Wahl in Großbritannien 2019

Wahl in Großbritannien 2019

  • Absolute Mehrheit: Deutlicher Sieg für Johnsons Konservative
  • Weg frei für Brexit am 31. Januar
  • Enttäuschung für Corbyns Labour Party
  • Schottische Regierungschefin Sturgeon fordertes neues Referendum für Schottland
  • 12/13/2019 5:37:22 AM   FAZ Admin
  • 12/12/2019 4:32:54 PM   Cai Philippsen
    Liebe Leserinnen und Leser,
    heute wählt Großbritannien ein neues Parlament. Premier Boris Johnson hofft auf einen Wahlsieg seiner Konservativen, um mit einer deutlichen Mehrheit im Unterhaus den Brexit-Deal endlich umsetzen zu können. Verfolgen Sie die Wahl in unserem Liveblog.
  • 12/12/2019 4:33:13 PM   Cai Philippsen

     Auf Messers Schneide

    Im Vereinigten Königreich wird ein neues Parlament gewählt. Lange Zeit führten Johnsons Konservative die Umfragen an. Doch nun geht es um jede Stimme.
     
  • 12/12/2019 4:33:51 PM   Cai Philippsen
    In London berichteten Wähler von ungewöhnlich langen Schlangen vor mehreren Wahllokalen. In Bermondsey and Old Southwark sagte ein 27-Jähriger: „Für viele ist es eben die Wahl unseres Lebens.“ Andere waren sehr besorgt: „Ich finde, man kann die Wahl zwischen Boris Johnson und Jeremy Corbyn mit der Abstimmung damals in den USA über Donald Trump und Hillary Clinton vergleichen: Beide sind Teufel“, sagte ein Brite, der in der Nähe des Londoner Parlaments arbeitet.
  • 12/12/2019 4:34:19 PM   Cai Philippsen
     
     

    Wer ist der bessere Populist?

    Und wie ist das Vereinigte Königreich überhaupt an den Punkt gekommen, an dem es diese Wahl hat? Die Antwort liegt nicht allein im Brexit.
  • 12/12/2019 4:36:28 PM   Cai Philippsen
    Die Wahllokale schließen am Donnerstagabend um 23.00 Uhr MEZ. Unmittelbar danach werden erste Prognosen nach Wählerbefragungen erwartet. Um Mitternacht könnte es dann eine erste Hochrechnung geben. Bis 5.00 Uhr am Freitag sind vermutlich alle Wahlkreise ausgezählt.
  • 12/12/2019 4:36:57 PM   Cai Philippsen

    Die wichtigsten Antworten zur Wahl

     
    In Großbritannien haben die Wahllokale geöffnet. Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen – und was bedeutet das für den EU-Austritt der Briten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
  • 12/12/2019 5:20:42 PM   Frederic Zauels
    Einen guten Abend nun auch von mir. Die Umfragen in Großbritannien zeichneten vor zwei Wochen noch ein deutliches Bild. In manchen wurde sogar eine absolute Mehrheit für die „Tories“ um Regierungspräsident Boris Johnson vorausgesagt. Wird es heute wirklich so deutlich? Zuletzt hatten Wahlforscher nur noch einen Vorsprung von 28 Mandaten für die Konservativen vor den anderen Parteien vorausgesagt. Dann kämen sie auf 339 von 650 Sitzen. Für die großangelegte Erhebung im Auftrag der Tageszeitung „The Times“ wurden mehr als 100.000 Menschen über einen Zeitraum von sieben Tagen einschließlich Dienstag befragt. Es wird also spannend!
  • 12/12/2019 5:30:53 PM   Frederic Zauels
    Was sagen die Iren zur Wahl in Großbritannien? Unsere Feuilleton-Redakteurin Elena Witzeck hat mit einer der prominentesten Irinnen gesprochen: über Protestsongs, starke Symbole und die Verpflichtung zum Widerstand. Das Interview mit der Sängerin Wallis Bird können Sie hier lesen, bevor es wirklich spannend wird.
  • 12/12/2019 5:36:09 PM   Frederic Zauels
    Wen wohl Greta Thunberg wählen würde? Na klar, den Klimawandel! Eine konkrete Wahlempfehlung spricht sie aber nicht aus. Ihr Aufruf: „Wählt für eure Kinder. Wählt für den Planeten. Wählt für die Menschheit.“
  • 12/12/2019 5:48:11 PM   Frederic Zauels
    Scheint ganz so, als habe sich der neue SPD-Parteivorstand immerhin auf Twitter durchgesetzt. Ob die Sozialdemokraten auch mit einem Olaf Scholz an der Spitze eine Wahlempfehlung für die unter Jeremy Corbyn nach links gerückten Freunde der Labour-Partei ausgesprochen hätte? Die Koalitionspartner CDU und CSU haben sich jedenfalls noch nicht zu einem Wahlaufruf für die konservativen „Tories“ entschieden.
     
  • 12/12/2019 5:52:43 PM   Frederic Zauels
    Bleiben wir bei den sozialen Netzwerken. Bleiben wir auf Twitter: Die Kandidaten im britischen Wahlkampf sind bei dieser Parlamentswahl in sozialen Medien deutlich häufiger beschimpft worden als bei der Abstimmung vor zwei Jahren. Eine Analyse von Twitternachrichten an einem Tag im November zeigte, dass 16,5 Prozent der Botschaften, die Kandidaten erwähnten, Beleidigungen oder Beschimpfungen enthielten, berichtete der Analysedienst PoliMonitor am Donnerstag.
     
    Vor zwei Jahren hatte die Universität Sheffield Schmähkommentare in vier Prozent von Twitterbotschaften über Kandidaten entdeckt. Die Methodik war zwar anders, aber dennoch meinte PoliMontor, dass die Zahlen verglichen werden könnten. Premierminister Boris Johnson habe von allen Politikern die meisten Schmähkommentare erhalten. Die Polizei hat innerhalb von knapp vier Wochen rund 200 Beschwerden im Zusammenhang mit der Sicherheit von Kandidaten erhalten. In der Hälfte der Fälle sei es um böswillige Online-Kommentare gegangen, teilte die Polizei mit. Etwa die Hälfte der rund 200 Fälle sei so schwerwiegend gewesen, dass die Polizei wegen möglichen Straftaten ermittelte. In mehreren Fällen meldeten Mitarbeiter von Kandidaten tätliche Angriffe. Ein Trend gegen eine bestimmte Partei sei dabei nicht zu sehen gewesen.
  • 12/12/2019 6:24:15 PM   Frederic Zauels
    Wer jetzt noch wählen darf: Boris Johnson hat hier noch einmal aufgelistet, was er durchsetzen will. Unter anderem heißt es, man wolle eine Rekordsumme in das Gesundheitssystem stecken, mehr Polizisten einstellen und härtere Gesetze verabschieden. Das Entscheidende aber: Er will den Brexit bis zum 31. Januar 2020 durchbringen. In der Grafik ist das übrigens verziert mit einem Pfeil, schon abgehakt.
  • 12/12/2019 6:51:54 PM   Frederic Zauels
    Im Wahlendspurt setzen die beiden Hauptkontrahenten übrigens auch auf tierische Unterstützung. Boris Johnson kam mit seinem Hund Dilyn zum Wahllokal. Als er dieses nach der Stimmabgabe verließ, hob er den kleinen Jack Russell in die Höhe und drückte ihn für die Fotografen kurz fest an sich, um ihm schließlich ein flüchtiges Küsschen zu verpassen. Auch andere Politiker nutzten ihre Hunde, um mehr Stimmen zu bekommen – darunter auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan. „Ich bin hier mit Luna, wir wählen – Sie sollten das auch machen“, sagte der Labour-Politiker in einer Videobotschaft mit Luna neben sich. Wie viele andere twitterte er seine Botschaft unter #dogsatpollingstations. Unter diesem Hashtag posteten etliche Briten lustige Fotos von Hunden vor Wahllokalen.
     
    Das Tier der Wahl bei den Corbyns ist dagegen eine Katze. Der Labour-Chef veröffentlichte ein Bild von sich, auf dem Schoß sitzend seine Katze, rechts im Arm John Steinbecks „Früchte des Zorns“. Dazu schreibt er: „Zoom in on my watch.“
     
    Ein Kuss für den Liebsten. Johnson mit Hund Dilyn. (Bild: Reuters)
     
     
  • 12/12/2019 7:05:34 PM   Frederic Zauels
    Parallel zur Wahl in Großbritannien tagen übrigens auch die Staats- und Regierungschef der Europäischen Union in Brüssel. Spaniens Premierminister Pedro Sánchez sagte dort bezüglich eines möglichen Brexits, dass er es für möglich hält, mit den Briten einen Handelsvertrag bis zum Ende des kommenden Jahres zu vereinbaren. „Warum nicht? In elf Monaten sind eine Menge Dinge durchzubringen, wenn es den politischen Willen dazu gibt. Wir sollten nach vorne schauen und versuchen, die besten Beziehungen zu den Briten nach dem Brexit aufzubauen“, sagte der Sozialist. Sein irischer Amtskollege Leo Varadkar hofft auf ein Ende der Ungewissheit. „Das Beste für Irland, für Großbritannien und für Europa wäre ein Ende der Unsicherheit. Sei das nun, wenn Premierminister Boris Johnson die absolute Mehrheit gewinnt oder Parteien, die für einen Verbleib sind, wir werden mit allen arbeiten“, so der Chef der Liberalen Fine-Gael-Partei.  
  • 12/12/2019 7:29:30 PM   Frederic Zauels
    „Sag niemals nie“ – eine berühmte Floskel, auch im politischen Betrieb. Ein ganz deutliches „Nein“ hat kurz vor dem Ende der Wahlentscheidung aber die nordirische DUP ausgesprochen: gegen Labour-Chef Jeremy Corbyn. Der stellvertretende Vorsitzende Nigel Dodds sagte dem britischen „Guardian“: „Jeremy Corbyn ist jemand, den wir niemals als Premierminister unterstützen könnten.“ Um keinerlei Zweifel an dieser Aussage zuzulassen, benutzte er gleich viermal das Wort „niemals“. „Jeremy Corbyn als Premierminister bringt viele andere Dinge auf den Tisch, die wir nie akzeptieren könnten ... all diese Dinge wären ein Gräuel für die DUP und die Menschen, die wir vertreten“, so Dodds weiter. Gemeint sind unter anderem Corbyns Positionen zum Antisemitismus, den Terrorismus der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) und zu einem möglichen Referendum in Schottland. Die DUP vertritt die Protestanten in Nordirland und versteht sich als konservative Partei. Sie sind Regierungspartner von Premier Boris Johnson und stellten sich im vergangenen Oktober gegen einen möglichen Brexit-Deal.
  • 12/12/2019 7:52:09 PM   Frederic Zauels
    Eine der zentralen Fragen bei der Wahl heute dürfte übrigens sein: Verhalten sich die Wählerinnen und Wähler der Liberal Democrats taktisch und wählen, um den Brexit zu verhindern, Labour? Kommt es dazu, dürfte es eng für Boris Johnson und die „Tories“ werden – zumindest, wenn sie auf die absolute Mehrheit hoffen. Das Mehrheitswahlrecht in Großbritannien kennt nur Direktmandate. Ins Parlament ziehen die Kandidaten mit den jeweils meisten Stimmen in einem der 650 Wahlkreise ein – egal wie knapp ihr Sieg war. Die Stimmen für unterlegene Kandidaten verfallen. Der Kollege Oliver Kühn beschreibt das Dilemma der „Remainer“.
     
  • 12/12/2019 8:00:57 PM   Frederic Zauels
  • 12/12/2019 8:04:41 PM   Frederic Zauels
     
    Ich kann leider nicht mit aktuellen und offiziellen Zahlen dienen, aber es scheint so, als sei die Wahlbeteiligung in Großbritannien hoch. In der südlichen Hafenstadt Southampton hat sich im Stadtteil Itchen eine Schlange vor dem Wahllokal gebildet. Und auch im Örtchen Brackley, zwischen London und Birmingham gelegen, gibt es eine Schlange – mit laut Schätzungen über einhundert Menschen, die warten, endlich wählen gehen zu dürfen.
  • 12/12/2019 8:21:09 PM   Cai Philippsen
    Das sind die Zahlen, auf die es in dieser Nacht ankommt. 326 Abgeordnete braucht Boris Johnson, um eine absolute Mehrheit im Unterhaus zu haben:
  • 12/12/2019 8:27:49 PM   Frederic Zauels
  • 12/12/2019 9:13:59 PM   Frederic Zauels
    Nicht mal mehr eine Stunde. Die Anspannung in Großbritannien dürfte so langsam steigen. Beim britischen „Guardian“ haben sie ein paar willkürliche Spekulationen von Journalisten gesammelt. Steven Swinford von der „Times“ hat gehört, in London sehe es sehr schlecht für die „Tories“ aus. Bei den Konservativen gehe bereits die Aussage herum: Eine Mehrheit bleibe eine Mehrheit. Insgesamt glaube man also, vieles bleibe beim Alten. Dem „Daily Mail“-Reporter John Stevens wurde offenbar auch gesagt, dass London fest in roter Labour-Hand sei. Schlecht sehe es für die Corbyn-Partei dagegen in Bassetlaw, Don Valley und Stoke aus. Also im umkämpften Mittel- und Nordengland. Und der ehemalige „Sun“-Journalist Steve Hawkes twittert: „Die neuesten Gerüchte: Die „Tories“ profitieren am meisten von der hohen Wahlbeteiligung, sie können bis zu 20 Plätze mehr dazu gewinnen, einschließlich Bolsover. Für Labour sieht es in Putney gut aus, in Grimsby sogar besser.“
  • 12/12/2019 9:35:51 PM   Frederic Zauels
    Was schreiben die britischen Onlineausgaben so kurz vor den ersten Prognosen? Bei der „Sun“ wird noch zum Wählen von Boris Johnson aufgerufen („Go vote Bo!“). Der „Guardian“ schreibt, die Ergebnisse seien noch immer unvorhersehbar. Und die „Daily Mail“ hält es ähnlich: „To close to call!”
  • 12/12/2019 9:42:54 PM   Frederic Zauels
    Immer noch nutzen die Wählerinnen und Wähler die Wahllokale, um ihre Stimme abzugeben. Im Süden Londons, in Balham, waren darunter viele junge Menschen. (Bild: Reuters)
     
  • 12/12/2019 10:03:36 PM   Frederic Zauels
    Die Wahllokale sind nun geschlossen. Hier kommen die ersten Prognosen der Nachwahlbefragungen, die Ipsos Mori im Auftrag der Sender BBC, ITV News und Sky News erhob: Demnach haben Boris Johnson und die „Tories“ die absolute Mehrheit geholt. Und das, sollten sich die Zahlen bestätigen, mit dem besten Ergebnis der Konservativen seit Margaret Thatcher 1991. 368 Abgeordnete dürften demnach auf die „Tories“ fallen, für Labour sind es nur 191. Das schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten seit 1983. Eine große Niederlage für Jeremy Corbyn, bestätigen sich die ersten Prognosen, die auf Nachwahlbefragungen an 144 Wahllokalen basieren. Die pro-europäischen Liberaldemokraten kommen auf 13 Sitze. Die Schottische Nationalpartei, die im Wahlkampf für ein zweites Brexit-Referendum sowie ein zweites Unabhängigkeitsreferendum eintrat, landet demnach bei 55 Sitzen, die Grünen bei einem Sitz. Die Brexit-Partei von Nigel Farage geht den Erhebungen zufolge leer aus.
  • 12/12/2019 10:05:35 PM   Cai Philippsen
     
  • 12/12/2019 10:12:06 PM   Frederic Zauels
    Das war deutlich. Und es bedeutet wohl, Großbritannien wird im kommenden Monat nicht mehr zur Europäischen Union gehören. Regierungschef Boris Johnson, der seit Anfang September keine Mehrheit mehr im Unterhaus hatte, hat nun freie Bahn für seinen Brexit-Deal zum 31. Januar 2020. Immer mit dem Zusatz: Bestätigen sich die Prognosen. Dem Austrittsabkommen zufolge soll das Land bis Ende 2020 in einer Übergangsphase bleiben. Bis dahin will Johnson einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der Staatengemeinschaft aushandeln. Die Zeit dafür gilt jedoch als denkbar knapp. Eine Verlängerungsoption um bis zu zwei Jahre, die noch bis Juli 2020 möglich ist, hat der Premier ausgeschlossen. Sollte kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht Ende kommenden Jahres wieder ein No-Deal-Szenario. Die Briten hatten 2016 in einem Referendum mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt gestimmt.
     
    Bei der BBC ist deswegen von einem „dramatischen Erfolg“ für die Tories die Rede. Und tatsächlich, mit einem solchen Ergebnis haben wohl die Wenigsten gerechnet. In den vergangenen Tagen hieß es sogar, es werde sehr knapp – und auch über den Tag verteilt war man von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen.
  • 12/12/2019 10:23:36 PM   Frederic Zauels
    Nur ein Mutmacher? Die oppositionelle Labour-Partei warnt davor, voreilig von einem Ergebnis der Wahl auszugehen. „Es ist nur der Beginn der Nacht und es ist zu früh, um von einem Ergebnis zu sprechen“, erklärt ein Parteisprecher. Der Labour-Politiker John McDonnell sprach dagegen bereits von einem möglichen Rücktritt Corbyns, sollten die Nachwahlbefragung dem tatsächlichen Wahlergebnis nahekommen. „Das sei sehr enttäuschend“, sagte er.
  • 12/12/2019 10:26:14 PM   Frederic Zauels
    Premierminister Boris Johnson hat sich bei seinen Wählerinnen und Wählern bedankt. „Wir leben in der großartigsten Demokratie der Welt“, schrieb er auf Twitter. Dabei waren wahrscheinlich viele seiner Unterstützer darüber verärgert, dass eine demokratische Entscheidung über Jahre hinweg hinausgezögert wurde.
  • 12/12/2019 10:26:14 PM   Frederic Zauels
    Hier freut sich offensichtlich ein Konservativer über den Wahlausgang. (Bild: AFP)
     
  • 12/12/2019 10:28:52 PM   Frederic Zauels
    Ein Rennen, wer am schnellsten ausgezählt hat, liefern sich übrigens die beiden Städte Sunderland und Newcastle. Dafür wird gespurtet. Der Wahlhelfer in Sunderland hat es ganz besonders eilig. (Bild: Reuters)
     
  • 12/12/2019 10:49:40 PM   Frederic Zauels
    Wie reagieren die Märkte? Der britische Pfund ist auf einem neuen Höchststand nach den Exit-Poll-Prognosen. Das Pfund machte gegenüber dem amerikanischen Dollar im Online-Handel mehr als zwei Prozent gut und kostete am Abend 1,347 Dollar. Gegenüber dem Euro stieg das Pfund um rund 1,4 Prozent auf 1,205 Euro. Damit kostete ein Pfund binnen Sekunden um zwei Euro-Cent mehr als vor Veröffentlichung der Prognose.
     
  • 12/12/2019 10:56:32 PM   Frederic Zauels
    Auch in Schottland hat sich durch die Wahl etwas verändert: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich zwar besorgt über den prognostizierten Ausgang der Parlamentswahl in Großbritannien gezeigt. Das Ergebnis sei „bitter“ für das Land, schrieb sie am Donnerstagabend auf Twitter. Gleichzeitig freute sich Sturgeon über das starke Abschneiden ihrer Schottischen Nationalpartei SNP. Nach den Prognosen gewann die SNP 55 der 59 Wahlkreise in Schottland. Sturgeon dürfte das als Mandat für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für den Landesteil deuten. Allerdings wird auch hier davor gewarnt, die Ergebnisse zu früh für voll zu nehmen. Die frühere schottische Tories-Chefin Ruth Davidson sagte dem Fernsehsender ITV: „Alle Parteien in Schottland behandeln die Prognosen mit Skepsis. Ich denke, bevor wir anfangen, die Hälfte der schottischen Sitze abzuschreiben, müssen wir sehen, wie eng es ist. Manche Sitzvergaben sind besonders knapp.“
  • 12/12/2019 11:00:34 PM   Frederic Zauels
    Auch die ersten deutschen Politiker melden sich zu Wort. Der SPD-Europaabgeordnete Udo Bullmann sieht mit dem wahrscheinlichen Sieg der Konservativen den Brexit am 31. Januar kommen. „Mir tut leid, dass die Menschen in #Großbritannien dafür die Zeche zahlen werden“, twittert er. „Steueroasen und Dumping-Konkurrenz vor Europas Haustür werden wir verhindern müssen.“ Seine SPD-Kollegin Katarina Barley fordert möglichst enge Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit. Linksparteichef Bernd Riexinger erwartet eine Phase der Unsicherheit für die Briten. „Es ist völlig unklar, wie die Tories das von ihnen angerichtete Chaos beseitigen wollen.“ Nun werde auch die Privatisierung der Gesundheitsversorgung auf der Insel weiter gehen. „Die desaströse Politik der Tories geht wahrscheinlich in die nächste Runde“, schreibt er.
  • 12/12/2019 11:09:09 PM   Frederic Zauels
    „Ich hoffe, ihr habt heute Abend Spaß auf einer Party“
     
    Boris Johnson fordert seine Anhängerinnen und Anhänger zum Feiern auf.
  • 12/12/2019 11:22:28 PM   Frederic Zauels
    Bevor die ersten Hochrechnungen aus den Wahlkreisen kommen, bleibt etwas Zeit, um erste Fragen zum Ausgang der britischen Wahlen zu stellen. Ist es ein großer Sieg der konservativen Tories – oder doch viel mehr eine herbe Niederlage der Oppositionsparteien, allen voran natürlich Labour unter Jeremy Corbyn? Die Remainers haben es offenbar weder geschafft, die Wählerinnen und Wähler ansatzweise vom Multilateralismus der Europäischen Union zu überzeugen, noch eine sozialdemokratischere Politik für Großbritannien zu wählen.
  • 12/12/2019 11:31:11 PM   Cai Philippsen
    Newcastle upon Tyne hat das Rennen um den Titel des schnellsten Wahlkreises gewonnen:
  • 12/12/2019 11:32:02 PM   Frederic Zauels
    Chi Onwurah kommentierte das Ergebnis in Newcastle übrigens mit einer großen Prise Humor. Noch säßen im Parlament ausschließlich Labour-Abgeordnete, so die Politikerin. Noch...
     
  • 12/12/2019 11:32:02 PM   Frederic Zauels
    Blyth Valley wird blau. Zum ersten Mal seit 1950 haben die Konservativen diesen Distrikt, nördlich von Newcastle an der Ostküste Großbritanniens, gewonnen. Derweil hat auch der Sprecher der Tories davor gewarnt, seine Partei vorzeitig zum Sieger der Wahl zu erklären. „Das ist eine Prognose, nicht ein Ergebnis“, sagte er. „Es ist wichtig, dass wir warten, bis die tatsächlichen Ergebnisse eintreffen. Was wir dagegen wissen, ist, dass die Wähler den Schwindel der Labour-Partei beim Brexit abgelehnt haben. Wir brauchten diese Wahl, weil das Parlament alles in seiner Macht Stehende tat, um den Willen des Volkes zu vereiteln.“ 
  • 12/12/2019 11:33:20 PM   Cai Philippsen
    Die Titelseite des „Daily Express“ für den Freitag:
  • 12/13/2019 12:06:04 AM   Frederic Zauels
    Noch einmal zur Erinnerung: Laut BBC werden in den meisten Wahllokalen noch bis in die frühen Morgenstunden Stimmen ausgezählt. Erst dann kann ein offizielles Ergebnis bekannt gegeben werden. Derzeit sind drei Distrikte ausgezählt. Zwei gehen an Labour, eines geht an die Tories – erstmals seit 1950. Bei den Kolleginnen und Kollegen des „Guardian“ können Sie hier live die Stimmenauszählungen der einzelnen Wahlkreise mitverfolgen. Bestätigen sich die Prognosen für ganz Großbritannien hätte Labour übrigens das schlechteste Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg eingefahren.
  • 12/13/2019 12:24:39 AM   Frederic Zauels
    Gerne wird die Schuld nach solch schwachen Ergebnissen an einzelnen Personen festgemacht. Bei der Labour-Partei ist das natürlich Chef Jeremy Corbyn. Sein Parteikollege im schottischen Edinburgh jedenfalls macht allein ihn für das Desaster verantwortlich. An jeder Tür, an die er geklopft habe, und er und sein Team hätten mit insgesamt 11.000 Menschen gesprochen, sei Corbyn als Grund genannt worden, sagt Ian Murray, nicht Labour zu wählen. „Nicht Brexit, aber Corbyn“, schreibt er auf Twitter und zieht den Schluss: „Das Ergebnis ist, dass wir das Land im Stich gelassen haben und wir den Kurs ändern müssen.“ Erinnern tut mich diese Analyse an einen Text unseres London-Korrespondenten Jochen Buchsteiner, der einen jungen Labour-Abgeordneten beim Tür-Wahlkampf in Bridgwater begleitet hat. Auch dieser hatte Probleme, den Menschen Jeremy Corbyn schmackhaft zu machen. Lesen Sie die Reportage hier.
     
  • 12/13/2019 12:48:27 AM   Frederic Zauels
  • 12/13/2019 1:02:56 AM   Frederic Zauels
    Noch mehr Kritik an Jeremy Corbyn: Nachdem Labour-Politiker bereits damit begonnen haben, sich in der Öffentlichkeit gegenseitig die Schuld am desaströsen Ergebnis zu geben, kommt nun auch Kritik von den Konservativen am Labour-Chef. Staatsminister Michael Gove sagte dem Fernsehsender ITV, sollte sich die Wahlprognose bestätigen, dann verstärke das den Eindruck, dass „Corbyns Führung der Labour-Partei ein Hindernis für die weitere Entwicklung dieses Landes darstellt“. Corbyn hatte erst spät seine Haltung zum Brexit bekanntgegeben. Er wollte den EU-Austritt noch einmal verschieben, um einen eigenen Brexit-Deal auszuhandeln. Über den sollten die Briten dann in einem zweiten Referendum abstimmen. Die Alternative dazu wäre ein Verbleib in der Staatengemeinschaft gewesen.
     
    Michael Gove (links) neben Boris Johnson (Bild: dpa)
     
  • 12/13/2019 1:13:43 AM   Frederic Zauels
    Es sind weitere Wahlkreise ausgezählt – und noch sieht es gut aus für Labour. Von den nun zwölf Distrikten mit offiziellen Zahlen gehen neun an die Sozialdemokraten, drei an die Konservativen. Zuletzt wurde der erste Wahlkreis in den West-Midlands ausgezählt. Swindon North geht an den Torie-Politiker Justin Tomlinson. Derweil titelt die „Sun“: „Merry Brexmas!“
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