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte in einem Brandbrief ans Kanzleramt.
    Die Lage in der Pandemie sei zunehmend chaotisch, kritisiert der Linkspolitiker in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er führt unter anderem die unterschiedliche Umsetzung der Impfpflicht für Pflegende und der 2G- und 3G-Regeln an sowie steigende Ansteckungszahlen bei Kindern und Jugendlichen. „Dies alles führt in der Bevölkerung nicht nur zu weiterer Verunsicherung, sondern hinterlässt besonders bei Familien mit Kindern den Eindruck, dass sich die Politik um ihre Probleme nicht ausreichend kümmert“, meinte Korte und fügte hinzu: „Von einem erkennbaren und nachvollziehbaren Plan, wie die Bundesregierung in den nächsten Wochen und Monaten in der Corona-Pandemie handeln will, ist weit und breit nichts zu sehen.“
    Offene Fragen gebe es unter anderem zur diskutierten allgemeinen Impfpflicht, zu möglichen Engpässen in der Pflege, zu Testkapazitäten und zur möglichen Durchseuchung der Schulen. Eine Klarstellung sei dringend erforderlich, meinte der Linkspolitiker.
  • 2/9/2022 4:00:45 AM   Tom Felix Joehnk

    Coronapandemie in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1451

    FAZ.NETDas Robert Koch-Institut (RKI) meldet 234.250 Neuinfektionen - 12,4 Prozent mehr als vor einer Woche. Weitere 272 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
  • 2/9/2022 3:14:46 AM   Tom Felix Joehnk
    Rund 1000 Kinder in Deutschland könnten bislang nach Experteneinschätzung am multisystemischen Entzündungssyndrom Pims als Folge einer Corona-Infektion erkrankt sein. Gemeldet worden sind seit Mai 2020 rund 660 Fälle (Stand 6. Februar), wie aus einem Register der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) hervorgeht, das auf freiwilligen Meldungen von mehr als der Hälfte der Kinderkliniken und -abteilungen in Deutschland basiert.
    „Mit der Dunkelziffer dürften es insgesamt in etwa 1000 Pims-Betroffene sein“, sagte der Kinder- und Jugendmediziner Jakob Armann vom Universitätsklinikum Dresden der Deutschen Presse-Agentur, der die Meldungen ans Register verwaltet. In Anbetracht der hohen Infiziertenzahl bundesweit sei es eine seltene Erkrankung.
     
    Die Abkürzung Pims steht für Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome. Typische Anzeichen sind mehrere Tage anhaltendes Fieber sowie Durchfälle und/oder Hautausschläge typischerweise vier bis acht Wochen nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Wegen des verzögerten Auftretens sehen Fachleute in Hinblick auf die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante noch viele offene Fragen.
  • 2/9/2022 2:31:03 AM   Tom Felix Joehnk
    Der Hausärzteverband hat von der Bundesregierung einen Plan für den Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen verlangt.
    „Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Was nicht passieren darf, ist, dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden.“ Aktuell seien in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die Verläufe seien deutlich milder.

    Weigeldt kritisierte zugleich die unklare Datenlage, vor allem in den Krankenhäusern. „Wir wissen in der Regel nicht, wie viele der Hospitalisierten aufgrund ihrer Corona-Infektion eingeliefert wurden und bei wie vielen es sich um einen Nebenbefund handelt“, sagte er. „Leider können wir uns auf diese Daten bei der Bewertung der Situation nicht verlassen. Nach zwei Jahren Pandemie ist das ernüchternd.“
  • 2/9/2022 12:31:28 AM   Tom Felix Joehnk
    Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt, dass bei Öffnungen wie in Israel aktuell bis zu 500 Menschen pro Tag sterben könnten. Lauterbach sagte im Interview mit dem ZDF heute journal:
    "Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Menschen derzeit mit der Strategie Israels sterben würden, wenn wir ähnlich vorgehen würden. Dann kommt man auf eine Quote von vielleicht 400, 500 Menschen, die in Deutschland sterben würden, wenn wir diese Öffnungen so machen würden. Bei uns sterben aber derzeit zwischen 100 und 150 Menschen am Tag - immer noch zu viel,"
    Daher sei die Vorgehensweise in Israel diesbezüglich für Deutschland nicht vorbildlich und sie sei auch in Israel sehr umstritten.
  • 2/9/2022 12:24:48 AM   Tom Felix Joehnk
    Für die Unterstützung der ärmeren Länder im Kampf gegen Corona werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr noch 16 Milliarden Dollar gebraucht. Auf diese Größe bezifferte die WHO am Mittwoch in Genf die Lücke im Etat zur Versorgung solcher Staaten mit Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Das Geld soll in ein von den Vereinten Nationen gestartetes Programm fließen. Damit könnten ein Pool mit 600 Millionen Impfdosen geschaffen, 700 Millionen Tests gekauft sowie die Behandlung von 120 Millionen Patienten ermöglicht werden, hieß es.
    92 Prozent des erforderlichen Gesamtbetrags sollen nach UN-Berechnungen von der EU und den G20 kommen, der Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer.
    Angesichts der weltwirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien die 16 Milliarden Dollar ein sehr überschaubarer Betrag, so der WHO-Botschafter für globale Gesundheitsfinanzierung, Gordon Brown. Er kritisierte die nach wie vor enorme Ungleichheit bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen und der Verfügbarkeit von Tests und Medikamenten. In den armen Staaten sei die Impfquote weiterhin gering. Zugleich verfielen in nächster Zeit viele Millionen ungenutzter Impfdosen in den reichen Ländern. Die WHO hat das Ziel, dass bis zur Jahresmitte 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind (verglichen mit momentan rund 55 Prozent). 
  • 2/9/2022 12:16:56 AM   Tom Felix Joehnk
    Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat Entwarnung für die deutschen Krankenhäuser angesichts der Omikron-Welle gegeben. "Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens", sagte Gaß der "Bild"-Zeitung. Zuvor hatte der DKG-Chef wiederholt gewarnt, dass die explodierenden Infektionszahlen das Gesundheitssystem überlasten könnten.
    Ein entscheidender Grund dafür, dass es anders gekommen sei, seien die aktuellen Corona-Maßnahmen. Diese hätten "deutlich dazu beigetragen, dass die befürchtete Welle weniger hoch war als befürchtet", sagte Gaß. Er sprach sich dafür aus, die Maßnahmen bis zum Höhepunkt der Omikron-Welle beizubehalten, den die Bundesregierung in ein bis zwei Wochen erwartet. Nach dem Scheitelpunkt könnte die Politik Gaß zufolge "ohne Zweifel schrittweise Lockerungen für die kommenden Wochen ins Auge fassen".
  • 2/8/2022 10:59:40 PM   Robin Clottey
    Weltweit haben sich bislang rund 397,64 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten.

    Über 6,12 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA auf. Bei den Ansteckungen folgen Indien und Brasilien.
  • 2/8/2022 10:40:58 PM   Robin Clottey
    Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt, dass bei Öffnungen wie in Israel aktuell bis zu 500 Menschen pro Tag sterben könnten.

    „Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Menschen derzeit mit der Strategie Israels sterben würden, wenn wir ähnlich vorgehen würden. Dann kommt man auf eine Quote von vielleicht 400, 500 Menschen, die in Deutschland sterben würden, wenn wir diese Öffnungen so machen würden. Bei uns sterben aber derzeit zwischen 100 und 150 Menschen am Tag - immer noch zu viel," sagt Lauterbach im Interview mit dem ZDF heute journal.

    Daher sei die Vorgehensweise in Israel diesbezüglich für Deutschland nicht vorbildlich und sie sei auch in Israel sehr umstritten.
  • 2/8/2022 9:36:57 PM   Robin Clottey

    Inmitten anhaltender Proteste hat die kanadische Provinz Saskatchewan die Aufhebung sämtlicher Corona-Maßnahmen angekündigt. Die meisten Beschränkungen, wie die Pflicht zur Vorlage eines Impfnachweises für den Restaurantbesuch, sollen bereits zum Beginn der kommenden Woche fallen, wie die Regierung der Provinz am Dienstag mitteilte. Die Maskenpflicht in Innenräumen und die Quarantänepflicht für positiv Getestete soll Ende des Monats auslaufen.

    „Diese Regeln sind überholt“, sagte Saskatchewans Premierminister Scott Moe. Mehr als 80 Prozent der Einwohner der Provinz seien bereits doppelt gegen das Virus geimpft, rund die Hälfte hätten eine Auffrischungsimpfung erhalten. Daher sei es nun an der Zeit, das Coronavirus als Endemie zu behandeln.

    Der Premier der Provinz Québec kündigte derweil eine Aufhebung der Corona-Maßnahmen in dem Landesteil ab Mitte März an.

    In der kanadischen Hauptstadt Ottawa demonstrieren hunderte Lkw-Fahrer seit anderthalb Wochen gegen die Corona-Maßnahmen. Die Stadtverwaltung rief wegen der Straßenblockaden mit riesigen Trucks inzwischen den Ausnahmezustand aus.
     

  • 2/8/2022 9:26:25 PM   Robin Clottey

    Der Pharmariese Johnson & Johnson hat einem Medienbericht zufolge die Produktion seines Corona-Impfstoffes vorerst ausgesetzt. Das Werk im niederländischen Leiden habe die Produktion Ende vergangenen Jahres gestoppt, berichtete die „New York Times“ am Dienstag. Stattdessen werde dort derzeit ein experimenteller Impfstoff hergestellt. Die Corona-Impfstoffproduktion solle in einigen Monaten wieder aufgenommen werden.

    Ein Sprecher des Unternehmens betonte, Johnson & Johnson habe „Millionen Dosen unseres Corona-Impfstoffs auf Lager“ und halte seine Lieferverträge im Rahmen der Covax-Initiative und mit der Afrikanischen Union ein.

    Während der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson bei den Impfkampagnen westlicher Länder kaum mehr eine Rolle spielt, ist er in Entwicklungsländern gefragt, weil er nicht bei so niedrigen Temperaturen gelagert und transportiert werden muss wie mRNA-Impfstoffe.

  • 2/8/2022 7:43:21 PM   Robin Clottey

    Nach der Klarstellung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht in Bayern kommt scharfe Kritik von Staatsrechtlern. „Ein solches Handeln wäre verfassungswidrig“, sagte Joachim Wieland, Professor für Öffentliches Recht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, der „Welt“. „Würden die Länder Bundesgesetze je nach ihrer politischen Einschätzung nicht umsetzen, hätten wir praktisch keinen Rechtsstaat mehr.“

    Der Staatsrechtler Christoph Degenhart hält es für „wohl noch im Rahmen“, wenn ein Bundesland seine Gesundheitsämter anweisen sollte, zunächst keine Beschäftigungs- oder Betretungsverbote auszusprechen. Es sei aber „verfassungsrechtlich problematisch“, wenn ein Land so eindeutig der Intention eines Bundesgesetzes zuwider handle. „Dies widerspricht dem Grundsatz der Bundestreue.“

    Volker Boehme-Neßler, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht an der Universität Oldenburg, sieht eine mögliche Verletzung der Bundestreue differenzierter. Wenn die Umsetzung dazu führe, dass sich die Pflegesituation in Bayern deutlich verschlechtere, widerspreche das Gesetz den Interessen des Bundeslandes. „In diesem Fall verletzt der Bund seine Pflicht zur Bundestreue. Der Bund kann nicht pauschal Gesetze durchsetzen, die wichtige Strukturen im Gesundheitswesen der Länder beschädigen.“

    Söder hatte am Dienstag seine umstrittenen Äußerungen zur Corona-Impfpflicht in Pflege und Gesundheitswesen klargestellt. Bayern stehe zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht, sie sei aber in der jetzigen Form nicht umsetzbar, sagte der CSU-Chef. Der Bund müsse „nachbessern und nachlegen“, damit sie auch für die Länder und für die Einrichtungen umsetzbar sei. Bei Kommunen und Einrichtungen gebe es tiefe Besorgnis. Bayern werde deshalb alle Spielräume nutzen, die Umsetzung „vorläufig“ auszusetzen.

  • 2/8/2022 6:48:15 PM   Robin Clottey
    Nach fast zweijähriger Schließung wegen der Corona-Pandemie ist die französische Wallfahrtsstätte in Lourdes ab Freitag wieder geöffnet. Wie die katholische Wallfahrtsstätte am Dienstag mitteilte, können Pilger ab Freitagmittag wieder die Grotte von Massabielle besuchen, den Felsen berühren und sich der Quelle des Lourdes-Wassers nähern, dem Heilkräfte nachgesagt werden.

    Die Pilgerstätte im Südwesten Frankreichs war im März 2020 zum ersten Mal in ihrer Geschichte für Besucher geschlossen worden. Das Heiligtum von Lourdes zieht jedes Jahr Millionen Pilger aus der ganzen Welt an. Unter ihnen sind viele Kranke, die sich von dem Quellwasser Heilung erhoffen. In der Grotte, in der die Quelle entspringt, soll 1858 dem Mädchen Bernadette Soubirous die Jungfrau Maria erschienen sein.
  • 2/8/2022 6:11:52 PM   David Lindenfeld
    Der zweimalige Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar ist in seiner Vorbereitung auf den Saisonstart bei der UAE Tour (20. bis 26. Februar) durch eine Infektion mit dem Coronavirus zurückgeworfen worden. Wie sein Rennstall UAE Team Emirates am Dienstatg mitteilte, sei der Slowene vergangene Woche positiv getestet worden. Der 23-Jährige, der „leichte Symptome“ verspürt haben soll, hatte die UAE Tour im vergangenen Jahr gewonnen. „Er hat sich einer obligatorischen Isolierung unterzogen, bevor er sein leichtes Training wieder aufgenommen hat", sagte Adrian Rotunno, medizinischer Direktor des Teams UAE. „Er muss sich noch einigen abschließenden medizinischen Tests unterziehen, sollte aber auf dem besten Weg sein, seine Vorbereitung auf das erste Rennen der Saison wieder aufzunehmen“, hieß es zudem in einer Mitteilung
  • 2/8/2022 5:39:01 PM   Robin Clottey
    Der Berliner Senat hat seiner Partnerstadt Windhuk im südwestafrikanischen Namibia 16 Beatmungsgeräte, 30 Patientenmonitore sowie weiteres Zubehör für die medizinische Versorgung geschenkt.

    Der Schenkungsvertrag wurde am Dienstag im Roten Rathaus unterzeichnet, wie die Senatsverwaltung mitteilte. „Ich bin froh, dass wir auf diese Weise die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Namibia unterstützen können. In der Pandemie und natürlich auch darüber hinaus“, teilte die Regierende Bürgermeisterin, Franziska Giffey (SPD), mit.

    Laut dem Auswärtigen Amt war Namibia schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr deshalb eigenen Angaben zufolge medizinische Ausrüstung im Wert von elf Millionen Euro an das südwestafrikanische Land geschickt.
  • 2/8/2022 5:31:58 PM   Robin Clottey
    Nordrhein-Westfalen wird die Corona-Impfpflicht für Pflege- und Klinikpersonal trotz Bedenken an der Praxistauglichkeit umsetzen.

    Das Gesetz sei beschlossen worden und werde auch so umgesetzt, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Der Sinn des Gesetzes sei nachvollziehbar, aber die Durchführung schwierig. Zugleich hielt Laumann auch an der geplanten allgemeinen Impfpflicht fest, um für den nächsten Herbst gegen Corona gewappnet zu sein.

    Laumann forderte die Bundesregierung aber auf, den Personenkreis der im Gesundheitswesen Tätigen bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht klar zu definieren. Außerdem sei ein Leitfaden notwendig, wie die Gesundheitsämter in Einzelfällen abwägen sollten zwischen Infektionsschutz und Versorgungssicherheit der jeweiligen Einrichtung.

    Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Hendrik Wüst (CDU), sieht bei dem Gesetz Fehler beim Bund. „Die Reaktion der Krankenhäuser und Einrichtungen, der Städte und Kreise ist klar: Die einrichtungsbezogene Impfpflicht stößt in der Umsetzung auf enorme Schwierigkeiten“, sagte der NRW-Ministerpräsident auf Anfrage. „Der Bund hat es bis heute versäumt, für die einrichtungsbezogene Impfpflicht wesentliche bundeseinheitliche Regeln vorzulegen.“

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die vorübergehende Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht angekündigt. Nach Bayern war auch die Union insgesamt auf die Bremse getreten. Das bereits im Dezember von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen - oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können.
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